runA zum Geschenk gemacht hat. Ein Theil dieser Gewehre bleibt auf dem Zollamt in Korfu und der andere befindet sich in dem Magazin eines hellenischen Notablen. Die Kenner der russischen Zustände sind fortwährend gespannt darauf, welchen Rückschlag dieser Krieg auf Rußland selbst ausüben werde.
Pesth, 6. November. Dem „Pesther Lloyd" zufolge werden nach den allgemeinen Bestimmungen der einzubringenden Gesetz Vorlage, betr. den Zoll- Tarif, die bisherigen Zoll-Ausschüsie und das gesonderte Zollgebiet für Dalmatien aufrechterhalten. Jede Maare soll stets einem Einfuhr-Zolle unterliegen. Für die Waaren-Durchsuhr wird kein Zoll erhoben. Einem Ausfuhr-Zolle wird nur eine beschränkte Anzahl von Maaren unterworfen. Maaren, welche aus solchen Staaten kommen, in denen Maaren österreichisch-ungarischer Provenienz ungünstiger behandelt werden, als Maaren aus anderen Ländern, unter liegen bei der Einfuhr einem lOprocenttgen Zuschläge zu dem tarifmäßigen Zoll und, falls sie nach dem Tarif zollfrei wären, einem specifischen Zoll von 5 pCt. des Handelswerthes. Die Ein- und Durchfuhr der vom Staat monopolisirten Maaren ist nur gegen Erlaubniß Seitens der Behörde gestattet. Die bisherigen Bestimmungen hinsichtlich der Befreiung vom Einfuhr-Zoll bleiben aufrecht- erbalten, ebenso die Bestimmungen, betr. das Appretur-Verfahren. Exportirte, aber als unverkauft über die Landesgrenze zurückgelangende Maaren können vom Eingangs-Zoll befreit werden. Sämmtliche Zoll-Sätze einschließlich der Neben-Gebühren sind, mit Ausnahme von Beträgen unter 2 Gulden, in Gold zu entrichten. Waagegeld und Siegelgeld werden fortan per 100 Kilo angesetzt.
tigten und durch den dermaligen wirklichen Nothstand herbeigeführten Klagen die billig», und geeignete Abhülfe gewähren, da oft die wichtigsten Handlungen, welche aus den bei Fahrpostgegenstänvm befindlichen Correspsnd-mzen resultiren, überhaupt nicht prompt und Nachmittags an dem nämlichen Tage gar nicht mehr oorgenommen werden könnten. Wenn die kaiserliche Oberpostdirection in Darmstadt sage, daß auch in Offendach die Packetbestellung Vormittags noch spater als 11 Ujr stattfinde und dort in diesem Umstande keine Gefährdung des Handelsinteresses ei blickt werde, so sei damit ebensowenig constatirt, daß dies nicht dennoch der Fall sein könnte, wie auch, daß die Verhältnisse, welche oft schon durch die verschiedenartigen Geschäftsbranchen bedingt würden, dort ganz andere seien alS hier, abgesehen davon, daß nicht zugleich dargethan worden, daß auch dort die zweite Bestellung erst AbendS um 7 Uhr vollzogen sei. In Berücksichtigung des Umstandes, daß zu der Vormittagsbestellung alle Gegenstände gehören, welche nach 1 Uhr Nachmittags des Tages vorher, und zu der Nachmittagsbestellung alle diejenigen, welche in den Frühstunden bereits hier angekommen seien, müsse anerkannt werden, daß das diesseitige V-rlanges kein zu weitgehendes und dis dermalige Vage eine den Handelsstand schwer schärtgende und der Remedur unbedingt bedürftige sei.
Ader auch von dieser Behörde wurde bis heute nichts Weiteres zur Abstellung der Calamität gethan. Dieselbe schloß sich dem ablehnenden Verhalten der vorerwähnten Behörden an mit dem Bemerken, daß der Zustand im Gegensatz zu unserer Ueber- zeugung ein erträglicher sei, wozu wohl der alljährlich träge und in der Heuer ge- ^chäftsiosen Zeit für dieses Jahr noch trägere Verkehr des Monats August der Behörde Veranlassung gegeben haben mag, da während dieser Zeit des unbedeutenden Verkehrs halber die Bestellungen früher beendet sein konnten. Die bevorstehende ge- schäftsthätigere Jahreszeit wird dagegen zweifelsohne die alten Unzuträalichkeiten bet der bestehenden Einrichtung im Gefolge haben und zwar in erhöhtem Maße, da die ungünstigere Witterung noch größere Verspätungen veranlassen dürfte. Es ro-rben dann ganz gewiß die Klagen aus's Neue laut und nicht eher beseitigt sein, alS bis die seither schon mit Fug und Recht geforderte Abstellung des Uebelstandes Seitens der Postverwaltung vollzogen sein wird. (Fortsetzung folgt).
