Paris, 7. November. Bei dem gestrige» Empfange von Delezirken der Rechten ter Kammer gab Marschall Mac Mahon eine Äntwort, aus welcher auf s Bestimmteste hervorging, daß er fest entschloffen sei, nicht zurückjutreten.
Versailles, 7. November In der heute znsammeugetretmen neugewählten Deputirten-Kammer übernahm der Deputirte Desseaux den Vorsitz, indem er darauf hinwies, daß ihm in Folge der Unpäßlichkeit von Rasp.nl und des Todes von Thiers die Ehre des Alters-Präsidiums zu Theil werde. Derselbe zollte sodann dem Andenken von Thiers ehrende Worte, indem er hervorhob, daß derselbe sich um das Vaterland verdient gemacht habe (lebhafter Beifall), betheuerte, daß die gegenwärtige Kammer gleich ihrer Vorgängerin an der Befestigung der Republik zu arbeiten bcflisie» fein werde, um dieselbe gegen jeden Angriff, woher er auch komme, zu vertheidiqm. und schloß mit dem Rufe: Es lebe die Republik! es lebe der Friede! (lebhafter Beifall). Die Kammer ging hierauf zur Wahl des provisorischen Bureaus über.
Versailles, 8. November. Die „Räpublique fran<?aife" veröffentlicht einen Artikel über die Aufgabe der gestern zusammengetretenen Deputirteu- Kammer, der also schließt: „Die Vertreter des Landes muffen Alles thun und alle Pflichten erfüllen, die sie Frankreich gegenüber übernommen haben. Sic werden vor keiner Verpflichtung zurückweichen, aus keiner Rücksicht auf irgend eine Person weichen, bevor sie nicht die Aera der aufrührerischen Unternehmungen geschloffen und dem republikanischen Gesetze den Sieg und die Herrschaft verschafft haben. Die nationale Sicherheit muß um jeden Preis und trotz Allem hergestellt werden." — In einem anderen Artikel spricht daflelbe Blatt den Wunsch aus, daß der Senat nicht weitere Hand biete zu abenteuerlichen Unternehmungen.
Amerika.
New-York, 6. November. Bei den heute stattgehabten Staatswahlen wurden in New-Jersei General Mac Clellan (Demokrat), in Massachusetts Rice (Republikaner) zu Gouverneuren gewählt, beide mit gegen früher erhöhten Majoritäten.
New-Aork, 7. November. Bei den gestern stattgehabten Staatswahlen siegten in Pennsylvanien, Virginien, Mississippi, Maryland und New Jork die Demokraten, in KansaS, Connecticut und Minnesota die Republikaner.
Der orientalische Krieg.
London, 7. November. Die „Morning Post" meldet aus Konstantinopel vom 6. d.: Nach einigem Widerstande verließ Mukhtar Pascha seine Stellung vor Devy-Bogan und zog sich gegen Ersingian und Trapezunt, wo er sichere Vorräthe und große Verstärkungen erwarten darf.
— „Daily Telegraph" meldet aus Erzerum vom 6. Novbr.: Mukhtar Pascha wünscht in Erzerum eine Belagerung auszuhalten, aber die Einwohner wollen es nicht, da die Stadt durch ein Bombardement schwer beschädigt werden würde. Alles geht nach Baiburt. Der Kampf vom Montag endete mit allgemeiner Flucht.
Konstantinopel, 6. November. Die Regierung veröffentlicht folgende Nachrichten: Reuf Pascha meldet aus Schipka vom 5. d.: Seit Sonntag ist das Wetter wieder schön. Wir beschossen feindliche mit der Herbeischaffung von Holz beschäftigte Abteilungen und deren Escorte und brachten ihnen Verluste bei. Auch heute dauerte das Geschütz- und Gewehrfeuer fort. Der Feind wurde durch aus Gabrowa herbeigezogene Streitkräfte verstärkt. — Suleiman Pascha berichtet unterm 5. d.: Bei einer größeren Recoznoscirung wurden drei Schanzen des Feindes im Marianethal, seitwärts von Elena, genommen und zerstört.
