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Mittwoch, den 16. Mai
1877
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Berlin, den 9. März 1877.
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Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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^FÜHR-
Arankreich.
Paris, 12. Mai. Der ehemalige Minister, Senator Ernst Picard, ist gestorben.
— Der Erzbischof von Paris, Cardinal Guibert, hat in einem Schreiben on den Justiz-Minister gegen das Kammer-Votum vom 4. Mai Verwahrung eingelegt.
Spanien.
N^adrid, 12. Mai. Die „Gaceta" veröffentlicht eine königliche Verordnung, wonach allen itn Auslande lebenden spanischen Unterthanen strenge Neutralität gegenüber Rußland und der Türkei anbefohlen, und allen Spaniern, sowie Fremden, welche auf spanischem Gebiete Soldaten für die Kriegführenden anwerben, strenge Strafe angedroht wird.
Bilbao, 12. Mai. Delegirte aus Biscaya haben sich nach Madrid
Deutschland.
Berlin, 13. Mai. Der gestern Abend hier erwartete russische Botschafter in London, Graf Schuwaloff, hat sich von Köln aus zunächst nach Kriedrichsruh zum Fürsten Bismarck begeben und wird hier erst heute Abend eintreffen.
— Der russische Botschafter in London, Graf Schuwaloff, ist heute Abend 8 Uhr hier eingetroffen und im „Hotel Royal" abgestiegen.
Stuttgart, 12. Mai. Der „Staats-Anz." veröffentlicht die Resultate der amtlichen Erhebungen in Württemberg über die Geschäftsstockung: Ei'.ilaffungen von Arbeitern haben wenig stattgefunden; häufiger dagegen Beschränkung der Arbeitszeit mit Herabsetzung der Löhne. Arbeitslos Umher- zikhende waren meist Fremde, vielfach von zweifelhafter Art. Für ansässige Arme wurden erhöhte Mittel nicht in Anspruch genommen. Die Spar-Einlagen haben sich kaum vermindert. Ein eigentlicher Nothstand ist nicht vorhanden. Allerdings sind die Folgen der Ueberproduction und beschränkter Consumtion bemerkbar.
England
London, 11. Mai, Nachts. Im Fortgänge der Sitzung des Unterhauses wurde die Debatte über die orientalische Frage wieder ausgenommen. Bourke beklagte Gladstone's ungerechtfertigte Angriffe; die Regierung wünsche auf das Tringendste die Beobachtung absoluter Neutralität und könne die von extremen Rednern befürwortete Auflösung der Türkei oder Zwangs-Maßregeln gegen letztere nicht gutheißen. Dieselben würden von allen Großmächten zurückgewie- sni; weder Oesterreich noch Deutschland würden sich England hierbei an- flkschloffen haben. Die Negierung habe das europäische Concert nicht zerstört. Tie Regierungs-Politik durchweg vertheidigend, kam Bourke auf das Protokoll zu sprechen: England habe dieses in der Hoffnung angenommen, damit den ßneden herbeizuführen. Da diese Hoffnung vereitelt worden, sei die Antwort Derby's auf die russische Circular-Note der einzige offene Weg geblieben. Englund sei noch nicht dahin gekommen, daß es nicht sreimüthig seine Ansichten liiier befreundeten Macht gegenüber aussprechen könne. Die Anhäufung russi- ster Truppen an der Grenze habe tue mohamedanische Bevölkerung derartig meKt, daß ein Nachgeben der Pforte gefahrvoll gewesen wäre. Hätte der Kiede gesichert werden können, so wäre auch Aussicht auf Reformirung der Mischen Verwaltung gewesen. Die Regierung habe strict die Politik Canning's buollgt, nämlich absolute Neutralität und Wahrung der britischen Jntereffen und habe die Ueberzeugung, es sei höchst wichtig für diese Interessen und die Interessen der gesammten civilisirten Welt, daß England eine einige Front Me«. Die Resolutionen Gladstone's könne die Regierung nicht annehmen;
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' I^April 1877.