Araukreich.
Paris, 6. November. Da die Combination Pouyer-Quartier bezüglich Bildung eines Geschäfts-Ministeriums gestern Abend nicht zum Ziele geführt hat, so wird das Cabinet vom 17. Mai wahrscheinlich vor die Kammern treten und seine Politik und Verwaltung vertheidigen.
Amerika.
Washington, 6. November. Die Regierung von Mexico sandte Za- macoma als Special Commiffär zu Verhandlungen mit der diesseitigen Regie- rnng hierher.
Der orientalische Krieg.
Wien, 5. November. Die „Presse" meldet aus Tiflis: Eine von Olti vorgerückte russische Colonne hat das Euphrat-Thal erreicht und die directe Verbindung zwischen Datum und Erzerum unterbrochen.
Konstantinopel, 5. November. Seit vier Tagen sind vom bulgarischen Kriegsschauplätze keine Nachrichten veröffentlicht worden, wodurch viele beunruhigende Gerüchte in Umlauf kommen. — Der Großvezir Edhem Pascha hat dem britischen Botschafter Layard die Zusicherung gegeben, daß die wegen Landesverrath in Philippopel verhafteten Gebrüder Gescheff nach Konstantinopel gebracht würden.
London, 6. November. Der „Dailv Telegraph" meldet aus Erzerum vom 2. d.: Heute fand ein heftiger Angriff der Ruffen auf die türkischen Positionen statt. Das Gefecht entwickelte sich auf der ganzen vier Stunden langen Linie. Nach einem zehnstündigen Kampfe wurde das türkische Centrum durchbrochen und gezwungen, sich zurückzuziehen. Mukhtar Pascha ist leicht verwundet. Es heißt, im Süden von Erzerum, sechs Stunden von der Staot, seien Kosaken erschienen.
Petersburg, 6. November. Officielle Meldung aus Bogot vom 5. d.: Gestern beritt der Kaiser die russischen Positionen jenseits des Wid- Flusses; sein Empfang Seitens der Ruffen war enthusiastisch. — Teteben wurde am 31. Octbr. durch den Flügel-Adjutanten Oberst Orloff genommen. Dank dem von dem Major Beaten meisterhaft ausgewählten Angriffs-Punkte kostete der Sturm nur einen Todten, 4 Verwundete und 17 Contusionirte. Erstürmt wurde nur eine befestigte Redoute; die anderen Befestigungen wurden von den Türken ohne Kampf verlaffen. Der Feind floh auf Gebirgspfaden nach Carlowo und Orkhanie. Die Türken waren 600 Mann regulärer Infanterie und 150 Mann regulärer Kavallerie stark. Sie verloren 100 Todte und führten ihre Verwundeten auf 100 Fuhren mit fort.
8 o k a l - Sk o t t z.
Gießen, 7. Nov. (Auszug aus dem Jahresbericht der Handelskammer in Gießen für das Jahr 1876.) (Fortsetzung.)
Seit dem 1. März d. I. findet die Bestellung der Pocket- und Werthsendungen für hiesige Stadt vermittelst zweier Postwagen gegen die frühere Beförderung durch 4 Drückk^rren Statt. Sofort nach dem JnSlebentreten dieser Einrichtung war es uns klar, daß die Art dieser Bestellung unzureichend sei und den Interessen des Publikums, insbesondere des Handelsstandes, zum größten Nachthetl gereichen würde. Wir nahmen deßhalb Veranlassung, mit der hiesigen Postdirectiou wegen Verbesserung der Sache Rücksprache zu nehmen, welche die Erklärung dieser Behörde zur Folge hatte, daß sie die Einrichtung erst einmal einige Zett bestehen lassen und dann, wenn die Calamität der Verspätung andauern würde, geeignete Anträge bet der vorgesetzten Behörde stellen wolle. Es zeigte sich indeß, daß nicht allein keine Besserung, sondern eine wettere Verschlimmerung dieser Verhältnisse eintrat; während bis dahin die erste Fahrpoft in den dem Hauptpostamt'nicht nahe gelegenen Stadttheilen sehr oft erst um 12 bezw. 1 Uhr gegen vorher um 10 bezw. IlN/r Uhr, die zweite Fahrpost um 5 bezw. 6 Uhr gegen vorher Zi/r bezw. 4 Uhr zur Ausgabe gelangte, trat von diesem Termin ab noch eine wettere Verspätung etn. Eine Beschwerde hierüber bet dem htesigen kaiserlichen Postamt halte die Mittheilung zur Folge, daß die erwähnte Verschlimmerung dadurch hervorgerufen sei, daß durch den strammen Dienst mehrere Brief- und Packetbesteller erkrankten, deshalb nicht vertraute Persönlichkeiten alS Ersatz hätten verwandt werden müffen und dieser wegen der hiesigen Lohnoerhältntsse, welche die dafür festgesetzten Vergütungen im Allgemeinen überschreiten, noch kaum zu beschaffen sei. Es wäre übrigens einigermaßen dadurch geholfen, daß die Posteinzahlungen für die innere Stadt den beiden Vormtttagswagen abgenommen und fortan durch einen besonderen Briefträger bestellt würden.
