Sonntag, den 16 September
1821.
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Aykigk- M Amtsblitt fit de« Kreis Gießen
Erscheint tLOttch mit Ausnahme bei 9
t Schutstraße, Ltt. B. Nr. 18.
ständigen Schulvorstände innerhalb 3 Tagen entgegen.
Dr. Boekmann.
Preis vierteijützrlich 1 «ark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen Vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Gottes-Erscheinungen und Wunderheilungen getrieben wird, dauert in ungeschwächter Kraft fort. Fast schien es, als ob die ultramontane Presse durch die „himmlischen Offenbarungen", welche verschiedene fromme Jungfrauen, auf dem Bette liegend, unter scandalösen Convulsionen zum Besten gaben, ernüchtert worden sei — ein Caplansblatt rief wenigstens den Beistand der Polizei dagegen zu Hülse — aber die „Germania" veröffentlicht nach wie vor Artikel, welche die Glaubwürdigkeit der von Marpingen und Dietrichswalde berichteten Dinge vertheidigen, und der Bischof von Ermeland will sich durch den Besuch des letztgenannten Ortes seiner Diöcese persönlich überzeugt haben, daß dort kein Schwindel vorliege!
Auch die Nachrichten aus dem außerpreußischen Deutschland schlagen großentheils in das Gebiet des Culturkampfes hinein. Das Mainzer Dom- Cap it el hat die regierungsseitige Versagung der Anerkennung des Dr. Mou- faug als Btsthumsverwesers mit der Behauptung beantwortet, daß die Wah eines solchen von der Zustimmung der Regierung unabhängig, der Einspruch der letzteren mithin rechtlich unhaltbar sei. Der Bischof Hefele von Rottenburg hat in aller Stille das Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit in den
Kaiser Wilhelm hat sich während der vergangenen Woche mit un- ermüt lichem Eifer der Besichtigung des 7. und 8. Armee-Corps gewidmet. Tie zahllosen Huldigungen, welche ihm Seitens der rheinischen Bevölkerung allerorten in begeisterter Weise dargebracht wurden, sanden eine würdige Zusam- menfaffung in dem Fest, welches ihm die Stände der Provinz in Düsseldorf gaben und bei welchem der Fürst von Wred den Kaiser im Namen aller Rheinländer ihrer treuesten Anhänglichkeit versicherte. Unter den Ansprachen, welche der Kaiser an verschiedene Deputationen richtete, war die an die Vertreter der evangelischen Geistlichkeit am bedeutsamsten: er gab darin seinem Festhalten an dem sog. apostolischen Glaubensbekenntniß Ausdruck, sprach seine Befriedigung über die durch die neue Kirchenverfassung geordnete Herbeiztehung des Laien- Elementes ai s und lieh seiner Ueberzeugung von dem Segen einer innigen Verbindung zwischen Kirche und Schule Worte, unterließ aber auch nicht, die Nothwendigktit der Pflege der Anhänglichkeit an Krone und Vaterland hervor zuhebel. Bemerkenswerth ist auch, was über die Unterredung des Kaisers mit den Vertretern der Industrie berichtet wird. Als der Präsident der Krefelder Handelskammer auf die Frage nach dem Stande der Industrie antwortete, man sei gebeugt, aber wahrhaftig nicht gebrochen, bemerkte der Kaiser: „So ist es richtig, meine Herren ; wir litten wohl an Ueberproduction, es ist in den verflossenen Jahren zu viel producirt worden."
Fürst Bismarck weilte noch in Gastein und empfing u. A. den Geh.- Rath Tiedemann aus dem Ministerium des Innern zum Vortrag. Die Nachricht, daß der Reichskanzler auf seiner Rückreise eine Zusammenkunft mit dem Grafen Andraffy haben werde, wird von verschiedenen Seiten her bestätigt. Das auswärtige Amt ist übrigens während der Abwesenheit seines obersten Chess nicht müßig gewesen; das ergibt sich aus der Thatsache, daß Deutschland ebenso wie Frankreich eine Note an die Pforte gerichtet hat, in welcher sie gegen die Freilaffung der Urheber des Consul-Mordes in Salonichi prote- pirt und die Wiedereinschließung derselben fordert. Das deutsche Panzergeschwader im Mittelmeer ist durch das Kanonenboot „Albatroß" und die Corvette „Hertha" verstärkt worden.
Der Schwindel, der in römisch-katholischen Kreisen mit Mutter-
Gießen, am 14. Septbr. 1877.
Betreffend: Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen. ,
Die Großherzogliche Kreis-Schul-Commlsston Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
Unter Hinweis aus unsere Verfügung vom 22. v. M. (Anzeiger No. 195) sehen wir der Einsendung der Schülerverzeichniffe seitens der noch ruck-
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von Gießen nach!