Konstantinopel, 7. November. Die hiesigen Zeitungen bestätigen, daß am Sonntag und Montag in der Umgebung von Devebogun Kämpfe stattgefunden haben, ohne über deren Resultat etwas anzugeben, versichern jedoch. Mukhtar und Ismail Pascha würden nunmehr energisch die Vertheidigung von Erzerum führen.
Konstantinopel, 7. November. Nach einer Meldung der „Agence Havas" sollen die noch im Asow'schen Meere befindlichen neutralen Schiffe demnächst von der Pforte die Erlaubniß erhalten, aus den russischen Häfen auszulaufen, unter der Bedingung, ihre Ladungen, wenn dieselben aus Cerealien btstehen, in Konstantinopel zu löschen.
Wien, 8. November. Gerüchtsweise verlautet, Erzerum sei gefallen. — Die „Neue Fr. Pr." erfährt aus Konstantinopel, daß die dort entdeckte Verschwörung einen ernsten Charakter habe und im Augenblick noch keineswegs
abgethan sei. Midhat Pascha sei an der Verschwörung nicht betheiligt. — Aus Pesth wird gemeldet: Es verlautet, die Regierung werde demnächst Verhandlungen wegen eines kurzen Provisoriums auf's Neue beantragen, und zwar in der Voraussetzung, daß die Beendigung des Ausgleichs vor Iahresschluß unmöglich sei. Die Vorlegung des Tarifs hat sich verzögert.
Petersburg, 8. November. Offictelle Meldung ans Kürükvara vom 6. Novbr.: Die vereinigten Colonnen der Generale Heymann und Tergukasoff schlugen am 4 Novbr. nach neunstündigem Kampfe aus der befestigten Position Deweboina die Truppen Mukhtar und Ismail Pascha's. Die Türken flüchteten in voller Unordnung und ließen ihre Zeltlager, Waffen und Vorräthe zurück. Die Verluste sind noch unbekannt.
Konstantinopel, 7. November. Chakir Pascha trennte sich von Baker Pascha und ging nach dem Sckipka-Passe._____________________________________
B e r m i f ch t e s.
Darmstadt, 3 Nov. (Post-Personal'Nachrichten.) 1. Versetzt sind: der Ober- poftdirectionSsekretär Grimm von Minoen nach Darmstadt, der Obertelegraphtst Faasen von Alf nach Mainz, der Obertelegraphtst Brü gg e n wer t h von Schl'tz nach Darmstadt, die Postassistenten Großer von Friedberg, Gr. Hess, nach Osth >ten, Sassenfeld von Osthofen nach Langen, der Telegraphenassistent Boschen von Da m- stadt nach Bad-Nauheim und der Postverwalter Stetter von Viernheim nach Waidmichelbach. 2. Angenommen ist: als Poftagent der frühere Hülfslandbrtefträger M erz in Fürfeld. 3. Ernannt ist: der Obertelegraphtst Faasen in Mainz zum Obertelegraphenassisienten. 4. Gestorben ifl: der Posloqent Schmelig in Pftffltghetm.
*■ ”■ ■■■■ Jrischbäcker in Gießen.
Sonntag, den 11. November. Daniel Rühl am Rathhau-. H. Kuhn am Kreuz. Karl Ockel am LudwigSplatz.
Kirchliche Anzeigen
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Sonntag, den 11. November.
Morgens: Pfarrer Schlosser.
(Feier des heil. Abendmahls.)
Nachmittags: Mitprediger Dr. Buchhold.
Die Pfarrgeschäffe in der nächsten Woche besorgt
Pfarrer Schlosser.
Der evangelischen Gemeinde wird hiermit angezeigt, daß in der am 4. November vorgeuommenen Ersatzwahl zu Mitgliedern des Kirchenvorstandes gewählt worden sind die Herren: Jean H an stein, Ferdinand Gail, Hofgerichtsadvokat Dornseiff, Wilhelm Keller, Louis Pimper und Bürgermeister Bramm. Die Wahlacten, jedoch mit Ausschluß der Stimmzettel, liegen bei Pfarrer Dr. Seel 3 Tage lang, vom 12.—15. Novbr., zur Einsicht offen.
