in.
hSgN
eims 9i.rl„, ,Ä“ M
*0'‘stand.
ie.^ tellung, e über das hohe lritt und das hohe ile auf dem hohen
^iiiiasvollst
r Knie.
larfinbet &ottnta$
Bei Abhaltung dvchS
GEBT.
ff, Krauss.
lilf cß
; 8' 2 Uhr, imm): nluttS1 ditSM" 8* b,#j ,ität d<s r-iini * Ix WfSft i *SSS**;
Fo. 186. Dienstag, den 14. August 1879*
Hichener MlWr
AHeige- unh AmtsdlaU für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Preis vierteljährlich 1 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Expeditionr Schulftraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hy eil. Bekanntmachung.
Zu Ulrichstein wird am 16. dS. Mts. eine Telegraphen-Anstalt mit beschränktem Tagesdienst, (vergl. § 4 der Telegraphen-Ordnung für das Deutsche Reich) eröffntt.
Darmstadt, den 6. August 1877. Der Kaiserliche Ober-Postdirector: In Vertretung: Husadel.
Gießen, den 10. August 1877.
Betreffend: Die Herbstübungen in 1877.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Groscherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises.
Nach einer Mittheilung der Intendantur 21. Division ist der von derselben gemachte Versuch, die zu den Herbstübungen erforderlichen Vorspannfuhren auf dem Wege des Accordes zu gewinnen, ohne Erfolg geblieben, indem in dem anberaumten Termine keine Gebote eingelegt worden sind.
Hierdurch wird die requisitionsweise Beschaffung der Vorspannfuhren erforderlich und beauftragen wir Sie, den dieserhalb an Sie ergehenden Aufforderungen der Militärbehörden zu entsprechen.
Dr. Boekmann.
politisch
Zur allgemeinen politischen Lage.
Die Lage der Dinge auf dem Kriegsschauplatz hat sich in letzter Zeit recht ungünstig für die Russen gestaltet: sie sind nicht blos südlich vom Balkan geschlagen worden, so daß sie sich auf die Pässe haben zurückziehen müssen, sondern haben auch nördlich vom Balkan so starke Verluste erlitten, daß sie alle Mühe haben, sich in ihrer Stellung zu behaupten. Leider macht diese plötzliche Hemmung der Russen auf ihrer Stegeslaufbahn alle Hoffnungen aus eine baldige Beendigung des mit furchtbaren Greueln verbundenen Krieges zu nichte. Während es bis vor Kurzem schien, als ob es schon bald zu Friedensunterhandlungen kommen sollte, Midhat Pascha sogar schon als Vertrauensmann des Sultans bezeichnet wurde, der dieselben in Wien unter Vermittlung der wutralen Mächte führen sollte, ist jetzt von Verhandlungen keine Rebe mehr: wie den Tücken in Folge der unerwarteten Siege der Kamm von Neuem geschwollen ist, so kann auch Rußland jetzt, nach seinen Niederlagen, weniger als je an Frieden denken — die unter allgemeinem Enthusiasmus veröffentlichte kaiserliche Ordre zur sofortigen Mobilmachung des Gardecorps und mehrerer anderer Divisionen, sowie zur Einberufung der gesammten Landwehr erster Elaste beweist vielmehr, daß Kaiser Alexander entschlossen ist, Alles aufzubieten, um die Scharten seines Schwertes sobald als möglich wieder auszuwetzen.
Die russischen Niederlagen stellen zugleich eine weitere Ausdehmlng der Angriffe auf das osmanische Reich in Aussicht. Nicht nur, daß dieselben schon für bte rumänische Armee das Signal zur Überschreitung der Donau gegeben haben, auch Serbien soll von nun an in die kriegerische Actton einbezogen, wenigstens für den Fall, daß Oesterreich auch jetzt noch dessen active Betheiligung am Kriege nicht gerne sehen sollte, von Rußland als Einfallsthor benutzt werden; und Griechenland, dessen Bevölkerung sich nicht mehr in ihrer Kriegs- begeisterung zurückhalten laffen will, steht ebenfalls nunmehr endlich im Begriff, den Türken in den Rücken zu fallen.
Diese neueste Wendung der Dinge ist aber durchaus nicht dazu angethan, eine Einmischung der übrigen Mächte in den Krieg näher zu rücken. Im Gegeutheil: Oesterreich freut sich, daß es durch die Niederlagen Rußlands in die Lage versetzt ist, die schon in Aussicht genommene Mobilmachung eines Theils seiner Armee, welche ihm schwere finanzielle Opfer auferlegen würde, wieder hinauszuschieben, und der Rest des Mißtrauens gegen Rußland, welcher auf österreichischer Seite etwa noch zurückgeblieben sein sollte, wird ohne Zweifel durch die beruhigenden Versicherungen des Kaisers Wilhelm in seiner Zusammenkunft mit Kaiser Franz Joseph, an welcher Kaiser Alexander unsichtbar als Dritter Theil genommen hat, beseitigt worden sein. Das Dreikaiserbündniß, welches von den Feinden des Deutschen Reiches so oft tobt gesagt wurde, steht beute noch ebenso fest als Hort des europäischen Friedens da wie zuvor und schreibt durch sein Schwergewicht auch den übrigen Großmächten die Linie für ihre Haltung vor. Daß zumal von England trotz aller Erbitterung über die angeblichen russischen Greuelthaten keine Störung des Friedens zu befürchten steht, beweisen die jüngsten, überaus friedfertigen Aeußerungen der Minister Northcote und Salisbury. England hat gegenwärtig um so mehr Veranlassung, seine etwaigen Kriegsgelüste zu mäßigen, als sich neuerdings zwischen ihm und Italien, welches die englische Seemacht als eine recht unangenehme Rivalin im Mittelmeer zu fühlen anfängt, eine gewiße Spannung herausgebildet hat.
