Ausgabe 
9.12.1877 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

sich

wie

Hur Frage der Verfälschung der Lebensmittel.

bert,

, J von Wurst, Milch rc

genannt, höchstens ganz heimlich raunt Einer

Auszug ,us -en Nirchknbüchern drr Stadl Gießrn. Evangelische Gemeinde.

©ttsuftt.

0ebCCben 4^Nov^^^^ ÄarI Flett, ein Sohn, Wilhelm Nikolaus Philipp Engel-

, k<.?^lben. Dem Hetzer auf der Actienbraueret Konrad Jockel, ein Sohn, Fried­rich Hemrtch Ludwig, geb. 19. Oct.

i-r ^??lroleur an der Gewer bedank, Hetorich Wagner, eine Toch­

ter, Emma Kathinka Karoltne Moritzine Friederike, geb. 10. Nov.

,njne ^b"6 Oct 2)6111 ««mwlfor Wilhelm Weichardt, eine Tochter, Ottilie Her-

19. 3u^.Cnfdb6n* 2)601 Stu(fatcur ÄarI Haegele, ein Sohn, Heinrich August, geb. den

Beerdigte.

nzrfH/u n a .Mathilde Lemcke, geb. Pfaff, Ehefrau des Professors an hiesiger Uni- ozrfität Dr. Ludwig Lemcke, all 61 I. 2 M 6 T-, geft. 30 Nov

Jacob a>äil,4 alt378 gn 2tea^a^t8e2.- ft*!?1*' SB",a,e bcS °»ft-Su,machers Johann

Auf mich wird'S nicht ankommcn," ist einer jener Trostgründe, mit dem die liebe Faulheit so oft zum allgemeinen Schaven vom Handeln und Mitwirken, i B. bet öffentlichen Wahlen zurückzteht. Was aber oftmals dabet herauskommt, das illuftrtrt derLahrer hinkende Bote- mit folgendem lehrreichen Geschichtchen:In Lampenheim feierte der Bürgermeister sein 25jährige« Dicnstjubtlaum und weil er ein braver Mann und tüchtiger Bürgermeister war, so beschloß die Gemeinde, ihm ein Faß Ehrenwein zum Geschenk zu machen. Jeder Bürger sollte ein Krüzlein selbstgezogenen Wein betneuern und so suhr das Fatz von Haus zu Haus und jeder schüttete seinen Krug voll zum Spundloch hinein. Der Bürgermeister war hocherfreut über die Ehre, das Fatz wurde sogleich angcstochen, um das erste Glas auf das Wohl der Gemeinde zu trinken und siebe da, statt Wein lief eitel Wasser heraus. Jeder hatte gedacht: Bah, aus mich allein kommt'- nicht an, bei 300 Bürgern merkt man's nicht, wenn unter 299 Krügletn Wein ein Krügletn Wasser ist," und jeder hatte sein Krüzlein Wasser hinein geschüttet. Und da standen sie nun mit langen Gesichtern und Jeder hatte eine Wuth auf den Andern, daß der andere sich so erbärmlich und schuftig auf- geführt habe und erbärmlich und schuftig waren sie alle Dreihundert.

Gemischte Ehe. Als im Jahre 1655 Rudolf, Landgraf von Sulz, ein Ka­tholik, sich mit einer Protestantin, der Gräfin von Hagenau, vermählte, stellte er auf Ansuchen und zur Beruhigung der ebenfalls protestantischen Verwandten seiner Braut folgenden, hier wörtlich wiedergegebenen ReoerS aus:Ich, Rndoloe, Landgrave zu Sulz, versprech bet meine landgrävUchen Ehr (oder der Teufel soll mir holen!) daß ich meine künftige liebe Gemahlin bet ihre Religion pletben lassen, auch im wenigsten zu Abfall keinen Anlaß nit geben will. Ich habe droben zwei Bibeln; hat sie nit genug daran, so will ich ihr noch zwei kaufen; sie lese nur fleißig und tapfer darin, es soll sie Keiner nit stören. Ich pleib bet meine Religion, darin ich von Jugend auf erzogen bür. Will mein herzltebeS Ehegespons nit in den Himmel, so fabre sie in Gottes Namen zur Höll." Derb, aber nicht übel, und Zeugntß ablegend von einer so toleranten ^fianu.ng, lvte man sie in einer Zeit, welche unmittelbar auf diejenige deS großen d einjährigen Reltgionskrteges folgte, anzutreffen kaum erwartet haben sollte.

