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Freitag, den 9. Februar

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Wahlkreise ist dem Social- in Leipzig als Reichstags.

Brüssel, 7. Februar. Privat-Depeschen aus Konstantinopel behaupten, der Sturz Midhat Pascha's sei durch Umtriebe Jguatiefffs herbeigeführt wor- ben. DerEtoile" erwartet in der belgischen Kammer eine Interpellation wegen Intervention der Gensd^armerie in Antwerpen ohne Vorwissen des Bür­germeisters und wegen Consignirung der Truppen, selbst der Artillerie, in den

Erscheint täglich mit Ausnahme deö Mvntagö. ELtedttionr Schulftraß», 8it B. Nr. 18.

viertcljührlich 2 Mark 20 Pf. vnt Bring.crlohn. Tytfi) Vie Post bezogen viertcklVh^ich 2 Mark SO Pf.

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üuzuzeigen und bittet, etwas wirklich Gutes um geneigte Mchmg.

Deutschland.

Berlin, 5. Februar. Auf die Fragen der Handels-Gruppe, betr. die Vorarbeiten sür Verbesserung der Schiffbarkeit der Lahn durch Canalisation, ( und ob es nicht möglich sein wird, die Strom-Abtheilung Wetzlar-Weilburg in ' solchen Dimensionen herzustellen, daß auch diese Strecke, wie dies für die Ab theilung Weilburg'Niederlahnstein beabsichtigt ist, mit Ruhr-Schiffen befahren werden fann, erwiderte die Regierung: Die technische Ausführbarkeit der Cana- lisation, dergestalt, daß die geringste Wasser-Tiefe bei kleinen Wasser-Ständen j einen Meter beträgt, ist, wie auch die Möglichkeit der nebenstehend angeregten I Herstellung der Strom Abtheilung Wetzlar-Weilburg, nachgewiesen. Der Kosten- 1 Aufwand ist auf 8,400,000 JL festgestellt, doch wird eine solche Aufwendung ' von Mitteln, wenigstens zur Zeit, in lohnenderer Weise sür anderweite drin- < gendere Bedürsniffe stattfinden können.

Berlin, 5. Februar. Es heißt, daß im Herbste unter Zusammenziehung des 7. (westfälischen), 8. (rheinischen) und 11. (hessischen) Ärmel.Corps zwi­schen Köln und Frankfurt ein großes Manöver abgrhalteu werde.

Berlin, 6. Februar. Das Abgeordnetenhaus wählte Miquel, Gneist und Vircbow in die statistische Central-Commission. Bei der nun folgenden zweiten Bcrathung der Zeughaus-Vorlage spricht Graf Bruel gegen dieselbe, weil sie Erinnerungen an den Krieg von 1866 wachrufe. Der Kri^gsminister hebt hervor, man beabsichtige aus dem Zeughause eine historische Sammlung zu machen; sollten sich Trophäen aus dem Feldzuge gegen Hannover finden, so würden sie natürlich in der historischen Sammlung nicht fehlen. Nach dem Jahre 1866 hätten Hannovers Söhne in einem viel schwereren Feldzuge mit- gekämpft nnb Trophäen miterobert, auf welche sie mit Stolz blicken könnten, unbeschadet der kleinen Gruppe hannoverscher Trophäen, die etwa aus dem Jahre 1866 Aufstellung finden möchten. (Lebhafter Beifall.) Die Sitzung dauert fort. . u _

Berlin, 6. Februar. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge wurde die Vor­lage des Gesetz-Entwurfes über die Theilung der Provinz Preußen unverzüglich erfolgen. Dem Landtag soll ferner noch eine Vorlage über die Erweiterung der Verwendung des Proviuzial-Dotations-Fonds zu Beihülfen für Secundär- Bahnen zugehen. DerReichs-Anz." bringt eine kaiserliche Verordnung, die den Reichstag auf den 22. Februar einberuft.

