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üben. An seiner Statt gedenkt die päpstliche Curie den Cardinal Pecci zum Kämmerer der heiligen römischen Kirche zu ernennen. w (Köln. Ztg.)

Nom, 7. Juli. DieAgenzia Stcfani" e-fährt: Die Kräfte des Papstes sind zwar schwach, doch gibt der Gesundheitszustand desselben augen­blicklich zu keinen Besorgnissen Anlaß. Der Papst empfing heute mehrere Personen.

Serbien.

Kragujevatz, 8. Juli. Die Skupschtina überreichte dem Fürsten in Beantwortung der Thronrede eine Adresse. Dieselbe sagt, daß der Fürst, in­dem er im vorigen Jahre das Volk zu den Waffen gerufen, den Wünschen und der Ausgabe Serbiens würdig entsprochen habe. Die Skupschtina dankt dem Fürsten lebhaft, daß er die Gefühle der Erkenntlichkeit des serb scheu Volkes dem Kaiser Alexander unterbreitet habe. Sie läßt den Rathschlägen des Für­sten über die Nothwendigkeit der Eintracht und Umsicht in den gegenwärtigen Verhältnissen widerfahren, verläßt sich im Uebrigen auf die patriotische Sorg­falt des Fürsten, spricht ihr Vertrauen zur Regierung aus und schließt mit dem Ausdrucke der freudigsten Theilnahme der Nation an der Geburt eines Thronfolgers.

Amerika.

New-Nork, 7. Juli. Nachrichten aus Mexico vom 30. Juni zufolge haben die Befehle des Commandanten der amerikanischen Truppen an der Grenze, Generals Ord, einige Unruhe hervorgerufen. Das officielle mexicanische Journal beschuldigt die Union der Verletzung der Verträge und des Völkerrechts. Der amerikanische Gesandte in Mexico richtete in Folge dessen ein Memoran­dum an die Regierung und die Vertreter der fremden Mächte in Mexico, worin er sagt, den Befehlen des Generals Ord sei eine irrige Auslegung gegeben worden. Durch dieselben habe einfach dem Marodeur-Unwesen gesteuert wer­den sollen, wenn Mexico dagegen nichts thun könne. Mexico scheint auf Ab­änderung der Befehle zu bestehen. ________________________________________

Der orientalische Krieg.

Wien, 7. Juli. DiePolit. Corresp." veröffentlicht folgendes Tele­gramm aus Belgrad von heute: Vor Berathung des Adreß-Entwurfs wird die Skupschtina das Budget, sowie die Vorlagen, betreffend die Deckung der 1,500,000 Dukaten betragenden Staatsschulden, und endlich die Aufnahme einer Anleihe berathen. Die Abgeordneten perhorresciren jede Separat-Ab- machung mit Rumänien, weil Letzteres während des serbischen Krieges eine feindselige Haltung an den Tag gelegt und das serbische Allianz-Anerbieten zu­rückgewiesen habe. Die Skupschtina dürfte die Rathschläge Rußlands befolgen, welche Ristic in geheimer Sitzung darlegen wird. Trotz der mächtigen Gegen- Agitationen der Conservativen dürfte die Regierung eine compacte Majorität für sich haben. Der Fürst bleibt noch in Kragujevatz.

Wien, 7. Juli. Meldungen desNeuen Tageblatts" : Kladowa, 7. Juli. Flüchtlinge aus Widdin berichten, daß die Stadt beinahe zerstört fei das Handelsviertel, das österreichische Consulat und ein Hotel seien abgebrannt. Englische Osficiere unter Osman Pascha sollen die Operationen leiten; auch in Flortin und Bregowa befanden sich englische Officiere. Aus Jtzkany bei Simnitza wird gemeldet: Gegenwärtig wird von russischer Seite hauptsächlich Artillerie über die Donau befördert. Man schätzt die türkische Armee auf der Linie Rustschuk-Widdin auf 165,000 Mann. Der Prätendent Don Carlos befindet sich in Kalafat.