Nro- 43 und 44 des Gewerdeblattes enthalten einen höchst beachtens- w<rthen Aufsatz: Ueber den Werth der Geheimmtttel, von Dr. 0. Lehr, welcher, nach- dem zuletzt die Geheimmtttel, welche alle Krankheiten heilen einer Betrachtung unter- ju.cn woroen, mit folgenden Worten schließt:

Wie kann man überhaupt glauben, daß ein Medicament gegen alle Krarckheits- p^ozesse wirksam sei? Wie kann ein Laie es über sich gewinnen, an seinem eigenen Körper zu behandeln auf pure Vermuthungen oder meinetwegen selbst aufVock'S ae- fundcu und kranken Menschen" hin? Weiß er doch faam, wo seine Eingeweide liegen!

Wurbk Jemand eine populäre Uhrmacherkunde schreiben, ich bin überzeugt, es würde kein isiHjigec daraufhin feine zerbrochene Uhr eigenhändig repartren wollen, sondern alle würden eS Dem etngeweihten Uhrmacher nach wie vor überlassen, in der Furcht, die- seir-e noch mehr zu verderben. Und besitzt der lebende menschliche Körper nicht einen w^-.t feineren, gehelmntßvvlleren Mechanismus als eine Uhr?

Darum weg mit den Gehetmmitteln, vertraut allein dem Arzte, der nach gründ­licher physikallicher Untersuchung seinen Rath nach bestem Wissen erthetlt. Denn das ist gerade der Triumph der modernen Medicin, daß sie nicht quacksalbert auf allge­meine Vermuthung hin, sondern nur vorsichtig uno auf Grund einer genauen Unter­suchung helfend und verhütend eingreift.

bahnen und wuschen dieselben sorgfältig- Das Wasser bekam in kurzer Zeit eine schmutzig-grüne Farbe. Also auch hier eine der Gesundheit nachtheilize Verfälschung von Nahrungsmitteln.

Frankfu rt, 2. Dec. Wie sehr die Geschäftsstockuna in das Leben der kleineren Leute emgrieft, zeigt die Zunahme an Pfändungen von Monisten von Gerichtswegen auch in Bockrnheim. In diesem Jahre sind bei dem hiesigen Amtsgerichte bereit» Über 2600 erkannt worden und theilweise auch zum Vollzug gekommen.

Das Jmmobtliengeschäft ging im verflossenen Monat November außerordentlich schlecht. Die fünf als wirklich o erkauft bekannt gewordenen Pieren, für welche aller- OH105 ansehnliche Preise bezahlt wurden, erreichen noch nicht ganz den Werth einer h lben Million Mark. Das Geschäft in Er- und Vermiethungen von Wohnungen liegt ganz darnieder. 18 Immobilien mit 496,134 belastet, wurden zur zwangsweisen Versteigerung ausgeschrieben, während daneben noch zwei freiwillige durch das Gericht bewirkte Versteigerungen von Grundbesitz stattfanden.

DasMarburger Tagblatt" bringt folgende gelungenen ihm zur Verfügung gestellten Proben doifbürgermetsterstcher Sitzlistik auS Marburgs Nähe: Indem er im nebrigen als fletstger Mann stets einen guten Lebenswandel gefürd hat und ihm oaher deS Vergehen selbst nicht wohl als grsuukenen Eigenschaft angerechnet werden kann. WaS sein Ruf betrteft so hat er keinen. setnVermegen heftet in einem amert- ganischen Fetter. Der N hat noch keinen Leumund begangen, kein Verwegen bat er nicht. rc. Famtltenverhältnisse: pro 1869 oerheiradet. Der N. hat einem. zernen Löffelmann ein paar Gamaschen gestohlen. Auf die blatterkranke Versiegung berichte ich rc. (.Bericht über ein Frauenzimmer). Mllttärverhaltn-sse: hat ein Ver- hältntß mit einem Unteroffizier- Vermögensoerhältnisse: Nicht befreitet Familienver hältnisse: Lebt in Rauerlebensart. Frühere Verbrechen: Wegen Otbstahl. Unter­suchung, wegen Endwentung oerortheilt und erlittene Strafe wegen Hälung. Seine Religese Erkentnis ist oerkert, Kerchenbesuch schlicht oben angeführten Auflage entsprechend ist die Ehefrau des N- N- gestern am 24. d. M- niedergekommen uno hat ein kleines Midchen.

, , , Jenftle.TIr?,tcn Verhandlungen über Abschaffung der Todesstrafe fragte Jemand, warum solche delikate Rücksicht auf die Herrn Mörder!

