Ausgabe 
10.5.1877
 
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Handel und Verkehr.

Herborn, (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 7. Mat. Auf den heutigen hi«- fiqen Markt wurden gebracht: 86 Ochsen, 180 Kühe und Rinder, 959 Schweine. *) nächste Markt ist am Montag, den 28. Mai l. I

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Lokal-Storiz.

Gießen, 9. Mai. Zum Beweis, in welcher Frequenz die hiesigen Viehmärkte stehen, möge die Mitthetlung dienen, daß am Dienstag allein auf der Main-Weser Bahn 35 Wagenladungen Vieb per Extrazug und 20 Wagenladungen mit sonstigen Zügen nach Gießen zum Markte befördert wurden. Ts ist dies eine Frequenz, roie sie noch nie auf der Weserbahn zum hiesigen Viehmarkt stattgefunden hat.

--Zum Brodaufschlag. Von glaubwürdiger Seite geht uns die Rach: richt zu, daß die Herren Bäckermeister zwar mit 4 H per 2 Kilo aufgeschlagen, jedoch die Waare zum selben Preis abgeben wie Herr W. Löber. Was diese Machinationen bedeuten sollen, ist schwer verständllch. Offenheit im Verkehr wäre jedenfalls besser, als diese Geheimkrämerei. Nehme man den Preis, ben man haben muß um zu exi- stiren und scheue sich hierin nicht; vermeide aber jeden Schein des Argwohns durch obiges Gebühren.

Gießen, 9. Mai. Der Deutsche Feuerwehrtag veranstaltet am 11 , 12. und 13. August in Stuttgart seine diesjährige Jahresversammlung und lädtdie Kameraden aus allen deutschen Gauen" dazu ein. Neben den ernsten, auf den menschenfreundlichen Beruf bezüglichen Verhandlungen, welche die Sache der Feuerwehr heben und fördern sollen, finden auch heitere, dem geselligen Vergnügen gewidmete Zusammenkünfte Statt Außerdem wird mit der Jahresversammlung eine Ausstellung von Feuerlöschgerath- schaften verbunden werden. Den von auswärts kommenden Besuchern der Versamm­lung sind Preisermäßigungen auf den Eisenbahnen in Aussicht gestellt.

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Konstantinopel, 6. Mai Gestern bombardirte und steckte ein türki­sches Panzerschiff das russische Lager bei Reni in Brand. Die russischen Häfen werden durch 20 türkische Schiffe blokirt werden.

London, 7. Mai.Reuters Bureau" meldet aus Erzerum vom 2. Mai: 12,000 Russen wurden bei dem Versuch, das Desilö von Loghanle , bei Iarishan zu sorciren, von Kars aus zurückgewtesen, ein zweistündiger A> , griff der Ruffen auf die Citadelle von KarS abgeschlagen- Die Ruffen erbtten i beträchtliche Verluste. Der Kurden-Scheik Abdullah concentrirt 10,000 Kur- 1 den an der russischen Grenze.

Petersburg, 7. Mai. Ein Telegramm an den Kriegs-Minister aus , Tiflis meldet, daß bei der Armee nichts Neues vorgekommen; das Unwetter dauert fort. Am 2. Mai seien sieben feindliche Schiffe vor Letscha erschienen, ; hätten sich dort einen Tag ausgehalten und sich dann entfernt, ohne etwas vor­zunehmen. Am 3. Mai habe eine türkische Fregatte Poti beschoffen. Die Schüffe hätten ihr Ziel verfehlt.

London, 7. Mai.Reuter's Bureau" meldet aus Eczerum nnterm 5. Mai: Der rechte Flügel der Ruffen marschirt auf Genles und Tehilder, augenscheinlich um die zweite Vertheidigungs-Lmie der Türken bei Soghanle zu umgehen. Der linke Flügel der Ruffen forcirt die Passage von Bajazid über Surikoy. Das Centrum der Russen scheint in der Ebene von Kars das Re­sultat jener Operationen abwarten zu sollen. Das Wetter bessert sich.