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dieselben würden ihr die Hände binden zu einer Zeit, in der es von höchster Bedeutung sei, sie nicht gefesselt zu haben. Nachdem noch mehrere Mitglieder für bezw. gegen die Gladstone'schen Resolutionen das Wort genommen, erklärte Newdegade (conservativ), er werde für dieselbe stimmen, weil sie die in der Depesche Derby's vom September 1876 ausgesprochenen Ideen in sich schlöffen. Göschen äußerte sich befriedigt darüber, daß die Berathung viele Illusionen zerstöre. Die Erklärungen des Ministers Croß hätten die in der öffentlichen Meinung herrschende Besorgniß vernichtet. Wenn die Pforte erkenne, daß sie nicht mehr als Verbündeter, sondern als Verlaffener und Beleidiger betrachtet werde, so habe die Discussion großen Nutzen gehabt. Göschen sprach sodann die Hoffnung aus, die Regierung werde die Beobachtung absoluter Neutralität zusichern, und tadelt die Haltung der Negierung bei den Verhandlungen über das Protokoll. Hoffentlich werde die Regierung die Christen in der Türkei nicht vergessen und sich nicht von unwürdiger Eifersucht gegen Rußland beeinflussen lassen. Die weitere Berathung wurde danach auf Montag vertagt. — Im Oberhause bezeichnete Lord Derby die Behauptung als unbegründet, wonach der biitische Botschafter Layard die Pforte benachrichtigt habe, England garantire die Integrität und Unabhängigkeit des ottomanischen Reiches nur unter den Bedingnngen, welche in den Verträgen über die Ausübung der Con- trole der Mächte stipulirt sind.
Rom, 11- Mai. Die gegen Rußland gerichtete Stelle der Rede, welche der Papst am 30. April an die savoyischen Pilger gehalten, hat in Petersburg große Aufregung hervorgerufen und das russische Cabinet zu eindringlichen Warnungen veranlaßt, welche ganz den Charakter von Drohungen tragen. Wahrscheinlich wird hiernach der Cardinal Simeoni den osficiösen russischen Agenten nicht mehr empfangen.
— Das erste deutsche Pilgercorps unter Führung des Freiherrn Felix v. Loö traf in Rom ein und wird am 17. Mai vom Papste empfangen werden ; es bringt reiche Gaben und eine Summe Geldes. Dr. Paul Melchers, gewesener Erzbischof von Köln, und der gewesene Bischof Martin von Paderborn sind in Rom; die Bischöfe von Mainz, Passau, Regensburg und Eichstädt werden in Rom erwartet. Fast der gesammte deutsche und österreichische Episco- pat wird zum Jubiläum des Papstes in Rom erscheinen.
Rom, 12. Mai. Das Ministerium hat die Abhaltung der von der republikanischen Association hier beabsichtigten Versammlung verboten; letztere sollte zu dem Zweck stattfinden, um gegen das ablehnende Votum des Senates hinsichtlich des Gesetz-Entwurses über den Mißbrauch des geistlichen Amtes zu protestiren.
Bekanntmachung.
Betreffend: Den Remonte-Ankauf pro 1877.
. Zum Ankauf von Remonten im Atter von vorzugsweise drei und ausnahmsweise vier und fünf Jahren sind im Bereich des Großherzogrbums Hessen für dieses Jahr nachstehende, Morgens um 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar am
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Und dadurch
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ferner ein Nachmittags 2 Uhr beginnender Markt
Die von der Militär-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt.
^Jerbe solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und verkürzt" werd '" -urückzunehmen, auch sind Krippensetzer vom Kaufe ausgeschlossen und ist erwünscht, daß die Schweife der Pferde nicht übermäßig
^e^ufer .^rner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Ringen versehen, eine starke Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen starken Hanfstricken ohne besondere Vergütung mitzugeben.
Kriegsministerium, Abtheilung für das Remonte-Wesen.
(gez.) von Rauch. von Hel ar.
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20.
Juni in Alsfeld,
30.
„ „ Nidda,
5.
Juli „ Nieder-Wöllstadt,
6.
„ „ Groß-Umstadt,
7.
„ „ Bickenbach,
9.
„ „ Groß-Gerau,
10.
„ „ Goddelau,
11.
„ „ Gernsheim,
6.
Juli in Groß-Bieberau.


