Ausgabe 
9.5.1877
 
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den. Die Meldung sügt hinzu, daß die nothwendigen Maßregeln zur Beseiti­gung der dadurch entstandenen Schwierigkeiten ergriffen seien und der verur­sachte Aufenthalt die Truppen - Concentration nicht beeinflussen werde. In vergangener Nacht näherten sich zwei türkische Monitors der Stadt Braila, entfernten sich aber, nachdem sie mit den russischen Ufer-Batterien einige Schüft' gewechselt hatten. Auf unserer Seite keine Verluste.

Odessa, 5. Mai. Nachrichten aus Wladikawkas zufolge wäre Kars vollständig cernirt; die Rusten batten bereits 24 Belagerungs-Geschütze in Po­sition ; die Beschießung solle sofort beginnen.

Konstantinopel, 5. Mai. Mukhtar Pascha meldet unterm 30. April: Nachdem die Ruften in großer Zahl in westlicher Richtung gegen Kars in der Absicht vorgerückt sind, seine Verbindungen mit Erzerum abzuschneiden, habe er mit 9 Bataillonen Kars verlassen, zugleich aber ausreichende Streitkräfte zu rückgelaften, um das Dorf Tschilakli nächst Jardiz, westlich von Kars, zu be- setzen. Ein weiteres Telegramm Mukhtar Paschas vom 1. Mai meldet: Einwohner von Kars hätten ihm mitgetheilt, daß die Ruften Kars angegriffen hätten, aber mit Verlust zurückgewiesen worden seien. Der Commandant von Bakum berichtet vom 1. Mai: Die dortigen Operationen der Ruften seien durch den Regen anfgehalten.

Pampelona, 5. Mai. Die Truppen-Concentration dauert fort.

Konstantinopel, 4. Mai. Die Pforte hat den auswärtigen Mäch­ten notificirt, daß die russische Küste des Schwarzen Meeres vom 5. Mai an in Blokadezustand erklärt werde.

Die Notifikation, betr- die Erklärung des Blokadezustandes über bv. russische Küste des Schwarzen Meeres, lautet wie folgt: Art. 1. Die otto manische Regierung erklärt das ganze russische Littorale des Schwarzen Meeres zwischen Tehuruk und der Kilia - Mündung in Blokadezustand. Art. 2. Die hiernach erklärte Blokade tritt am 5. Mai in Kraft und wird durch hinreichend starke ottomanische See-Streitkräfte aufrechterhalten. Art. 3. Eine dreitägige Frist, vom 5. Mai an gerechnet, wird allen Handelsschiffen bewilligt, welche sich in einen blokirten Hasen begeben wollen; eine fünftägige Frist solchen Schiffen, welche aus einem derartigen Hafen auslaufen wollen. Nach Ablauf dieser Fristen wird jedes Schiff, welches verslichen sollte, in blokirte Gewässer einzudringen oder dieselben zu verlaffen, als feindlich behandelt werden Art. 4. Solchen Schiffen, welche, auf der Fahrt befindlich, über den Blokadezustand nicht unterrichtet sind, soll bei Ankunft in den blokirten Gewäffern die bezüg­liche Mittheilung Seitens der ottornanischen Flotte zugehen. Wenn nach dieser speciellen Notifikation Schiffe darauf bestehen, weiter zu gehen, so werden sie als feindliche behandelt.

Athen, 5. Mai. Durch ein Decret des Königs werden die Kammern zum 26. Mai einberufen und bis dahin 10,000 Reservisten zu den Regimentern einfcerufen. An der Westgrenze werden gegen Räuberbanden, welche vom türkischen Gebiet her das Land unsicher machen und wogegen die Regierung eine remonstrirende Note an die Pforte richtete. Truppen concentrirt.

