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empfiehlt (4566) 6g. Wilh. Weidig. im
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Putzpulver,
unberührt, bis sie ein angefeuchtetes Stück Pap er entdeckte, darauf ein Todtenkops gemalt und „Fliegengift" aufgedruckt war. Da ging sie getrost heran und aß und trank und blieb gesund und guter Dinge; denn das Fliegenpapier war — auch verfälscht.
Rom, 2. Oct. Die Congregationen, welche vom Papst mit der Abgabe ihres Gutachtens darüber beauftragt worden waren, ob eine Seligsprechung des Christoph Columbus, des Entdeckers von Amerika, angezeigt und im gegenwärtigen Augenblicke passend sei oder nicht, haben sich gegen eine solche Beatification ausgesprochen und für ihre Ablehnung die nachstehenden Gründe angegeben; 1) daß der heroische Grad der christlichen Tugenden des beantragten Seligen bisher durch kein außerordentliches Fac tum r.achgewtcscn wurde; 2j daß, abgesehen von seiner großen That der Entdeckung Amerikas sein privates und öffentliches Leben zu vielfachem Tadel berechtige; 3) daß die Chroniken seiner Zeil keinerlei Werke verzeichneten, welche ihn als der hohen Ehre «,ner Verehrung auf den Altären der Kirche würdig erscheinen ließen; 4) daß das Andenken, welches er sterbend hinterließ, ihn nicht zu einem hervorragenden Katholiken stempelte, und endlich 5) daß es bisher niemals irgend Jemand eingefallen sei, ihn für «inen Heiligen zu halten oder als solchen anzurufen. Dieser Bescheid wird demnächst den für die Seligsprechung des Christoph Columbus plaioirenden Advocaten bekannt gegeben werden, und danach wird eine Zeitfrist von mindestens drei Jahren zu vergehen haben, ehe es verstattet sein wird, das betreffende Ansuchen ein anderes Mal zu Verhandeln, falls es wiederholt werden soll'.e.
— Ein neuer Gerbstoff. Nach langjährigen Versuchen, welche theils in Deutschland, the ls in England und Frankreich angestellt worden sind, ist es endlich gelungen, und was wir jüngst über die Femlockfrage gesagt, bestätigt nur die hohe Wichtigkeit dieser Erfindung soweit sie sich praktisch bewährt, rohe Häute ohne Anwendung von E-chenrinde ober anderen tanninhaltigen Materialien, in Leder zu verwandeln. Schon vor 20 Jahren hatte der bekannte Technologe Prof. Knapp ausgesprochen, daß man lieber mit Eisenoxydsalzen gerben könne, ohne baß jebocb in Deutschland die Praktiker Versucht hätten, diese Beobachtungen zu verwcrtden. In England ist dies oon Jennings, in Frankreich neuerdings von Montoison geschehen, ohne baß jeboch bas so bargestellte Leber ben Anforderungen des Publikums entsprochen hätte. Dagegen haben, wie Prof. Knapp ber Gerberztg. miltheili, Veriuche bie man seit anberthalb Jahren in Braunschweig anaestellt hat, zu einem sehr günstigen Ei folge geführt. Es ist gelungen, eine Eisenoxy)lösung herzustellen, deren chemische und physikalische Beschaffenheit den Bedingungen sehr gut entspricht, unter denen die Umwandlung in Leder stattfindet und die außerdem auf eine einfache und billige Art dergestellt werden kann. Das damit in einem Zeitraum von 8 Tagen hergestellte Leder scheint allen Anforderungen, welche man an gutes lohgares Leder zu stellen berechtigt ist, zu entsprechen. Wenn man bedenkt, zu welchen Klagen der in immer größerem Maße austretende Mangel an Eichenrinde den Gerbern Anlaß gibt und wie sehr dieser Mangel die Concurrenz mit dem Aussande erschwert, so wird man begreifen, von welcher Wichtigkeit es fein würde, wenn ein Thetl des jetzt auf gewöhnlichem Wege aegerbten Leders künftighin mit Eisensalzen, die in unbegrenzter Menge bereitet werden können, bargestellt werden würbe, ganz abgesehen von dem Umstanbe, baß bie Fertigstellung bes Lebcrs in einer Woche allein schon geeignet ist, eine förmliche Revolution in ber ganzm Leberfabrikatisn hervorzu bringen.
