Ausgabe 
13.5.1877
 
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Ko. 109. Erstes Blatt. Sonntag, den 13. Mai 181S.

Aiskip- und Amlsblatt für i>en Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

'Aotitisch

Deutschland.

Berlin, 9. Mai. DieProv.-Corresp." schreibt: Mitte Juni werde die Reife des Kaisers nach Ems, im Laufe des Juli voraussichtlich eine solche nach Gastein erfolgen.

Hesterreich.

Wien, 10. Mai. Die Gemahlin des nach Konstantinopel bestimmten deutschen Botschafters Prinzen Reuß empfing gestern einen längeren Besuch des Wisers. Heute Mittag hatte Prinz Reuß Audienz beim Kaiser und war Nach niittags mit seiner Gemahlin zum Hofdiner geladen. Heute Abend findet zu Ehren des Prinzen Reuß Gesellschaft beim deutschen Botschafter Grafen Stol- brrg statt.

Arankreich.

Paris, 11. Mai. Die Nachricht, der deutsche Botschafter Fürst Hohen­lohe habe der französischen Regierung officielle Mittheilung von einer bevor­stehenden Vermehrung der Garnisonen in Elsaß-Lothringen und der Rheinprovinz gemacht, entbehrt sicherem Vernehmen nach jeder Begründung.

England

London, 9. Mai. Privatnachrichten aus Washington vom 8. Mai zufolge hat der türkische Gesandte bei der amerikanischen Regierung Vorstellung gen wegen des Aufenthaltes russischer Kriegsschiffe im Hafen von New-Iork erhoben.

Das auswärtige Amt erhielt eine Depesche des Botschafters in Kon- stllntinopel, Layard, wonach die Pforte eingewilligt hat, den neutralen Schiffen für die Ein- und Ausfuhr aus blokirten Häsen des Schwarzen Meeres einen nwiteren Aufschub zuzugestehen. Neutrale Schiffe können hiernach bis zum 15. Mai incl. in die Häfen ungehindert einlaufen, bis 17. Mai incl. dieselben nngehindert verlaffeu.

Loudon, 10. Mai. Im Unterhause erklärte der Unter-Staats-Secretär Bourke auf eine Anfrage von Jenkins, die Regierung habe keine Anstalten ge­troffen, Schiffe in das Schwarze Meer zu senden. Ein solcher Schritt könnte übel gedeutet werden und ernste Folgen nach sich ziehen. Die Regierung habe keine Nachricht, ob die türkische Blokade im Schwarzen Meere unzulänglich sei. Auf eine Anfrage Wait's erklärte Bourke, die Regierung habe nochmals Schritte bei der Pforte gethan, um eine Verlängerung der Frist für Ein- und Auslaufen der Schiffe zu erlangen. England hat dem Antrag Frankreichs, die Frist für die Rattficirung der Zucker-Convention um ein Jahr zu verlängern, ^gestimmt.

Reuter's Büreau" meldet ans Malta: Der Herzog von Edinburgh ist an Bord des PanzerschiffesSultan" nach Kreta gegangen und begibt sich von da nach dem Suez-Canal. Nachricht aus Anglesea vom heutigen Tage zufolge ist der DampferDakota" auf der Fahrt nach New-Uork heute in der Nähe von Anglesea gestrandet. Mannschaft und Paffagiere gerettet.

Rußland.

Petersburg, 11. Mai. Seitens der Cabinette von Berlin, Wien und London wurde nach einer Meldung derAgence Russe" gegen die kurze Frist pllotestirt, welche die Pforte den neutralen Schiffen zum Anlaufen und Ver­lassen der blokirten Häfen des Schwarzen Meeres gewährt hat. Das Verfahren ber Pforte habe ernste internationale Fragen über die effective Blokade von Häsen nmb Schließung von Meerengen hervorgerufen.