Petersburg, 7. Juli. Officiell. Simnitza, 6. Juli. Nachdem gestern Starodub'sche Dragoner Bjela besetzten, rückte heute Infanterie dahin ab. Gestern fand beim Flusse Jantra ein Handgemenge zwischen Konaken, achtyr' schen Husaren und Tscherkessen statt. Der Major der achtyr'schen Husaren, Siskewitsch, und ein Kosak wurden verwundet. Zwei Kosaken blieben todt. Die Tscherkessen, welche 10 Todte zurückließen, zerstreuten sich. Bei dem Donau- Uebergang am 27. Juni wurden folgende Verluste constatirt: 6 Officiere und 289 Soldaten tobt, 398 Soldaten verwundet, 38 vermißt.

Ein Telegramm des Ober-Befehlshabers der Kaukasus-Armee vom 6. d. Mts. meldet: Gestern ist die Eriwan-Colonne in der Umgegend von Jvyr angekommen, um Proviant und Kriegsvorrath zu vervollständigen. Die­selbe wird hierauf nach Bajazid, zum Entsätze dieses Platzes, abgehen. Unsere Garnison hat denselben, welcher von 20 türkischen Bataillonen und 10,000 kurdischen Reitern eingeschlossen ist, bis jetzt gut behauptet.

Konstantinopel, 7. Juli. Ein Telegramm Mukhtar Pascha's vom 6. d. Mts. meldet: Die türkische Armee ist fünf Wegstunden vor Kars einge troffen. Der Weg nach Kars ist frei. Die Russen zogen sich hinter Kars zu­rück. Großfürst Michael ist nach Tiflis abgereist. Einem Telegramm des Gouverneurs von Erzerum vom 5. Juli zufolge sind die'Ruffen aus Uetschkiliffa und Ipek vertrieben worden. Ein Telegramm des Kriegs-Ministers Redff Pascha's meldet: Die Russen versuchten am Dienstag bei Silistria auf Barken über die Donau zu setzen, wurden jedoch zurückgedrängt.

Petersburg, 8. Juli. Die Nachricht, die Russen seien am 5. Juli nach fünftägiger Schlacht bei Bjela auf Sistowa zurückgeworfen worden, ist unbegründet. Bjela befindet sich noch im Besitz der Russen. Ebenso unrichtig ist die Meldung, daß General Tergukasoff (linker Flügel der russischen Armee in Armenien) abgeschnitten sei. Zwischen den verschiedenen operirenden Trup- pentheilen ist die Fühlung nicht gestört.

Nach einem Telegramm desGolos" aus Bukarest vom 7. Juli ist Timowa am 6. d. Mts. von den Russen eingenommen worden. An dem Kampfe waren auf russischer Seite zwei Kavallerie- und zwei Infanterie-Divi­sionen, sowie eine Schützen-Brigade betheiligt. Von drei Seiten eingeschloffen, räumten die türkischen Truppen Timowa, von der russischen Kavallerie verfolgt. Die Stadt wurde von den Russen besetzt.

Bukarest, 8. Juli. Die Russen sollen nunmehr Tirnowa besetzt haben. Officielle Berichte melden: 400 Tscherkessen ermordeten bei Küsteudsche 60 Christen. Der russische Kaiser besuchte in Begleitung des Obersten Welles- lev Simnitza. Der Prinz von Hessen ist wieder abgereist. Er und Fürst Gortschakoff btnirten am Samstag in Cotroceni bei dem Prinzen Karl von Rumänien, welcher So'ntag in's Hauptquartier abreist.

Petersburg, 9. Juli. Telegramm des Ober-Befehlshabers der Donau- Armee aus Tzarewitsche vom 8. d. Mts. Gestern eroberte General Gurko mit Kavallerie Tirnowa. Die Nizams, 3000 Mann stark, eine türkische Bat­terie und Redifs, deren Zahl nicht bekannt ist, wurden zum Rückzüge in der

Richtung auf Osmanbazar gezwungen. Die Einwohner von Tirnowa bezeugen unbeschreiblichen Enthusiasmus. Nach der Besetzung der Stadt wurde ein Gottesdienst gefeiert. General Gurko nahm das türkische Lager und die Mu­nition der Türken. Unser Train, sowie Infanterie und Kavallerie nähern sich Tirnowa.

