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Partei stehen und dem Marschall Mac Mahon als einziger Prästdentschafts- Kandidat gegenübertreten wird, muß alle Freunde der Ruhe und Ordnung, welche das rothe Gespenst sürchten, begreiflich in Hellen Haufen auf die Seite der gegenwärtigen Regierung treiben, bereitet letzterer daher die besten Aussich­ten auf einen günstigen Ausfall der bevorstehenden Wahlen. Um die Erhaltung des Weltfriedens dürste es indeß gleich schlecht stehen, mag Mac Mahon oder Gambetta mit seinen Anhängern den Sieg davon tragen. Ist ersterer das Werkzeug des Vaticans, welcher Frankreich um jeden Preis zur Vernichtung der italienischen und der deutschen Einheit antreibt, so vertritt der ehemalige Dictator Frankreichs die Partei des Hasses gegen Deutschland, zu welcher der bei weitem größte Theil des französischen Volkes gehört, und wünscht ohne Zweifel jetzt, nach Reorganisation der Armee, um jo sehnlicher Revanche zu nehmen, als er dieselbe im Jahre 1871 vergebens versucht hat. Wie eifrig alle Parteien in Frankreich daraus hinarbeiten, eine Koalition gegen Deutsch­land zu Stande zu bringen, geht daraus hervor, daß sowohl die Organe der Regierung wie die der Republikaner seit den Niederlagen Rußlands unablässig bemüht sind, Oesterreich vom Dreikaiserbündniß zu trennen und ein französisch- englisch österreichisches Bündniß zu bilden. Glücklicher Weise weiß die öster­reichische Regierung, so lange wenigstens ihre auswärtige Politik von dem Grasen Andrasiy geleitet wird, die sicheren Vortheile einer Freundschaft mit Deutschland und Rußland höher zu schätzen, als alle Wechsel auf eine ungewisse Zukunft. Was aber den Weltfrieden noch mehr sichert als alle Bündnisse, ist die fortdauernde Bereitschaft des deutschen Schwertes. Gewiß ist Kaiser Wilhelm im gegenwärtigen Augenblick nicht ohne besondere Absicht von einem außergewöhnlichen Glanze umgeben zu den Manöver» nach dem Rhein gereist und hat nicht ohne Grund seinen ersten Besuch im Rheinland dem Kruppschen Etablissement geschenkt. Für Frankreich liegt darin ein deutlicher Wink, daß man sich in Deutschland an entscheidender Stelle durch alle Frtedensversiche- rungen der französischen Regierung über deren wirkliche Absichten nicht täuschen läßt, sondern sein Schwert nach wie vor zur Abwehr etwaiger neuer Angriffe auf deutsche Ehre und Unabhängigkeit bereit hält. Auch die großartigen Huldigungen, die unserem Kaiser gegenwärtig seitens der rheinischen Bevölkerung dargebracht werden, sowie die lebhafte Theilnahme, mit der in ganz Deutsch­land das Sedanfest begangen worden ist, werden hoffentlich nicht ohne Eindruck auf Frankreich bleiben.

Pesth, 8. September. Rach hier eingegangenen Nachrichten hat der Fürst von Serbien bic Einberufung der Milizen zum 15.,Septbr. angeordn-t. Die Türken concentriren an der serbischen Grenze irreguläre Truppen und er- rtchten Verschanzungen auf dem linken Drina-Ufer.

Frankreich.

Parts, 8. September. Der Platz-Comniandant und der Polizei-Prä- ekt wohnten dem heutigen Ministerrathe bei, worin Maßregeln zur Aufrecht- rrhaltung der Ordnung bei dem Leichcnbegängniß von Thiers festgestellt wurden. Es soll keine laute feindliche Demonstration geduldet und sofort dagegen ein­geschritten werden. Der Marschall Mac Mahon hat seine Abretse nach Bordeaux auf Sonntag Morgen festgesetzt.

