Ausgabe 
12.12.1877
 
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dann zur Schule anzuhalten.

Ein Lreund der Volksbildung.

demselben genehmigt.

en.

späten Abendstunden zu Stande bringen, wenn die Lehrlinge übermüdet sind und lieber chlafen als lernen wollen?

Andere wenden ein: wozu sollen wir unsere Lehrlinge und Arbeiter Abends um 7 Uhr von der Arbeit wegsckicken, für d e wir sie bezahlen oder unterhalten?

Solche Ernwendunaen soll man öffentlich besprechen u d womöglich berichtigen.

Man spricht seit Jahren von Volksbildung, von dem Nutzen einer guten Schul­bildung, von der Bereitwilligkeit, für sie Opfer zu bringen.

Nun, so versuche man denn j-tzt einmal von Seiten der Meister und Arbeitgeber, ein gar nicht so grohes Opfer zu bringen und die Knaben um 7 Uhr zur Schule zu schicken! Wie viele Lehrlinge Haden ganz ungenügende Schulkenntntsse und vergeffen in kurzem das wenige, das sie mttgebracht haben. Ist aber nun nicht ein gut unteriicdt'ter Lehrling besser und brauchbarer, wird er nicht schneller begreifen und einsichtiger ar­beiten als einer, der stumpfsinnig, unwiffend und ohne allen höheren Antrieb dahtn- lebt?

Es ist deßhalb eine Aufgabe, einmal zu scheu, was eigentlich geleistet werden kann, wenn man die jungen Leute zu einem dreijährigen Besuch der Abendstunden an- bält. Freilich soll man ihnen dann nicht die letzten Stunden auflegen, sondern billige Rücksicht darauf nehmen, daß einer, wenn er den ganzen Tag gearbeitet hat. doch min­destens um 7 Uhr mit seiner Berufsarbeit fertig ist und zur Schule gehen kann.

Von 810 Uhr Stunden zu halten ist zu spat, um diese Zstt sind die Knaben schon zu sehr abgespannt, auch reizt die späte Zett beim Nachyausegehen zu Unfug aller Art.

Dem V rnehmen nach müssen die jungen Leute in Wetzlar dreimal von 47 Uhr in die Stunden, und außerdem noch Sonntags. Sind da nicht die Einrichtungen hier für die Meister wie für die Lehrlinge ungleich leichter und weniger einschneidend, da man diese Abends nach gethaner Arbeit herbeizieht und da nur dreimal in der Woche die Verpflichtung herantrttt, vielleicht eine Viertelstunde früher zu essen und die Knaben

Handel und Verkehr.

Gießen. 11. Dec. Aus dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. JL 1.1525, Hübnereier. p. St. 7-8 H, Käse, p. Stück 510 Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 24 Tauben, da« Paar 60 Hühn r, per Stück 80 Hahnen per Stück 70 H, Enten JC. 1 90, Gänse per Pfund 52-60 Kartoffeln 100 Kilo 6 JL 80

cret des Hcmdelrministers, wodurch die Einfuhr lebendigen Schaf- und Ziegen- Viehs aus Deutschland wieder freigegeben wird.

Versailles, 8. December. Die Sitzungen beider Kammern sind ge­schloffen, ohne daß irgend ein Zwischenfall vorzekommen wäre, geeignet die Situation aufzuklären. In einer Rede, die Batbie in einer Versammlung der constttutionellen Gruppe hielt, sagte er, der Marschall habe alle mit der Ehre verträglichen Zugeständnisse gemacht. Die Constitutionellen müßten ihm folgen, selbst bis zu einer zweiten Auflösung.

Italien.

Rom, 8. December. Die Nachricht desStandard", es feijin hoher italienischer Osficier mit einer Mission für den Fürsten Nikita in Spizza ein­getroffen, entbehrt derAgencia Stefani" zufolge der Begründung. Im Zustande des Papstes ist wieder eine leichte Anschwellung der Füße eingetreten.