Konstantinopel, 9. Juli. Der Scherif Hussein Pascha, Mitglied des StaatSraths, wurde zum Emir von Mekka ernannt. Ein Telegramm Redif Pascha's signalisirt Ausschreitungen der Russen bei Sistova. Hier ist die Nachricht verbreitet, daß die von Sistova auf Rustschuk vorrückenden Russen zurückgeworfen seien.

Bukarest, 9. Juli. Die Truppen, welche Tirnowa besetzt haben, ge­hören dem achten Armee-Corps unter. Radetzki an. Dieselben haben auch die über Tirnowa hinaus gelegenen. Ortschaften Novoselo, Setkoi, Drenowa und Slataritza besetzt und die Tücken auf ihrem Rückzüge über Slataritza hinaus verfolgt.

Wien, 9. Juli. Die Adresse der Skupschtina an den Fürsten wird hier dahin ausgelegt, daß eine Actions-Politik Serbiens jetzt nicht zu er­warten sei.

Meldung desTageblatts" : Schumla, 8. Juli. Der Kriegsminister Redif Pascha weilt seit Mittwoch hier. Die Verbindung auf den Bahn- Linien Tschernawoda Küsteudsche und Rustschuk-Varna ist noch ungestört.

Aokal-ALotiz.

Gießen, 11. Juli. Wir lassen nachstehend die T a g e « ordnun g für die Stadt- oerordneten-Sitzung am Donnerstag den 12 Juli 1877, Nachmittags 4 Uhr, folgen:

1. Die Gehaltsoerhättnisse der academisch gebildeten Lehrer.

2. Ausbau der Ludwigsstraße.

3. Gesuch des A. Scheyda um Erlaubntß zur Anlage einer Einfriedigung.

4. Die Reinhaltung der städtischen Schullocale.

5. Die Verloosung städtischer Schuldverschreibungen.

6. Vergebung einer Plockischen Pfründe

7. Uebernahme von Verpflegungskosten eines Pfleglings der Landes-Irrenan­stalt Heppenheim auf die etabtfaffe.

8. Niederschlagung uneinbringlicher Posten aus dem Jahr 1876.

9. Fristgesuche auf Cornrnunatrückstänoe aus dem Jahr 1876.

1" K'age gegen den Landarmenverband G-eßen wegen Uebernahme von Kosten.

11. Geländeerwerb von Schmiedemeister und Stadtverordneten Mai.

12. Die Abgabe von Waldnebennutzungen und von Holz aus der Hand.

13. Die Abböschung der Wieseckufer.

14. Gesuch der Metzger Seng und Ptrr um Erlaubntß zur Anlegung von Schlächtereien in ihren Hofratthen.

15. Gesuch der Wilhelm Zurbuch's Wittwe um Bauerlaubniß.

16. Gesuch des Theodor Lony um Erlaubntß zur Vornahme von Bauoer­änderungen.

17. Desgl. des Kaufmanns L- A- Müller dahter.

Vermischtes.

Berlin, 6. Juli. Im Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes zu Berlin sprach am Montag Abend der Vorsitzende des Reichspatentamtes, Ministerkaldirector Dr. Jacobi über das neue Patentgesetz. Die Versammlung war, trotz des schwülen Sommerwetters, äußerst zahlreich besucht und folgte mit gespanntester Aufmerksamkeit den Acußerungen des Redners. Nach der Beleuchtung des Gesetzes versicherte der Redner, daß das Patentamt gewiß Alles zur Erfüllungseiner wichtigen Aufgabe thun werde; es werde und könne aber nicht außerhalb der Industrie stehen. Es wünsche gemeinsame Arbeit, es wünsche die Kritik der Industrie, es bitte aber um gerechte Kritik und es bitte neben der Kritik um Vertrauen. Wie viel Arbeit dem Patentamt zufallen wird, lasse sich noch nicht bestimmen. In Preußen wurden bis jetzt durchschnittlich 1700 Gesuche im Jahr eingereicht; beim deutschen Patentamt seien an den beiden ersten Tagen des Bestehens 120 neue Gesuche und 12 Gesuche um Uebertragung von Landes­patenten auf das Reich eingegangen. Diese Gesuche waren begleitet von einer Geld­summe im Gesammtbetrage von 2397 JL Würde das so fort gehen, dann könne das deutsche Patentamt mit seinen Einnahmen zufrieden sein. Zum Schluß nahm die Ver­sammlung eine Resolution an, in der sie das Erscheinen des Patentgesetzes mit Freuden begrüßt, dem Patentamte die Unterstützung des Vereins zusagt und der deutschen Industrie den Vorschlag macht, die deutschen Patente von jetzt ab mitD. Patent und, soweit der Platz es gestattet, Angabe des Datums der Patentertheilung zu bezeichnen.