Pofen, 7. Februar. Der heutige Termin vor dem Kreisgericht gegen Graf Ledochowöki wurde vertagt, weil noch nicht alle Behändigungs-Scheine über Vorladungen eingegangen waren.

Hanau, 6. Februar. Mit Bestimmtheit verlautet, daß Herr Dr. Her­mann Weigel, der Reichstags-Abgeordnete für Hanau-Geluhausen-Orb, für eine hervorragende Stelle in das Staats-Ministerium berufen sei. Würde sich diese Nachricht bestätigen, so ist unser Bezirk noch einmal in die Lage versetzt, für den Reichstag wählen zu muffen. (H- Ztg)

München, 6. Februar. Nachrichten aus Basel zufolge hat die Com­mission des Natioual-Rathes für das Militär-Steuergesetz heute im Grundsätze die Besteuerung der Schweizer im Auslande beschlossen.

Dresden, 6. Februar. Eine amtliche Bekanntmachung desDresd. Journ." constatirt den Ausbruch der Rinderpest in einem Gehöfte bei Dresden und ordnet die nöthigen Maßregeln zur Unterdrückung der Seuche und gegen

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(folgte Eröffnung

beiden Reichshälften bezüglich der Bankfrage haben zu keinem Resultat geführt. Die ungarischen Minister kehren heute nach Pesth zurück.

Wien, 7. Februar. DiePresse" und dieNeue Fr. Pr." melden: Minister-Präsident Tisza habe vor seiner Abreise nach Pesth de« Kaiser die Demission des gesammten ungarischen Ministeriums überreicht.

KranLreich.

Pari-, 6. Februar. In hiesigen russischen Kreisen will man wiffen, zwischen heute und vier Wochen werde das Manifest des Czaren erscheinen, denn die russische Regieruuz sei entschloffen, die ablehnende Haltung der Pforte btn Conserenz - Beschlüssen gegenüber nicht anzunehmen, und es handle sich darum, ob die Mächte sich bis Anfang des März nicht der russischen Action anschließen würden.

Paris, 6. Februar. Die Abendblätter sehen in der jüngsten Krisis in Konstantinopel eine ungünstige Wendung der Dinge. DerMoniteur" hebt hervor, diese Thatsachen bewiesen, Europa brauche sich hinsichtlich der Lösung der orientalischen Angelegenheit nicht zu beeilen, da, wenn die Dinge nur noch kurze Zeit so fortdauerten, die orientalische Frage sich von selbst lösen würde. Es sei unmöglich, daß eine Regierung, welche jeden Monat ein Schauspiel solcher Anarchie und Despotismus gebe, Chancen habe, noch lange Zeit die Rolle als Wächter des öffentlichen Rechtes zu spielen; eine Rolle, welche ihr nur von blinden Freunden im Gegensatz zu allen Jntereffen der Menschlichkeit und Civilisation auch fernerhin beigelegt werden könne. Von der Türkei allein und von dem Fortschritte des unheilbaren Nebels, an welchem sie leide, werde die Lösung kommen, und dies dürfte bald geschehen. DasJournal des Du­bais" bedauert lebhaft den Sturz Midhat's und ist der Meinung, die ärgsten Feinde der Pforte hätten derselben keine größere Unklugheit anrathen können. DasJournal des Döbats" appellirt an die Weisheit der europäischen Cabi- ncte und fordert sie dringend auf, von allen bedenklichen Beschlüffen abzustehen Angesichts der Ereigniffe. welche allerdings beklagenswerth seien, aber an den besonderen Jntereffen der einzelnen Mächte ebensowenig etwas ändern, wie an dem allgemeinen europäischen Gleichgewichte. Prinz Karl von Preußen passirte heute auf der Reise nach Turin Modane (Departement Savoyen.)

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Horben!

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die Weiterverbreitung derselben an.

SO^eetane, 5. Februar. In dem hiesigen Demokraten Bracke gegenüber Profeffor Birnbaum Candidat aufgestellt worden.