Der Weltfriede würde daher nach wie vor gesichert sein, wenn derselbe nicht noch immerfort von Frankreich und dem Vatican her bedroht erschiene. Haben doch unsere Nachbarn jenseits der Vogesen jüngsthin trotz aller Wahlvorbereitungen Zeit gefunden, in der Kirche zum h. Herzen auf dem Montmartre wieder einmal ihre Nevanchelust durch deutschfeindliche Demonstrationen kund
e r H h e i f.
zu geben, und soll doch Mac Mahon selbst gegenwärtig vollständiger als je in den Netzen der päpstlichen Curie gefangen sein. Glücklicher Weise ist das wuchtige deutsche Schwert jeden Augenblick bereit, die Herren Franzosen nebst der gesammten Vaticanaille zur Ruhe zu verweisen, wenn es ihnen einfallen sollte, von den Worten zu Thaten überzugehen.
Deutschland.
Darmstadt, 11. August. Die Nr. 38 M Großherzogltchen Regierungsblatts hat folgenden Inhalt:
1. Verzeichniß der Vorlesungen, welche auf der Großherzoglich Hessischen Ludewigs - Universität zu Gießen im Winterhalbjahre 1877/78 gehalten werden und am 29. October ihren Anfang nehmen.
2. Ordensverleihungen.
3. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 23. Juni die von dem Herrn Fürsten zu Menburg-Bir- stein auf Lehrerstellen an den städtischen Schulen zu Offenbach präsentirten Schullehrer Konrad Fischer zu Rumpenheim, Wilhelm Döll zu Götzenhain, Karl Schlechtweg aus Rödelheim und Schulamts-Aspiranten Reinhold Oehler aus Hersfeld, Wilhelm Hainer aus Schlitz, Georg Keßler aus Heppenheim, Johann Philipp Diehl aus Niedernhausen, Friedrich Weingärtner aus Hackenheim, Adam Schuchmann aus Frankenhausen, Leopold Schlüffe! aus Nieder-Olm und Heinrich Schmitt aus Erbes-Büdesheim für diese Stellen zu bestätigen.
4. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die Gemeinde-Schulstelle zu Ettingshausen mit einem jährlichen Gehalt von 771 «X 43 H. Dem Fürsten zu Solms-Lich steht das Präsentationsrecht zu; die dritte Gemeinde-Schulstelle zu Groß-Bieberau mit einem Gehalt von einem Gehalt von 771 «X 43 H.
Be rlin, 10. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht Zuschriften des Majors v. Liegnitz, preußischen Militär-Bevollmächtigten bei der russischen Avantgarde unter General Gurko, aus Kasanlyk vom 22. Juli. Dieselben berichten über den Seitens der Türken begangenen Mißbrauch der Parlaments-Flagge bei dem Gefecht auf dem Schipka-Paß am 18. Juli und über durch dieselben verübte Greuelthaten bei den Vorposten-Gefechten unweit dem Dorfe Schipka am 19. Juli. Hiernach fanden russische Krankenträger am 19. Juli in dem von den Türken verlaffenen Lager Leichname von russischen Gefangenen, denen sämmtlich der Kopf abgeschnitten war, darunter einen Krankenträger, der die Binde mit dem rochen Kreuz trug, und einen auf einer Krankenbahre liegenden Mann. Die hier liegen gebliebenen türkischen Verwundeten wurden von den Rusten verbunden und gelabt, und zwar nahe an dem Platze, wohin 30 Köpfe von russischen Soldaten zusammengetragen waren. Die an dem Gefecht betheiligt gewesenen türkischen Truppen bestanden anscheinend ausschließlich aus Nizams, darunter auch einige Araber und eine Anzahl Garde- Soldaten. — In dem Privatbriefe eines andern preußischen Osficiers vom Kriegsschauplätze, den dieselbe Zeitung veröffentlicht, heißt es: Die Türken vollführen Alles übersteigende Schändlichkeiten, indem sie alle in ihre Hände fallenden Verwundeten auf das Entsetzlichste verstümmeln und sie in grausamster Weise umbriugen; auch sind Fälle constatirt, daß sie Leichname mit Beilen in Stücke geschlagen haben.
— Die Nordd. Allg. Ztg." schreibt bezüglich der angeblich bevorstehenden Reise des Fürsten Bismarck nach Gastein: Neueren verläßlichen Informationen zufolge sind weder über Zeit noch über Ziel der Reise Bismarck's bestimmte Dispositionen getroffen.
Po fen, 10. August. Der Courierzug der Ostbahn ist heute Nacht zwischen Netzthal und Weißenhöhe entgleist. Mehrere Wagen wurden zer-