— Uebcr bas Gypfen ber Pserdeställe. Wenn es auch nicht gelaugnet werben kann, daß sich in ben letzten Jahrzehnten bie praktische Lanbwirthschaft gar manches Resultat wissenschaftlicher Forschung zu Nutzen gemacht hat, so steht es boch unzwetsel- baft fest, baß es in einzelnen Dingen wiederholter Anregung bedarf, um sie der größeren Masse des lanow. Publikums nahe zu bringen. Dahin gehört auch die Benutzung bc§ Gypses zum Zwrckc Der Bildung von luftförmig werdenden Düngstoffen und bei in Vieh, namentlich in Pferdeställen bie Thiere belästigenben Gase. Jebermann weiß, daß in Ställen, namentlich in solchen, in benen bie Lüftung mangelhaft ist, sich bie stechenb riechenden Gase ber Art anhäufen, daß bie Augen unb bie Lungen ber Etn- iretenben sehr belästigt werden. Ist es also nicht ganz natürlich, baß die in einem solchen Stalle sich aufhaltenben Thiere in gleicher Weise belästigt werben? Es kann kaum zweifelhaft sein, baß bie zahlreichen Pferbe mit verdorbenen Augen unb Lungen diesem Uebelftanbe ihre Leiben verdanken. Wir regen diesen Gegenstand wiederholt an, weil Herr Gutsbesitzer Fellner auf Sandhof in Bay'n ber lanbw. Lehranstalt in Worms seiner Zeit geschrieben hat, baß ihm seit bem Jahre 1859, währenb welcher Mt er seinen Pfcrdestall jeden Abend nach ber Abfütterung mit einigen Hänben voll
Gyp8 bestreuen läßt, bei feinen Pferden gar keine Augenleiden mehr tiörgefommett feien, während solche früher in seiner Wtrthschaft an der Tagesordnung gewesen seien.
— (Ein E.senbahnabenteuer in der Türkei.) Ein Correspondent der „Times" reiste am 9. ds von Konstantinopel nach Adrianop-l in demselben Zuge, in welchem sich auch Lady Strangford und mehrere andere Damen als Vertreterinnen des englischen UnteistützungsvereinS für die türkischen Verwundeten und Flüchtlinge befanden. Während ber Fahrt würben bie Reisenden burch mehrere mitreisende Tscherkeffen beunruhigt, die sich die Zeit dadurch vertrieben, daß sie aus den Fenstern ihres Waggons schossen. Alles, was in Sicht kam — bald ber rothe Untenock eines bulgarischen Mäb- chens, bald ein roeibenber Ochse — mußte ben rohen Gesellen cis Zielscheibe bienen. Die übrigen Passagiere hatten sich nach unb nach an bas wilbe Spiel gewöhnt, aber plötzlich würben die Tscherkeffen dieses Zeitoertreibens müde und sie erfanden eine Abwechselung in demselben. Zum nicht geringen Schrecken aller Mitreisenden begannen die liebenswürdigen Gesellen durch bie aneinanbergebängten Waggons zu schießen. Das BegleitungSpersonal bes Zuges konnte nichts anberes thun, als von einer Station aus bem Gouverneur von Adnanopel ben Exceß telegraphisch zu melden. Derselbe schickte alsbald eine Abtheilung von 3—4nO Mann Soldaten nach dem Bahnhofe, wo die Tscherkeffen bet Ankunft des Zuges gefangen genommen unb ins Gefängniß geführt würben. _______________
Nestle’s Kiudermebl
in 1-Pfd.'Büchsen ä 1,25
Literarisches.
Im Verlage von Hermann Beyer & Söhne in Langensalza erscheint soeben in zweiter wesentlich verbesserter unb vermehrter Auflage: Allgemeines Fremdwörterbuch enthaltenb bie Verbeutschung unb Erklärung ber in ber deutschen Schrift- unb Umgangssprache sowie in den einzelnen Künsten unb Wissenschaften vorkommenben fremden ober nicht allgemein bekannten beutschen Wörter unb Ausbrücke mit Bezeichnung der Abstammung, Aussprache unb Betonung von Friebrich Wilhelm Looff herzogl. sächs. Schulrath. Es ist eine unverkennbare Thatsache, baß der Deutsche vor allen Völkern der Erbe berufen unb befähigt ist, sich auch in das auf fremdem Boden Erwachsene zu vertiefen unb es sich zu eigen zu machen. Dieser Zug bes beutschen Wesens hat einen, man kann fast sagen nachtheiligen Einfluß auf unsere Sprache ausgeübt: sie hat eine reiche Zahl von Sprachelementen ber Kulturvölker bes Alterthums wie ber Neuzeit meist unverändert in sich ausgenommen. Es ist rein unmöglich, baß An Jeber aus bem Volke, ber da Antheil nimmt an ben Fortschritten von Kunst und Wiffenschaft, an