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1877.

Sonntag, den 7. Januar

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Anzeige- uni) Amtsblatt für ben Kreis Gießen

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Gießen, am 5. Januar 1877.

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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zu ernennen.

Darmstadt, 4. Januar. Wir machen Interessenten daraus aufmerksam, daß nach dem mit dem 1. d. Mts. in Wirkung getretenen Gesetze, die Wein­besteuerung betr., Jeder, welcher den Kleinverkaus von Wein oder den Wein handel betreiben will, verpflichtet ist, hiervon, nach Einholung des erforder­lichen Gewerbepatents, vor Beginn des Geschäftsbetriebs dem betreffenden Hauptsteueramte Anzeige zu machen, sowie daß die Nichtbeachtung dieser Vor­schrift eine Strafe von 30 bis 150 Mark nach sich zieht.

Berlin, 4. Januar. DieDeutsche Reichs-Glocke" hat zu erscheinen aufgehört. Es war dies nach der Flucht Gehlsen's und den gegen die ver­hafteten Redacteure verhandelten Processen zu erwarten.

Ausstellungslustigen Industriellen kann dieTribüne" ein Geschichtchen erzählen, das jüngst einem Berliner in Paris passirte und das uns den Vor­geschmack recht netter Dinge bereitet hätte, wenn wir die Pariser Weltaus­stellung beschickt hätten. Herr K. .. ist Besitzer einer der renommirtesten Oelfarben-Druckereien in Berlin und hat an der lithographischen Maschine eine sinnreiche Verbesierung angebracht, die die Arbeit wesentlich erleichtert und zu­gleich eine größere Genauigkeit erzielt. Arbeitskräfte werden dadurch nicht erspart. Da nun K. seinerzeit in Paris seine künstlerischen Studien gemacht hat und noch heute mit den berühmtesten Kunst-Instituten in Verbindung steht, so hatte er die Absicht, seine Erfindung auch dort auszubeuten, und begab sich nach Paris. Bei seinem Freunde Lemercier fand er auch gute Ausnahme und erhielt alsbald den Auftrag, die neue Erfindung an seinen Maschinen anzu- bringen. Allein Lemercier hatte die Rechnung ohne seine Arbeiter gemacht. Sobald diese sahen, daß der Prussien anfing zu arbeiten, so hörten sie auf.unb erklärten, daß sie Strike machen würden, wenn Jener nicht entfernt würde. Ja, als man dies nicht für Ernst nahm, so schritten sie zu Bedrohungen und

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

Deutschland.

Darmstadt, 4. Januar. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 16. Decbr. den Privatdocenten an der Universität Wien, Dr. Hubert Sattler, zum ordentlichen Profesior in der medicinischen Fakultät der Landes-Universität und Vorstand der zu gründenden akademischen ophthalmologischen Klinik in Gießen, mit Wirkung vom 1. Januar 1877 an,

Hesterreich.

Wien, 4. Januar. Die General-Commandos erhielten informirende Weisungen in Betreff einer eventuellen partiellen Mobilisirung, jedoch blos derart, daß dieselben keine directe sofortige Verfügung involviren.

Wien, 4. Januar. DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 3. d. Mts.: Die Pforte beabsichtigt angeblich eine Kundgebung an die Mächte Europas. Nach einer Version handle es sich um ein Memorandum, "ach einer anderen Version hingegen um einen Protest, und seien die Bevoll­mächtigten bemüht, die Pforte hiervon abzubringen. Die türkischen Bevoll-

durch Deutschland.

Berlin, 4. Januar. Die Frau Prinzessin Karl, Schwester der Kaiserin, ist seit einiger Zeit leidend. In der Stadt waren heute Gerüchte verbreitet, wonach das Befinden der Prinzessin seit gestern Morgen sich verschlimmert haben sollte.

München, 4. Januar. In der gestern hier stattgefundenen Versamm­lung der liberalen Partei rechtfertigte Frhr. v. Stauffenberg in glänzender zweistündiger Rede seine Abstimmung für die Reichs-Justiz-Gesetze und schloß mit den Worten:Nicht Indemnität erbitte ich, sondern ich stehe vor Ihnen im Gefühle treuer Pflicht-Erfüllung." (Enthusiastischer Zuruf; schließlich drei­maliges stürmisches Hoch auf den Candidaten.) Unter einstimmiger Anerken­nung feiner bisherigen Mandats-Ausübung und in gehobener Stimmung trennte sich die Versammlung.

Paris, 4. Januar. DieRöpubl." meldet aus Nevers ein trauriges Beispiel:Ein Artilleriepark-Ausseher starb vor einigen Tagen im Hospital von Nevers. Er war Protestant; der Pfarrer aus Sancerre wurde berufen, um dem Leichenbegängnisse vorzustehen. Allein das Spital verweigerte alle An­stalten zur Beerdigung, Leichenwagen, Leichentuch u. s. w>, unter dem Vorwande, diese Gegenstände gehörten ausschließlich dem katholischen Cultus. Die Ver­wandten des Verstorbenen, die herbeigeeilt waren, um ihm die Augen zu schließen, mußten selber Hand anlegen, um ihn zu bestatten; es brauchte des Befehls des Bürgermeisters, um den Unternehmer des Leichengepränges zu ver­mögen, einen Wagen zu leihen; dazu wurde noch der Wagen ganz nackt her- gegeben, und statt eines Leichentuches mußte ein einfaches Betttuch genommen werden."