Man ist überhaupt geneigt, mit seltsamer Delikatesse gegen Solche, welche die Geseke übertreten, vorzugehen. Humanität am unrechten Ort ist Inhumanität. Der Staatsapparat wird mit Recht gegen die Verfälschung von Lebensmitteln in Betrieb gesetzt, man bestrebt sich daß die unsittliche, betrügerische, gesetzwidrige Verfälschung beseitigt ober vermindert werde. Man will die verzehrende Bevölkerung vor Schaden im Geldbeutel bewahren und den Schaden ihrer Geiundhclt abwenden. Dazu gehört Aufklärung über die Verfälschungen, die Mittel, solche zu erkennen. Nicht minder aber auch strenge Aufsicht durch die Polizei und ebenso Bestrafung durch d e Gerichte. Wenn auch anzunehmen ist, daß diese Mittel theilweise helfen, so helfen sie doch u"d es wird überhaupt kein Mittel geben, diesen wahrhaft grausigen Mißständen blf-en; Verführung ist zu stark, der lockende Gewinn zu groß, bi Ufln $7?* 8U fc& an Gewohnheiten und läßt sich lieber Staub m

die Augen streuen, als klarzusehen und das Mittel abzustellen mitzuhelfen. Es bat genug qethan, toenn/3 ra.sonn.rt da wird Alles kurz und klein gemacht - aber ben 'Stag9 da?au holi en?$e" bc! demselben, über dessen gefälschte Maare man von Zeit zu Zeit Zeter tic Männ-r meist nicht b.fjer, als die Weiber, letzt«, find noch viel eher geneigt, rücksichtslos vorzugehen.

2Kan hört von Zeit zu Zeit, daß Verurtheilungen wegen Verfälschung d^em^Andern^kine^Leibe wird Niemand genannt, höchstens ganz h-.mury raunt mner haben b°^ ?einfT to,U toa8 8«fö8* haben, und im Punkte der Beleidigung

Neber den Su b Ä?" fafl verzweifelt und allerdings m vielen Fällen

ütrh m? tf 6 i,c Wahrheit zu sagen, liebet die Ehre, und oft was für Eine -

innerhalb un,6.fo ^tf S-meffen, daß kein Mensch wiffen kann, ob er sich

innerhalb der gesetzlichen Schnur halt, oder diese um ein Haarbreit überschreitet. - Dunk<-I 11 fbp1» Aie V/?älscher im Verborgenen bleiben, gewiffermaßen durch das teT>en1 64 8ibt nichts Bertolte««. Und wie !k°nn sich mnÄe'ft wenn s,e nicht einmal die Ramcn der Btecermänner erfährt, welch" und bezahlen !-erk?ufen? ^ " * |On|t'9'' nichtgehörige Dinge anstatt der «erlangten

8 S

g W'MKtÄ ÄDÄ SÄKtSW« »LV2r> - «-'»S2 SäSt -1 ~.-- s;. *

a. ö. Slandesamtsregiflern ürs JitänörMmtHES

Vom 1. bis 7. December 1877.

?!c' Briefträger Georg Heinrich Ohly von Wehrheim, wfrhnhaft in Gietzen « rL mÄaun 8e*Äh- Sch-°ss-r^-ll- aoam%Tp'pe* oo%k6en -n" r <KlJ,ne ^ane Braun, abgeschiedene Ehefrau des Heizers Karl Klein, von Gietzen fikri^ri-b Wili^m^?n u " ®r6berjo8llt6 Helsiichen ZnfanierieRegiment 9k. II« (Sieben fi ~elbtlV'?3 oonr äisfel» mit Marie Katharine Christine Preisaa oo i ßerbert III ?nn ^nb ^"llwirtb Ludwig Martin Heinrich (Seorg

mefft!« g/hHinn 6 mit Marie Henriette Petri von Gießen. 7. Dec. Schuhmach ' wohnhast m"(Sießen ° ^"haus von (Sieben mit Margarethe illvach von L-oU.tr,

C i) t f d» 1 i t d u n d e n.

