Lokal-MotS z.
Gießen, 10. Januar. Als Zeichen der ganz abnormen Witterung wurde uns <in vollständig entwickelter Citron en v o g el gezeigt, welcher im Licher Walde gefunden roorben ist. Januar und 11—12 Grad Wärme ist lange nicht dagewesen!
--Gestern Mittag gegen 1 Uhr verursachten zwei auf dem Ltndenplatz sich prügelnde Individuen einen großen Menschenauflauf. Bet dieser Affaire soll auch das Messer eine Rolle gespielt haben. Die Polizei hat sich der Beiden angenommen.
Vermischtes.
* London. Der Admiralitätsbehörde in Queenstown ist ein derber Schalks- ftreich gespielt worden. Vor etwa Monatsfrist * erhielt sie einen anscheinend von der
sich jedoch demnächst an der über die Frage der Garantteen und namentlich über die Organtsirunq der Ueberwachungs-Commission eröffneten Besprechung. Die Fortsetzung der Berathung ward alSdann auf Mittwoch verschoben. Man glaubt allgemein, die Conferenz werde nur noch wenige Sitzungen halten.
Konstantinopel, 9. Januar. Ueber die gestrige Sitzung der Conferenz wird noch weiter gemeldet, daß die Delegirten der Pforte die Vorschläge der Mächte bezüglich der Einsetzung einer internationalen Ueberwachungs-Com- Mission und der anderweitigen Eintheiluug Bulgariens absolut abgelehnt, sich dagegen zu dem modifierrten Vorschlag über die Ernennung der Gouverneure der aufständischen Provimen nicht ebenso absolut ablehnend verhalten hätten. Seitens der Vertreter der Großmächte sei keinerlei Ultimatum überreicht, auch überhaupt noch keine Entscheidung erzielt worden. Voraussichtlich werde die Conferenz im Lause dieser Woche ihre Thätigkeit schließen.
Amerika.
8. Januar. Nachrichten aus Mexiko vom 29. Decbr. 1876 zufolge schloffen sich weitere fünf Staaten an Porfirio Diaz an. Von Iglesias sielen mehrere Regimenter ab. Mendez, der während der Abwesenheit von Porfirio Diaz die Geschäfte für den Präsidenten führt, schrieb eine neue Präsidenten-Wahl durch allgemeine Wahlen zum 28. Januar aus. Nach derselben sind Iglesias, Mejia und Lerdo de Tejada von der Wählbarkeit ausgeschlossen.
New-Uork, 8. Januar. Der Präsident Grant erklärte dem Corre- spondenten der „Associated Preß", er habe übereinstimmend mit dem Cabinet beschloffen, keinen der beiden Gouverneure Louisianas anznerkennen und in keiner Weise zu interveniren, außer zur Aufrechthaltung der Ruhe.
New'Uork, 8. Januar, Abends. Die von den beiden gegenüberstehenden Parteien, den Demokraten und Republikanern, aufgestellten Gouverneure von Louisiana sind ohne jegliche Unruhen in ihr Amt eingeführt.
Charlestown, 9. Januar. Ein russisches Kriegsschiff ist hier angekommen, drei andere werden mit dem Großfürsten Alexis erwartet. Zur Begrüßung des Großfürsten ist der russische Gesandte aus Washington hier ring etroffen.__
Gültige Privat Banknoten.
Die beschränkenden Bestimmungen des § 43 des Reichs-Bankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach dem im Retchsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) bezüglich nachstehender Privat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutschland, auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Befugniß zur Notenausgabe erthetlt hat, zur Zahlung gebraucht werden: 1. Badische Bank in Mannheim. — 2. Bayerische Notenbank in München. — 3. Bremerbank in Bremen. — 4 Breslauer Bank in Breslau. — 5. Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. — 6. Cölntsche Privatbank in Cöln. — 7. Danziger Privatbank in Danzig. — 8. Frankfurter Bank in Frankfurt am Main — 9. Hannoversche Bank in Hannover. — 10. Leipziger Cassenoerein in Leipzig. — 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck. — 12 Magdeburger Privatbank in Magdeburg. — 13. Posener Privatbank in Posen. — 14. Sächsische Bank in Dresden. — 15. Bank für Süddeutschland in Darmstadt. — 16. Württemberger Notenbank in Stuttgart- — Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder (Korporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landesgebietes, für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.
Seitens der Nationalbank für das Großherzogthum Luxemburg sind neuerdings auf Reichswährung lautende Banknoten in Abschnitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegeben worden. Die Verwendung dieser Banknoten zu Zahlungen innerhalb des Reichsgebiets ist nach § H des Bankgesetzes vom 14. März 1875 verboten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 500 Mk., im Falle gewerbsmäßiger Verwendung daneben mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft.
hiesigen Admiralität ausgehenden telegraphischen Befehl, das Kanonenboot Goshawk sofort nach Gibraltar zu senden. Binnen weniger denn vierundzwanzig Stunden befand sich das Fahrzeug schon unterwegs. Einige Zeit darauf stellte sich heraus, daß das Telegramm gefälscht war, und sofort wurden Anstalten getroffen, um den Goshawk zur Rückfahrt zu beordern. Aber erst i« der Bai von Vigo konnte dem (Kapitän der Gegenbefehl zugestellt werden. Unter Mitwirkung der Londoner Polizei sind die Seebehörden eifrig bemüht, dem verwegenen Spaßmacher auf die Spur zu kommen.