DieIsraelitische Allianz" hat von Decazes folgendes Schreiben erhalten:

Versailles, 29. Decbr. Herr Senator Crömieux! Ich empfing das Exemplar der Adresse, welchedie universelle israelitische Allianz" der Confe- renz in Konstantinopel zuzustellen beschloß, einen Band betitelt:Lage der Israeliten in Serbien und Rumänien", welchen Sie mir die Ehre erwiesen mitzutheilen, und den Brief, durch welchen'Sie mich ersuchen, bei der Conf e- renz durch Vermittlung des Botschafters Frankreichs an der ottomanischen Pforte zu intervenireu. Ich beeilte mich, dem Herrn Grafen de Bourgoing Ihrem Wunsche gemäß zu schreiben, um Herrn Rotter, den die universelle israelitische Allianz beauftragte, in Ihrem Namen zu handeln, seiner wohlwollen­den Aufnahme zu empfehlen. Die Gefühle der französischen Regierung betreffs der Fragen, die Sie beschäftigen, sind zu bekannt, so daß ich nicht hinzuzu- sügen brauche, daß die Unterstützung unserer Bevollmächtigten schon im Voraus den Israeliten im Orient bei den Besprechungen, deren Gegenstand Ihre Jn- tereffen und Rechte sein können, gesichert ist. Empfangen Sie u. s. w.

Decazes.

Ueber diesen Bries des Herzogs Decazes äußert das Organ des päpst­lichen Nuncius, dieUnion":Wir denken, die französische Diplomatie^wird die Rolle, welche die orientalischen Israeliten, meistens Unterthanen oder Schütz­linge Deutschlands, seit mehreren Jahren spielten, nicht außer Acht lasten. Den Absichten des Herrn v. Bismarck, der ihr natürlicher Beschützer ist, dienen sie mit zu viel Ausdauer und Thätigkeit; es liegt folglich den Vertretern Deutschlands ob, wenn sie es für zweckmäßig halten, bei der Pforte im In­teresse dieser unermüdlichen Pioniere der deutschen Idee zu interveniren."

Paris, 4. Januar. Die letzten Stürme haben an der atlantischen Küste große Verheerungen und Verluste herbeigesührt. Die Deiche bei Lonin und auf der Insel NoirmoutierS in der Vendöe, sowie die bei Mont an der Mündung des Adour sind gebrochen und das Meer hat große Strecken Cultur- und Weidelandes überschwemmt.

kann HUF gegen , welche Samstag tags von 2'S W।1 $ genommen werden-

mächtigten sollen in der morgigen Conferenz-Sitzung keine neuen Gegen-Vor­schläge einbringen, sondern die Vorschläge der Mächte erörtern wollen, was als Schritt zur Besserung der Situation angesehen werden darf. Andererseits sollen die Bevollmächtigten selbst noch zu mancher Modification einzelner Details geneigt sein; die Gefahr eines Bruches mit der Pforte scheine nicht mehr eine unmittelbare zu sein, wenn auch die Hoffnung auf eine schließliche friedliche Lösung noch immer nur eine schwache ist. Die russische DachtErikli" ist hier eingetroffen, um Jgnatieff für den Fall der Abreise zur Disposition zu stehen. _

Sicherem Vernehmen nach sind beide diesteitige Conferenz-Bevollmach- tigte angewiesen, falls die Pforte die Konferenz-Vorschläge nicht annimmt, Konstantinopel zu verlasten.

Wien, 5. Januar. DasFremdenblatt" meldet: Sofort auf die Meldung einer JudemVerfolgung in Rumänien werde die diesteitige Vertretung in Bukarest beauftragt werden, nöthigenfalls energisch im Interesse der Huma­nität und auf Grund der die österreichischen Juden in den Fürstenthümern schützenden Verträge zu reclamiren. Die Recherchen ergaben, daß die Meldun­gen theils übertrieben, theils aus der Luft gegiffen waren.

AranLreich.

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Betreffend: Die Ableistung des VerfossungSeides vom IV. Quartal 1876. r ,

Das Großhcrzogliche Kmsamt Gießen

die Großherzoglichen Bürgermeistereien Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Harbach, Lauter, Lrndenstruth, Londorf, Odenhausen, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Weickartshain und Weitershain.

Unter Hinweis auf unsere Verfügung vom 29. December 1874 im Anzeiger Rr. 5 von 1875 fordern wir Sie zur baldigen Benchterstattung auf.

v. Röder. ___________

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MMöastes. unser Landsmann mußte froh sein, mit heiler Haut davon zu kommen. Unter»

- Vorstand- dessen hatte Frau K., eine geborene Französin, die ihren Mann begleitete, an

vielen Orten Bestellungen auf Papier gemacht, und war überall zuvorkommend - behandelt worden. Schließlich aber, als man erfuhr, wohin die Bestellung gehen solle, erklärte man ihr trocken:Mit Berlin verkehren wir nicht." pt'unD<rWn in btr Das Alles geschah vor der osficiellen Ablehnung der Beschickung der Ausstellung