Ausgabe 
14.6.1877
 
Einzelbild herunterladen

Donnerstag, den 14. Juni

1879

X o. 134

AnB-e- und AultsM für den Kreis siegen

Wägers

durch folgende Zufam-

eh

ast

u

II

-

II

II

?

12) Bulgarisch-Serbischer Aufstand

in

England

s abzu-

t(6

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags Expedition r Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

meinem

1

würden, aber das größte Pascha war zugegen.

Uhr a.

kommt. Der Verfaster gelangt zu diesem Resultate menstellungen:

Turin, 11. Juni, bini, ist gestern von Paris Frankreich zurückbegeben.

jenen.

Juni» (3325

m der Art für in kür- 'führung

n

ten zu

Pens vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Was die Kriege kosten.

Der LondonerEconomist" bringt einen statistischen Aufsatz, der die Frage behandelt: Was kosten die Kriege der letzten 25 Jabre dem National­vermögen der alten und neuen Welt an Blut und Gut? Die Ergebnisse als richtig vorausgesetzt, würde sich Folgendes Herausstellen: Die zwölf Kriege, die hier in Betracht kommen, kosteten durch Tod vor dem Feinde oder in Folge von Erkrankungen 1,948,000 Menschenleben, also etwa die Hälfte der Bevöl­kerung des Londoner Weichbildes. An Geld erforderten sie einen Aufwand von 48 Milliarden und 260 Millionen Mark (2 Milliarden 413 Millionen Pfund Sterl.), eine Summe, die dem acht- bis zehnfachen Betrage der Jah­reseinkünfte der sämmtlichen europäischen Staaten, sowie Nordamerikas gleich-

Hesterreich.

Wien. Im Auftrage des Scheik ül Islam haben sich sieben der Frömmsten und Gelehrtesten der Peraer Ulemas (Schriftgelehrten) nach dem europäisch-asiatischen Kriegsschauplätze begeben, um den Truppen zu verkünden, daß der jetzt zwischen dem osmanischen Reiche und Rußland geführte Krieg durchaus keinpolitischer", sondern ein reinreligiöser" sei, da der Czar nichts

1) Krimkrieg

2) Italienischer Krieg von 1859

3) Schleswig-Holsteinischer Krieg von 1864

4) Nordamerikanischer Bürgerkrieg:

der Norden

der Süden

5) Deutsch Oesterreichischer Krieg von 1866

6)10) Expeditionen nach Mexico, Cochin­china, Marocco, Paraguay rc.

11) Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 :

Frankreich

Deutschland

12) Bulgarisch-Serbischer Aufstand

2. -

Bern.

prompt tfaass

Italien

Der italienische Botschafter in Paris, General Cial- hier eingetroffen und hat sich bereits heute nach

Numänien

Bukarest, 11. Juni. Im Senat hat der Führer der gemäßigten Rechte Boeresco den Bericht über den Gesetz-Entwurf wegen Emission von Hypothekar-Noten vorgelegt. Danach werden folgende Abänderungen beantragt: Im Privat-Verkehr soll kein Zwangs-Cours stattfinden, sondern bloß für Zahlungen von und an den Staat. Die Noten sollen nach Verlauf von drei Jahren vermittelst des Erlöses aus dem Verkauf von Domainen mit 10% über ihren Nominalwerth wieder aus dem Verkehr gezogen werden. Das Ministerium erklärte sich mit den Schlußfolgerungen des Berichtes einverstanden.

e> dass 2n und taufe. Erlegt

Geringeres erstrebe, als alle Osmanlis aus Europa zu verdrängen und der Herrschaft des Islam ein Ende zu bereiten. Es sei daher die Pflicht eines jeden guten Moslems, zum Schwerte zu greifen und in den Kampf zu ziehen, um so für den heiligen Glauben zu siegen oder zu sterben. Hauptsächlich mögen sich die Krieger diese Belehrung zu Herzen nehmen und daher mit dop­peltem Eifer in den Kampf ziehen, um mit ihrem Blute den Sieg des Islam zu erkaufen. Von diesen sieben Ulemas sind zwei nach Asien, drei nach Bul­garien und je einer nach Albanien und der Herzegowina gegangen. Dieselben erhielten zugleich die Instruction vom Scheik ül Islam, den Soldaten mitzu- theilen, daß, da dieser Krieg nun einHeiliger Krieg" sei, jeder Soldat, der denselben überlebe, das Recht habe, sich den TitelGhazi" (Sieger) beizulegen, während Gott hinwiederum die Gefallenen alsSchahidin" (Märtyrer) be­trachten und sie darnach auch im Himmel entsprechend belohnen werde. M

Das Abgeordnetenhaus beschloß nach längerer Rede des Handels- Ministers in die Specialdebatte bezüglich des Gesetz-Entwurfs über die garan- tirten Eisenbahnen einzugehen. In Beantwortung einer Interpellation erklärte der Handels-Minister, ein Verbot der Ausfuhr von Roheisen und Commerzeisen nach Italien und Deutschland fei nicht erlassen worden.

DiePresse" meldet aus Bukarest: Bratiano hatte eine lange Un­terredung mit dem Fürsten Gortschakoff. Fürst Demeter Ghika wurde zum Czaren berufen. Man spricht von der Demission Cogalniceano's und von der Uebernahme seines Portefeuilles Seitens Ghika's. Das russische Haupt­quartier in Kaukasien wurde nach Mezza verlegt.