Trotz des seit 24 Stunden andauernden Regens ist der Andrang der Bevölkerung zu dem Lerchenbegängniß Tviers' sehr groß. Die Magazine sind auf dem Wege, den der Zug passirt, geschloffen. Die Haltung der Massen ist sihr ruhig.

Nach besonderen demJournal des D6bats" zugegangenen Mitthei- hingen erregt der Gesundheits-Zustand des Papstes zur Zeit die lebhafteste Beunruhigung.

müssen. Auf jeden Fall steht jetzt endlich eine baldige active Betheiligung am Kriege Seitens der mit Rußland verbündeten Völkerschaften in sicherer Aussicht. Fürst Karl von Rumänien ist zum Befehlshaber einer aus Russen und Numä- niern bestehenden größeren Truppenabtheilung ernannt worden und hat bereits den Uebergang seiner gejammten Armee über die Donau bewerkstelligt. Ser­bien setzt seine Rüstungen so eifrig fort, daß man seinem Eintritt in die Action schon für die nächsten Tage entgegensetzen kann. Griechenland endlich erwidert zwar augenblicklich noch die drohenden Vorstellungen der Pforte wegen seiner Kriegsvorbereitungen mit friedfertigen Versicherungen, wartet aber notorisch nur auf eine Niederlage der Türken, um den Besiegten in den Rücken zu fallen und sich einen Theil des osmanischen Reiches als Beute zu sichern.

Die neutralen Mächte denken jetzt weniger als je daran, sich in den Kampf der Türkei mit ihren Feinden einzunMen. Die Nachrichten von den neuen Greuelscenen in Rumelien, bei denen wieder Tausende von Bulgaren hingeschlachtet worden sein sollen, sowie die Schroffheit, mit dec die Pforte seit ihr-n letzten Siegen allen fremden Mächten gegenüber auftritt, haben letz teren alle Lust benommen, fernerhin noch irgend etwas zu ihren Gunsten zu thun, und ihnen zugleich die Ueberzeugung beigebracht, daß der bisherige Stand der Dinge im Orient, selbst bei einem nochmaligen Siege der Türken, unmög­lich aufrecht erhalten werden kann. Bittet die Türkei besiegt um Frieden, so werden ihr die Großmächte allerdings gern ihre Dienste zur Vermittlung des­selben anbieten, trägt sie dagegen den Sieg davon, so werden sie ohne Zweifel noch ruhiger als bisher zuschauen und den Russen freie Hand lassen, wenn diese ihr Glück in einem neuen Feldzuge versuchen wollen. Von Osten her droht daher dem Weltfrieden augenblicklich nicht die geringste Gefahr.

Leider scheint sich dagegen der politische Horizont im Westen gerade jetzt noch mehr verdüstern zu wollen, als bisher der Fall war. Der unerwar­tete Tod des alten Thiers wird aller Voraussicht nach von verhängnißoollen Folgen für die Zukunft Frankreichs begleitet sein. Der Umstand, daß der radikale Gambetta dort von nun an allein an der Spitze der republikanischen

Deutschland.

Darmstadt, 7. September. Dem zum Consul der schweizerischen Eid­genossenschaft für das Großherzogthum Hessen und die preußischen Provinzen Hessen-Nassau und die Rheiuprovinz mit dem Sitze in Frankfurt a. M. ernann­ten Banquier Karl Gabriel Rudolf von Frischmg ist Namens des deutschen Reichs das Exequatur ertheilt worden.

Oesterreich.

