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Mittwoch, den 7. März
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Schlechte Zeiten.
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Sandkörner am Meeresstrand, und die Ausführung großartiger aber nicht nothwendiger Arbeiten verbietet der Stand der Steuerkrast.
Das einzige Hülfsmtttel, das uns in diesen schlechten Zeiten bleibt und das bis jetzt sckon mit vielem Erfolge angewandt worden — der überaus langsame Berlauf der Krisis beweist da« schlagend —, bedeutet Sparen und Arbeiten. Wir sollen uns von allen unnützen Ausgaben möglichst fern halten, zurücklegen, in vorsichtiger Anlage, was wir aus unserem Tagesverdienst erübrigen, wir sollen anstrengend thätig sein, um unsere Industrie zur ersten auf dem Weltmärkte zu erheben, um unsere Waaren innerlich unanfechtbar und probefähig und äußerlich gefällig darzustellen und so auf dem -auswärtigen Markte Siege zu erobern, so lange der inländische kein größeres Angebot stellt.
Was ferner noch «ngepriesen wird, ein neuer Zolltarif, ein neuer billigerer Frachttarif, eine Aenderung wirthschaftlicher Gesetze u. s. w-, ist immerhin der reiflichsten Erwägung werth, wird aber stets erst in zweiter Linie und meist erst nach einem neuen wirthschastlichen Aufschwünge in Betracht kommen. Alle Parteien werden hier gern ihre Hülfe darbieten, sie werden gern etwa begangene Fehler einsehen und verbesiern, wo man mit vernünftigen Gründen und bestimmt beweisbaren Angaben auftritt. Nur soll man sich hüten, ferner noch mit solchen krassen Uebertreibungen zu fechten, wie das bisher geschehen, nur soll man offen eingestehen, wo man als Verfechter eigener wichtiger Jntereffen auftritt, und nicht einen Streit wider die Principien erheben, wo einfache Thatfragen behufs der Anwendung vorliegen und sich klar erledigen laffen.
Die demnächstigen Verhandlungen über einen österreichischen und französischen Handelsvertrag werden zeigen, inwieweit auf gegenseitiges Entgegenkommen gerechnet werden kann. (^* 3*9-)
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn.
*" Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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(Schluß.)
Was soll man dazu sagen, wenn jetzt ein Organ der Wirthschaft«. 1 Reformer sich zu folgenden Sätzen zu versteigen wagt: v. „ J
x „Kaum zehn Jahre sind es Ker, seit man dem Manchesterthum die vollen Zügel'schießen ließ, und der wilde Renner liegt sammt der ganzen Staats- < kutsche im Abgrunde. An allen Enden bricht der öconomtsche und moralische , Bankerott au«. Die Industrie ein Trümmerhaufen, der Handel am Bettelstäbe und seine Rettung in Schleuderverkäufen suchend; der Arbeiter beschäftigungü- : los, vagabundirend, eine Beute der Verzweiflung, der Branntweinpest, des Vcrbrecherthums ; die Frauen aus Noth in Hellen Haufen der Prostitution ber* fallen; der Handwerker social-demokratische Versammlungen besuchend, über social-demokratischen Broschüren brütend; die Regierung in ihren öconomischen Anschauungen gespalten, hülflos; das Parlament noch zerfahrener von der impotenten Doctri» entnervt; die große Presse ohne Jnformatton im Luftballon der hohen Politik über die praktischen Volksbedürfnisse hinwegsegelnd; die kleine Presse machtlos; die Staatshülfe discreditirt, gelähmt; die Selbsthülfe unzureichend, mangelhaft organifirt, theilweise verblutend — das ist die Bilanz des als höchste volkswirthschaftliche Weisheit ««gekündigten Laissez tarro-SystemS. Jeden Tag eine neue Bankerott-Erklärung."
Gehört es etwa zu den Regeln der kaufmännischen Weishett und der Vaterlandsliebe, der Wahrheit derartig in's Gesicht zu schlagen, um Unterstützung und Hülfe für eine augenblicklich nicht einträgliche Industrie zu erzielen? Oder hofft man, durch solche übertriebene, unseren Nachbarn nur zu willkommene Schilderungen einer bei uns herrschenden Noth den vorsichtigen auswärtigen Handel Dom Wettkampfe auf unserem Markte fernzuhalten?
Wir finden es natürlich, daß die Vertreter einzelner Industriezweige sich rusammenthun, um sich gegenseitig über die begangenen Fehler und zu ergrei. senden Hülfsmitrel aufzuklären, und demnächst in ausführlichen Vorstellungen an der Hand der gesammelten Beweise den Staatslenkern und Volksvertretern die Berechtigung ihrer Wünsche darlegen. Jede Partei hat ja das dringendste Jntereffe, einer lebensfähigen einheimischen Industrie alle die Erleichterungen zu gewähren, die ohne Schädigung der berechtigten Anforderungen dritter Gewerbe durchführbar sind. Aber das verdenken wir jenen Vertretern einseitiger und egoistischer Jntereffen auf das Aeußerste, wenn sie durch allgemeine, geschickt gewählte Redewendungen die herrschende Mißstimmung zu ihren Gunsten auszubeuten, sich als Staatsretter, d. h. als Verfechter des Gemeinwohls auf- zuspielen suchen, wo sie zunächst selbst an ihre Brust klopfen und sich als reuige Sünder bekennen sollten.
