des Domkapitulars Moufang eine nicht befriedigende war, indem daraus die Absicht desielben zu entnehmen war, die Landesgesetze, durch welche die Beziehungen des Staats zu den christlichen Kirchen geordnet worden sind, nicht in jeder Beziehung anzuerkennen und positiv zu befolgen, so konnte die Großh. Staatsregierung in Ausübung ihrer Pflicht, das Ansehen und die Beobachtung der Gesetze zu wahren, nicht umhin, ihr Einspruchsrecht gegen die Person des gewählten Vicars geltend zu machen und demgemäß die Anerkennung desselben als Bisthumsverweser abzulehnen.
Berlin, 13. August. Man schreibt der Wes.-Ztg." von hier: „Es verlautet, daß die russische Regierung neuerdings bei Krupp in Essen eine be« deutende Anzahl von Kanonen verschiedenen Kalibers bestellt habe. Die Armi- rung der baltischen Festungen, welche einen großen Theil ihrer Geschütze nach der Donau abgegeben hatten, ist fast ausschließlich mit Krupp'jchen Kanonen geschehen. Um die schleunige Lieferung derselbeu zu ermöglichun, hat eine dem Petersburger Cabinet befreundete Regierung von der sofortigen Ausführung ihrer Contracte Abstand genommen und dadurch Krupp in die Lage versetzt, das zur Ablieferung bereite Kanonenmaterial nach Rußland abzusenden."
Berlin, 14. August. Vor etlichen Tagen ist hier eine russische Note unter Anfügung eines von Zeitungs-Correspondenten unterzeichneten Protokolls übergeben worden, worin bittere Beschwerde über die Grausamkeit der Türken geführt wird. Es ist zu vermuthen, daß die Note auch anderen Regierungen zugefertigt worden ist. Schon seit längerer Zeit spricht man von Verhandlungen zwischen den Regierungen sämmtlicher an dem Kriege unbetheiligten europäischen Mächte über einen Protest gegen die unmenschliche Kriegsführung Seitens der Türken. Es wäre zu wünschen, daß den Russen gleichfalls Vorstellungen dieser Art gemacht würden.
Stuttgart, 13. August. Der „Schwäb. Merkur" meldet: Nach den letzten blutigen Gefechten gelangte an die Königin die Bitte, auf Kosten Rußlands einen Sanitäts-Zug auszurüsten und nach Bukarest zu senden. Derselbe wird nun nach Genehmigung des Königs mit möglichster Schnelligkeit vorbereiter. — Der König hat 2000 Mk. zu einem Stipendium für verdiente Tübinger Privatdocenten angewiesen.
Hrsterreich.
Pesth, 13. August. Im Preßburger Meeting wurde auf Antrag Klapka'S der Beschluß angenommen, die Regierung möge die Action Serbiens verhindern und Bosnien nicht besetzen.
Araukretch.
Paris, 13. August. Minister Fourtou ist heute nach dem Departement der Gironde abgereist und hatte zuvor eine Unterredung mit dem Herzog v. Broglie, welcher während des Ersteren Abwesenheit die Obliegenheiten des Ministers des Innern versieht. — Der deutsche Botschafter, Fürst Hohenlohe, ist heute Nachmtttag hier wieder eingetroffen.
Paris, 13. August. Wiederum wurde eine größere'Anzahl von Bürgermeistern abgesetzt. Unter denselben befinden sich wieder zwei der 363, nämlich Tardieu, Maire von Tarbes, und Tailieres, Maire von Nerac (Lot-Garonne). Der General-Postdirector hat auch wieder dem 16. Mai einen Postdirector, nämlich den von Riom, zum Opfer gebracht. Auch mehrere Gemeinderäthe, u. A. der von Riom und Montelimar (Drome) wurden durch Gemeinde-Com- misstonen ersetzt. Das gerichtliche Tagesbulletin erweist sich der Regierung beute günstig: ein Briefträger wurde wegen Beleidigung des Präsidente" der Republik zu 40 Tagen Gefängniß verurtheilt, und die „Däfense", eines der Hauptorgane des 16. Mai, welche das „Bien Public" angeklagt hatte, „im Solde Preußens zu stehen", wurde freigesprochen. — Heute war das Syndicat der Pariser „Presse" bei Herrn de Fourtou, um Protest gegen die Maßregeln zu erheben, welche dieser Minister gegen den Einzelverkauf der Zeitungen ergriffen hat. Der Minister entgegnete, es solle dem Syndicat nächstens eine Antwort zugehen. — Der Ausschuß, welcher vor Kurzem ernannt wurde und dessen Präsident Dufaure ist, hat in seinem Gutachten über die Streitigkeiten in der reformirten Kirche den Antrag gestellt, es möge eine neue Synode zusammenberuf en werden. — In Folge der Zunahme der Weinverfälschung hat der Polizei-Präfekt von Paris einen besonderen Dienst zur Ueberwachung der Weinhändler und Wirthe errichtet.
— Der „Temps" bringt aus Bukarest unterm 12. August die Nachricht, daß große Verstärkungen für General Zimmermann jetzt durch die Moldau marschiren.