Wien, 7. September. DiePolin Correjp." meldet aus Bukarest vom 7. d.: Von heute an ist der Güterverkehr auf allen rumänischen Eisen­bahnen ganz eingestellt. Dieselbe Corresponten; bringt folgende Depesche ans Belgrad 7. d.: Auf neuerliche Vorstellungen des britischen General - Eonjuls White gegen die Kriegs - Vorbereitungen Serbiens erklärte Minister Rtstic, Serbien müsse sich aus Opportunitäts-Gründen und in seinem eigenen Interesse für alle Eventualitäten vorbereiten. Der rumänische Oberst Catargiu, ein Oheim des Fürsten von Serbien, hat mit Serbien zwar keine förmliche Convention, wohl aber bestimmte Abmachungen über das eventuelle mit den Operationen der rumänischen Streitkräfte zu combinirende Vorgehen der serbischen Armee vereinbart. Fürst Tscheretleff trifft morgen ans Bukarest wieder in Belgrad ein.

Wien, 8. September. DasTageblatt" meldet aus Belgrad: Gestern empfing Fürst Milan zwei Deputationen von Kaufleuten, deren eine für, die andere gegen das Moratorium petitionirte. Dasselbe bleibt für ausländische Zahlungen aufgehoben, wird aber für die serbischen Grenzdistricte verlängert. Auf eine diesbezügliche Frage antwortete der Fürst, daß der Krieg im Bereiche der Möglichkeit liege. Dasselbe Blatt meldet aus Serajemo: Die Aus­hebung der bosnischen Mustehafi; geschieht ohne Störungen. Dieselben werden hier einexercirt und alsdann an die serbische Grenze beordert. Ferner berichtet dasTageblatt" aus dem Hauptquartier Caceljewo vom 5. d., Abends : Der Kampf dauerte von 10 Uhr Vormittags bis 6 Uhr Abends. Mehemed Ali traf um 4 Uhr in dem erstürmten Caceljewo ein.

Türkei.

Konstantinopel, 7. September. Eine Anleihe von 2 Mill. Pfund nominell ist mit der Banque ottomane abgeschlossen, der Erlös derselben ist bestimmt zur Rückzahlung einiger von Bankiers in Galata geleisteter Vorschüsse, ferner zur Bezahlung von in Amerika angekauften Gewehren und Munitions- Vorräthen mit) endlich zur Garantirung des circulirenden Papiergeldes.

Aegypten.

Alexandria, 7. September. Der Khedive ist nach Cairo zurückge­kehrt. Der Wafferstand des Nils bei Cairo ist andauernd ein niedriger. Doch soll der obere Nil den mittleren Durchschnittsstand erreicht haben, so daß zu hoffen ist, daß auch der untere die Normalhöhe erreichen wird. Indeß be­fürchtet man, die Nil-Ueberschwemmung könne zu einer Zeit eintreten, welche zur Sicherung einer guten Maisernte nicht mehr geeignet ist.

Der orientalische Krieg.

Petersburg, 7. September. Amtlich wird aus Gorni-Studen unterm 6. d. gemeldet: Am 4. d. versuchten die Türken von Mikre aus einenjlngnff auf Lowtscha, wurden aber nach einem Scharmützel, welches 4 stunden dauerte, abgewiesen. Am selbigen Tage griffen die Türken mit geringen Streit­kräften in der Nähe von Elena an und wurden gleichfalls zurückgewiesen. Am 5. Septbr. wurde das russische Corps bei Rustschuk von den Türken auf Oct ganzen Linie angegriffen, hauptsächlich in der Richtung auf Kazlewo und Oblanowo. Den ersten Angriff auf Kazlewo führten die Türken mit 15 Ba­taillonen, 18 Escadrons und 23 Geschützen aus. Im Lause des Kampfes nahmen die türkischen Streitkräfte an Zahl zu. Die russische Colonne bei Kazlewo in der Stärke von 5 Bataillonen, 8 Escadrons nebst Artillerie hielt sich standhaft, wurde aber nach einem 6 stunden dauernden hartnäckigem Kampfe unter großen Verlusten zum Rückzüge auf Ostriza gezwungen. Die russische Colonne bei Oblanowo, welche gleichfalls von bedeutenden >L>treilkraf- ten angegriffen wurde, wies alle Angriffe entschieden ab und behauptete ihre Positionen. Auf beiden Flügeln der russischen Vertheidigungs - Linie nächst Rustschuk, in der Richtung von Kadiköi und Popkiöi, gingen die Türken zur Offensive über, es ist jedoch noch nicht bekannt, ob dies einen wirklichen An­griff oder nur eine Demonstration bedeutet. Im Balkan herrscht Ruhe. Suleiman Pascha organisirt seine Armee bei Kasanlyk. Der russische Ver­lust bei der Einnahme von Lowtscha belief sich auf 1000 Mann Todte und Verwundete. Die Türken hatten ebenfalls großen Verlust und verloren über­

dies WO Gefangene.

