Dampfschifffahrt-Gesellschaften ein Übereinkommen betreffs einer wohlfeilen Beförderung von Urlaubern und Reservisten im Falle einer Mobilmachung getroffen.
Wien, 12. April. Rußland beantragt aus Grund des Protokolls eine neuerliche Verständigung der europäischen Großmächte zum Zwecke, weitere Mittel ausfindig zu machen, welche gegen die Pforte anzuwenden seien. Eng land verweigert die Theilnahme und behauptet, daß weitere Schritte im Protokolle lediglich vorgesehen seien, falls die Pforte die Zeit zur Ausführung der Reformen lässig ausnütze. Die Diplomatie ist thätig, jedoch ohne daß sich Aussichten auf Erfolg eröffneten. Es wurde der Versuch angeregt, daß sich Aleko Pascha mit dem russischen Botschafter Novikoff direct verständige.
Ragusa, 11. April. Seit drei Tagen finden zwischen Mlriditen und Türken anhaltende Kämpfe statt. Die Montenegriner werden unter Besetzung der Demarcations-Linie sich defensiv verhalten.
Arankreich.
Paris, 11. April. Die „Agence Havas" meldet: Das Circular der Pforte, in welchem dieselbe es ablehnt, dem Protokolle beizutreten und die Declaration Schuwaloff's zurückweist, wird bestätigt. — Das Circular erwähnt der Entsendung eines außerordentlichen Bevollmächtigten nach Petersburg nichts sagt demnach nicht, daß die Pforte einen Delegirten nicht absenden werde. — Die Meldungen von dem Abbruch der Unterhandlungen mit Montenegro sind unbegründet. Nachrichten aus Petersburg erwähnen, daß Bewegungen der russischen Truppen an der Grenze stattfänden.
England
London, H. April. Auf heute ist ein Cabinetsrath anberaumt. — Die „Times" erörtert die möglichen Folgen einer Ablehnung der russischen Forderungen Seitens der Türkei; sie glaubt, das Schlimmste befürchten zu müssen, wenn die Streitfrage led!glich eine russisch-türkische bleibe. Als einzige Hoffnung aus ein Aufgeben oder Verschieben der kriegerischen Politik muffe der Einfluß anderer, besonders der continentalen Mächte auf die russische Regierung betrachtet werden.
London, 11. April. Nach Privat-Jnformationen des Reuter'schen Bureaus ließ Savfet Pascha den Vertretern der Pforte bei den auswärtigen Regierungen über den Beschluß des türkischen Ministerrathes bezüglich des Protokolls telegraphische Mittheilung zugehen; dieser vom Sultan sanctionirte Beschluß laute auf Ablehnung. Savfet spreche gleichzeitig das Bedauern des Sultans und seiner Minister aus, daß sie die wohlwollenden Rathschläge der Mächte nicht in Erwägung ziehen könnten; politische und finanzielle Gründe machten es der Pforte unmöglich, den gegenwärtigen Zustand der Ungewißheit sortdauern zu lassen. — Layard hatte heute Audienz bei der Königin in Osborne. Sämmtliche Minister haben dem heutigen Ministerrath.beigewohnt.
Belgien.
Brüssel, 11. April. Rußland hat in Lüttich Auskunft über Eisenbahn- Material, namentlich Signal-Vorrichtungen eingezogen. England soll Dänemark anfgefordert hoben, gegebenen Falls die Sund-Passage zu vertheidigen, wo nicht, so würde die englische Flotte eintreten.
Brüssel, 11. April, Abends. Das Journal „Nord" bemerkt bei Be sprechnng der augenblicklichen Lage, dieHaltung Englands werde in Konstantinopel mißverstanden und berichtigt sodann weiter, daß Lord Derby nach Konstantinopel ein Schreiben gerichtet habe, worin auf das Bestimmteste zu erkennen gegeben sei, daß die Pforte auf England nicht zu rechnen habe; morgen werde dieser Brief in Konstantinopel eintreffen.
Kossand.
