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faltende Zahl von social-demokratischen Mitglieder
Erinnerung
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Becker, sowie 2. Stock, abge-
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m die ergebenste
PreiA vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Vringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljahtzkch 3 Mark 50 Pf.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
v. Decker, ist heute Vormittag gestorben.
Berlin, 12. Januar. Die Session des Landtags wurde heute Mittag um 12 Uhr von dem Kaiser mit nachstehender Thronrede eröffnet: Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des Landtages! Die Session, zu welcher Sie zunächst berufen sind, wird sich im Hinblick auf den bevorstehenden Zusammentritt des deutschen Reichstages auf die Erledigung der dringendsten Aufgaben beschränken. Dennoch war es mir Bedürsniß, nachdem das Haus der Abgeordneten durch Wahl erneuert ist, Sie bei dem Beginne eines neuen Abschnittes der parlamentarischen Thätigkeit persönlich zu begrüßen und zugleich die Hoffnung auszusprecheu, daß meine Regierung in dem Vertrauen und Entgegenkommen beider Häuser des Landtages auch während der neuen Legislatur- Periode eine sichere Stütze bei ihrem Bestreben für die segensreiche Entwicklung der Gesetzgebung und für die Erfüllung der Bedürfniffe des Landes finden werde. Die nunmebT gesicherte regelmäßige Folge der parlamentarischen Sessionen im deutschen Reiche und in Preußen wird, wie ich hoffe, demnächst einer ruhigen und thätigen Arbeit auf beiden eng verknüpften Gebieten zu Statten kommen. Die Staats-Einnahmen für das nächste Etats-Jahr haben im Ganzen ebenso hoch veranschlagt werden können, wie für das Jahr 1876, und bieten bei einer angemeffenen Einschränkung der einmaligen und außerordentlichen Ausgaben die Mittel dar, um nicht nur in allen Zweigen der Staatsverwaltung die bisherigen Leistungen aufrecht zu erhalten, sondern auch neuen Ansprüchen gerecht zu werden, welche bei fortschreitender Entwicklung des Staatswesens hervorgetreten find. Der Entwurf des Staatshaushalts * Etats wird Ihnen unverzüglich zngehen. Unter den Gesetz-Entwürfen, welche Ihnen vorgelegt werden sollen, sind einige der erheblicheren bereits früher Gegenstand der Be
reist sein.
— Der Telegraph hat heute eine besondere Thätigkeit zu entwickeln gehabt, um aus allen Gauen des Reiches über die gestrigen Wahlergebnisse zu berichten. So weit sich dieselben an unterrichteter Stelle bis jetzt übersehen lassen, erhellt daraus eine überraschende und ganz sicher von der Partei selbst trotz aller aufgebotenen enormen Agitationen nicht erwartete Wendung für die Social-Demokraten. Jedenfalls wird man sich mit dem Umstande vertraut machen müssen, aus eine nicht mehr verschwindende
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rathungen gewesen, namentlich auch derjenige wegen anderweitiger Einrichtung des Zeughauses zu Berlin, welcher in Verfolg der mit den Reichsbehörden gepflogenen Verhandlungen eine Umarbeitung erfahren hat. Ich rechne auf Ihre Mitwirkung, um in der Sammlung der Trophäen unseres Kriegsruhms und aütr die Entwicklung des vaterländischen Kriegswesens bezeichnenden Erinnerungen den kommenden Geschlechtern ein würdiges Denkmal der Thaten ihrer Vorfahren zu hinterlaffen. Meine Herren! Die Feier, welche zu begehen mir am ersten Tage dieses Jahres durch Gottes Gnade beschieden war, bat meinem Volke wiederum Gelegenheit gegeben, mir zahlreiche und rührende Beweise der Treue und Anhänglichkeit darzubringen, welche das werthvolle Erbtheil der preußischen Könige sind. Indem ich meinen innigen Dank dafür von dieser Stelle ausspreche, darf ich in der Bewährung der mein Volk erfüllenden Ge- innung die sichere Bürgschaft dafür erblicken, daß Preußen in der treuen Pflege wahrhaft monarchischer" und zugleich freisinniger Institutionen seinen staatlichen Beruf in und mit dem deutschen Reiche fort und fort erfüllen werde. Zum weiteren Ausbau unseres Staatswesens in dieser doppelten Richtung zähle ich
Deutschland.