Bukarest, 5. Mai. Die Kammer hat die beantragten Credite für mili­tärische Zwecke bewilligt. In der Debatte über die Adrefte des Senats betonte der Münster Cogolniceanu die Neutralität Rumäniens. Rumänien würde sich, wenn angegriffen, vertheidigen; es habe keine Convention mit der Pforte ab- geschlofteu; die Türken hätten vielmehr die rumänischen Consuln benachrichtigt, sie würden Tultscha (?) in Brand schießen, wenn die Russen die Donau über» schritten. Die Pforte verletze die rumänische Regierung beständig, behandle den Agenten Rumäniens in Konstantinopel wie einen türkischen Beamten und habe die Functionen deftelben suspendirt. Gegen die Convention mit Rußland habe keine europäische Macht protestirt. Die Convention sei nothwendig ge­wesen. Ohne dieselbe hätten die Ruften bei Ueberschreitung der Grenze die Regierung beseitigen können.

Konstantinopel, 5. Mai. Eine Depesche Mukhtar Paschas vom 3. d. Mts.: In Folge des letzten Gefechtes vor Kars mußten die Ruften ihr Lager um acht Meilen zurücklegen. Sie carnpiren in der Gegend von Ardahan. Diese Position wurde indeß noch nicht angegriffen. Der Commandant von Baturn meldet vom 3. Mai: Ein kleines Gefecht mit den Ruften ist ungünstig ausgefallen. Die Journale fordern alle Türken zur Vertheidigung des Vater­landes als Soldaten oder durch Geldspenden auf. Der Sultan bat den Titel Vkriheidiger des Glaubens" angenommen. Der Finanz-Minister soll in einer finanziellen Mission nach London gehen.

Bukarest, 5. Mai. Die offene Stadt Reni wurde gestern von einem türkischen Monitor drei Stunden lang beschoften. lieber 60 Geschäfte schlugen in die Stadt ein. Sämmtliche Einwohner von Reni, Braila und Oltanitz sind geflüchtet.

Wien, 6 Mai. DiePrefte" meldet aus Bukarest: Der Senat bat

eine Adresse an den Fürsten beschlossen, worin das Vertrauen des Senats zur Regierung ausgedrückt und erklärt wird, daß das ganze Land nur von dein Gedanken der Befreiung erfüllt sei und vor keinem Opfer zurückscheue. Drei türkische Monitors haben mehrere Stunden hindurch Oltenitza und die daselbst befindlichen Batterien beschossen. Die Einwohner flüchten. Hier herrscht große Erbitterung über das Bombardement dieser offenen, wehrlosen Stadt.

Loudon, 6. Mai.Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel, daß kleine russische Truppen-Detachements die Donau überschritten hätten. Ander­weitige Bestätigung liegt nicht vor.

Alexandrien, 6. Mai. Der russische General-Consul und sein Per­sonal sind nach Triest abgereist.

Bukarest, 6. Mai. Die Regierung hat die Vorlage in Betreff eines Moratoriums aus den Kammern zurückgezogen. Großfürst Nicolaus besuchte Braila. Die Russen befestigen das linke Donau-Ufer zwischen Rini und Ismail.

Als die türkischen Monitors vor Oltenitza erschienen, forderte der Commandant derselben das in Oltenitza stehende russische Detachement auf, sich zurückzuziehen. Nach dem Abzüge desselben legten die Türken Torpedos.

Cairo, 6. Mai. Es wird versichert, die Engländer träfen Vorberei­tungen, um am Eingänge des Suez-Canals ein Lager zu errichten.

Lokal-SLvriz.

Kiesten, 8. Mai. Wenn wir auch ab und zu von einer Keilerei zu berichten wissen, so ist doch eine sog. Messeraffaire, Gottlob in unserer Stadt sehr, sehr selten zu verzeichnen. Eine ausgesprochene Messeraffaire sand aber am Sonntag Abend am Darmstädter Haus statt, wo der Reisende eines hiesigen Fabrikgeschäfts, ein junger Mann von ca 20 Jahren, von einem Schreinergesellen aus hiesiger Stadt in Brust, Unterleib und Arm derart gestochen wurde, daß der Betreffende beute Nacht «m 1 Uhr seinen Wunden erlegen ist. Die Polizei hat bereits gestern sich der Sache angenom­men ut>s hen Sittentäter verkostet.