ES war in Folge dessen allerdings eine Entlastung eingetreten, welche aber kaum eine frühzeitigere Bestellung zur Folge hatte, womit die Unzulänglichkeit dieser Maßregel erwiesen war.
Die Oberpostdirection, an welche wir uns nunmehr gewandt hatten, kam unsrer Beschwerde bezüglich der Brtefbeftellung entgegen, indem sie zur Beschleunigung derselben eine Ausgabestelle für Briefsendungen bet dem Postamt II. dahier etnrichten, sowie eine Vermehrung des Bestellpersonals um einen Briefträger eintreten ließ, aber die hauptsächliche Beschwerde gegen die allzu verspätet erfolgende Bestellung der Packet- unb Werthsendungen wurde um deswillen unberücksichtigt gelassen, weil man behauptete, daß in den meisten Städten von ähnlicher Bedeutung wie Gießen die erste Packetbe- stellung nicht vor 11 Uhr beendet sei, während der SkachmittagSbeftellung, welche hier in der Regel nunmehr erst um 7 Uhr Abends nach Schluß vieler Comptoirs beendet ist, gar nicht erwähnt wurde.
Wir nahmen hieraus Anlaß, das kaiserliche General-Postamt in Berlin zu ersuchen, so schleunig als möglich diejenigen Anordnungen zu treffen, welche den berech-
Vermischtes.
Darmstadt, 4. Nov. Die statutenmäßige Gen.-ralversammlung der Viehoersicherungs-Anstalt für das Großherzogthum Hessen, wird am 24. l. M, Vormittags 11 Uhr in Butzdach (Hotel Joutz) zusammengetreten und über folgende Tagesordnung berathen und Beschluß fassen:
1) Bericht über die Erfolge der Anstalt, die Rechnungsergebniffe deS abgelaufenen und dte muthmaßlichen des laufenden Verwaltungsjahres.
2) Vorlage und Einsichtnahme der abgebörten Rechnung.
3) Wahl der Ausschußmitglieder für Oberhessen (der seitherige Ausschuß ist wieder wählbar).
4) Wahl eines Directionsmitgliedes.
5) Antrag der Direction auf Abänderung der Statuten SS 1° und 18.
Anträge, welche in der Generversammlung gestellt werden wollen, sind 14 Tage vor derselben der Direktion schriftlich zuzusen^en.
Dem Vernehmen nach können sich an dieser Versammlung auch Nichtmitglieder der Anstalt als Zuhörer betheiligen, worauf wir, bei den vielen Freunden, welche dieselbe in Oberhessen zählt, aufmerksam zu machen nicht unterlassen wollten.
Mainz, 3. Nov. Dte Gretchentäschchen sind offenbar Jedem eher zugänglich, als ihren Besitzcrinnen, zudem guckc öer Inhalt derselben gar so neugierig aus diesen rückwärts angebrachten Täschchen. So ist es denn gar nicht auffallend, wenn man alle Tage „Gelegenheitsdlebstähle" regtstriren kann. Heute vermißte wieder eine Dame ibr mit 25 jl gefülltes Portemonnaie, als sie eine Gans bezahlen wollte; statt des Geldtäschchens aber zog sie eine — Zwiebel aus dem ominösen Gretchentäschchen.
Literarisches.