Petersburg, 7. Mai. Ans Alexandropol von gestern verlautet ge­rüchtweise: Die Türken haben ihre von Erzernm kommenden Truppen bei Soghanle concentrirt. Ans Poti vom 6. Mai wird gemeldet: Das tür­kische Geschwader hat sich getheilt; ein Theil blieb in Sicht von Poti, der andere segelte nach Fort Nicolai hin ab, von wo gestern eine Kanonade hörbar war. Ein britischer Dampfer hat in der Nacht die Rhede von Poti ver­lassen und er kam glücklich in's offene Meer, obwohl ihn von Poti aus ein türkischer Monitor verfolgte. Aus Osurgketi (Georgien) wird vom 5. Mai berichtet: Die Rion-Abtheilung der Kaukajus-Armee bleibt auf den Höhen von Mukaesta stehen. Gestern wurden Recognoscirungen nach dem Meere und Legwa hin vorgenommen, deren Zweck die Räumung der Wälder Seitens des Feindes war. Tscharucksn ist von den Türken geräumt, aber von sieben türki schen Schiffen geschützt. Die russischen Truppen wurden bei ihrer Annäherung von den Schiffen mit Schüssen empfangen. Aus den Höhen von Legwa ward eine türkische Verschanzung vorgefunden. Die Türken wurden beim ersten An­griff von den Russen geworfen.

Konstantinopel, 7. Mai. Der französische Militär-Attachö geht im Laufe dieser Woche nach Schnmla ab, um den militärischen Operationen zu folgen. Die Kammer genehmigte die Vorlage wegen Verhängung des Bela­gerungs-Zustandes. Demnächst soll der Kammer eine Vorlage über eine Mora­torium zugehen. Heute fand großer Kriegsrath unter dem Vorsitze des Kriegs- Ministers statt.

Bukarest, 7. Mai. In vergangener Nacht haben die Türken den rumänischen Hafen Beshet bombardirt und fünf englische, sowie mehrere andere mit Frucht beladene Schiffe in Grund geschossen. Baschi-Bozuks plünderten die umliegenden Ortschaften und kehrten darauf bentebeladen über die Donau zurück. Großfürst Nicolaus wird hier erwartet.\

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In den Baumwollpstanzungen ven Arkansas und Tennessee herrscht derselbe Ge­brauch wie in den übrigen Baumwollstaaten. Ohne Lieferung des Inventars erhalt der Pächter V3 des Getreides und V< des Baumwollertrages. Tie Bemühungen, da; Gewinnbetheiligungs-System durch Einführung des LohnsystemS zu verdrängen, finden großen Widerstand in den eingewurzelten Anschauungen der Arbeiter, derFreedmen. Dieselben wünschen Herren ihrer eigenen Zeit und unabhängig zu sein und ziehen dahei das Gewinnbetheiligungs-System vor. 9tur in wenigen Fällen wird Land für einen festen in Geld over Produkten auSgedrückten Betrag verpachtet. In den Theilen be: Südstaaten, in welchen die Baumwollcultur nicht heimisch, erhält der Verpachter h.s i/2 des Ertrages, liefert er das Inventar,A2/a- In den Tabak bauenden Di­strikten von Kentucky beansprucht der Besitzer die Hälfte des Ertrages, in einigen Ort» erhält er auch die Hälfte des Weizens. r c rro .