Antwerpen, 11. April. Anläßlich der gestern stattgehabten Ersatzwahl eines Deputirten, bei welcher der klerikale Baron Osy mit 450 Stimmen Majorität gewählt wurde, sanden Abends Ruhestörungen in den Straßen statt. Mehrere Personen, darunter ein Polizei-Agent, wurden verwundet; 12 Personen wurden verhaftet. Die bewaffnete Bürgergarde ist zur Erhaltung der Ruhe thätig.
Rußland.
Petersburg, 11. April. Die Situation wird acut. Nachrichten aus Konstantinopel bezeichnen die türkische Regierung als den Forderungen Montenegros bestimmt widerstrebend, so daß diese Vorfrage für die Erhaltung des Friedens eine ernste Wendung nimmt. Die Pforte will sich hierbei auf daS Parlament stützen.
Petersburg, 11. April. Die Correspondenz der „Agence Rnffe" meldet: Das türkische Circular-Schreiben ist bisher von dem hiesigen Vertreter der Pforte der russischen Regierung noch nicht zuzestellt worden. In hiesigen Kreisen glaubt man, daffelbe werde die Forderungen der Großmächte durchaus ablehnend beantworten.
Rumänien
Jassy, 11. April. Der russische Dampfer „Jamany" hat Ordre erhalten, die Reste des Botschafts-Archivs in Konstantinopel abzuholen. Der Zar beabsichtigt, Ende dieser Wocke nach der Süd-Armee abznreisen. Gleichzeitig wird ein Kriegs-Manifest erwartet.
Lokal-Notiz.
Gießen, 13. April. Wir nehmen hierdurch Veranlassung, auf die sich, wie es scheint, wieder kinschlcichende Vertreibung von Lotterie Loosen von Hamburger Firmen aufmerksam zu machen. Heute gingen verschiedenen hies. Handwerkern von der Firma M- Steindecker in Hamburg Prospecte der sog. garanttrten 272. Hamburger Lotterie zu, worin in verlockender Weise auf die Vortbeile dieses Instituts hingewiesen wird; wer sich jedoch die Sache genauer ansiebt, muß sofort finden, daß die verheißenen „Gewinne" in gar keinem Verhältniß zu den Einlagen sieben, .ndem die ersteren „bedeutend" höhere Summen angeben, als die letzteren, die Absicht also dem Publikum das Geld aus deu Taschen zu locken, sofort ans Tageslicht kommt. Auch auS dem Umstande, daß diese nur den Arbeitern zugeschickt werden und nickt den wohlhabenderen Klassen, ist ersichtlich, daß man hier viel auf die Kenntnißlosiükeit der unteren Volksklassen speculiri, kurz, denselben die Groschen entlocken will für einen in Aussicht gestellten „hohen Gewinn", der natürlich nie eintreffen wird.
Gießen, 13. April. Der ordentliche Professor der Forstwissenschaft und Director des Forstinstituttz an hiesiger Universität, Dr Richard Heß, hat einen ehrenvollen Ruf an die Hochschule für Bodencultur zu Wien erhalten. Derselbe hat jedoch die wiederholten Versuche, ibn zu gewinnen, definitiv abgelchnt, und ist sein Verbleiben an hiesiger Hochschule endgiltig gesichert.
Handel und Verkehr
sich
für Weizen auf 24.70, Korn auf
100
in Mark
51564 53991 55210 64826 77081 142103
194879 207849 210455 216984 219864
142506 169844 170068 182271 194515
Vermischtes.
Mainz, 10. April. Vor einiger Zeit ist erwähnt worden, daß aus Anlaß der bekannten „Beschießung von Kostheim" gegen den preußischen Militär-Fiskus mehrere Prozesse bei den hiesigen Gerichten anhängig seien. Emer derselben, von dem Vater eines jungen Mädchens erhoben, welchem die Katastrophe eine Verletzung beibrachlc, die nach Ausspruch der Aerzte eine bauende Taubheit zur Folge haben wird, hak nun mehr^durch richterlichen Enlscheid seine Erledigung gesunden. Entgegen dem Anträge des Staatsanwaltes Schön, nach dessen Ansicht 5000 JL vollständig hinreichend sind, um den Verlust des Gehöres zu ersetz.n, und entgegen der auf 15,000 JL lautenden Forderung des Klägers oerurtheilte das Gericht den Milttärfiskus zur Zahlung einer Entschädigung von 10,000 an die Besckäbfgte.__
Theater.
