).
1 Ihr
—-—
U»g8-
|w otige imijartatj« »fftntlifyn
,tnt
h zur Str. ft in Str.
shülfe.
«9
Jatlti
bermig des
rrrordnetrn-
&e. 863. Erstes Blatt. Sonntag, den 11. November int?.
MM- 63h Amtsblatt sm bea Kreis Gießen.
Erscheint wH SuSaabtn« des SReutefrfr* PeetS vierteli<chrltch 1 Wart 20 Pf. mit Brinqerlohn.
Tchukstr«he, Lit. B. Rr. 18. Durch die Post »epgen vi-rkljtchrttch 2 Mari 50 Pf.
Kmtticher Hheiü
Gießen, am 8. November 1877.
Betreffend: Nachforschungen nach Jakob Giacomuzzi aus Ziano im Bezirk Cavalese in Tirol.
Das Großhcrzvgliche Kreisamt Gießen
an die Pfarrämter und Standesämter des Kreises.
Indem wir nachstehendes Ministerial-Ausschreiben zu Ihrer Kenntniß bringen, ersuchen wir Sie, falls Sie bezüglich des darin genannten Jakob Giacomuzzi einen Todesschein ausstellen können, um Zustellung eines solchen auf stempelfreiem Papier.
Dr. Boekmann.
Zu Nr. M. d. I. 15785. Darmstadt am 31. October 1877.
Betreffend: Nachforschungen nach Jacob Giacomuzzi aus Ziano im Bezirk Cavalese in Tirol.
Das Großherzogliche Mimsterium des Innern
an die Großherzoglichen Kreisämter.
Nach einer von Großherzoglichem Gesammt-Mintsterium uns übersendeten Mote der Kaiserlich und Königlich Oesterreichisch - Ungarischen Gesandtschaft am Großherzoglichen Hof vom 25. l. Mts. soll laut Mittheilung der K. K. Bezirkshauptmannschaft Cavalese ein gewisser Jacob Giacomuzzi, geboren im Jahr 1849 aus Ziano, Bezirk Cavalese in Tirol, nach Angabe seiner Angehörigen in dem Zeitraum nach 1869 im Großherzogthum verstorben (ein.
Da derselbe seit 1870 zur Nachstellung für das Heer vorgemerkt ist, beauftragen wir Sie, dem von der genannten Gesandtschaft ausgedrückten Wunsche entsprechend, über das behauptete Ableben des rc. Giacomuzzi in Ihren Kreisen Erhebungen anzustellen und uns von dem Ergebniß derselben demnächst berichtliche Anzeige zu machen.
v. Starck.
Rautenbusch.
> liberalen
id.
A
10. d. M. : Gmral- Hs Händler (iä[t ib zugleich lit ruhiger dere «der inq 6iltenr lieber
!t bei der
Mrige gatte,
inefi'
hr »olfl
politisch
Deutschland.
Berlin, 9. November. Der Criminal-Senat des Kammer-Gerichtes bestätigte heute das Erkenntniß erster Instanz, durch welches der Schriftsteller Rudolf Meyer zu 9 Monaten Gesängniß verurthetlt wurde, indem er für schuldig erachtet war, durch einen Artikel der „Socialpolitischen Korrespondenz" den Fürsten Bismarck beleidigt zu haben.
Wiesbaden, 9. November. Dem kronprinzltchen Paar zu Ehren wird heute Abend Seitens der Vereine und höheren Schulen ein Fackelzug veranstaltet. Der Aufenthalt der kronprtnzlichen Familie hterselbst wird bis gegen Weihnachten dauern.
Dresden, 6. November. Die Königin-Mutter ist heute Abend gestorben.
Oesterreich.
Wien, 8. November. Die „Wiener Ztg." publtcirt eine Verordnung des Kultusministers in Betreff der Anerkennung der altkatholischen Religions- Gesellschaft.
Pesth, 8. November. Das Abgeordnetenhaus hat die Gesetzvorlage, betr. die österreichisch-ungarische Bank mit 210 gegen 109 Stimmen als Basis der Spectalberathung angenommen.
Dänemark.
Kopenhagen, 8. November. Das Folksthing verwarf daS provisorische Budget und nahm in der Abendsitzung einen Antrag auf vorläufige Bewilligung des Budgets an. Die Regierung that keinen Einspruch, ließ jedoch dahingestellt, ob diese Form das Landsthing befriedigen könne, besten Entscheidung morgen zu erwarten ist.
Israrrkreich.