Nördlich des Ohio-Rwer werden die Antheile des Ertrages ebenfalls auf Gruw der drei Faktoren: Land, Inventar und Arbeit oertheilt, aber nicht in gleichmäßigen Verhältnitz. Der Besitzer des Landes beansprucht VsVs des Ertrages; in eintgei Fällen, namentlich bet Verpachtung von Grasland, welches das geringste Quantuir von Arbeit erheischt, erhält der Besitzer die Hälfte. Liefert derselbe das Inventar, » fällt ihm die Hälfe bis 2/s des Ertrages zu. In einigen älteren Grafschaften von und Indianta in welchen sich also schon mehr Kapital angesammelt hat! --wir das Land für 310 Doll, per Acker verpachtet. Auch in einigen ^heilen von Zlllno'i wird die Entrichtung der Pacht in Geld allgemein. Bel Anwendung der ^ntbeu* wirthschaft erhält der Besitzer, wird der Ertrag auf dem Felde getheilt, die Halste, vom ausgedroschenen Getreide erhält er nur ein Drittel- In Wisconsin theilen ft® einigen Fällen der Besitzer und der Pächter in die Drescharbeit: im Allgemeinen eryai. aber der Besitzer seinen Antheil ausgedroschen. , r . r, .

Westlich des Missisippi wird die Antheilswirthschaft in der oben beschriebene! Weise mit geringen lokalen Abweichungen nachgeahmt. flfl,

An der Küste des stillen Oceans ist die Verpachtung des Landes für Geld oll gemeiner als in den östlich gelegenen Staaten. In Kalifornien ^»ariirt die Pacv zwischen 1 und 10 Doll, per Acker. Wo das Gewinnbetheiligungs-System etngeMyn worden ist, erhält der Besitzer selten über ein Viertel des Ertrages. Das Getreiv- roirb dem Besitzer in Säcken geliefert.

*) Die in den Neu England-Staaten auf der Landwirthschast lastenden Steuer scheinen nach osficiellen Erhebungen (oergl. Second Annual Report of the Bureau Labor Statistics of the State of Connecticut Hartford 1875) und nach mannigfachen K gedungen zu urtheilen, sehr biücfcnb zu sein Die Frage, ob die Ursache ^rfür zu suchen, daß die Vertreter der Industrie einen größeren Einfluy auf die Gesetzzebuns und daher auf die Steueroertheilung des Landes besitzen, als die Vertreter der t wirthschaft, sei hier nur angeregt. Die Wucht der industriellen Interessen tn den England-Staaten ist allerdings so bedeutend, daß die Bejahung lener Frage sehr wayi icheinlich wird-

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liefert. Der Grundbesitzer, welcher auch das Inventar hergiebt, erhält daher Vs der gesammten Ernte. Dieser Gebrauch unterliegt jedoch lokalen Variationen. In einigen Theilen von Virginia fällt Vi des Ertrages dem Besitzer zu; der Rest wird nach dem Verhältnitz getheilt, in welchem der Besitzer und Pächter zum Inventar beigetragen haben- Einige Besitzer verlangen Vs-Vs der Getreideernte und die Hälfte deS Heu, obgleich der Pächter das Inventar geliefert hat- In anderen Fällen verlangt der Be­sitzer die Hälfte des ViehertrageS. Auch die verschiedenen Gattungen des Landes beein- stussen das Gewinnbetheiligungssystem in verschiedener Weise. So fällt z. B- tn Nord- Carolina dem Besitzer bei der Verpachtung von Niederungen die Hälfte, von Hügel« land Vs der Ernte zu. Auch die Verschiedenheit des Productes beeinflußt die Gewinn- oeriheilang. Bei dem Getreidebau erhält der Besitzer in der Regel Vs des Ertrages, wählend er bei dem Baumwollenbau nur Vs erhalt. In einigen Theilen von Süd- Carolina wird Baumwollland für ein bestimmtes Baumwollquantum, welches pro Acker zwischen 60 und 150 Pfund variirt, verpachtet. In einigen Fällen liefert der Be­sitzer eine Ration für den Pächter und em Maulthier, sowie das Inventar, und erhält 2/3 des Ertrages; ohne die Rationen erhält der Besitzer nur die Hälfte. In den ReiS- b.ftricten von Georgia wird das Land oft für 7 Pfd. Reis per Acker verpachtet.