Herr Dir. Kurde scheint uns den Abschied recht schwer machen zu wollen, denn er bietet für die letzten Vorstellu.gen noch ganz besondere Genüsse. Hatte die komische Oper Blaubart schon durch ihre vorzügliche Aufführung, namentlich von Seiten dec Frau Kurde, die an ihrem Benefize-Adende Gelegenheit hatte, aus dem oft demonstrativen Applause und Hervorrufen und Empfange ihre, allseitige Beliebheil zu erkennen, — sehr gefallen, so sühn uns Hr. Kurde einen seltenen Gast in dem Tenoristen Hrn. Bernhardy von Hamburg fitzt vor. Der Sänger, welcher an einem der bedeutendsten Operettentheater Deutschlands, dem Earl Schultze-Theater in Hamburg als erster Tenor mit vorzüglichem Erfolge und als allgemeiner Liebling gewesen ist, soll die Partie des Blaubart zu seinen vorzüglichsten Leistungen zählen, wobei er allerdings von der Kraft und doch zugleich Liebl!chkeit seiner Stimme, der männlich schönen Erscheinung und dem trefflichen Spiet tüchtig unterstützt wird. Wir machen unsere Theaterfreunde aUf dieses interessante Gastspiel aufmerksam und rechnen auf eine vor- zügliche Vorstellung. d.
Friedberg, 9. April. Walzen JL 26 20. Korn JL 20.50. Gerste Jt 19.—. Haser 15—20. Kartoffeln 6 50. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo — 200 Zollpfund.
Frankfurt, 11 April. Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren, Heu kostete je nach Qual, per Etr. JL 4.50 bis JL 6.10. Stroh p. Ctr. JL 4.50 bis JL 5.—. Butler im Großhandel 1. Qual, das Pfund 1.30—36, 2. Qual JL 1.15—20, im Kleinhandel 1. Qual. JL 1.45—50, 2. Qual. JL 1.40. Eier das Hundert gewöhnliche JL. 5.50, italienische 7.— Kartoffeln per 100 Kilogr. JL 6.50 bis JL 8.—. Erbsen geschälte (per 100 Kilogr.) 36—40 Jt, ganze Erbsen 24—28 Speise-Bohnen 22—26 <A; Linsen 36—60 JL Ochsenfleisch per Pfund 70 H, Kuh- und Rindfleisch 50—60 Schweinefleisch 75 H, Kalbfleisch 50 bis 65 H, Hammelfle sch 46—63
Darmstadt, 10. April. Die Durchschnittspreise auf den Fruchtmärkten des Großherzogthums betrugen im Monat Febiuar - - --
Vertorfungen.
Anleihe der Stadt Brüssel vom Jahre 1872. Ziehung am 10. April. Auszahlung am 1. April 1878. Hauptpreise: Nr. 88030 15,0"0 Fr., Nr. 324576 500 Fr, Nr. 18267 23287 30791 38374 39004 ---------- ----- ----------
Der mittlere Durchschnittspreis berechnet
20.21, sür Gerste auf 18.51, für Hafer auf 18 24 Im Vergleich zum Vormonat hatten die Preise der drei erstgenannten Fruchtgattunge.i etwas ungezogen; Weizen stellt sich um 9, Korn um 39, Gerste um 79 .H höher. Hafer aber ist, obgleich wieder in weichender Tendenz, beträchtlich gestiegen; sein Preis geht über denjenigen des Febr. um 1.64 JL hinaus und schwankte in Grünvcrg, zwischen 16 96 und 19.62 JL Die Umsätze waren mit Ausnahme des Platzes Grünbera, sehr gering; Bingen und Worms blieben, wie oben ersichtlich, ganz geschäftslos. Auf den Übrigen Märkten wurden 59.37 Posten mit einem Erlöse von 12.705 81 JL verkauft.