Der orientalische Krieg.

Petersburg, 7. December. Amtlich wird aus Bukarest von heute gemeldet: Der Commandeur des 11. Corps, General Deitinghausen, ist mit Verstärkungen in Jakowitza eingetroffen. Eine Abtheilung, die gegen Slatariza vorging, vertrieb die Türken von dort und verfolgte dieselben gegen Bebrowa. indem sie den rechten Flügel der Türken umging; letztere wurden dadurch ge- zwungen, von Angriffen auf Jakowitza abzustehen.

Petersburg, 8. December. Officiell. Bogot, 7. Decbr. Der Kampf am 4. d. bei Maren und Elena fiel bedeutend schlimmer aus, als es nach den ersten Nachrichten erschien. 50 Officiere, 1800 Soldaten blieben todt oder wurden verwundet. 11 Geschütze gingen verloren, 4 derselben waren beschädigt. Die übrigen 7 Geschütze wurden vom Feind ergriffen, weil es wegen Mangels an Pferden unmöglich war, sie zu transportiren. Weitere Einzelheiten dieser unglücklichen Affatre sind noch unbekannt. Gestern beschränkte sich unsere Ope­ration daraus, daß die rechte türkische Colonne aus Slataritza vertrieben und gegen Bebrowa zurückgeworfen wurde. Die linke türkische Colonne versuchte blos einen Angriff, hielt aber um 3 Uhr Nachmittags inne. Die Kräfte der Türken gegenüber Slataritza wurden auf 10,000, gegenüber Jakowzi bis auf 30,000 Mann geschätzt. Heute, gegen Nachmittag um 2 Uhr. erneuerte sich der Kampf bet Jakowzi, jedoch hörte die Kanonade gegen 4 Uhr wieder auf.

Konstantinopel, 8. December. Von der Donau-Armee liegen keine weiteren Gefechts-Meloungen vor. Suleiman Pascha ist nach Rasgrad zurück­gekehrt und hat Rustschuk inspicirt. Telegramme Mehemed Alt's aus Ka mailt vom 7. d. zufolge verhindert schlechtes Wetter die weiteren Operationen. Der Großoezir wird sich heute wieder auf die hohe Pforte begeben.

London, 8. December.Reuter's Bureau" meldet aus Nooi-Bazar vom 7. Decbr., daß eine Anzahl Serben am 6. Decbr. die Grenze überschrit­ten habe.

London, 9. December.Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 8. d.: Der serbische Agent Hierselbst hat bisher keine Nachricht von einer Grenzüberschreitung durch serbische Truppen erhalten. Dem Kriegsministe­rium wurde aus Nisch gemeldet: An der Grenze herrscht vollkommene Ruhe. Die daselbst concentrirt gewesenen serbischen Truppen sind zurückgezogen und theilweise beurlaubt worden. Die Nachricht von dem Erlaß eines Ultima­tums von Setten der serbischen Regierung ist unbegründet. Die Pforte erhielt neuerdings überhaupt keine serbische Note.

Petersburg, 8. December. AuS Bogot wird officiell gemeldet: Die von unseren Truppen im Kampfe vom 3. d. genommenen Positionen umfassen auf der rechten Flanke den linken Flügel der Linken, die bei Arabkonak und sehr nahe der Chaussee nach Sofia liegen, weshalb diese uns am 3. d. so energisch herausschlagen wollten und uns am 5. d. abermals in der rechten Flanke angriffen, wobei sie aber durch drei Bataillone des Finnländischen und ein Bataillon des Pawolow'schen Regiments zurückgewiesen wurden. Wir ver­loren dabet 27 Mann an Todten und Verwundeten. Wir fahren mit der Be schießung Arabkonaks fort. Die Türken vermehren dort ihre Streitkräfte.