Wien, 12. Juni. Am Sonntag wurde die an England gerichtete russische Note abschriftlich dem Grafen Andrassy mitgetheilt. Der Ton ist ge­mäßigt, der Inhalt aber bloß theilweise befriedigend. Rußland legt das Haupt­gewicht auf sein Versprechen, betreffs der politischen Kriegs-Ziele, beansprucht jedoch für seine kriegerische Action den weitestgehenden Spielraum.

Arankrcich.

Paris, 11. Juni. Bonnet - Duverdier wurde wegen Beschimpfungen Mac Mahon's zu 1% Jahr Gefängniß und 2000 Frcs. Geldbuße verurtheilt.

Nach derGazette des Tribunaux" hält die Anklageschrift dem Herrn Bonnet-Duverdier folgende Aeußerungen vor, welche er in der Versammlung von Saint-Denis gethan haben soll:

Der schwachsinnige Marschall wird bald vor die Schranken des Volks geladen werden, sein Verbrechen zu sühnen... Der Marschall wird vielleicht seinen ehrlichen Degen gegen die Demokratie zücken wollen, der hirnerweichte Marschall, aber die Scheide ist leer. Er hat, der Feigling, seinen Degen in Sedan gelassen; er capitulirte nicht, aber er glitt von seinem Pferde, um glau­ben zu lassen, daß er verwundet sei. Rochefort hat dem Arzte, der den Be­weis liefere, daß er verwundet worden ist, eine Belohnung von 10,000 Frcs. versprochen. Das Ministerium wird uns mit seinen Künsten die Preußen wie­der auf den Hals laden, aber wir werden uns nicht mehr von unfähigen Generälen in den Kampf führen lasten. So weit geht der Patriotismus nicht, daß wir für diese Leute die Haut zu Markte tragen. Zuerst müßten wir viel­mehr Mac Mahon und seine Regierung executiren, und dann werden wir uns mit dem Feinde verständigen .. . Alle Mittel sind gut. Kämpfen wir erst mit den Urnen; dann bleibt uns noch das gesetzliche Mittel, welches ich Ihnen nicht zu nennen brauche."

Der orientalische Krieg.

Wien, 11. Juni. DieDeutsche Zeitung" enthält, folgendes Tele­gramm: Konstantinopel, 10. Juni. Ueber die am 8. Juni glücklich ausgeführte

2,413,000,000 Lstrl.

Welches gewichtige, stumm-beredte Plaidoyer gegen den Krieg liegt diesen kolossalen Ziffern! ____________

1,984,000 Mann.

Lst'rl.

ii

London, 12. Juni. Bei dem gestrigen Diner der Schneidergilde be­rührten Lord Salisbury und Lord Derby die Orientkrise und betonten die Nothwendigkeit, eine Politik des Friedens zu befolgen. Derby sagte, England muffe bereit fein, feine Interessen zu vertheidigen, wenn dieselben angegriffen aller britischen Interessen fei der Friede. Midhat

nach ter und

»S«

Deutschland.

Darmstadt, 12. Juni. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben in der vergangenen Nacht mehr und bester geschlafen. Eine Zunahme der Muskel- und Nervenkrast ist leider noch nicht zu constatiren, auch werden Hoch- derselbe noch immer durch leichte Anfälle von Beängstigung und Unruhe belästigt.

Seeheim, 12. Juni 1877.

Dr. Göring.

Berlin, 11. Juni. DerReichs-Anz." schreibt: Nach amtlichen Nach­richten hat am 5. Juni in Dokohama (Japan) eine Schlägerei zwischen Ma­trosen des deutschen KriegsschiffesElisabeth" und französischen Seeleulen statt- gesunden, wobei von den letzteren ein Mann getödtet und ein zweiter tödtlich verwundet wurde. Die Herausforderung scheine von französischer Seite aus­gegangen zu sein. Es sei dafür Sorge getragen, daß die Untersuchung des bedauerlichen Vorfalles eingehend und unparteiisch erfolge.

Potsdam, H. Juni. Der Feldmarschall Wrangel ist seit mehreren Tagen krank; ein merklicher Verfall der Kräfte und Sinne wird wahrgenommen. Man hegt die größten Besorgnisse.

Coburg, 12. Juni. Die Herzogin von Edinburgh ist heute Mittag nach Jugenheim abgereist und wird sich von da nach Potsdam und später nach Zarskoe-Selo begeben.

n

W\

äivorkonMi» Gießen.

(lerne werten eschäft voi -ach, 187.

Menschenverlust. 750,000 Mann, 45,000

3000

280,000

250,000

45,000

ii

65,000

n

155,000

1!

60,000

25,000

H

Kosten. 349,000,000

1) Krimkrieg

2) Italienischer Krieg von 1859

60,000,000

3) Schleswig-Holsteinischer Krieg

4) Nordamerikanischer Bürgerkrieg:

7,000,000

der Norden

940,000,000

der Süden

460,000,000

5) Deutsch-Oesterreichischer Krieg 1866 6)10) Expeditionen nach Mexico, Cochin­

66,000,000

china, Marocco, Paraguay rc.

11) Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 :

40,000,000

Frankreich (

Deutschland i

500,000,000