1899.
Samstag, den 11. August
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AUM- iini Amtsblatt für ben Kreis Gießen
Serben.
Der Vorstand.
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Ischl, 8. August. Der deutsche Kaiser und
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minatiou, welche einer Musskkapcllt zu zahlreichem A-
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überreicht. Kaiser Franz Joseph hatte preußische, Kaiser Wilhelm österreichische Uniform angelegt. Der deutsche Kaiser fuhr alsbald nach der kaiserlichen Villa, um der Kaiserin von Oesterreich einen Besuch zu machen.
Ischl, 9. August. Die gestrige Partie nach Hallstadt ist glänzend ausgefallen. Heute Frühe erfolgte die Abreise des deutschen Kaisers, welcher von dem Kaiser Franz Joseph bis Ebensee begleitet wurde. Der Abschied von der Kaiserin und dem Kronprinzen war ein sehr' herzlicher. Ueberhaupt trug die ganze Entrevue den Charakter des aufrichtigsten Einvernehmens der beiden Monarchen.
Lemberg, 8. August. Die Eröffnung des Landtags hat heute stattgesunden. In der Eröffnungsrede betonte der Landtags-Marschall, der Landtag werde sich vor den Einflüssen, welche ihn fremden Zielen dienstbar machen wollten, zu bewahren wiffen. Es stehe dem Landtag nicht zu, über die orientalischen Wirren seine Stimme zu erheben. Wie die Situation sich auch gestalten möge, werde sich die Nation um den Monarchen mit hingebender Treue schaaren.
Preis vierteljährlich 9 Mark 20 Pf. mit Brinqe^ohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Erscheint täglich mit Ausnahme de« Montag». (Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
Frankreich.
Paris, 7. August. Haußmann wurde in Ajaccio für die bevorstehen- Deputirten-Wahlen als Candidat gegen Prinz Napoleon aufgestellt.
England
Der orientalische Krieg.
Alexandropol, 7. August. Großfürst Michael ist hier eingetroffen; auch General Mirsky wird erwartet. Die Wiederaufnahme der Offensive dürste in den nächsten Tagen bevorstehen. Der Prinz von Oldenburg ist von
Motive fehlen noch die Details.
Kesternich.
Loudon, 8. August. Im Unterhause machte der Secretär des Schatz- Amtes, Dyke, unter großem Beifall die Mittheilung, daß der bisherige Secretär des Schatz-Amtes, Smith, zum ersten Lord der Admiralität ernannt worden ist. '
London, 9. August. Lord Beaconsfield wird wahrscheinlich vor Schluß der Parlaments-Session, möglicherweise heute, im Oberhause wichtige Erklärungen über die Orient-Politik Englands abgeben.
Spanien.
Madrid, 7. August. Die Regierung beabsichtigt einen neuen Handelsund Schifffahrts-Vertrag' mit Frankreich und England auf der Grundlage vollständiger Gegenseitigkeit unter Concesstonen für die Ermäßigung der Zolltarife abzuschließen. — Einer officiellen Meldung aus Cuba zufolge wurden die Insurgenten in sechs aufeinanderfolgenden Kämpfen in der Nähe von Riosanpedro im Departement Oriental geschlagen. Mehrere Mitglieder der revolutionären Junta und zwei Führer der Insurgenten sind gefallen.
Serbien.
Belgrad, 7. August. Der in der Schluß-Sitzung der Skupschtina eingebrachte Antrag auf Verweigerung der Tribut-Zahlung an die Türkei war damit motivirt worden, daß mit diesem (Selbe die im vorjährigen Kriege von den Türken ohne strategische Nothwendigkeit zerstörten serbischen Städte aufgebaut werden sollten. Der Antrag wurde nach einer erregten Debatte, wie bereits gemeldet, abgelehnt, nachdem sich der Minister Ristic dagegen ausgesprochen hatte.
Nachtfeste.
Homburg, 9. August. Soeben verbreitet sich die Kunde, daß Land- ratb v. Briesen sich mittelst eines Pistolenschuffes entleibt hat. Ueber die
, der Kaiser von Oesterreich
sind heute Mittag 121//Uhr hier eingetroffen und im „Hotel Elisabeth" abgestiegen, wo Kronprinz Rudolph in preußischer Uniform die Majestäten erwartete. Der Empfang und die Begrüßung der beiden Kaiser war gegenseitig sehr herzlich. Bei der Ankunft im Hotel wurden von zwei Damen Bouquets
Deutschland.