229105 232882 242215 246321 247272 260141 260813 273725 277426 281159 285150 311074 323314 330573 338837 352953 je 250 Fr.
Allen Kranken Kraft und Gesuudneit vtrne sVieOütn und ohne Kosten durch die Heilnahrung:
Revalesciere -°xrL.
Seit 80 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheit»- speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bet Erwachsenen und Kindern ohne Webicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-. Drüsen», chleimlaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämor- hoiden, Wass-rsuckt, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbr usen, Uebelkest und Erbrechen se bst während der Schwange schait, Diabetes, M lancholie. Ab nagerun , Rhcumntismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge sckon von er Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug aus 80,000 EertU -raten über Genesungen, die aller Mcdicin widerstanden, worunter Certificate vom Ürofeffor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Shoreland, Dr. Campbell, IStofiffor Dr. DtdL, Dr. Ute, Gräfin Castlestuart, Marquise de Br4han, und vielen anderen hochgeitellten Personen, wird franco auf Verlangen e nge^andt.
Abgekürzter AuSzug auS 80,000 Certificate».
Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Die Reveleecifcre hat meine 18 jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlick beseitigt-
I. Comparet, Pfarrer, Sainte Romaine des Dee.
Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die köstliche Itevalescibre und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten- In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ick mich jetzt der vollkommensten Gesundbeit- Leroy, Pfarrer-
Nr- 45270. I. Robert. Von fernem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergestellt.
62845. Pfarrer Boilet von Ecrainoille. Von Asthma mit häufigen Erstickungen völlig hergesteUt.
80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenlkiden hergestellt.
Nr. 64210. Marquise von BrLhan von 7 jäbriper Leberkrankheit, Schlaflosigkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 75877. Florian Köll r, K. 't. Militä,'vermalter, Großvardein, von Lungen- und Luftröbren-Katarrh., Kopffchwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Neroenzerrüttung.
Nr. 65715. Fräulein be Montlouis, von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Ibmageruno.
Nr 75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.
Die Revalescifere ist viermal so nahrhaft als Fleisch und erspart bet Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Preis m anderen Mitteln und Speisen.
Preise her Revaleecibre Vr Pfd. 1 80 H, 1 Pfd. 3 JL 50 4, 2 Pfd. 5 JL 70
12 Pfd. 28 JL 50 H
Revalescibre Chocolat6e 12 Tassen 1 JL 80 24 Tassen 8 50 48 Tassen
5 70 u < w.
Revalescibre Bisouitee 1 Pfd. 3 JL 50 2 Pfd. 5 70 H.
Zu belieben durch DU Barry u. Co. in Berlin W., 2« 29 Passage sKaise" Galleries und bei vielen guten 9Ip)<hrfern Droguen-, Sp^cerer- und Delicateffenhändte n un ganzen Vqnhc, in (Hießen bf 'VCsilier * Selewiasrr. -612
Weizen
Alsfeld.
Grünberg.
Lauterbach.
Mainz.
Bingen.
Worms
—
24.73
20.00
25 75
_
—
Korn
20.50
20.23
21.49
19.93
_
Gerste
17.50
18.60
17.57
—
_
—
Hafer
15.52
18.44
15 23
17.93
—
—
offl
Sl»'l Li ”■ e«r*b,llÄrL®0,ie"§M
Mais- «"»5 Patent-Stark V' Wäsch' -laß' Wa'chp"^", Kernftit'k
Btsonderc A^annt
Mir bringen hiemit zur dlikums, daß vom 1b- d.^ ^September d. I. Md' 41' Minuten ^<dnnlt%L( »tfilonenjuie wieder Billete «A Zchiffenber« •uSßegeb iSltien, den 10. April 18
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