Gießen, den 8. November 1877.
Für den Kirchenvorstand:
6302) Dr. Seel, Pfarrer.
I Sonntag, den 11. November wird um N'/r Uhr dltlidtl)oli|d)rr Osnttrühinill
Iin der Hospitalkirche bierselbft gehalten werden.
Der Vorstand.
** Seit einiger Zeit hat von Amerika ein neuer Export-Artikel bei uns Eingang gefunden und dürfte dieses für^Ltebhaber von Hühnern, Hunden :c. sowie auch außerdem für Oeconomen von Interesse sein. Datz Americanische Fleisch Futter-Mehl ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel für Hühner, Schweine rc., ist durch '-ine Billigkeit geeignet, sich großen Anklang zu verschaffen. Die hiesige Handlung I. M. Schulhof, welche auch bereiis den so beliebten Pferdezahn Mais für Geflügel etnführte, gibt recht gern Proben des obengenannten Fleisch Futter MehlS an Interessenten ab.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
6290) Die vcrehrlichcn Mitglieder des Spar- und Leih kafse Vereins zu Gießen werden auf
Donnerstag den 22. d. M., Nachmittags 3 iiljr, in das Sparkassehaus zu einer Hauptversammlung eingeladen.
Tagesordnung:
1) Erstattung des Rechenschaftsberichts für 1876.
2) Ergänzungswahl des Ausschusses.
3) Berathung über die von dem Rechner zu zahlende Miethe. Gießen, den 6. November 1877.
Der Tirector des Spar- und Leihkasse-Vereins zu Gießen: Haberkorn.
Otocolatle^
per Pfund Jl. 1.20 bis Jt. 3.50, aus der Fabrik der Herren Job» Ph. Wagner 8$ Co. in Mainz, empfiehlt
6235) Emil Fischbach.
Oberhessische Eisenbahnen.
Von jetzt ab werden Eisensteintransporte von Mücke nach Neunkirchen zum Frachtsätze für Betzdorf direct abgefertigi.
Gießen, den 7. November 1877.
Grobherzogliche Directum.
6297) Mohn.
Aersteigerungen.
Holz-Bersteigeruiig
im Gießener Stadtwalde.
Montag den 12. November 1877, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Districte Neuheege nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
20 Rmtr. Nadel-Schcitholz,
2 „ Eichen-Prügelholz,
171,2 „ Nadel-Prügelholz,
140,2 „ Eichen- und Nadel-Stockholz, 90 Birken- und Eichen-Wellen,
5120 Nadel.Wellen,
41 Eichenstämme mit 8,45 Festmtr.
472 Fichten- und Kiefern-Stämme mit 175,57 Festmtr.
2 Eichenstangen mit 0,16 Festmtr., 437 Fickten- und Kiefernfl an gen mit
21,50 Festmtr.
Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Lich an der ersten Schneitze.
Gießen, den 7. November 1877. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 6274i_______A Bramm.__________
Dienstag den 13. November, Nachmittag- 2 Uhr, sollen auf dabiestgem Ortsgerickt die Grundstücke der Herren Philipp Oppermann Erben zum letzten Mal öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden und wird mit dem Zuschlag die Genehmigung ertheilt.
Gießen, den 8. November 1877. Großherzogl. Ortsgericht Gießen.
6311) Müller.
Aeilgevolenes.
Reh- und Men-Verkauf.
Zu jeder Zeit frisch zu baden Hasen ohne Fell d 3 JL 50, Rehrücken von ,9 JC. an, Rchhinterbraten von 4 Jü 50 an, Reh- oorderbraten von 1 «X 50 an bei Wildpret- händler Boos, Löwengasse und Wildpret- händler Markistraße.________(6280
Eingemachte Gurken
billigst bei (6107
I. M. Schulhof.


