1877;
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Wo. 813. Freitag, den 14. September 181».
Anreige-- unb Amtsdick sie den Kreis Meßen.
Erscheint -Lglich mit Ausnahme beß Montags. Expeditionr Schulstraße, Llt. S. Nr. 18.
Preis vierteljLhrllch 1 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Petitzeile berechnet l'ng bes Blattes in
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bestens gesorgt mb t freundlichst «" A. Zinser,
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übertragen.
ii Charakterertheilung. ,
12. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die erste Gemeinde-Schulstelle zu Ulfa mit einem Gehalt von 771 «X 43 ; die zweite Gemeinde->Lchulstelle
zu Guntersblum mit einem Gehalt von 788 «X 57^; die erste Gemetn^e- Schulstelle zu Götzenhain mit einem Gehalt von 857 »X 14 Dem .'perrn Fürsten ju Isenburg Birstein steht das Präsentationsrecht zu ; die Gemeinde. Schulstelle zu Bechenheim mit einem Gehalt von 685 tX 71 ; eine Vebrer^
stelle an der kath. Schule zu Lampertheim mit einem Anfangsgehalt von 942 -X 86 welcher sich durch von 5 zu 5 Jahren eintretende Zulagen auf 1371 -X
Deutschland. i
Darmstadt, 11. Septbr. Se. König!. Hoheit der Großberzog haben \ allergnädigst geruht: >
Am 8. Septbr. dem Bürgermeister der Haupt- und Residenzstadt Darm- t stadt, Albrecht Ohly, den Charakter als Ober-Bürgermeister zu ertheilen.
Darmstadt, 12. Septbr. Die Nr. 41 des Großherzoglichen Regierung^ blatts hat folgenden Inhalt: I
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministeriums, Abänderungen - und Ergänzungen der Telegraphen - Ordnung für das deutsche 8!eich von» . 21. Juni 1872 und der Verordnung vom 24. Januar 1876 über Abänderungen und Ergänzungen der Telegraphen - Ordnung für das deutsche Reich vom 21. Juni 1872 betreffend. _ <
2. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben durch allerhöchste Eiitschließung vorn 22. August l. Js. den Gefreiten Peter Vogt aus Gießen von der 3. Batterie des Feld-Artillerie ! Regiments Nr. 25 (Großh. Artillerie-Corps) für die von ihm mit Muth und eigener Lebensgefahr vollbrachte Errettung des Hanptageliten Adolf Stammler । aus Glatz von dem Tode des Ertrinkens das Allgemeine Ehrenzeichen mit der , Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" zu verleihen geruht.
3. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern (Abthei lung für öffentliche Gesundheitspflege), die Prüfung der Heilgehülfen betreffend.
4. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Anlage von zwei Rollgeleisen Seiteiis der Hessischen Ludwigs-Eisenbahli Gesellschaft in der Gemarkung Flonheim, zum Betrieb eines Steinbruches daselbst, betreffend.
5. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Gießen, die Erhebung der Umlagen zur Bestreuung der Communal-Bedürfnisse in der Gemeinde Winnerod für 1877 betreffend. *
6. Uebersicht der für das Jahr 1877 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürsnissen in den israelitischen Religions - Gemeinden des Kreises Bensheim.
7. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Erbach, die Erhebung der Umlagen in den Gemeinden Kirch - Brombach und Wallbach pro 1877 betreffend.