,,, .... ~.,x* Kaufmann Robert Hecker von Büscherhofen, wohnbast in Gietzen nut Mathilde Nagel von Gießer. 7. Dec. Dachdecker Wilhelm Dietz von Ulrichstein mit Johanna Phtlippine Keller von Beienheim, beide wohnhaft in Gteur & Geborene.

von Reftamakur i (n01t °dn-Vornamen)

Johannes Rnzer. - Wilhelm Theodo.-, ein außere?el?ch!s Kt?d°^»n ÄuswStts" 2^No°' ?! ?.nb g^^blichen äfeschlechtS (noch ohne Vornamen) von Schlosser-esellen iacob gÄglÄS 5'Ä-Äi.ws

rth Emil^Müb^t! ^8 *°D; 5{u9ufte' Tochter von Wagnermeister He.n^

Wttbelm Heinrich, ein autzereheltches Kind von Auswärts 28. Nov.

zaFr,'550^n öon Kaufmann Karl Joseph August Vtzetb. 30 Noo Ei' w- blichen Geichlech,s (noch ohne Vornamen) oon Äutl4 r @o tfeleb imaUer 5 D iobn'Ä T ^bukuticher Johann Jacob Lsthep S. Dec 'Heinrich Car- Nico-7 sobn von dem Bremser an der Coln Mindener Bahn, Heinrich Jäger.

... k 30- Nov. Marie Kathari-.e Natalie, 1 Monat 6 Tage alt, ein autzerebel-ckes r Sophie Aline L.mcke, geborene Pfaff, 62 ^alre

alt, Ehrfrau des Großh. Professors Dr. Ludwig Lemcke. 2. Dec Johanna Gnir nV -^in^n^bJr^flV \ 2Bittwc be9 verstorbenen Fruchtmche^s Jrcob Gail', x. 2 l! in der Geburt verstorbenes außereheliches Kind män '.lichen Geschlechts von uÄL, ®or« Lauer, 76 Jahre « Monate ast von M-?ienb°rg

Weilburg (im Großherzogltche i academischen Hospital gestorben.) 1. Dec E ila °It, WittwedeS Maurers Wilhelm Slstmann von Sfidinken.

Geburt oa ' von Taglohner Justus Traudt. 6. Dec. Ein in der

n ^°vnltchen Geschlechts von Fuhrmann Konrad Hofmann.

o k Ißc5n^aco^ @eorfl 67 Jahre 11 Monate 6 Tage alt^- Ma ntP iro 9 ®eit?anb- 17 Jahre 4 Monate 4 Tage alt. Elisabethe, 4 Jahre d^Monate^l8^Tage alt, ein außereheliches Kind von Auswärts.

_ , Q Handel und Verkehr."' -

.A 1.18-25, Hühner' p S^7-8 JÄT toF'tc: Butter, per Pfd.

3 Erbsen, 1 Liter 20 a Linsen 2? ?' r« 5k-1°A' $äfemaftc' Pei Stück 100 Ktto 67^z5^a4nen PeC StÜCf 70 ($nten^2' cSänse^er^Pfund"50^Ka^^

®d1Je.Men auch recht oft geboten, "abee in dstst^Fach 'nicht am Pik»'' iR

nid)! »SlnX» S ST n die,

" (Hess- Landesztg.)

R'°ner^Ar^Pre^"^um^-^Ären°k^^ .^«4« »fordert, wie Aovokaten, Ober die Nachwehen stzeno eines Halslkidens M nT?' ®'ifetEeit'

mann'weiß!'" Äi '"^»-

S-W EBiSF Ä »Ä

« et, , Literarische-.

von Hermann Beyrr^L Söhnet Lanaensal^^s/Äb-^..^"'bwörterbuch'', Verli g Auflage beendkt worden. Ist biez wette, vielfach vermehr:?

zweiten Auflage Beweis genug für oie tiphi#6 k9nr< C,tlec.^ot^a,enl,t^e,t eiz-.er unübertroffenen Werkes, so empfieblt e?r be^rIi^re<t bicfeS bisher

Inhalt auf das Beste unb ioÄ den ungemein reicheren

Riffen fern wird. Des herzoal sächsi L?n ^^ttr^ e Auflage rasch oer- Fremdwörterbuch" ist umfdff Zn un-> nUt olelr :Allgemeines

so tüchtigen Kraft, wie Herr Looff sie besitz: blc nur einer

Dieses Fremdwörterbuch enthält d e Verbeutschuna unb f??6 <F .flcUn*<n konnte. Schrift und Umganzbfprach-, foje/ b 7^%"', ?;U19 ^» der deutschen kommenden fremden »der ntcht allgemein betAntei u-ölfft:,,l*af|cn 00r= mH Bezeichnung der «bstammana flul nrnSe unt, m 4 n ®ortcr unb «aidtücke Nahen dieser Werke?, welch^ nett Bstatt t tn ,? Daraut! ist der d.de auch in einem «an»7 eleganigedungen ,u 8^^!ei1 b 40 P^nige und

lich und können wir kühn dehaapten dast blef^ I*1, uon frlbst et fiett«

ständigste.st, oas bisher am Büchermarkt -UchieL '°° ^^ch das beste und 'voll.