Gießen, 9. Mai. Se. Majestät der Kaiser wird nach neuerer Bestimmung heute Mittwoch Abend 7 Uhr auf hiesigem Bahnhofe eintreffen und bis 8 Uhr verweilen.

Eingesandt.

Wer den gegenwärtig in Oswalds Garten aufgestellten Kunstsalon noch nicht be­sucht hat, der säume nicht, dies noch zu thun. Die im Kunstialon ausgestellten An­sichten sind wirklich vorzüglich, auch ist die erste Abtbeilung für die Jugend zu empfehlen, dagegen ist die zweite Abtheilung, dasAnatomische Museum", in seiner Art großartig. Es enthält mehrere Hundert verschiedene in Wachs moüettMe Prä­parate, von denen die meisten wahre Kunstwerke genannt werden können und gewiß jeden Besucher erfreuen.

Handel und Verkehr.

Gießen, 8. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. 1 X 28 $ bi§ 1 X 32 H, Hühnereier, per Stück 4 u. 5 4 Gänseeier, per Stück, Enteneier, per Stück 6 H, Käse, per Stück 510 H, Käsematte, per St. 3 H Erbsen,

1 Liter, Linsen, 1 Liter 20 H, Tauben, das Paar 68 H, Hühner, per Stück 1 X

30 H, Hahnen, per Stück, Kartoffeln, 100 Kilo 8 50 H.

Grünberg, 5. Mai. lFruchlpreise) Weizen X 14.22, Korn X 11, Gerste

X 10.66, Hafer X 8.78, Erbsen X 10.86, Saamen X 17.50, Kartoffeln X 4.04. (Alles per 50 Kilo oder 1 Ctr)

Mannheim, 6. Mai (Wochenbericht.) Die Stimmung im Getreidehandel war während obgelaufener Woche fest, doch wurde der steigenden Tendenz durch die ruhigere Haltung der auswärtigen Märkte, sowie durch die demnächst zu erwartenden russischen Ostsee-Zufuhren em Halt geboten und nottren wir per 100 Kilos: Weizen je nach Qual. X 29.50-31, Roggen X 2021.50, Gerste X 19.50-21, Hafer X 18.50 dis 19.50, Kohlreps X 37.5038 für inländischen und X 3434.50 für indischen. Rüdöl X 3737.50, Leinöl X 34.5035, Mohnöl, Levantiner X 5758, Prima-Olioen- Speife Oel X 6672, Sesam-Oel X 5054. Amenkan. Schweinefett X 5455. Petroleum, pennsylvanisch standard white X 1515.50, per Sept. X 15.5016, per Sept.-Dec. in monatlichen Bezügen X 1616.50. Alles per 50 Kos.

Frankfurt, 7. Mai. Der heutige Vie'markt war gut befahren. Angetrieben waren: 450 Ocdsen, 220 Kübe und Rinder, 340 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qualität X 6568, 2. Qual. X 5660, Kühe und Rinder 1. Qualität X 60, 2. Qualität X 5154, Kälber 1. Qual. X 6568, 2. Qualität X 5154, Hammel 1. Qual. X 5456. 2. Qualität X 4951. Schweine das Pfd. 60 Aus dem heutigen Wochenmarkte standen prachtvolle Mastkühe von dem Gute es Herrn E. Buth in Okarben zum Verkauf. Dieselben waren für die hiesige Mast­vieh-Ausstellung bestimmt- Sie fanden sofort Käufer-

Frankfurt, 7. Mai. Am heutigen Markt waren Käufer referoirt, deshalb wenig Geschäft. Berliner Vorbörse meldet hohe Course. Französischer R ggen aus zweiter Hand X 223/423 brz. Gerste wenig gethan, hochprima bis X 22/2. Hafer ruhig, fein böhmischei X 18.80. Am Mehlmarkt still. Futterstoffe, fest. Mehl Nr. 1 X 45, N'. 2 X 41, Nr 3 X 37, Nr 4 X 33 Nr. 5 X 27, Roggenmehl 0/, (Ber­liner Markes X 29, do. II. (Berliner Marke) X 24, Weizen, effectio hies-, ab Bahn­hof hier X 30.5031, ab unterer Umgegend X 29.5030.50, fremder je nach Qualität X 24-30, Roggen je nach Qual. X 21 -23, Gerste X 1922.50, Hafer X 15 bis 19, Kohlsamen fehlt, Erbsen X 21-24 Wicken X 17.50, Linsen X2\ 30, Hüböl, detail, X 74. Stimmung zuiückhaitend. Hauptsächlich gefragt war Weizen und Roggen; dringend offerirt. (Die Preise verstehen sich sämnulich per 200 Pfund Zollgewicht 100 K'lo.i

Allgemeiner Anzeiger.