8. Abwesenheitserklärung.
9. Ordensverleihungen.
10. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 18. August dem Schullehrer Wilhelm Schenkelberg zu Pfaffen - Schwabenheim die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Laubenheim, dem Schullehrer Johannes Sauer zu Nnmpenhkim die eiste Gemeinde-Schulstelle daselbst zu übertragen; am 21. August dem Schulamts-Aspiranten Wilhelm Heck aus Dorn-Dürkheim die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Zwingenberg, am 22. August dem Lehrer an der ersten L>chulstelle zu Büttelborn, Peter Schneider, die erledigte Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Groß-Gerau zu
weitere Blicke in die Gemüther, die sich zusammenfanden, thun. Hr. v. Schor- leu-.er-Alst constatirte die Uebereinstimmung der Bestrebungen der Versamm- lungeii mit jenen der Centrums-Partei des Reichstages und erklärte: „unter der Fahne des Kreuzes müffe der Schwindel besiegt werden." Hr. v. Loe begrub im Voraus den „Liberalismus" und ließ die katholischen kaufmännischen Vereine schon am Sarge desselben stehen. (Fr. Journ.)
Berlin, 11. September. Wie verlautet, haben sich bisher 74 Handels- i ammeru über die Frage, ob es wünschenswerth sei, die Postbeamten mit der Ausnahme von Wechselprotesten an allen denjenigen Orten zu beauftragen, wo gesetzlich qualificirte Personen zur Ausnahme dieser Proteste nicht vorhanden ind, geäußert und davon nur sechs in ablehnendem Sinne. Eine Reihe von Handelskammern, welche sich im Allgemeinen mit der Maßregel einverstanden erklären, haben ihre Zustimmung au die Voraussetzung geknüpft, daß die Reichspostverwaltung, indem sie die Ausnahme der Wechselproteste übernimmt, auch ür etwaige Jrrthümcr ihrer Beamten hafte, während nach der Absicht der Verwaltung dieser aus der Besorgung der Protestausnahme keine weitergehendc Haftpflicht erwachsen soll, als ihr gegenwärtig für die Besorgung der Postauf- ttäge obliegt; d. h. sie würde im Falle des Verlustes des ihr zur Protestauf- nahme übergebenen Wechsels eine Entschädigung von 42 Mk. leisten.
Hesterreich.
Wien, 11. September. Das „Tageblatt" meldet aus Belgrad von heute: Der Präfekt von Turn-Severin ist angewiesen, Vorbereitungen für den Durchmarsch von 50,000 Ruffen zu treffen, welche auf serbisches Territorium übergehen sollen, während der Stab in Turn-Neverin bliebe. Die Belgrader Brigade soll übermorgen ausmarschiren. Der Namenstag des Kaisers von Rußland und des Kronprnzen von Serbien ist festlich begangen worden; der Metropolit betete für den Erfolg der russischen Waffen.
Wien, 12. September. Das „Tageblatt" will wissen, daß dre russisch- serbrsche Convention für Serbien Vortheilhaft sei. Daff-lbe bezieht monatlich 4 Millionen Francs und außerdem werde Rußland bei dem Friedensschluß dafür sorgen, daß Serbien einen Gebiets-Zrirvachs erfahre. Von russischer Seite werde ihm der größte Theil Alt-Serbiens über Prischtina hinaus, sowie der Kreis von Nisch bis Sofia zugesichert, jedoch dürfe Serbien keinerlei Hoffnungen auf nur den geringsten Theil von Bosnien hegen. Die Action Serbiens solle am 20. September beginnen. Fürst Milan werde am 18. September nach Alexinatz abreisen; in seinem Gefolge werde sich ein Flügel-Adjutant
43 A^terbesälle. Gestorben sind: am 3. Juni der Hosmusikus Julius Leydhecker zu Darmstadt; am 21. August der Landgerichts-Actuar Georg RudolM^n^Schlltz. 12 September. Der „Frkftr. Ztg." wird geschrieben: Mit der bevorstehenden Ernennung des altkatholischen Professors Dr. Kell er in Mainz zum Director des katholischen Gymnasiums in Bensheim ist das Princip, unseren öffentlichen Unterrichts-Anstalten den commnnalen Charaktei aufzudrücken, nun durchweg zum Sieg gelangt. Tie Hochschule und das Polytechnikum waren schon früher confessionslos, nunmehr sind die Realschulen, die Gymnasien, die Lehrerseminare, die Präparanden Anstalten, sowie die Volksschulen ebenfalls als communale Anstalten anzusehen.
