welchen er der einzelnen Kirche seinen Schutz und Schirm gewährt- Meine Herren, rve^enSie doch einmal nach, inwiefern nach diesen Gesichtspunkten irgend eines unserer Knchengesetze oder eine einzelne Bestimmung derselben tn Ihr Gewissen eingreift. Meine Herren, ich begreife Ihre Auffassung vollständig, ich siehe sogar nicht an, zu er klären, daß sie eine Berechtigung hüt, aber nur eine geschichtliche Berechtigung. Da--' Chriftenthum betrachtete den alten heidnischen Staat als eine widergöttliche Macht, trat in einen feindlichen Gegensatz zu ihm und, um der heidnischen Obrigkeiten ent teuren ju können, lichtete es selbst ein Rechtssystem auf, und als später das Christenthum Stasisreligion geworden, wurde auch das von ibm aufgerichteteRirchtSsystem allgemein anerkannt, es wurde Staatsgesetz. Was aber wurde der Staat? Lediglich der Diener, der Exekutor der Kirche, die Theokratie war fertig. (Widerspruch.) Sehen Sie, meine Herren, von b’ejer Auffassung kann die römische Kirche nicht loskommen, sie begreift nicht, daß sich inzwischen die Staatsidee entwickelt und ausgebildet hat, daß der Staat sich seiner eigenen selbstständigen Aufgabe bewußt geworden ist, sie träumt immer noch von den alten Fleischtöpfen Egyptens, von den beiden Schwertern, sie will sich nicht beschränken auf das Gottesreich, sie meint, das Gottesreich sei ein internationales Rechttzsyfiem, mit einem Wort, sie will herrschen. (Unruhe.) Und, meine Herren, was ist denn die Folge von dieser Auffassung? Wenn Sie mit offenen Augen um sich blicken, feben Sie nicht, daß es einsam um das alternde Rom geworden, daß die Völker sich schau dernd von ihm zurückztehen? Ich werde Ihnen das noch deutlicher machen. Hat sict die Wissenschaft nicht längst von ihm abgewendet, hat die Kunst noch eine Stätte dort ? Rom — das werden Sie sich nicht verhehlen können, tmnn Sie offen gegen sich sind — lebt nur noch von seiner wunderbaren Organisation und von seiner Tradition. Meine Herren, ich fürchte, die berühmten Wotte der Ilias, die ein Scipio Angesichts der rauchenden Trümmer von Karthago wiederholte, siid auch für Rom geschrieben Und, meine Herren, auch Sie können von dieser Anschauung Nicht loskoiymen, Sie be trachten jeden NechtSsatz für ein Dogma, Sie wollen nicht etnsehen, daß ein Dogwt: nur auf dem übernatürlichen Gebiet liegen kann und daher rührt der Jrrthum, daß unsere Kirchengesetze in Ihre Gewissen eingriffen, daher rührt Ihr Widerstund gegen dieselben. Machen Sie mir doch einmal Har, — Herr Kollege Reichenfperger bat zwar viel davon gesprochen, aber ich bin nicht qescheiotrr dadurch geworden, — inwiefern das Gesetz über die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen in das Gebiet des Ge wissens, in das übernatürliche Gebiet, in das Verhällniß zwischen Gott und dem Men schen eingreift. Ich bin, so viel ich auch darüber nachgedacht habe — und daß ich dies redlich gtthan habe, dürfen Sie mir glaubetr — nie zu einem anderen Satze gekommen, als dem, daß der Staat durck dieses Ges.tz das ihm unbestreitbar zustehende Reckt übt, sich vor den Folgen der Unwissenheit zu schützen und auch seine Geistlichen zu befähigen, die Rechte eines Preußischen Staatsbürgers aue'üben zu können- Oder, me ne Herren, wollen Sie vielleicht dem Staate dieses Recht bestreiten, dann lesen Sie die beiüba.ten Reden Macaulay's, welcher dieses Recht des Staats auf das glänzendste vertheidigt hat
Meine Herren, ich kann auch Herrn Reichensperger nicht zugeben, daß unsere Kirchenyesetze etwas ganz Neues und Unerhörtes seien und in keinem anderen Staat oorkamen. Haben wir Ihnen nicht hundert Mal nachgewiesen, daß ganz gleiche Ge setze in der oberrheinischen Kirchenprovinz bestanden haben und noch bestehen? Daß sie selbst in Oesterreich beheben, hat Ihnen namentlich H^rr Kollege Dr. Gneist gelegentlich srhr ausführlich dargethan. Bestehen sie nicht in Sachsen, bestehen sie nicht in einzelnen Deutschen Kleinstaaten, welche zu den Diöcesen Preußischer Bischöfe gehören? Warum lasten sich denn diese Herren von diesen Kleinstaaten diese Gesetze gefallen und hier in Preußen machen Sie einen so entsetzlichen Spektakel darüber.