10. December. DiePresse" meldet aus Sistowa vom 9. d.: Gestern traf ein Parlamentär von Osman Pascha mit einem Schreiben an den Großfürsten Nikolaus ein. Letzterer eröffnete das Schreiben nicht, sondern wieS den Parlamentär an den nominellen Commandeur der Belagerungs-Armee, den Fürsten Karl von Rumänien. In der vergangenen Woche marschirten über die vier Donau-Brücken 36,000 Mann nach Bulgarien, außerdem wurden 20 Mill. Patronen über dieselben transportirt.

Hierdurch allein schon verdient dies Produkt in hohem Grade die Beachtung Kranken. Jndeß ist noch weiter hervorzubeben, daß gerade bei Beginn der Krankheit dies Heilmittel in Anwendung gebracht werden sollte. Die ^edngfle Erkältung kann eine Erkrankung der Lunge nach sich ziehen und es sollte daher zur größeren Sicherheit nicht versäumt werden, sich der Theerkur von dem Momente an zu unterwerfen, wo man zu husten anfängt. ES ist diese Vorsichtsmaßregel um so empfehlenswerther, als v:ele Brustletvende über ihren Krankheits­zustand völlig im Unklaren sind und sich noch von einer starken Erkältung oder einem leichten Lungenkatarrh befallen glauben, wenn bereits die Auszehrung eingetreten ist.

Die praktischste Art der Anwendung des Theers ist diejenige in Form von Kapseln. Herr Guyot, Apotheker in Paris, stellt kleine konische Kapseln in Pillengröße dar, welche unter einer leichten Hülle von Gallerte eine Dosis des besten und reinsten norwegischen Theers enthalten und von denen zwei oder drei bei jeder Mahlzeit genommen, in Erkältungsfällen, bei Lungen­krankheiten, Asthma und Schwinbsuchtsleiden eine fast augenblickliche Erleichterung herbeiführen. Da jeder Flacon 60 Kapseln enthält, so kommt die ganze Kur nicht thenerer als 10 bis 20 Pfennig täglich zu stehen und macht dieselbe die Anwendung jeder Medicin in Form von Tisanen, Pastillen oder Syrupen überflüssig.

Herr Guyot übernimmt eine Garantie nur für diejenigen Flacons, welche auf der Etiquette seine Unterschrift in dreifarbigem Drucke tragen. (6285

Depot in Gießen bei Br. Hempel, Apotheker.

Ein befolgenSwerther Rath.

Unter den Krankheiten, welche am häufigsten in der Statistik der Sterbefälle wiederkehren verdient die Lungenschwindsucht als diejenige bezeichnet zu werden, welche die Trauer am häufigsten in die Familien einkehren läßt und auf deren Rechnung die größte Anzahl aller Sterbefälle zu setzen ist. Bis jetzt hat die Wissenschaft noch kein sicheres Heilmittel entdeckt, sondern sich viel­mehr darauf beschränkt, die Leiden der Schwindsüchtigen zu erleichtern und durch sorgfältige Behandlung ihre Existenz um einige Jahre zu verlängern. Jedermann weiß, daß man den Brustleidenvcn den Winteraufenthalt in einem milden Clima und so viel als möglich in der Nähe von Tannenwaldungen empfiehlt, deren Ausdünstung eine so günstige Wirkung auf die Lunge ausübt. Unglücklicherweise können viele Kranke ihren Aufenthalt nicht verändern und an sie ist es, an de sich dieser Artikel in erster Linie richtet.

Zuerst in Brüssel angestellte und seither an fast allen Orten wiederholte Versuche haben nachgewiesen, daß der Tbeer, ein harzhaltiges Produkt der Tanne, auf Brust- und Lungenkranke den günstigsten Einfluß ausübt.

Hierdurch allein schon verdient dies Produkt in hohem Grade die Beachtung aller

Eingesandt.

