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Heb Freitag den 12 Januar 18VV,

AiHner 'Anzeiger

Anzeize- Md Amtsblatt für den Kreis Gießen.

Erscheint tLglich mit Ausnahme beB Montag». Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf- mit Bringerlohn.

Expeditionr Schulstraß-, Lit. s. Nr. 18.Durch die Post bezogen vrerlellährftch 2 Mark ro Pf.

Amtlicher Hheit.

B c k a n n t m a ch u II g.

Betreffend: Das Ersatz-Geschäft für 1877.

Mit Bezug auf die Bestimmungen der Deutschen Wehr-Ordnung, fordern wir- alle im Jahr 1857 geborenen Militärpflichtigen, sowie die in frühe« reu Jabren geborenen, welche sich noch nicht zur Musterung gestellt haben, oder welche hinsichtlich ihrer Berpflichtnng zum Einlritt oder ihrer Befreiung vom Militärdienste noch keine definitive Entscheidung erhalten, und entweder im Kreise Gießen ihren dauernden Aufenthalt hoben, oder in demselben als Studenien, Gymnasiasten und Zöglinge anderer Lehranstalten, oder als Hans- 1111b Wirthschaftsbeamte, Handlnngsdicner, Lehrlinge, Handwerksgesellen, Lehrburschen, Dienstboten, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft sich aufh-iltcn, hiermit ans, sich behufs Eintragnng ihrer Namen in die Stammrolle in der Zeit Vom 15. Januar bis zum 1. Februar I. I. bei der Bürgermeisterei ihres Wohnorts, beziehungsweise ihres Anfenthaltsortes, zu melden und dabei, wenn sie an diesem Orte nicht geboren sind, ihren Geburtsschein und wenn sie bereits bei einer früheren Musterung concnrrirt haben, ihren Loosungs-Schein

machen zu lassen.

Gießen, am 4. Januar 1877.

Wir machen zugleich darauf aufmerksam, daß Diejenigen, welche die Anmeldung unterlassen, zu gewärtigen haben, daß sie mit einer Strafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen belegt, von der Theilnahme an der Loosung ausgeschlossen und ihrer etwaigen Ansprüche auf Zurückstellung rc. verlustig erklärt werden. L . _ _ ... ... _r

Bezüglich derjenigen Militärpflichtigen, welche zur Zeit abwesend sind, sind deren Eltern, Vormünder, Lehr-, Brod- und Fabrikherrn zu diesen An­meldungen verpflichtet. , , f

Die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises werden beauftragt, Vorstehendes in ihren Gemeinden noch besonders auf ortsübliche Weife bekannt

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I- V.:

Dr. Hoffmann, Regierungsrath.

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Deutschland.

Darmstadt' 9. Januar. Die Nr. 2 des Großherzoglichen Regierungs­blatts hat folgenden Inhalt:

1 Gesetz, die Ausführung des Bauplans für die Erweiterung der Pro- vinzial-Hauptstadt Mainz betreffend.

2. Gesetz, die Sterbquartale der Volksschullehrer betreffend.

3. Ueberficht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Mainz.

4. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Bingen.

5. Charakterertheilungen.

6. Dienstentlaffung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnä- digst geruht: am 16. Decbr. den Lehrer an der Realschule zu Darmstadt, Dr. Karl Henning, auf sein Nachsuchen aus dem Dienste zu entlassen.

7. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind : die evang. Psarrstelle zu Geor- genhausen. Dotationsmäßiger Gehalt 1528 Mk.; dem Herrn Grasen von Schlitz, genannt von Görtz, steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evang. Pfarrstelle zu Geinsheim. Dotationsmäßiger Gehalt 2017 Mk.; dem Herrn Fürsten zu Psenburg-Birstein steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die Gemeinde-Schulstelle zu Lehnheim mit einem jährlichen Gehalt

von 685 Mk. 71 Pfg.

Berlin, 8. Januar. Die in letzter Zeit, namentlich auf dem platten Lande, immer mehr um sich greifende Bettelet und Landstreicherei, hat, nach­dem wiederholte Beschwerden fruchtlos gewesen, endlich Veranlassung gegeben, den Polizeibehörden eine erhöhte Vigilanz und Thätigkeit auch nach dieser Rich­tung hin zur Pflicht zu machen. In Folge dessen sind die denselben unterstell­ten Organe angewiesen, nicht nur jedes beim Betteln betroffene, sondern auch jedes arbeitslos sich herumtreibende und deshalb der Landstreicherei verdächtige Individuum ohne Ausnahme und ohne Rücksicht auf Beschwerlichkeit des Trans­ports oder andere allgemeine Geschäfte aufzugreifen und der Polizeibehörde des Ergreisungsorts zuzuführen. Außerdem sollen die in Betracht kommenden Wirtschaften und Herbergen namentlich Abends und Morgens möglichst ost revidirt und die vorgefundenen, als Landstreicher zu betrachtenden Individuen zur Haft gebracht werden. Das einfache Fortweisen von Bettlern und Land­streichern über die Grenze des Polizeibezirks ist fernerhin nicht mehr gestattet. Ukber die abgelieferten Bettler und Landstreicher und die revibirten Wirth­schaften soll den Polizeibehörden von den betr. Polizeibeamten allmonatlich ein Verzeichniß einzereicht werden, von welchen beii Chefs der Polizei des Kreises Mittheilung zu machen ist.