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In Frankreich hat das L-ichenbegängniß seines größten etaatsmann-s zu Zank und Streit zwischen der Regierung und ihren Gegnern Anlaß gegeben. Die Regierung wollte die Fo.derung, welche Frau Thlers 2ut--e,'- dcr Freunde ihres Mannes in Bezug auf die Anordnung des L '-h-n^ges stellen zu muffen glaubte, nicht erfüllen und betheiltgte sich deshalb °Mellgar nicht an dem Begräbniß. Di- F-i-r selbst verlief .roß der ungeh urnSeth«- ligung der Bevölkerung ohne die geringste Storung, wurde aber eben d, ch zu einer um so bedeutsameren Kundgebung gegen die Regierung. Dl- ö1 | 1 8 ^er republikanischen Partei hat an Thiers' Stelle nunnwhr Grövy d r bisherige Prästtent der Deputirten-Kammer, übernommen; derselbe hat auch scho gleich in der Gedächtnißrede, die er in Thiers Grabe hielt, das Program
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en, RechenschastsbeM., ie Ausscblüsse beteitivilli-i . Müller, Drucksache- ____________________(321
17. September: ilftnberg, . Hammel.
Gießen, am 13. September 1877.
Betreffend: Die Statistik der Bewegung der Bevölkerung im Jahr 1877. ,
Das Großherzogliche Kreisamt Gleßen
an die Großyerzoqlichen Bürgermeistereien.
Di- Großherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik klagt darüber, daß trotz vielfach gegebener Anleitungen und Erläuterungen dennoch häufig Zählkarten unrichtig ausgefüllt und unregelmäßig oder unvollständig eingesendet würden, wodurch nicht allein bedeutende Kosten verursacht, sondern auch die Verarbeitung des statistischen Materials äußerst erschwert werde. Wir müffen Ihnen daher wiederholt, namentlich mit Bezug auf unsn Ausschreiben vom 24. April l. I. und die Ihnen durch die Großherzogliche Centralstelle unter dem 2. Juni mitgetheilte Zusammenstellung der hauptsächlichsten Anstande, gewissenhafte und sorgfältige Beobachtung aller bezüglichen Vorschriften zur Pflicht machen.
Dr. Boekmann. __________________________________
Katechismus seiner Diöcese eingesührt. Dagegen hat der bayerische Cultus- minister die Beschwerde der Münchener Geistlichen über den Beschluß des dortigen Magistrats betreffs Einrichtung von Simultanschulen abgewiesen.
Sonst sind aus Deutschland nur zwei Vorkommnisse aus dem volkswinh- chaftllchen Gebiet zu melden. In Wiesbaden hat der 18. Vereinstag der rutschen Erwerbs- und Wirthschafts-Genossenschaften getagt und den italieni- chtn Volksbanken per Telegraphen die Hand zu friedlichem Ausbau des Staatswesens gereicht; sodann hat eine Versammlung von süddeutschen Baumwoll-Industriellen in Stuttgart beschlossen, eine weitere Beschränkung der Production in den süddeutschen Webereien zu befürworten.
In Wien ist das Abgeordnetenhaus nach zweimonatlicher Pause wieder znsammengetreten und hat die Berathung der Steuerreform begonnen; auf eine Einigung ist aber bet bem Zwiespalt der Parteien kaum zu hoffen. Der Präsident des Hauses, Dr. Rechbauer, hat es sich nicht versagen können, Frau Thiers ein Beileids-Telegramm zu senden, in welchem er den Verstorbenen als „einen der edelsten Kämpfer für Freiheit, Recht und Bildung" feiert, eine Anzahl Abgeordneter hat sogar einen Lorbeerkranz für dessen Sarg nach Paris expedirt; der österreichische Botschafter bat sich indeß geweigert, den Kranz auf den Sarg zu legen. Die Ungarn wissen sich kaum zu fasten vor Freude über den vermeintlichen Sieg, den ihr Ministerium durch die Enthebung des Slaveufreundes, Feldzeugmeisters Mollinary, von seinem Posten als comman- direuder General in Agram über die MilitäiPartei davongetragen habe. Aber die Regierung hat ihnen dies Vergnügen offenbar nur darum gemacht, um ihren heißesten Herzenswunsch, der auf ein Bündniß mit der Türkei gegen Rußland hinausgeht, unerfüllt zu lasten. Der enragirteste Türkenfreund, Kossuth, gibt ihr durch seine neueste Brandschrist, in welcher er die Wiederherstellung Polens fordert, den gänzlichen Zerfall der Monarchie prophezeit und der Dynastie sogar mit dem Abfall Ungarns droht, den begründetsten Anlaß, die Türkenfreunde als ihre Feinde zu behandeln.
Die politische Ruhe Englands ist nur durch Aeußerungen seines auswärtigen Ministers und seines ehemaligen Premier-Ministers für einen Augenblick unterbrochen worden. Lord Derby erklärte, der gegenwärtige Augenblick sei nicht günstig für eine Intervention zu Gunsten des Friedens, er werde aber den hoffentlich nicht mehr fern liegenden Zeitpunkt, wo Englands gMe Durste annehmbar erscheinen würden, nicht unbenutzt vorübergehen lasten. £>etn Gegner Gladstone suchte dagegen die öffentliche Meinung rückhaltlos für eine Vernichtung der türkischen Herrschaft in den christlichen Provinzen des osmamschen Reiches zu gewinnen und sprach sich dahin aus, daß die Türkei gegenwärtig ; noch weniger Sympathie verdiene, als im vorigen Herbste nach den bulgarischen
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