Limburg, 6. Januar. Heute stand der katholische Pfarrer von Arfurt (Amts Runkel) vor den Schranken der hiesigen Strafkammer. Derselbe hat dem liberalen Vorsitzenden des Kirchenvorstandes zu Arfurt von der Kanzel herab vorgeworfen, das von ihm beschaffte Kerzenwachs sei Schwindelwachs, er sei ein ungerechter Verwalter, glaube nicht an die Unfehlbarkeit rc. und hatte schließlich sich an die Gemeinde gewendet, ihn hinauszuschmeißen, ihm Hände und Füße zu binden, ihn wie einen Wurm zu zertreten und ihm sein Haus anzustecken. Angeklagter will in seinen Predigten nur über den Text des Evangeliums gesprochen und solchen durch Gleichnisse erläutert haben. An den Vorsitzenden des Kirchenvorstandes habe er hierbei nicht gedacht. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, — daß Angeklagter in seinen Predigten eine Persönlichkeit zwar nicht genannt, diese aber so bezeichnet habe, daß die in der Kirche Anwesenden außer Zweifel waren, daß er mit obigen Aeußerungen den Vorsitzenden des Kirchenvorstandes gemeint habe. Die Staatsbehörde beantragte 6 Monate Gefängniß gegen den Angeklagten; das Gericht erkannte indeß nur auf eine solche von 4 Monaten.
— In einer Sonntagsschule wurde an die amerikanische Jugend die Frage gerichtet: „Wer ist der erste Mann der Welt?" Sofort meldete sich ein intelligenter Nanke-knabe zum Worte und antwortete kurz und bestimmt: „George Washington." Da sich die Schule grabe beim Bibelunterrichte befand und George Washington ein Kind der Aufklärungspertode war, so erklärte der Lehrer die Antwort für Unsinn und gab Adam die Ehre, welche die Bibel seit Jahrtausenden für ihn in Anspruch nimmt. Etwas verstimmt setzte sich der Kleine und murmelte: „Freilich, wenn sie von Ausländern reden —
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Normalgewicht per
Malter:
Kaizen 200, Korn 180, Gerste 160, Spelz und Hafer 120, Erbsen, Linsen, Wicken 220, Kartoffe
Mehl 140 Pfund.
Die Mainzer unb
Lauterbacher Preise verstehen sich zu 200 Pfd.,
die von Gr ünb er g zu dOKlgr.
Allgemeiner Anzeiger.
Besondere Bekanntmachung.
Bekanntmachung.
Zur Bezahlung der Zivsen, welche von -en bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres füllig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:
1) Donnerstag den 11. Januar 1877,
2) Samstag „ 13. „ „
Die Interessenten werden daher aufge- forbeit die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vor- -eigung der Schuldscheine sich zu legitimtren.
Zugleich wirb bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallende« Zahltage für die In- leresseMen der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt macken zu lassen.
Gießen, am 28. November 1876.
Der Kechner der Spar- und Leihkaffe:
Versteigerungen.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde.
Montag den 15. Januar 1877, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwald, Schntzbezirk Stolzenmorgen, District Sandberg, nachverzeichnetes Holz versteigert werden, nämlich:
SÄetth. Prügelh. Stockb. Reish Raummeter Wellen
Nadel 24 408 205 3420
205 Nadel-Stämme, mit 70,13 Festmeter, 149 „ Stangen, „ 12,30 „
Die Zusammenkunft ist auf dem neuen Rödgerweg in der Nähe der Ochsenwiesen.
Gießen, den 10. Januar 1877. (184
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Erdanfuhr und Planir- arbeit.
Samstag den 13. Januar, Vormittags 10 Uhr, soll auf dem Bauplatz des neuen Gymnasiums dahier die Lieferung und Planirung von 1410 Cub. - Meter Erde, veranschlagt zu 2256 an den Wenigstnehmenden versteigert werden.
Gießen, am 9. Januar 1877. (171
Großherzogliches Kreisbauamt Gießen.
H o l z a p f e i.______________
Dienstag den 16. Januar, von Vormittags 10 Uhr an, sollen in der Wohnung hes
Daniel Weil zu Bieber erbvertheilungshalber:
2 Wagen, 1 ein- und 1 zweispän- niger, 1 Pferd, zwei .Kühe, 4 Fuder Stroh, 20 Ctr. Heu und 40—50 (Ktr. Gemüse, sowie Hausgeräthe,
Holzversteigerung.
Montag dm 15. d. M
kommen in dem Gräfl. Solms-Laubach'schen Revier Arnsburg, District Hard, zur Versteigerung:
50 Rmtr. Buchen- u. Eichm-Scheidholz,
25 „ ,ihm Plügelholz,
82 w zehnfüßiges Nadelholz,
92 „ gemischtes Stockholz,
220 „ y Reiserholz.
Ferner:
3 Eichen von 8—11 Mtr. Lange und 24—45 Centimtr. Durchmesser,
50 Fichten von 5—16 Mtr. Länge und 7—30 Centimtr. Durchmesser,
11 Kiefern von 7—10 Mtr. Länge und 8—34 Centimtr. Durchmesser,
Die Zusammenkunft ist bei Nr. 1 be8 Holzes präcis 9ye Uhr.
Utphe, ben 9. Januar 1877. (177
Henckel, Gräfl. Rentmeister.
181) Sieben Hübner mit Hahn r .rfauft