Hesterreich.

London, 6. Februar. Privat-Depeschen aus Durham zufolge wird befürchtet, daß die Arbeiter auf den Kohlengruben die Arbeit einftellen werden, da sie auf die von den Grubcn-Besitzern beabsichtigte Lohnherabsetzung nicht eingehen wollen.

London, 6. Februar. Die heutigen Morgenblätter stimmen in ihren Besprechungen des Sturzes von Midhat Pascha in der Anschauung überein, das Ereigniß werde wichtige Veränderungen in der inneren und auswärtigen Politik herbeiführen. DerStandard" ist der Meinung, daß Rußland aus dem Ereigniß den meisten Vortheil ziehen werde. DieTimes" drückt die Hoffnung aus, der Ministerwechsel werde nicht einen neuen Ausbruch des Fana­tismus herbeiführen oder die Pforte zu einer übereilten verhängnißvollen Hand­lung treiben. Der diplomatische Schriftwechsel über die orientalische Frage wird, wie verlautet, dem am Donnerstag zusammentretenden Parlament noch an demselben Tage vorgelegt.

Lvndon, 7. Februar. DieTimes" gelangt in einer weiteren Be­sprechung der russischen Circular-Depesche zu dem Schluffe, dieselbe enthalte nichts, was füglich eine Drohung genannt werden könne. Ihr Zweck scheine nicht dahin zu gehen, einen Vorwand für Rußlands Rücktritt von seiner gegen­wärtigen Position zu suchen, sondern sie ziele wohl dahin ab, zu ermitteln, wie weit Europa fortsahren wolle, mit Rußland zu cooperiren. Das Circular be­deute sonach thatsächlich die Fortsetzung der Politik Jgnatieffis und fei die russische Regierung augenscheinlich entschloffen, mit Europa in Counex zu bleiben und sich nicht in's Unrecht zu setzen. Wir selber, so fährt das Blatt fort, mögen erklären, wir seien mit dem Geschehenen zufrieden, aber wir können Rußland nicht tadeln, wenn es dazu schreitet, etwas zu vollführen, was Alle wünschten. DieTimes" empfiehlt schließlich, England solle das Resultat des türkischen Minister-Wechsels abwarten, ehe es Rußland antworte, inzwischen aber die Anfrage stellen, welches Verfahren die russische Regierung begünstige. Graf Schnwaloff wird heute die russische Circular-Depesche dem Lord Derby überreichen.

Wien, 5. Februar. DiePol.t. Corresp. .

teneato fordert zum mindesten die Ebene der Herzegowina und den bi« Podzo- rttza reichenden sruchibareu Tb-il Albaniens. Sollte die Turke, die,- Forderung ablebnen und es bis zum 28. d. Mts. nicht zum Frieden kommen, dürften die Montenegriner zur Belagerung von Niksic schreiten. Milan lehnte das Begeh­ren M'dbat's, einen Telegirten nach Konstantinopel zu senden, ab.

Wien, 6. Februar. Di-Poltt. Corresp." meidet: Di- Pforte hat der serbischen Regierung die Grundlagen für die Friedens-Verhandlungen mitgetheilt. Indem sie aus materielle Garantieen verzichtet, beansprucht sie diplomatische Ver- tretung in Belgrad, Gleichberechtigung der Katholiken und Juden mtt den Serben, Nichtduldung der Bildung bewaffneter Banden auf Irischem Gebiete, Verhinderung des Eindringens solcher Banden auf türkisches Gebiet, Nichtge- ftattimg geheimer Gesellschaften, Erhaltung der serbischen Festungen in guten Zustande, Aufziehung der türkischen Flagge neben der Aschen Flagge au den Festungen. DiePolit. Corresp." meldet als zweifellos, daß Serbien tiefe Grundlage annehmen und alsbald eine Special Mission nach Konstant nopel 0 Februar. Die Verhandlungen zwischen den Ministern dtrlKasernen.

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