Mainz, 4. Juli. DasMzr. Tageblatt" schreibt: An dem Schwimmsport, der in jüngster Zeit wieder in Aufnahme kommt, nehmen auch unsere Damen Anthetl. Gestern unternahmen fünf couragirte Mädchen eine Schwtmmparthie von Weisenau bis zu einer der Badeanstalten am Rheinquai.

Dasselbe Blatt meldet ferner: In einer hiesigen Wirthchaft fand gestern Abend eine sehr schwach besuchte Versammlung hiesiger Schweinemetzger statt. Dieselbe wurde, wie man uns versichert, von einem jüngst bestraften Metzgermeister zu dem Zweck be­rufen, die Wurstpreise zu erhöhen, da durch das Verbot, Kartoffelmehl der Wurst zu- zuictzen, der Verdienst den bisherigen Verhältnisien nicht mehr entspreche. Die Wurst solle künftig statt 80 Pf. 1 Mark kosten- Die Majorität der Metzger sprach sich jedoch gegen die Erhöhung de- Wurstpreise aus.

Tod durch eine Katze. In einer an der Paradestraße in Elberfeld belegenen Wohnung war am 27. v- M. ein halbjähriges Kind von seinen Eltern auf wenige Stunden allein gelassen worden. Als die erwachsene Schwester des Kindes gegen 11 Uhr Morgens nach Hause kam, fand sie ihr Brüderchen todt im Bette liegend und auf dem Gesichte des Kleinen eine junge Katze, welche mit ihrem Körper Nase und Mund des­selben bedeckt und so den Erstickungstod herbeigeführt hatte. Der sofort hinzugecufene Arzt konnte, wie dieElberf. Ztg." berichtet, nur noch den seit einigen Stunden bereits ({»getretenen Tod conftattren.

Wespen- und Bienenstiche heilt man mit gewöhnlichem Kochsalz, das man mit Wasser anfeuchtet und auf die Wunde legt, selbst im Munde heilt Salzwasser.

Eingesandt.

Das Trompeter-Corps des Königl. Sächs. 1 Husaren-Regiments Nr 18 (vor­maliges 1. Rester-Reg. Kronprinz) ist unter Leitung seines Stabstrompeters und Trompetinen - Virtuosen Herrn Alwin Müller in der Zeit vom 26. Juni bis mit 16 Juli a. c. zu einer Kunstreise nach Hannover und den Rheinlanden beurlaubt worden.

Die Leistungen dieses Corps haben auf feinen letzten Reisen in Berlin, Stettin, Breslau rc. sich stets einer sehr beifälligen Aufnahme zu erfreuen gehabt und werden in den dortigen Recensionen namentlich die Solovorträge des Herrn Müller her­vorgehoben.

Nach Beendigung jedes Concert-Programms wird sich das Corps auf den nur bei der sächs. Cavallerie üblichen Feldtrompeten produciren und machen wir auf diese nur mit Trompeten ausgeführte Musik, die ein frischer Reitergeist durchweht, besonders aufmerksam.

Am 7. d. M. wurde dem Corps die Ehre zu Theil, vor Ihrer Majestät der Kaiserin Augusta in Coblenz auf Wunsch zu concertiren und wurde demselben die größte Zufriedenheit von Ihrer Majestät ausgesprochen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 10. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, perPfd. 1 12 H bis 1 27 Hühnereier, per Stück 6 Enteneier per Stück 67

.ftäff, per Stück 58 Käfematte, per St. 3 Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 20 H Tauben, das Paar 70 H, Hühner, per Stück 90^, Hahnen, per Stück 75 Alte Kartoffeln 100 Kilo 11 JL, Neue Kartoffeln 100 Kilo 3031 JL