Mainz, H. September. Die am letzten Sonntag hter abgehaltene erste General-Versammlung katholischer kaufmännischer Vereine, zu der neben Windthorst auch „Kaufleute", wie Hr. v. Schorlemer-Alst, Advocat Dr. Lingens (Aachen), Hr. v. Loe u. A. geladen waren, hat sich schließlich als ein Versuch entpuppt, den durch das Jesuiten-Gesetz stark mitgenommenen „Marlannchcn Congreqationen" in einem neuen Organisations-Rahmen überall im Reich wieder auf die Beine zu helfen. Vorort der Organisation ist natürlich das hessische Mainz. In den Resolutionen ist die merkwürdige Verquickung bürgerlicher und kirchlicher Agitations-Zwecke deutlich ausgeprägt. Die gehaltenen Reden lasten
des Zaren befinden. . ,r,
Pesth, 12. September. Der „Pesther Lloyd" meldet: Der ungarische Finanzminister, v. Szell, reist Ende der Woche nach Wien zum Zwecke der Feststellung des Termins der Emission der ungarischen Goldrente.
Kaschau, 11. September. An der heutigen Hoftafel nahmen Theil: Prinz Leopold von Bayern, Erzherzog Albrecht und sämmtliche fremden Offi- ciere. Der ruffischc Militärarzt Oberst v. Feldmann saß zur Rechten des Kaisers, welcher den Trinkspruch ausbrachte: „Ich trinke auf das Wohl meines theuren Freundes und Alliirten Sr. Maj. des Kaisers Alexander II. von Rutz- land, dessen Namenstag wir heute feiern." Die Musik intonirte die russische National-Hymne.
Irankreich.
Paris, 11. September. Während die gelammte europäische Presse dem Andenken Thiers' huldigt, haben sich blos in der sog. „conservativen Preste von Paris einige Schriftsteller gesunden, welche diesen ^Fwiierzelg Gottes" (das Wort findet sich bezeichnend genug, gerade an der spitze des unsittlichsten Blattes von Paris) mit rohem Jubel begrüßen. An der Spitze dieser Ehrenmänner marschirt natürlich Herr Paul de Castagnac, der übrigens auch zur Zeit, als der letzte Sohn Victor Hugos starb, die Rohheit besaß, zu schreiben : der Schmerz dieses „fluchwürdigen Greises erfreue sein Herz. Heute schreibt Cassagnac:
„Nein wir werden diesem Sarge nicht folgern!
Man wird dort Gambetta sehen in einem Wagen, von dem jedes Rad Frankreich eine Milliarde kostet! . . . .
Man wird dort Jules S>mon sehen: Derjenige, der die Freiheit ver- rathen hat, paßt zu Demjenigen, der die Autorität üerratnen hat.
Man wirt das linke Cen.rum dar- s-h-n wie es aerstSr- -st; d^republr- kanische Union, wie sie in Trauer ist ; di- äußerste Linke, die -hr- Beute be, dauert; man wird dort All- seh-n von d-m Emeut-mAnst.f-er °°n Numea. M zu dem Parlamentär; aan der schmutzigen »lauseofabem aber wertet Die enigeu nicht dort sehen, welche die Religion heben, welche Krankreich nm seiner selbst lieben, Jene, di- Frankreich reiten wallen; und wenn zusällig sich Einer von ihnen aus dem Wege dieses ««chenzuges sind--- sollte, dann geschieht es, um sich zu überzeugen, daß er «-rkkch dort liegt, gnt vernagel,, und daß er dem Grabe nicht entsteigen wirt, um Unheil über da Boteiland^n ®en®-n^eit Angestckts der Bahre eines iodten Gegners!
Paris, 12. September. Der „Räpnbligne sran<?mse zufolge wird