politischen, socialen unb tnbuftrieüen Bewegungen, alle bie Sprachen erlernen kann, aus denen bie ihm bei jeder Gelegenheit aufstoßenden Frembworte entnommen sinb. Für jeben, ber eine sprachwissenschaftliche Bilbung sich nicht erwerben konnte, ber sich aber boch hineingestellt sieht in bie Strömungen wissenschaftlichen Lebens, wird somit ein gutes unb vollstänbiges Fremdwörterbuch zu einem unabweisbaren Bedürfnisse. Aber auch ber wissenschaftlich (Bebilbete wirb oft genug in die Lage kommen, sich in einem solchen Ausschluß zu suchen. Dem nicht hinwegzuleugnenben Bebürfnisse will bas angezeigte Fremdwörterbuch abhelfen. Der Verfasser ist bemüht gewesen, in demselben möglichst vollständig die Erklärung derjenigen Wörter und Ausdrücke zu geben, welche in dem gewöhnlichen Leben und in den einzelnen Künsten und Wissenschaften vorkommen. Die außergewöhnlich und ausnahmslos günstige Beur- theilung, welche das Werk schon bet seinem ersten Erscheinen durch bie namhaftesten Organe ber Presse erfahren hat, ist bem Verfasser ein Antrieb gewesen, eS zu immer größerer Vollkommenheit zu bringen. So bars wohl dreist behauptet werben, baß es in feiner neuen Ausgabe mit Bezug auf Reichhaltigkeit, Wissenschaftlichkeit in ben Erklärungen unb praktische Verwenbbarkeit im gewöhnlichen Leben von keinem ähnlichen Werke erreicht, geschweige benn Überbote» wird.
(Zu beziehen durch jede Buchhandlung in 18 Lieferungen ö 40 Psge. oder camptet in einem Bande, brochirt »U, elegant gebunb-n & 8 J4)
Mobiliar Versteigerung.
5658) Montag den 15. und Dienstag den 16. d. M., jedesmal von Vormittags 9 Uhr ab, werden die nachverzeichneten, dem Restaurateur J. A. Schenk dahier zustehenden Mobilien unb Wirthschafts- Heräthschaften, und zwar:
4 französische und 4 gewöhnliche Betten, 1 Causeuse, 1 Sessel und 6 Stuhle in schwarzem Damast, 2 große Pseilerspiegel mit Consolen, diverse Comodeu, Kleiderschränke, Wasch- und Nachttische, sodann 7 Dutzend Wiener Rohrstühle, 5 Duhend eiserne Gartenstühle, 30 Wirthstische, 2 Buffet, 1 Bierpumpe, 1 großer und 1 kleiner Restaurationsherd, 3 Oefen, Kupfer, Porcellau, Glas- u. Weißgeräthe, (darunter mehrere Hundert Servietten), eine große Partie Weinflaschen und Fässer, un verschiedenes Hausgeräthe,
in dessen Wohnung (Reinhardtstraße Nr. 372) abzugshalber öffentlich an ben Meistbietenden gegen Baarzahlung versteigert.
Bad Nauheim, am 6. October 1877.
Großherzogliches Ortsgericht Bad Nanheim.
Schutt.
Eingesandt.
Einsenber können nicht umhin auf bie Leistungen bes Cirkus Blumenfeld aufmerksam zu machen, unb Heden unter vielem Trefflichen nur hervor: Die Blumen- quabriUe, bie beiden Glabiatoren zu Pferd, bas Schulpferd unb last not least die immer graziösen Sprünge ber Fräulein Virginie. Möge bie bis jetzt erworbene Gunst des Publikums e5 Herrn Blumenfelb gestatten, noch recht lange in unseren Mauern zu ver- rotilen. Mehrere Kunstfreunde.
Weinmost
Frankfurter Hof
Bekanntmachung.
5675) In Gemäßheit Artikel 87 der Städteordunng wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, baß bie Rechnung der Stadt Gießen vom Jahre 1876 nebst Verwaltungsrechenschast acht Tage lang zur Ginsicht der Be- theiligteu auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde im Locale bes alten Nealschulgebäudes offen liegt.
Gießen, ben 8. October 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm.
z ^tytnv^Mtn vom sjehendrn AWilu^ -oivo gegen das W men und MordlhM i, erlitten bedeutende
Ducht. Das Dors 1 «tobtet, jnm W ibmtf Ruhe, Di»
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in lackirten Blechdosen h 12 H zu haben bei ,3437
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erhält das Ober- mee. Die bosnischen hl von Truppen aus- durch Unwetter ge- ioljetoff ist mit der eauftraßt nelbd aus 6d)umta, ioi Kareijewo nach ährend Re^en Md
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Alsfeld, den 9. October 1877.
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