Moskau, 10. Mai. In dem Prozesse Strousberg ist durch das nun­mehr in der Caffations-Instanz ergangene Urtheil der Spruch der Jury im Wesentlichen bestätigt. Nach demselben sind die Appellationen Poljanski's, Landau's, der Civilkläger und der Bank-Liquidatoren abgewiesen; das Urtheil Über die criminelle Verantwortlichkeit Schumachers und Borissowsky's ist cassirt nnb diese Frage ebenso wie diejenige betreffs der civilrechtlichen Verantwort­lichkeit der genannten und der anderen Conseilmitglieder dem Moskauer Bezirks- Oericht zur Fällung eines neuen Spruches überwiesen worden.

Amerika.

New-Aork, 10. Mai. Wie hiesigen Zeitungen aus San-Francisco gemeldet wird, erhielten die in amerikanischen Gewässern befindlichen russischen Kriegsschiffe Befehl, sich zum sofortigen Abgang nach Europa bereit zu halten.

Der orientalische Krieg.

Wien, 9. Mai. DerPolit. Corresp." wird aus Galatz von heute telegraphirt: Gestern Nachmittag eröffneter, zwei türkische Monitors, unterstützt »en türkischen Ufer-Batterien in Chiacet, ein mörderisches Feuer gegen die russischen Batterien bei Braila, welche energisch erwiderten. Der Geschütz- K'ampf dauerte 3 Stunden; die Stadt Braila hat nicht gelitten. Die ganze Nacht herrschte im russtschen Lager große Bewegung, auf eine nahe Offensive schließen lastend. In der That eröffneten die r issischen Batterien heute bei

er Htzeik.

Tagesanbruch wiederum das Feuer auf die türkischen Batterien bei Chiacet. Am Vormittag war starkes Gewehrfeuer vernehmbar. Alles deutet an, daß die Russen sich anschicken, den Uebergang über die Donau zu erzwingen.

Petersburg, 9. Mai. Einem Telegramm des Oberbefehlshabers in Klein-Asien, Großfürsten Michael, aus Tiflis vom 7. d. Mts. zufolge unter­nahmen die Hauptkräfte des activeu Corps Durchsuchungen der Umgegend von Kars. Eine Kavallerie-Colonne wurde nach Kagisman dirigirt. Die Abthei- lung von Achalzich nähert sich Ardahan, die Abtheilung von Eridan nähert sich Diadan. Ueberaü werden die Truppen nicht nur von der christlichen, sondern auch von der muselmännischen Bevölkerung freundlichst empfangen. Die gefan­genen Türken bezeugen ihre Freude über die Erlösung von der schweren Lage, in der sich die türkischen Truppen befinden.

Bukarest, 9. Mai. Gestern Nachmittag hat abermals ein längerer lebhafter Geschütz-Kampf zwischen den Türken in Widdin und den Rumänen in Kalafat ftattgefunden, der erst bei Einbruch der Nacht eingestellt wurde. In Kalafat sind die Kaserne und das Zollgebäude zerstört, die Kirche beschädigt, in Wlddiu verschiedene Häuser in Brand gesetzt. Die Türken haben auch heute einige Schüsse abgegeben, die aber von rumänischer Seite nicht erwidert wurden.

Gestern Abend haben die Türken von Jsaktscha aus das von den Russen bei Satulen zur Erinnerung an den Donau-Uebergang von 1828 er­richtete Kloster Theraponte beschossen, dastelbe zerstört und die dazu gehörigen Gebäude in Brand gesetzt. Den Rusten ward ein Geschütz demontirt und ein Mann getödtct.

4 Wien, 9. Mai. DiePreste" meldet aus Tiflis: General Melikoff wird" Kars nicht regelmäßig belagern, sondern nur beschießen. Er erwartet die baldige Capitulstion der Stadt, da dieselbe schlecht verproviantirt sei. Einen Parlamentär aus der Festung hat General Melikoff zurückgewiesen, weil nur der Großfürst Michael zur Unterhandlung ermächtigt sei. Die Cernirung von Ardahan steht gleichfalls bevor.