Berlin, 8. August. Fürst Bismarck mit Familie wird Mitte August j in Gastein erwartet. ,
Berlin, 8. August. Neuerer Anordnung zufolge soll bei Einziehung i von Wechseln durch die Post folgendes Verfahren beobachtet werden: Wünscht ; der Auftraggeber, daß die Weitersendung an eine zur Aufnahme des Wechsel- , Protestes befugte Person geschieht, so genügt der Vermerk„sofort zum Protest , , ohne daß es der namentlichen Bezeichnung einer solchen Person bedarf. Alle Postausträge, auf welchen für den Fall der Nichteinlösung die Weitergabe zur Protestaufnahme verlangt ist, werden sofort nach der ersten vergeblichen Vorzeigung oder nach den, ersten vergeblich gebliebenen Versuche der Vorzeigung weitergesandt. Mit der Weitergabe des Postanstrags und deffen Anlagen ach den Notar, Gerichtsvollzieher u. s. w. ist die Obliegenheit der Postverwaltung erfüllt. Die Protestkosten hat der Auftraggeber unmittelbar an den Erheber des Protestes zu entrichten.
— Nach dem Neichsmünzgesetz ist bekanntlich das Maximum des ausgeprägten Silbergeldes auf 10 Mk. für den Kops der Bevölkerung festgesetzt, der Betrag des Nickels- und Kupsergeldes soll das Zweiundeinhalbsache der Bevol- kerungszahl nicht übersteigen. Für das Silbergeld ist nun nach dem letzten Prägungsausweise vom 28. Juli die Maximalgrenze beinahe erreicht; es betrug nämlich bis zu diesem Termine die gesammte Ausprägung von silbernen Funsmark-, Zweimark-, Mark-, Fünfzig- und Zwanzigpfennig-Stücken 406,555,497 Mk. iinb 80 Pfg. Da bas beutsche Reich am 1. December 1875 eine Bevölkerung von 42,752,554 Seelen aufwies, so fehlen an bei zehnfachen Zahl nur noch etwa 20 Mill. Mk. Unter biesen Umständen ist es erklärlich, daß die Aus- Prägung von Silbermünzen gegenwärtig fast ganz eingestellt ist; nur an den neuen Fünfzigpfennigstücken wird noch fortgearbeitet. Uebrigens kommt von dem überhaupt im Umlauf befindlichen Silbergelb wohl schon jetzt ein Betrag von mehr als 10 Mk. auf ben Kopf ber Bevölkerung. Man benke nur an bie vielen Millionen von Thaler- unb Fünfgroschen-Stücken, bie noch nicht aus bem Verkehr gezogen sind unb auch wohl so balb nicht vollständig herausgezogen werden. Von Nickel- und Kupfermünzen sind zusammen bis jetzt etwa 45 Mill. Mk. ausgeprägt, doch stockt auch hier bie weitere Ausprägung, da man sich aus den Klagen der Gewerbetreibenden über ben Ueberfluß an Kleim gelb wohl überzeugt haben wird, baß hier bie Maximalgrenze etwas zu hoch gegriffen war. Von älteren Kupfermünzen sinb bekanntlich nur noch bie Einpfennigstücke unb bie Zweipfennigstücke einzelner Staaten im Verkehr. An Golbmünzen werben in einigen Münzstätten noch immer Doppelkronen, Kronen unb halbe Kronen geprägt, boch haben überall Arbeiter-Entlassungen vorgenommen werden muffen, am meisten in Berlin, wo wegen mangelnder Beschäftigung zum großen Leidwesen der leitenden Beamten den tüchtigsten, viele Jahre lang in ber Münze beschäftigten Arbeitern gekünbigt werben mußte.
Tübingen, 8. August. Zur Jubiläums-Feier des vierhunbertjährigen Bestehens ber Universität sind bereits gestern ber König unb bie Königin hier eingetroffen. Die Stabt ist reich geschmückt. Gestern Abenb zur Vorfeier versammelten sich mehrere Stubenten-Verbinbungen in ber Liederhalle zu einem
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Amerika.
Washington, 8. Mufluft. Die anläßlich der durch bie Strikes her- vorgerufcnen Unordnungen nach mehreren Küstcnpläßen abgesendeten Kriegsschiffe sind angewiesen, nach ihren gewöhnlichen Stationen zurückzukehren; dagegen soll ein großer Theil der Armee im Osten des Mississippi verbleiben.
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Mittwoch den 15. August, Morgens IO Uhr, zu Gießen.
Lang-Göns, den 9. August Dekan. ______________________________
Viehpreisvertheilung zu Alsfeld 1877.
Nachdem der Ausschuß des Pserdezuchtvereins für das Großherzogthum Hessen für die am 5 September d. J °u E^ .staltfindende ^pret^ vertheiluna eine Summe von 100 ausgesetzt hat, welche zur Prämiirung von Mutterstuten ober selbstgezogenen Fohlen, die Mttglrevern des Pferde- zuchtvereins für das Gr oßherzogthum Hessen gehören, verwendet werden soll, so bringe ich dies hiermit unter dem Ansugen zur Kenntlich der Jnieressenten, daß diese Summe zu einem oder zu mehreren Preisen verwendet werden kann.
Friedelhausen am 10. August 1877. ,
° Der Präsident des landw. Vereins von Oberheffen.
A. Kreiherr von Aordeck zur Rabenau.
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