England
London, 14. August. Die „Times" meldet den Abschluß einer türkischen Anleihe von 2,500,000 L. — Die Vertagung des Parlaments wird sich bis zum 30. October erstrecken.
Außland.
Odessa, 12. August. Der hiesige Polizeimeister veröffentlichte dieser Tage die nachstehende Bekanntmachung: Auf Allerhöchsten Befehl Sr. Mas. des Kaisers werden die Reservisten zum Eintritt in das Heer aufgefordert. Diejenigen, welche in der Stadt wohnen, haben sich am Tage des Erscheinens dieses Aufrufs zu melden. Ebenso Diejenigen, welche nicht weiter als 25 Werst von der Stadt entfernt wohnen. Die Reservisten, welche aber weiter als 25 Werst wohnen, haben sich an denjenigen Punkten, welche von der Polizei bestimmt werden, einzufinden, um von denselben aus mit Wagen nach der Stadt befördert zu werden. Alle Personen, Gesellschaften und Behörden, bei welchen Reservisten dienen, sind verpflichtet, mit denselben sofort abzurechnen, ihnen den rückständigen Gehalt auszuzahlen, das Aufenthalts-Billet auszufolgen und dieselben zu benachrichtigen, daß sie sich unverzüglich an die bezeichneten Stellen zu begeben haben. — Die Ihnen vor einigen Tagen als bevorstehend angemeldete Einberufung der Opoltschenije hat sich in der bereits amtlich hierher telegraphisch gemeldeten Einberufung des ersten Aufgebots der Landwehr in Höhe von 185,000 Mann bestätigt.
Amerika.
New-Avrk, 14. August. Nach Zeitungs-Meldungen aus Galveston erzwangen sich mexicanische Marodeurs in der Stadt Riogrande den Zutritt in's Gefangenenhaus, schossen die Richter und Wächter nieder und befreiten zwei Gefangene. Hierauf kehrten sie, von den sie verfolgenden Bundes-Truppen unerreicht, über den Riogrande zurück.
Der orientalische Krieg.
Wien. Aus Varna wird gemeldet, daß bei Tuldscha in der Sulina- Mündung der Donau ein mehrstündiger Kampf zwischen sieben russischen Kanonenbooten und zwei türkischen Panzerschiffen stattgefunden habe. Im Verlause des Gefechts wurde ein russisches Kanonenboot gezwungen, auf den Strand zu lausen, und ein anderes in den Grund gebohrt. Die Russen versuchten nun Torpedos gegen ihre Gegner spielen zu lassen, diese setzten aber Boote aus, umgaben die schiffe mit Netzen und wußten die Torpedos unschädlich zu machen. Alsdann begannen sie den Kampf aufs Neue, legten Feuer an das Kanonenboot, welches auf den Strand gelaufen war und bohrten noch zwei andere Kanonenboote in den Grund, wobei russischerseits ein Officier und 11 Mann ertranken.
Suleiman Pascha hat nach der Einnahme von Eskisagra schon Truppen gegen den Schipka-Paß vorgeschickt. In der Nähe von ESkisagra sollen 15,000 Flüchtlinge im höchsten Elend schmachten. Dem „Standard" berichtet man hierüber aus Schumla unterm 6. d.: „Der britische Mililär-Attachs ist heute hierher zurückgekehrt. Er ist in Sliwno und anderen Plätzen südwärts vom Balkan gewesen und hat große Gefahren bestanden. Er bestätigt die Gerüchte von Greueln und Verwüstung, die von den unter General Gurko stehenden Russen und Bulgaren ausgeführt worden seien. Der Feind scheint einen Vernichtungskrieg begonnen zu haben. Der russische Ober-Comrnandeur hat auf die Anfrage Mehemed Ali's betreffs des Halbmondzeichens keine Antwort ertheilt." Mehemed Ali soll die Absicht hegen, Rasgrad in ein befestigtes Lager zu verwandeln. Dort steht Achmed Ejub mit 48 Bataillonen Infanterie, 15 Balterieen, 62 regelmäßigen und 12 unregelmäßigen Schwadronen und 8 Schwadronen Zaptiehs, im Ganzen 40,000 Mann. Prinz Hassan von Aegypten soll mit 20,000 Mann bei Kozludschy auf der Straße von Prawady nach Basaidschik stehen. Auf dem Kriegsschauplätze am adriatischen Meere ist es letzthin wieder etwas lebendiger zugegangen. Der mehrfach genannte Rebellen- führer Despotowitsch hatte sich mit 4000 Genossen auf den halb österreichischen, halb türkischen Berg Tschernipotok zurückgezogen, als er von 8000 türkischer Landwehr angegriffen und geschlagen wurde. Ueber einige andere Kämpfe meldet die „Polit. Corresp.": „Das montenegrinische Dorf Pharmälsi bei Spuz wurde von türkischen Albanesen überfallen und zum Theil eingeäschert. Die Türken führten Waffen und mehrere Köpfe getödteter Montenegriner hinweg. Ferner wurde am 1. August von türkischen Truppen unter der Anführung Tiwnik Aga's im Vereine mit männlicher Civilbevölkerung eine flagrante Grenzverletzung verübt. Ueber den Berg Gujat oberhalb Verlika, welcher von ben Aufständischen nicht besetzt war, eine Stunde Weges auf österreichisches Gebiet vordringend, raubten die Türken etwa 2000 Stück Kleinhornvieh, wobei zwei Hirten verwundet wurden." In Konstantinopel hat das kriegsgerichtliche Verfahren gegen Abdul Kerim und Redif Pascha begonnen. Rens Pascha soll das Ober-Commando in einer Festung übernehmen. Die Bestimmungen über die Ausgabe einer von der Kammer genehmigten Zwang-Anleihe von 600 Mill. Piaster sind jetzt ausgearbeitet und veröffentlicht. Der Befehlshaber des britischen Mittelmeer Geschwabers, Admiral Hornby, und Dr. Dickson haben die Befestigungswerke von Gallipoli besichtigt.