S» gut es Unsinn und Heuchelei ist, wenn die Wortführer der extremen Parteien den Volkshaufen zu gewinne» suchen, indem sie Verminderung der Steuern versprechen, so lange eine Verminderung der Ausgaben nicht möglich, ebenso gut müsien wir es Unsinn und Heuchelei nennen, wenn jetzt von einer Umkehr in der wirthschastlichen Politik eine Verbesserung der schlechten Zeiten versprochen wird. Eine solche Befferung ist unmöglich eher zu erzielen, als bis eine ansehnliche Vermehrung des Arbeitsbedürfniffes eintritt. Das ist aber für'« Erste nicht zu erwarten. Die Erneuerungen und Ausdehnungen der großen Werke und Eisenbahnen sind in den Jahren des Segens sertiggeftellt worden, das Privat-Publikum hat mit anerkennenswerther Thatkrast auf die Jahre unvernünftiger Spekulation und Verschwendung ernstes und anhaltendes Sparen folgen laffen, unser Eisenbahnnetz ist fast abgeschloffen, die nothwendi- gen Vorarbeiten für ein großartiges Canalnetz werden mit Eifer betrieben, aber noch längere Zeit erfordern, ehe umfaffende Bauten in Angriff genommen werden können; die Regierung hat jetzt versprochen, die bewilligten Bauten mit Ernst zu betreiben und nach Kräften zu beschleunigen ; doch auch diese sind nur
Herttschlarrd.
Darmstadt, 5. März. Es ist eine eingehende technische Unter- uchung der Ufer unb Schutz-Bauten am Rhein augeordnet worden, die Material ür eine die vorhandenen Uebelstände thunlichst beseitigende Vorlage ergeben wird. Die Damm- und Strom-Bauten haben derart gelitten, daß der für laufende Unterhaltung im Staats-Budget vorgesehene Betrag zur Wieder- Erstellung und weiter erforderlichen Schutz-Arbeiten nicht ausreichen wird und deßhalb die Regierung in der Lage sein dürste, den Ständen die Bewilligung eines Nachtrags-Eredits für fragliche Zwecke anzusinnen.
Darmstadt, 5. März. Unterm 28. Februar d. I. wurde der Großh. Ministerialrath Weber zum Vorsitzenden der auf Grund des 8 6 Rr. 3 der Verordnung vom 28. December 1876 durch Großh. Ministerium des Innern zu bestellenden Commission für die Staatsprüfung der Aspiranten zum Staatsdienste im Medicinalfach und der Großh. Obermedicinalrath Dr. Pfeiffer zu Darmstadt, der Großh. Obermedicinalrath Dr. Reißner zu Darmstadt, der Großh. Kreisarzt Medictnalrath Dr. Helwig zu Mainz und der Hospitalarzt Dr. Jäger zu Darmstadt zu Mitgliedern dieser Commission für das Prufungs- jahr 1877 ernannt. m
Unter gleichem Datum wurden für das PrufungSjahr 1877 zum Vorsitzenden der Commission für die Staatsprüfung der Aspiranten zum Staatsdienste im Veterinärfach der Großh. Ministerialrath Weber und zu Mitgliedern dieser Commission der Großh. Obermedicinalrath Dr. Pfeiffer, der Groyh. Obermedicmalrath Dr. Wüst, der Großh. Obermedicinalrath Dr. Hallwachs, sämmtlich zu Darmstadt und der ordentliche Proseffor an der medicmischen Fakultät der Großh. Landes-Universität ernannt.
Berlin, 3. März. Fürst Gortschakoff theilt in einer an England gerichteten Note mit, Rußland sei bereit, eine halbe Million Streiter marschiren zu laffen. Ein friedlicher Auöweg sei gleichwohl erwünschter. Falls die Großmächte Garantieen für die Christen von der Pforte anstrebten, sei Rußland be-
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Mi, Bezugnahme aus unsere Bekanntmachung vom 7. December v. Js. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weis- »orgenommen werden.
Freitag den 16. Marz d. Js. und folgende Tage,
für diejenigen, welche in den Jahren 1857 und 1860 geboren sind. _
' 1 9 ' Freitag den 23. März d. Js. und folgende Tage,
für bipieniaen welche in den Jahren 1858 und 1859 geboren sind.
Die '$rüfuna beainnt an jedem Tag Morgens 8 Uhr dahier in der alten Kanzlei, Lomsenplatz 2. ,
Zugleich machen wir auf die neue Prüfungs-Ordnung zum einjährig-freiwilligen Dienst, Lnl. 2 zu § 91 der Ersatz-Ordnung °om 28. &£)>.«.
1875 wiederholt aufmerksam und insbesondere auf § 2, worin di- hinsichtlich der einzelnen Prüfungsgegenstände gestellten «nforderungen enthalten sind.
Darmstadt, den 23. Februar 1877. , , _ ,
Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.
Der Vorsitzende.
von Marquard. ______________
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