Berlin, 9. Januar. Der aus den Verhandlungen der deutschen Eisen­bahnen herorgegangene und dem Bundesrath zur Einführung genehmigte neue Eijenbahntarif ruht im Wesentlichen auf dem Boden des sog.gemischten Tarifsystems", welches seit einigen Jahren in Bayern und Württemberg, seit Kurzem auch in dem Wechselverkehr beider Staaten mit Sachsen in.Geltung

Güter aller Art mit ihren Unterabteilungen je nach der Aufgabe «o,^ 10,00 0 oder mindestens 5000 Kilogramm pro Wagen, die Vereinigung der Stückgut- klassen in Eine Klasse und das Princip der Frachtberechnung der Wagenladun­gen nach der Wagenausnutzung entnommen, während die Gruppirung einer größeren Zahl besonders benannter Güter in verschiedene ermäßigte Special­tarife, deren Zahl auf drei bemessen ist, an das Wagenklassensystem sich an­schließt. Das Tarifschema stellt sich dahin: I. Eilgut, a. Einzelgut, b. m Wagenladungen. II. Stückgut. III. Wagenladungen: Allgemeine Wagenladungs­klasse, 1. Klasse A. für 5000 und mehr, 2. Klasse B. für 10,000 Kilo und mehr. B. Specialtarife I., II. und III. Die Sätze der letzteren gelten bei Aufgabe von mindestens 10,000 Kilo pro Wagen. Bei der Gruppirung der Klassen ist man, soweit es die Rücksicht auf die in erster Linie zu erstrebende formelle Einheit irgend gestattete, in Uebereinstimmung mit dem Bericht der Enquete-Commission davon ausgegangen, die unvermeidliche Verschiebung der 6efhl)enbcii Zustände auf das möglichst geringe Maß zu beschränken, HÜr die einzelnen Klassen sind in Uebereinstimmung mit dem Schlußgutachten der Enquete-Commission Maximaljätze in Aussicht genommen, welche sich für die einzelnen Bahnen thunlichst an die bisherigen Frachtsätze anzuschließen Haven werden, und zwar unter Beschränkung bezw. Aushebung der im Jahre 1874 bewilligten procentualen Zuschläge. Uni neben den Rücksichten aus die formelle Einheit der Tarifconstniction den mannigfachsten Anforderungen eines lebenbt« gen, vielgestaltigen Verkehrs und der eigenartigen Bedürfnisse einzelner Wirtb- schastsgebiete gerecht werden und in dieser Beziehung die uothwendige materielle Beweglichkeit wahren zu können, ist die Ausstellung von Ausnabmetarisen unter der g'ontrole der Aufsichtsbehörden vorgesehen. Durch- dieselben wird es zu­gleich möglich werden, Unzuträglichkeiten, welche die Unterordnung unter das neue Eiuheüsschema für einzelne Verkehrszweige hie und da mit sich fuhren kann, auszugleichen und die Ueberleitung in die neuen Verhältnisse wesentlich

zu erleichtern. t , ...

Berlin, 9. Januar. Den heutigen Abendblättern zufolge wurde die Eröffnung des Landtages durch bett Kaiser In Person endgültig beschlossen.

Stuttgart, io. Januar. Dompräbendar Bauer, Mitglied des Rot­tenburger Tom-Capitels, ist zum Alikatholieismus übergetreten und wird die altkatholische Pfarrei in Mannheim übernehmen.

Hesterreich.

Wien, 10. Januar. DasTelegr. Corresp.-Bnreau" meldet aus Kon­stantinopel von Dienstag Abend: Die nächste Couferenz-Schung isti auf Ver­langen der türkischen Delegirten auf Donnerstag vertagt. Die Ansicht befestigt sich immer mehr, daß die ottomanische» Bevollmächtigten einen neuen Entwurf zur Herstellung eines Einvernehmens auf Grundlage der Note Andraffy s vor bereiten. Morgen ist Ministerrath. Die Stimmung der Conferenz-Bevollmach- tigten ist durchaus versöhnlich.

Arankreich.

Paris, 8. Januar. DerMoniteur" berichtet:Das Ergebniß der heutigen Conserenz-Sitzung ist uns zwar »och nicht bekannt, aber das allge-