In den Golfstaaten ist die Antheilswirthschaft roentgei wie in den übrigen Staa­ten im Gebrauch, findet sie statt, so wird sie in derselben Weise wie in Carolina und Georgia geübt. In Alabama sucht man von vielen Seiten daS Gewinnbetheiligungc- System durch das gewöhnliche Lohnsystem zu ersetzen; indessen haben sich derartige Versuche bis jetzt noch nicht als ausführbar erwiesen. Diejenigen Pächter, welche feinen Theil des Inventars, sondern nur ihre Arbeit liefern, erhalten 2/s bis sz des Ertrages. Pachter, welche zur Stellung des Inventars im Stande sind, erhalten Vr der Getreide­ei nie und V4 der Baumwollernte. In einigen Grafschaften von Missisippi breitet sich das Gewiimbetheiligungssyftcm mehr und mehr aus. Pächter, welche nur ihre Arbeit liefern, erhalten Rationen und Vs des Ertrages. Zuweilen wird hier ein Unterschird zwischenAntheilshaber" (sharersj undPächter" (renters) gemacht. Die Ersteren ei- halten einen gewissen Theil der Ernte, die Letzteren haben einen festgesetzten Betrag von Baumwolle oder Getreide als Pacht zu liefern. In vielen Grafschaften aber stellt das Gewinnbetheiligungs-System nicht zufrieden, sondern eS wird das gewöhnliche Pachl- system vorgezogen. Auch in Louisiana hat das Gewinnbetheiligungs-System nicht br- itebigt, auf ben Zuckerpflanzungen ist es verlassen worden. An seiner Stelle wurde das Pachtsystem eingesühit- Eine Hauptschwierigkelt für Annahme des letzteren Systems wieder ein Beweis für die KapÜolarmuth des Landes! besteht in der Unfähtgkeit der Pächter, das Inventar zu stellen- Bei der Reiscultur übernimmt der Pachter die Bewässerung und erhält Vs der Ernte; liefert er die Saat u. s. w-, so erhält er die Hälfte. In vielen Fällen wild das Land für 210 Doll, per Acker verpachtet DaS Gewinnbetheiligungs-System wird in vielen anderen Fällen aber in Folge der Armuth der Tächter immer noch Rothwendigkeit.

In Texas waltet dieselbe Praxis. Liefert der Pächter das Inventar, so erhalt er 2/3 der Kornernte und 3/4 der Baumwollernte; liefert der Besitzer das Inventar, fo erhält er nur die Hälfte des Eitrages- Das Gewinnbetheiligungs-System ist in vielen Grafschaften allgemein, aber nicht beliebt. Man bemüht sich, dasselbe entweder durch regelmäßige Pachtverhältnisse oder durch die Einführung des gewöhnlichen Lohnsystems

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Landwirthschaftliches.

Gewinnbetheiliguug in der amerikanischen Landwirthschast.

Von Arthur von Stübnitz.

In sehr vielen Theilen der Vereinigten Staaten ist ein Pachtverhältniß üblich, welches sich sehr wesentlich von europäischen Pachtoerhältniffen unterscheidet und, da Der Pächter kein Pachtgeld zu entrichten hat. eher als ein Ardeitsverhältniß auizufassev ist, bet welchem der Arbeiter nach dem Gewinnbetheillgungssystem gelöhnt wird. In ver That führt in den Vereinigten Staaten das in Rede stehende Verhältniß den Namen Share FarmingAntheilswirthschaft."

Die folgenden Mittheilungen über dieses System stützen sich auf offictelle An­gaben.

Die Antheilswirthschaft trägt am ausgeprägtesten den Charakter eines Arbeiter- verhältnifseS auf Basis der Gewmnbetheiltgung, wenn der sogenannte Pächter in die Zacht mit gar feinen oder nur sehr geringen Betriebsmitteln eintritt, dieselben viel­mehr von dem Grundbesitzer gestellt werden.

In ben Reu-England-L>taaien stellt der Pächter in der Regel die Hälfte der Steuern*), der Saaten und der Rrparaturfosten und theilt mit dem Grundbesitzer zu gleichen Theilen die Emte. In New-Hampshire erhält her Besitzer oft Vs der Ernte, in Anbetracht näml'ch des geringen Aufwandes von Arbeit, welchen daS Grasland er­fordert. In einigen Theilen von Connecticut erhält zuweilen der Pächter einen Antheil an der Ernte in Geld. Meistens muß er aber denselben selbst auf de« Marft bringen.