Darmstadt. H. Januar. Die Nr. 3 des Großherzoglichen Regierungsblatts hat folgenden Inhalt: , ' .
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Gesammtministerlums, den Bau stehender Brücken über den Rhein bei Hüningen, Neuenburg und Alt-Breilach betreffend.
2. Ausführungs-Verordnung zu dem Reichsgesetz vom 25. Februar 1876, Reichsgesetzblatt Seite 163, betreffend die Beseitigung von Ansteckunzsstoffen bei Viehbeförderungen aus Eisenbahnen.
Berlin, 1Ö. Januar. Dem Bundesrath ist Seitens des Directoriums des deutschen Apothekervereins jetzt eine Eingabe in Betreff des Verkaufs von Geheimmitteln übersandt. Es wird die Herbeiführung eines Bundeöraths- Befchlusses erbeten, wonach betreffs der Bewilligung zur Zubereitung von Ge- heimmitttln einheitliche, für das ganze deutsche Reich gelinde Bestimmungen erlaffen werden, in Zukunft kein Geheimmittel zum öffentlichen Verkaufe zugelassen werde, welches nicht vorher von dem Reichs-Gesundheitsamte begutachtet worden ist, und endlich die in den verschiedenen deutschen Ländern genehmigten Geheimnnttel einer Revision unterzogen und den als schädlich ober werthlos befundenen der öffentliche Verkauf versagt werde.
— Den Postanstalten ist von dem General-Postamt unterm 4. d. Mts. wiederholt zur Pflicht gemacht worden, alle Aufmerksamkeit darauf zu richten, daß sich in Streif- und Kreuzband-Sendungen, namentlich Briefe und Postkarten, eiuschieben und diese Gegenstände dadurch der regelmäßigen Beförderung entzogen werden. Insbesondere ist bei dem Leeren der Briefkasten und Sammel- säcke, bei den Vorbereitungen zum Abstempelungs-Geschäfte und bei dem Ver- tbeilen und Verpacken der Sendungen so vorsichtig zu verfahren, daß dem Verschieben der Briefe u. f. w. in Drucksachen tbnnlichst vorgebeugt wird. Es empfehle sich zu diesem Zwecke, die Briefe und Postkarten bei dem Beförderungsdienste so weit möglich von den Drucksachen unter Band getrennt zu halten, welche Vorsicht namentlich bei den größeren Postanstalten und den Bahnposten zu beobachten ist.
Berlin, 11. Januar. Wie es in gewöhnlich unterrichteten Kreisen heißt, wäre Graf Herbert v. Bismarck, der älteste Sohn des Reichskanzlers, zum Legations-Secretär in Wien ernannt worden; er soll bereits dorthin abge-
müffen.
— Fürst Bismarck ist noch immer leidend und wird daher schwerlich der morgigen Landtagseröffnung beiwohnen können. Der Kronprinz hat den Reichskanzler in den letzten Tagen wiederholt besucht und längere Zeit mit demselben conferirt.
Berlin, 11. Januar. Der Eigenthümer der Ober-Hofbuchdruckerei,
Hesteneich.
Wien, 11. Januar. Dem zufolfte hat die serbische Regie
rung auch Milden erster Klasse verabschiedet; nur sehr germge Detachements bleiben auf den Demarcations-Linien stehe». In Belgrad verlautet bestimmt der Frietenssckluß mit der Pforte werde baldigst erfolgen, da die Nation ungestüm den Frieden verlangt. Das Blait meldet weiter aus Jassy, 9. Januar i Der russische diplomatische Agent in Bukarest, Baron Stuart, ist telegraphisch m das Hauptquartier nach Kischinew berufen worden.