Es möge gestattet jein, die Aufmerksamkeit des Lesers auf ein Kunstblatt zu lenken, welches ein besonderes Interesse für die hiesige Einwohnerschaft bietet. Es ist dies ein große- Panorama der Ttadt Gießm, im Auftrage der hiesigen Emil Roth'schen Verlagsbuch­handlung ausgeführt durch den rühmlichst bekannten Herrn Dr. Robert Geißler in Berlin. - A ls dem Atelier des genann'en Künstlers, welcher Mitarbeiter der angesehensten illustrircen Zeitschriften ist, sind schon viele derartige Gesammtansichten deutscher Städte hervorgegangen. Herr Geißler hat dieses Panorama unserer so malerisch und freundlich gelegenen Vaterstadt von dem hierzu unstreitig einladendsten Punkte, derschönen Aussicht", aus im Sommw dieses Jahres eigenhändig ausgenommen und die Darstellung in einer ihm eigenthümlichen, sehr fein und vollendet «usgeführten Kreidemanier wiedergegeben. Die Zeichnung ist bis in alle Einzel­heiten auf's fleißigste ausgearbeitet. Ein milder Tondruck vermittelt die Uebergänge zwischen Licht- und Schattenpartien und bebt die Gesammtwirkunz. Der Blick des Beschauers weilt gerne auf dem besonders malerischen Hintergrund und dem ferneren Lahnthal, deren Objekte gelungen abgetönt sind.

Vor den seither erschienenen älteren Ansichten von Gießen zeichnet sich die vorliegende durch ihre hohe künstlerische Ausführung, durch einen größeren angemesseneren Maßstab, sowie durch ihre große Vollständigkeit vortheilhaft aus, wie sich dieselbe denn auch bereits de8 Beifall- anerkannter Kunstkritiker zu erfreuen hat.

Möge dieses Unternehmen sich des verdienten Beifalls des Publikum- zu erfreuen haben! In geschmackvollem Rahmen bildet das Bild eine prächtige Zimmerzierde und allen, welche einige Zeit in unserer Musenstadt gelebt, ist es beim Verlassen derselben das passendste Andenken. Viel­leicht hilft das Erscheinen dieses Bildes auch manchem über die Sorgen für ein schönes Weih­nachtsgeschenk hinweg!

Das Bild ist Sr. Königl. Hoheit 1>em Großherzog gewidmet und die Widmung von

Vermischtes.

Darmstadt, 6. Dec- (Postpersonalnachrichten.) 1. Versetzt sind: der Postver­walter Netzer von Neu-Isenburg nach e>elt«ienftabt, die Telegraphenassistenten Pabst von Darmstadt nach Offenbach a. M und Zöller von da nach Schlitz, sowie der Postasststent Spilger von Seligenstadt nach Neu Asenburg. 2. Ernannt ist: der Odeneleuraph'st Brüggenwerth zum Ober-Telegraphenafststenten. 3. Angenommen sind: als Postugenten der Kanzleidiener Rabenau in Schönberg, Gr. Hessen und der Spengler Schwarz in Pfiffligheim. 4. In den Ruhestand versetzt ist: der Postoer- »alter Conrad in Reichelsheim t. W.

Eingesandt.

Eine Frage, die eben viel besprochen wird, betrifft die Fortbildungsschulen.

Einioe sagen: was robben sie überhaupt leb c können? Was kann man in den

Allgemeine

6893) Zn dem Weihnachtsfeste empfehle ich mein reiches Lager von Schrift en in allen Fächern der Literatur, die fich zu Geschenken für Erwachsene, wie für die Jugend eignen.

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<<). Willi. 11 eidiy.

r Anzeiger.

Meine

Weihnachts Ausstellung

in Conditorciwaareii hat begonnen. Zum Besuche ladet freundlichst ein <69a4

______________JEId. rind. Kirchenplatz.

Niederlage ter verschiedensten Sorten von

Nürnberger Lebkuchen

aus der Fabrik des Herrn H. Häbcrlcin, Hoflieferant Sr. Majestät des Königs von Bayern, empfehlen billigst

$ JL I Busch Söhne.