Wegen der vom 9. bis 21. Mai d. I. siattfindenden Militärschießübungen ist die Abfuhr des Holzes aus den Distrikten Altenviehweide, Venusberg, Tanne, Sandberg, Urfulum und Heingesboden deÄ Giesiener Stadtwaldes ge­schloffen. Die Großh. Bürgermeister der umliegenden Gemeinden wollen dies bekannt machen lassen.

Gießen, den 8. Mai 1877.

Großherzoglicke Bürgermeisterei Gießen.

2638) A. Bramm.

Brennhoh-Meferung.

Dienstag den 15. d. Mts., Vormittaas 11 Uhr, soll in dem UniversitätS - Canzlei - Gebäude die Lieferung des in die verschiedenen Uni versitäts - Anstalten und das Gymnasium dahier für den Winter 1877/78 erforder­lichen Brennholzbedarfes mit ca. 290 Rmtr. im Soumissionswege vergeben werden.

Die bezüglichen Bedingungen können in unserem Geschäftszimmer emgesehen werden.

Gießen, den 7. Mai 1877. (2647

Großherzogliches Universitäts-Rentamt.

Schmitt.___________

2578) Gute Kartoffeln verkauft

K Malkornesius, Neuenweg.

Oeffcntlichc Bekanntmachung.

Die ledige Elisabethc Erb in Beuern ist wegen Geistesschwäche unter Curaiel ge­stellt worden, was mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, daß gültige Rechtsgeschäfte nur durch den be­stellten Curator Philipp Funk I. in Beuern abgeschlossen werden können.

Gießen, den 18. April 1877. (2317

Großherzogliches Landgericht Gießen

Erdmann, Dr. Trapp, Landrichter. Landg.-Assessor.

2584) Die Maurerarbeit zu einer Scheuer und Stallung ist zu vergeben bei K. Jung IV.

in Klein-Linden.

Bekanntmachung.

2571) Die Schulgelder für die städtischen Schulen und für die Vorschule zur Realschule pro 1. SDuanal er. können in den nächsten 8 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hiesigen Stadtkasse bezahlt werden.

Gießen, am 5. Mai 1877.

Der Stadt-Rentmeister:

Enders. .

Bekanntmachung.

Nach stattgehabter Lachunte'.suchung ist das Vermögen derWittwe und der minder­jährigen Kmder des Ackermanns Konrad Feußner von Anufahr überschuldet und es wird deßhalb zur summarischen Schulden- liqmdation, sowie zum Güteoersuch. Termin auf den

13. Juni l. I., Vormittag» 9 Uhr, in das hiesige Ger'chtslocal anberaumt, zu welchem sämmtliche Gläubiger unter dem Rechtsnachtheil oorgeladen werden, daß, falls in dem Termin eine Stundung bewilligt werden sollte, sämmtliche nicht erschienenen Gläubiger und falls ein Nachlaßoertrag

zu Stande kommen sollte, die nicht erschie­nenen Chirographargläubiger als den Be­schlüssen der Mehrheit der erschienenen Gläubiger beitretend angesehen werden.

In dem Termin baden zugleich die Gläu­biger über Beibehaltung des einstweiligen Verwalters Rechtsanwalt Embach bezw. über Bestellung eines anderen Verwalter- Vorschläge zu machen.

Zahlungen können gültig nur an den einstweiligen Verwalter geleistet werden.

Kirchhain, am 28. April 1877. Königliches Amtsgericht.

H e l l b a ch.

2517) vdt. Bezzenberger.

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