Dre V-rlagshanUung von Rlchard Eckstein in Leipzig tritt demnächst mit einem höchst beachtenswerthen Unternehmen, welches in jeder Familie Eingang finden sollte, vor die Oeffentlichkeit. Dasselbe erscheint unter dem Titel: „Humoristischer HauSfchatz fÜr's deutsche Volk " Es soll in diesem Hausschatze, in sorgfältiger Auswahl und verbunden mit kurzen literarischen Charakteristiken, das Beste geboten werden, was der deutsche Humor aller Jahrhunderte auf dem Gebiete der erzählenden Prosa geschaffen hat. Nur Romane sind ausgeschlossen. Zunächst sind die vorzüglichsten humoristischen Schöpfungen von Jean Paul — Börne — Hackländer — Hebel — Wieland — Arnim — Raabe — Schückmg — Heyse — Jensen — Seidel — Aue.bach — Hoffmann — Weisflog — Rodenberg — Spielhagen — Schmidt Cabanis und Wachenhusen in Aussicht 1 enommen. Dem Unternehmen steht E nsi Eck ein, der beliebte Humorist, vor; fein Name bürgt für die ausgesuchteste Gediegenheit des Gebotenen. Der erste Band (Preis 3 J4, geb. 4 J4) wird Anfang November zur Ausgabe gelangen und werden dann in Zeiträumen von 3 bis 4 Monaten weitere Bände zu gleichen Preisen folgen. Das Ganze soll in der Thai sein, was sein Titel besagt: Ein Hausschatz für die deutsche Nation.
—(Novellen-PreiS-AuSschrcibcn.) Die neueste Na nmer des „Zeitungs- Courter", Organ des „Literarischen Central-Bureaus", Berlin NW., enthält ein P eis- Ausschreiben dieses rührigen, unter publicistischer Leitung von Julius Stein stehenden Instituts, für die beste zu liefernde Novelle. Zu diesem Zwecke sind 2000 bei dem Bankhause von Krone und Mencke, Berlin, Große Friedrichstraße 105c., deponirt und ist die Bestimmung getroffen worden, daß dem Herrn Verfasser dec von den Herren Preisrichtern für dte beste Arbeit erklärten Novelle diese Summe unverzüglich ausge« zahlt werden soll. Das Eigenthumsrecht der preisgekrönten Arbeit fällt dem Bureau zu; auch ist dasselbe berechtigt, von den übrigen Einsendungen nach Belieben das Etgen- thumsrecht für je Jü 500 zu erwerben. Der elfte Abdruck der preisgekrönten Novelle erfolgt im „Deutschen L>alondlatt." Die Novelle darf den Raum von vier Druckbogen weder wesentlich überschreiten, noch erhedltch hinter dem,elden Zurückbleiben. Dte Handlung muß tn Deutschland und in der Gegenwart spielen. Nur Originalarbeiten (bisher ungedruckl) sind concurrenzfähig. Die Einlieferung der bezüglichen Arbeiten hat bis zum 1. März 1878 zu erfolgen und zwar franco an das Literarische Centralbureau (E- Diehne). Die Arbeit muß ein Motto tragen, darf die Handschrift deS Verfassers nicht haben, und ist derselben ein verschlossenes Couvert beizufügen, welches mit gleichem Motto versehen, den Namen des Verfassers enthält. Die Prüfung der Arbeiten erfolgt zu Berlin und hat Herr Dr. O- F. Genfichen bereits den Eintritt tn die Jury, welche aus literarischen Capazitäten bestehen wird, zugesagt. Die Namen der übrigen Preisrichter werden in .stürze bekannt gemacht werden und steht denselben das Recht der Cooptation zu. Die Prüfung der Arbeiten findet unverzüglich statt und erfolgt die Publikation des Resultates spätestens am 1. Mai 1878.
SehlfTuberlcht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Llovd C. W. Dietz in Gießen.
New Orleans, 4. Nov. (Prr transatlantischen Telegraph.) DaS Postdampf, schiff Frankfurt, Capt. F Klugkisr, vom Norddeutschen Llyod in Bremen, welches am 10. October von Bremen und am 14. October von Havre abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
Newyork, 4. Nov. (Per transatlantischen Telegraph.) DaS Postdampfschiff Weser, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 21. October von Bremen und am 23. October von Southampton abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen.
Herr Fernando auS Karlsruhe gab im hiesigen Schloß vor Seiner Durch, laucht dem Fürsten Carl zu Jsenburg-Birstein, Ihrer K. K- Hoheit der durchlauchtigsten Fürstin, Erzherzogin von Oesterreich rc. rc. und meiner Erlaucht dem Grafen zu Erbach-Erbach eine Vorstellung und erntete durch die mit großer Sicherheit und Eleganz ausgeführten Productionen den vollsten Beifall der hohen Herrschaften, welche« in deren Auftrage bescheinigt.
Birst ein, den 1. März 1877.
(LS) w Freiherr von Oec,
Kgl. Sachs. Lieutenant und Gouverneur Sr. Durchlaucht des Erbprinzen zu Isenburg-Birftein.
Handel und Verkekr.
Giünberg, 3. Nov. Weizen Jd 11.86, Korn JL 8.44, Gerste JL 8.45, Hafer 7.24, Erbsen 8.28, Linsen —, Samen JL 18.50, Kartoffeln —. (Alles per 50 Kilo oder 1 Ctr.)