DiePol. Corresp." meldet aus Galatz: Heute (10. Mai) Morgens 5 Uhr setzten 300 Kosaken auf Barken von Braila nach Ghiacit über, um zu recognosciren. Dieselben stießen, kaum gelandet, auf eine größere Anzahl Baschi- Bozuks. Es entspann sich alsbald ein lebhafter Kampf, der um Mittag noch fortdauerte und in dem es auf beiden Seiten Tobte unb Verwundete gegeben hat. Heute gingen drei kleine russische Kanonenbote von der Pruthmündung nach Braila ab.

Petersburg, 10. Mai. Nach einem Telegramm des Großfürsten Michael vvm 9. Mai aus Tiflis besetzten am 6. Mai unter gleichzeitiger Vor­schiebung fliegender Detachements das Regiment Grabbe und 6 Sotnien Kosaken die Stadt Kagisman ohne Kampf. In der Stadt wie im ganzen Sandschak ist unsere Verwaltung eingesetzt worden. Die Einwohner erklärten ihre Unter­werfung. Am 8. Mai wurde durch General Scheremtjeff mit dem Tever'schen Dragoner-Regiment und drei Sotnien Kosaken eine Recognoscirung nordwestlich von Kars ausgeführt. Beim Zurückgehen in ihre Stellungen hatte die Colonne einen lebhafte Zusammenstoß mit feindlicher Cavallerie und vier Bataillonen Infanterie, die aus Kars ausgefallen waren. Eine Schwadron Dragoner unb zwei Sotnien Kosaken drängten die feindliche Cavallerie hinter die Bejdiktschai- Berge, wurden aber beim weiteren Vorgehen von verdeckten türkischen Batterien und vier Bataillonen aufgehalten. Hierbei wurden auf unserer Seite durch Artilleriefeuer ein Dragoner verwundet, zwei Pferde getödet; durch Gewehrfeuer zwei Ofsiciere, sieben Gemeine und ein Kosakenpferd verwundet. Der Verlust des Feindes scheint sehr groß zu sein.

Bukarest, 10. Mai. Das Amtsblatt veröffentlicht ein Decret, welches ankündigt, daß der Fürst den Befehl über die Armee übernimmt. Chef des Generalstabs ist Slaniceano. Zum Commandanten des ersten Corps (Crajowa) wird Lupu, zum Commandanten des zweiten Corps (Bukarest-Giurgewo) Radooic ernannt.

London, 10. Mai.Reuter's Büreau" meldet aus Erzerum vom 9. d. M.: Die russische Abtheilung, die von der persisch-türkischen Grenze aus auf Wan zu marschirte, ist unweit Bayazid stehen geblieben, da Schwierigkeiten, namentlich bezüglich der Fouragirung, zu überwinden sind. Bei Karakiliffa hat noch kein Zusammentreffen stattgefunden. Die feindlichen Armeen stehen sich dort auf 20 englische Meilen gegenüber. Nachrichten ans Kars liegen nicht vor.

Berlin, 11. Mai. Die Gefechte um Kars vom 9. d. Mts. zwingen die Ruffen zu mehrtägiger Ruhe. Der russische Donau-Uebergang ist angeblich für den 12. Mai beabsichtigt, vor dem 20. Mai aber unwahrscheinlich.

Handel und Verkehr.

Gießen, 12. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. 1 JL. 30 H bis 1 JL 34 H, Hühnereier, per Stück 5 Gänseeier, per Stück, Enteneier, per Stück 6 H, Käse, per Stück 59 Kasematte, per St. 3 Erbsen, 1 Liter, Linsen, 1 Liter 20 Tauben, das Paar 70 Hühner, per Stück 1 JL Hahnen, per Stück, Kartoffeln, 100 Kilo 8 Jt. 50

Limburg, 9. Mai. (Frachtmarkt.) Durchschnittspreise: Rother Weizen (160 Pfd.) 24 ,x 10 H, weißer Weizen (160 Pfd.) 24 jl, Korn (150 Pfd.) 18 x 30 Gerste (130 Pfd.) 15 50 Hafer (100 Pfd.) 9 40 Erbsen (170 Pfd.) -