Wien, 13. August. Der „Neuen Fr. Pr." wird aus Orsowa vom 13. d. telegraphirt: Einer Meldung aus Trstenik zufolge soll daö Hauptquartier des Großfürsten Nikolaus heute von Tschausch, Mahala und Bulgareni nach Gornic Studen, welcher Ort 15 Kilometer rückwärts auf der Straße nach Bjela und Rustschuk liegt, verlegt werden. Die russischen Operationen werden durch wolkenbruchartigen Regen erschwert. — Dasselbe Blatt berichtet aus Eski-Djuma, 11. August: Gestern wurde von hier aus eine scharfe Re- cognoscirung über Kisiliar gegen Stara am Lorn-Fluß ausgeführt. Die Re- cognoscirungs-Abtheilung unter Emir Pascha rückte bis an den Fluß vor, um zu constatiren, daß das jenseitige Ufer von den Russen stark besetzt ist. Bei Popkoi und Jaselar befinden sich größere russische Lager. Zwischen dem Lom- Fluß und der Straße Rasgrad-Eskidjuma-Osman-Bazar sind sämmtliche meist türkische Ortschaften gänzlich von den Bewohnern verlassen. Die Frucht steht ungemäht dem Verdorren nahe.
Konstantinopel, 13. August. Türkische Schiffe sind fortgesetzt mit der Ueberführung von Bewohnern des kaukasischen Küstenlandes nach Trapezunt beschäftigt. Das Innere Kaukasiens ist von türkischen Truppen vollständig geräumt.
Wien, 14. August. Gerüchtweise verlautet, Osman Pascha beabsichtige, mit Rücksicht auf die russischen Verstärkungen, sowie auf den Donau- Uebergang rumänischer Truppen bei Korabia die bisherige Stellung bei Plewna aufzugeben, dafür anlehnend an den Balkan südöstlich von Plewna eine neue verschanzte Stellung einzunehmen, um daselbst die Verbindung mit der Armee Mehemed Ali's und Suleiman's leichter Herstellen zu können.
London, 14. August. Das „Reuterffche Bureau" meldet aus Erzerum vom 12. August: Die Russen rückten gegen Apulika vor. General Terguka- soff drang bis Baliklute vor. Ismail Pascha hat sich aus dem russischen Gebiete wieder nach der Grenze hin zurückgezogen. — Der Schluß des englischen Parlaments findet heute statt.
Wien, 14. August. Das „Tageblatt" meldet ans Bukarest: Das Hauptquartier des Fürsten Karl ist von Pojana nach Corabia verlegt. Die rumänische Division Angelescu steht bei Bnlgarn.
— Das „Tageblatt" meldet aus Osman-Bazar vom 12. d.: Suleiman Pascha bringt in norböstlicher Richtung über Kasanlyk vor unb besetzte gestern Äbenb auch den Balkan-Paß bei Ferbischko.
— Meldungen der „Presse" : Krakau. Zahlreiche RecrutirungS-Flüchtige kommen aus Rußland unb gehen nach Ungarn unb Schlesien. — Bukarest. Die Truppen-Züge über bie zwei Brücken bei Simnitza bauern fort. Das Hauptquartier ist in Garnje-Stuben, bret Meilen westlich von Bjela, wo sich auch ber Czar befinbet. — Pera. Die nunmehr aufgegebene Expebition nach dem Kaukasus kostete ber Pforte 4800 Mann unb 16 Mill. Frcs.
Vermischtes.
Stuttgart, 12. August. Der X. deutsche Feuerwehr-Tag hat eine große Anzahl von Feuerwehr-Leuten aus allen Ländern Deutschlands zu uns hergeführt; wohl an 7—8000 Personen umfaßte der heutige Fest-Zug, welcher bei prächtig abgekühlter Luft und leicht bewölktem Himmel durch die vom gestrigen Regen staubfrei gemachten Straßen Stuttgarts sich bewegte, um schließlich auf dem Markt-Platz, der schönsten Partie des alten Stuttgart, Aufstellung zu nehmen, allwo die Stuttgarter Feuerwehr einige größere Hebungen mit ihren im Zuge mitgeführten Geräthen (darunter zwei Dampf-Spritzen und mehrere frei stehende Leitern bis zu 85 Fuß Höhe) »ornahm.
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