Wien. 12. Januar. Dem „Telegr. Lorrespondenz-Burean wird aiis Konstantinopel vom 11. d. gemeldet: In der heutigen Conferenz fanden längere Auseinandersetzunqen zwischen den europäischen und ottomanischen Delegirten statt Man constatirtc abermals das Vorhandsein von Divergenzen zwischen den Mächten und der Pforte. Die Türken beharren namentlich daraus, die Intervention der Mächte bei der Ernennung der General-Gouverneure, sowie die Einsetzung einer internationalen Commission znrückzuweiscn. Die Vertreter der sechs Großmächte blieben während der ganzen Debatte einig und mußte die Sitzung als resnltatlos anfgehoben werden. Nächste Sitzung Montag.
Krankreich.
Paris, 11. Januar. Der „Temps" berichtet: „Auf die Frage wegen eventueller Wiederaufnahme der europäischen Conferenz in Venedig hat die russische Regierung die Ansicht ausgesprochen, sie sehe den Nutzen einer solchen
auf Ihre freudige Mitwirkung
Berlin, 12. Januar. Bei der heutigen Eröffnung des Landtags waren circa 250 Landtags-Mitglieder anwesend, außerdem die Generalität und in der Diplomaten-Loge der französische Botschafter Gontaut-Biron und der russische General v. Reutern. Die Minister erschienen unter der Führung Camphausen's; Bismarck und Leonhard waren abwesend. Um 12 Uhr erschien der König, ge- olgt von dem Kronprinzen und dem Prinzen Karl, Friedrich Karl Alexander, Georg und August von Württemberg. Der Vice-Präsident des Herrenhauses, v. Bernuth, brachte ein Hoch auf den König beim Erscheinen desselben aus. Die Thronrede wurde, namentlich beim Schlußpassus, mit lebhaftem Beifall begleitet. Nachdem Minister Camphausen den Landtag für eröffnet, erklärt batte, schloß die Eröffnungsfeierlichkeit mit einem von dem Alters-Präsidenten des Abgeordnetenhauses, v. Bonin, ausgebrachten Hoch auf den Kaiser.
— Von den Mitgliedern des Abgeordneten-Hauses sind bis jetzt 321 auf dem Büreau angemeldet. In der heutigen Sitzung führte v. Bonin als Alterspräsident den Vorsitz. Derselbe berief die Abgeordneten Sachs, Lutteroth, Grütering und v. d. Goltz tu vorläufigen Schriftführern. Nach dem Schluß der Sitzung erfolgte die' Verloosung der Abgeordneten in die Abteilungen, welche sich morgen constituiren und mit Prüfung der Wahlacteu beginnen werden. Montag um 2 Uhr wird sodann die Präsidenten-Wahl vorgenornrneu.
Hof, 10. Januar. Der hiesige Magistrat Hat die Biere einer strengen Untersuchung, sowohl auf fremde Ingredienzen, als auf Gehalt und Geschmack unterziehen lasten. Die Untersuchung ergab zwar keine fremden Ingredienzien, aber zu viel Wassergehalt. Der Magistrat gibt nun bekannt, wie viel jedes Fabrikat der sieben dortigen Brauer Procente Extract und Alkohol enthält und kommt nach einer Vergleichung mit dem Münchener Hofbrauhaus-Bier zu dem Schluß : sämmtliche Biere enthalten zu viel Master ; „zu dünnes Bier verdünnt aber den Magensaft, bewirkt dadurch Verdauungsstörungen und ist gesundheitsnachtheilig." Da es aber Pflicht der Polizeibehörde ist, mit allen Kräften für ■ gesunde Nahrungsmittel zu sorgen, so wird beschlosten: der Extract-Gebalt : muß 51/2 pCt., der Alkoholgehalt darf nicht über 3 pCt. betragen, das Bier ! darf nicht trüb, hefig oder staubig, sondern muß glanzhell sein. Bessern sich die Bierverhältniste Hofs nicht, so will der Magistrat auf Grund des 8 75 des Polizei-Strafgesetzbuches ortspolizeiliche Vorschriften über Beschaffenheit und Zubereitung des Bieres erlassen. — Dürfte sich auch momentan für unsere Stadt empfehlen. Die Red.