Parts, 8. November. Dem Vernehmen nach hat der Herzog Decazes, welcher, gleich seinen Collegen, sein Entlastungs-Gesuch zurückgenommen hat, sich hierzu nur unter der ausdrücklichen Bedingung verstanden, daß sofort ein Nachfolger für ihn ernannt werde, wenn sich das Cabinet aus irgend welcher Veranlastung entschließen sollte, definitiv im Amt zu verbleiben. — Die republikanischen Blätter berichten über eine militärische Festlichkeit, welche aus Veranlastung des Eintreffens zweier neuen Regimenter in Dijon stattgefunden hat. Dabei soll der Divistons-General Galiffet folgenden Trinkspruch ausgebracht haben: Ich danke Ihnen, daß Sie mich eingeladen, und trinke auf Ihre Gesundheit. Ich schlage vor, auf das Wohl der französischen Armee zu trinken, der Armee, welche absolutes Stillschweigen inmitten unserer inneren Zwistigkeiten beobachtet, sich der Arbeit widmet und sich lediglich auf die Ausübung chrer Berufspflichten beschränkt.
Paris, 8. November. Als Delegirte der verschiedenen Gruppen der Rechten des Senats begaben sich Abends der Marschall Canrobert, Depeyre, Graf Doru, Bocher und Kerdrel zu dem Marschall-Präsidenten, um ihm die formelle Versicherung zu geben, daß er auf die Majorität des Senats bei der energischen Verteidigung des Landes und der Gesellschaft rechnen könne. Der Marschall entgegnete: „Ihr Schritt beweist mir, daß ich Recht hatte, wenn
er Hheiü
ich auf die Unterstützung des Senats bei Befolgung der conservativen Politik rechnete, welche, wie Sie misten, die einzige ist, welcher ich dienen kann." — In der heute Abend gehaltenen Plenar-Sitzung der Fracttonen der Linken der Deputirten - Kammer wurde das Comit6 zur Vertretung derselben ernannt; daffelbe wird seine Berathungen geheim halten. — Die Deputirten-Kammer setzte in ihrer Abend-Sitzung die Wahl-Prüfungen fort.
Paris, 9. November. Das Ministerium wird sich heute in die Sitzung der Deputirten-Kammer begeben und ist bereit, Rede und Antwort zu geben. Die Rechte des Senats hat die beabsichtigte Interpellation vertagt, um zuvor zu sehen, wie sich die Kammer verhalten wird. Man bestätigt, daß die Majorität des Senats vollkommen einig sei, den Marschall zu unterstützen.
Nutzland.
Petersburg, 8. November. Der englische Botschafter Lord Loftus bezeichnet das in hiesigen Zeitungen enthaltene Telegramm aus London, wonach der Herzog von Edinburgh und Loftus sich in das Hauptquartier begeben, um Frtedensvorschläge zu machen, ausdrücklich als unbegründet.
Der orientalische Krieg.
Wien, 8. November. Die „Polit. Corresp." meldet aus Cattaro vom 8. d.: Die Montenegriner haben am 6. d. das Bombardement des Forts Serdan bei Spuz begonnen. Dieselben haben 20 Geschütze vor Podgoritza zur Belagerung dieser Festung herangesührt. — Dieselbe Korrespondenz berichtet aus Belgrad vom 8. d. über ein plötzliches Wachsen der Spannung der Pforte und Serbien; dies sei durch eine dem Belgrader Cabinet zugegangene Verbal- Note der Pforte veranlaßt, in welcher unter Androhung energischer Maßnahmen die Zurückziehung des serbischen Observations-Corps gefordert werde.
Konstantinopel, 8. November. Ein Telegramm Mukhtars aus Erze- rum, 5. Novbr., meldet, daß die Rusten am Sonntag seine Positionen rechts und links angriffen. Die Rusten wurden rechts anfänglich zurückgeschlagen, nachdem sie sich aber vom linken Flügel gegen das aus unvollständigen Ver- theidtgungs-Werken bestehende Centrum wandten, konnten sich die Truppen des türkischen Centrums nicht behaupten und ergriffen die Flucht, mehrere Kanonen zurücklastend. Mukhtar, die Unmöglichkeit, die Positionen zu behaupten, ein- sehend, gab das Signal zum Rückzug auf Erzerum. Mukhtar schreibt die im Centrum ausgebrochene Panik dem unehrenvollen Verhalten einiger Officiere zu, welche vor ein Kriegsgericht gestellt werden sollen. Die Truppen Mukhtar's halten die befestigten Werke von Erzerum besetzt. Es sind alle Vertheidigungs- Maßnahmen getroffen.
London, 9. November. Der Correspondent der „Daily News" in Bogot hebt in einer ausführlichen Besprechung der Lage Osman Paschals hervor, daß seit mehr als einem Monat keine Zufuhren in Plewna eingetroffen seien. Die Stadt Plewna sei durch russische Erdwerke umzingelt, welche von noch täglich verstärkten Truppen besetzt seien. Osman Pascha habe keine Vor- räthe, dies sei fast sicher. Die Frage sei also, ob capituliren oder durchbrechen. Die russischen Linien seien vollkommen telegraphisch untereinander verbunden. Jede Concentrirung türkischer Truppen sei von allen Theilen der russischen Positionen bemerkbar. Das Skobeleffische Corps, welches am 11. September so stark litt, zähle jetzt wieder 11,500 Mann.