Wien, 7. September. DiePresse" meldet aus Jassy: Der Durch­zug der Garden ist in vollem Gange. Die Garde-Kavallerie überschreitet den Pruth bei Scutari und setzt ihren Marsch daraus ohne Benutzung der Eisen­bahn fort; dagegen werden Infanterie und Artillerie größtentheils mit bei Bahn befördert. Gestern traf General Gurko als Commandeur der Garde- Kavallerie hier ein. M r,, r n

Bukarest, 7. September, Abends 6 Uhr. Die Beschießung von Rust­schuk ward gestern Vormittag 10 Uhr eingestellt, aber von 3 bis 7 Uhr Abends wieder fortgesetzt. Die Türken erwidern das Feuer, indem sie Giurgewo be­schießen, welches Beschädigungen erlitt. Heute hat das Feuer früh 9 Uhr be­gonnen und dauert gegenwärtig noch fort. ,

London, 8. September.Daily News" melden über die Einnahme von Lowatsch aus Gorni-Studen vom 4. Septbr.: 22,000 Russen, bestehend aus der zweiten Division, der Schützenbrigade aus Gabrowa, einer Brigade von der dritten Division und Skobeleff's Kosaken-Brigade haben geftern über die 7000 Mann starke Besatzung von Lowatsch einen Sieg erfochten. Skobeleff hatte am Abend zuvor die Position im Nordosten erstürmt, wodurch der Platz un­haltbar wurde. Während der Nacht retirirten die Türken auf die befestigten Anhöhen hinter der Stadt, in Erwartung des Angriffes, welcher nun auch bei Tagesanbruch Seitens der russischen Artillerie eröffnet wurde. Dieser Angriff war so geleitet, daß die russische Artillerie eine derartige Position ein nahm, daß die von den Türken besetzte Hügelkette umzingelt und der Rückzug derselben nach dem Balkan auf dem Wege über Trogan abgeschnitten wurde. Hartnäcki­gen Widerstand leistend, wurden die Türken erst nach hartem Infanterie-Kampfe gegen Sonnen-Untergang aus ihrer Stellung verdrängt. Da der Rückzug nach Plewna, den die Türken versuchten, durch Artillerie verhindert wurde, so rett' ritten dieselben in westlicher Richtung, verfolgt von Kosaken.

Vermischtes.

In Saalfeld hat der Magistrat sich veranlaßt gesehen, eine Untersuchung der iw Orte gebrauten und von auswärts eingeführten Biere oorzunehmen. öu 0 1 , Zwecke sind aus einer Anzahl namhaft gemachter Brauereien und .Wlrthschasten -o proben durch eine besondere Commission vorläufig geprüft und mit Notizen über Befund an Prof. Dr. Reichhardt in Jena gesandt worden. Derselbe bet die -orc» i namentlich auf ihre Güte in Betreff der Gäbrung mikroskopisch untersucht, well naa» t seinem Urtheil diese Untersuchung unter allen Umständen das richtigste Urthetl verw w - . und gefunden, daß in einzelnen Bieren nur saure Hefenzelle, in anderen Derflieicp vorwiegender, wieder in anderen in geringerer Menge und nur in einer ©ou b 1 feine solche enthalten waren, daß demnach das gesundheitnachtheilige Verhalten e J Biere nicht auf gesundheitswidrigen Substanzen, die nicht nachzuweisen waren, i