Meine Herren, Sie identificiren sich immer mit dem katholischen Volke Preußens, Sie geben sich immer den Anschein, als sprächen Sie im Namen aller Preußischen Katholiken- Ich muß Ihnen die Berechtigung entschieden dazu bestreiten. Es giebt Millionen Preußischer Katholiken, die mit Ihren Bestrebungen absolut nichts zu thun haben wollrn.
Und, meine Herren, auch in demjenigen Thetl des katbolischen Volkes Preußens, welcher hinter Ihnen steht, wird sich die Aufregung sofort legen — ich will dafür bürgen — wenn sie nur einmal die Güte haben wollten, Ihre ultramontane Presse U'tb Ih*r Hetzkapiänr auzuwetien, die fortwShref,-^ Agitation zu lassen. (Sehr richtig links! Widerspruch im Centrum) ' - > <
Meine Herren, Sie wollen aber — und das ist eine ganz kluge Taktik, — das katholische Volk Preußens durch diese fortwährende Agitation nicht zu Äthern, nicht zu einem ruhigen Nachdenken kommen losten. (Sehr richtig! links.) Wenn in der Tbat
diese Gesetze, welche Sie so heftig befehden, gegen das katholische Volk, gegen die katholische Relig on gerichtet wären, me<ne Herren, bann würde ick an Ihrer Seite fim; pien, bar auf dürfen Sie sich verlassen. Der Kamps, welchen die Regierung und 1rt liberale Part t gegen S'e führt, g'lt nicht dem katholischen Volk nicht der katbolischen Religion, das sage ich hiermit feierlich' vor dem ganzen Lande er gilt der römischen Kurie, (Sehr richtig! links) er gilt dem vaterlandslosen, staatsfeindlichen, hierarchischen System her römischen Kurie! (Sehr richtig! links.)
(Fortsetzung folgt)
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aten über Genesungen, die aller Medicin widerstand n, joorunier Certificale uo:iv Vx ofeffor Dr- Würger, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Shoreland, Dr. EampbeL. Professor Dr. Dädä, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise be Brähan, und vielen anbei en hochgeiiellten P.rsoneo, wsrd franco aur $eclanu<n emge andt-
Abgekürzter Auszug au- 80,000 Eertificaten.
Nr. 62476. Dem lieben Gatt und Ihnen sei Dank. Die Revalwcibre hat mehu l8jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäch« und nächtlichem Schweiß gänzlich^ beseitigt.
S- Cornparei, Pfarrer, Sainte Romaine des Iles. .
Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße :ch die kästlich« Revalescifere und leid' seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich wahrend langer Jahre fürchterlich gefoltert batten. In meinem 93. Jahre stehend, er» freue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundbeit. Leroy, Pfarrer.
Nr. 45270. I. Robert. Äon se>nrm 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen uni Taubheit gänzlich hergesiellt.
62845. Pfarrer Boilet odn Ecrainville. Bon Asthma mit häufigen Lrsttcktm-et
völlig hcrgestellt.
80416. Fran Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vo« Drüsenleiden bergefieUt.
Nr. 64210. Marquise von Br 4H an von 7 jäbriger Leberkrankheit, Echluflofigkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 75877. Florian Kökk r, K K. Militärvermalter, Großwardein, von Lungen- und Luitröhren-Katarrh., Kopsschwindel und Brustbeklemmung.
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Nr. 65715. Fräulein be Montlouis, von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und
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