In den Staaten an der süd-atlantischen Küste ist die Tendenz bemerfbar, den Ertrag in drei Therle zu theilen: Ein Drittel fällt dem Besitzer des Landes zu, ein anderes Drittel dem Besitzer des Inventars, und das letzte Drittel dem, der die Arbeit

Vermischtes.

Darmstadt, 7. Mai. (Postpersonal-Nachrichten.) 1. Angenommen ist: der Realschüler Dister in Darmstadt zum Postgehülfen. 2. Ernannt sind: der Postasststent Klein in Mainz zum Oder-Postassistenten, die Obertelegraphisten Terras und Boßler in Bingen, Brill, Kehrer, Metzner und C. L. Lange in Darmstadt, Baltschukat ^n F.'ed- berg i Gr. Hess., Horn, Flory, Mögenburg und Schmidt in Gießen, DrewS in Offen­bach a. Main, Springer in Worms, Wigand, Ba>tz, Gebauer, Weigelt und Mischfe in Mainz und Steffens tn Michelstadt zu Ober-Telegraphenassistenten. 3. Versetzt ist der Ober-Telegraphenassistent Gebauer von Mainz nach Darmstadt.

- (Der Neffe als Onfel ) Die Besucher des neulichen Provinzialcongresses der Altkatboltfen zu Dortmund wurden heiter erregt durch folgende kleine Verwechselung, welche einem ehrsamen Kleinbürger passirte. Dieser, ausgerüstet mit einem bergeoer- sktzmden Glauben an die Unfehlbarkeit des heiligen Vaters, hatte in der Zeitung ge­lesen, derAbgeordnete Windthorst" werde eine Rede halten und war auf feine^ An­frage durch einen Spaßvogel in der Meinung bestärkt worden, er habe die große Säule der Kirche, die Perle von Meppen, vor sich. Der Redner war aber der altkatholische Abgeordnete Windthorst-Bieleseld Als dieser nun den Ultramontanen tüchtig zu Leibe ging und sich rn Angelegenheiten des Culturkampfs gänzlich unverkennbar auf die Seite des Staates stellte, da wurde bas Gesicht unseres Biedermannes aus dem Volke immer verdutzter und er sprach die geflügelten Worte:Den Dübel! in Berlin kürt (spricht) de Kerl ganz anners! Nu glöw' ick gar nix mehr. (Aus dem Bielefelder Wächter )

Folgen eines anonymen Briefes. Der Weber Rosinfe in Langenberg stand seit Jahren bei der Firma Wittmer u. Schönherr in Gera in Arbeit und hatte sich großes Zutrauen erworben. Da kam neulich an genanntes Haus ein anonymer Brief, worin die Besitzer der Firma darauf aufmerksam gemacht wurden, daß Rosinfe Maaren ent­wendet habe. Daraufhin ließ der Prinzipal Haussuchung thun, und es fand sich auch von dem Hause Wittmer und Schönherr gefertigte Waare in unbebeutenben Resten vor. Den anbern Tag schickte der Bürgermeister zu Rosinfe. Dieser ahnte, was vor­liege, ging auf feinen Boden und erschoß sich. Da der Schuß das Herz nicht gttroff-n, lebte derselbe noch zwei Stunden u»d starb an Verblutung Seine Ehefrau hat, roie vermuthet, Gift genommen und ist bereits gestorben, desgleichen die einzige 11 jährige Tochter, wie man vermuthet, von der eigenen Mutter vergiftet. Sie hatte in Gegen­wart anderer Personen gesagt:Nicht wahr, Mutter, wenn der Vater stirbt, wollen wir auch nicht bltziben!" Ob das wohl der Absender des anonymen Briefes beab­sichtigt hatte? Ein gemeines Manöver, das schon fo manches Elend verursacht hat!