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Eppelsheim, 30. Oct- Bei der gärigen Treibjagd auf hiesiger Gemarkung wurden 750 Hasen erlegt.

(Ein achtzigjähriger Landbriefträger.) Als ein seltenes Beispiel körperlicher Rüstigkeit und Ausdauer im Dienste verdient der Landbriefträger Werhahn in Olden­dorf Regierungsbezirk Kassel, erwähnt zu werden, welcher vor Kurzem um Versetzung in den Ruhestand unter der gewiß stichhaltigen Begründung gebeten hat, weil er den Anstrengungen des Landträgerdtenftes in seinem nunmehr achtzigsten Lebensjahre nicht mehr gewachsen sei Am 15. Februar 1847 wurde Werhahn, damals bereits 50 Jahre alt, als Privatlandbrtefträger des Fürstlich Thurm und Taxtsschen Postverwesers in Oldendorf angenommen und vereidet und versieht den Dienst bei derselben Postanftalt in Erwartung seiner wohlverdienten Versetzung in den Ruhestand noch gegenwärtig.

lUeber die Einführung der lateinischen Sprache) als obligatorischer Lehrgegenr stand in einer höheren Töchterschule Badens bemerkt ein bayerisches Blatt:Wir finden die Einrichtung recht schön und sehr praktisch und haben nur noch Einen Wunsch, es möchten künftig an den deutschen Gymnasien und Universitäten die Studenten auch im Nähen und Stricken unterrichtet werden. Wie schön wäre es bann, wenn an Winter­abenden den Familienvätern, während sie strickend und Strümpfe stopfend bei der Lampe sitzen, ihre Frauen aus dem Tacttus vorlesen könnten, was die alten Deutschen für Männer waren."

Ein Orgelbauer und Clavierstimmer zu Ober-Glogau hat einem dortigen Bürger eine höchst orginelle Rechnung ausgefertigt, die wir zur Erheiterung der Leser hier wörtlich wiedergeben: Einen sehr verstimmten Flügel bei dem Geräusch einer Nähmaschine und dem Geschrei einer Menge kleiner Kinder einen halben Ton tiefer gestimmt 6 Ji

Literarisches.

Illustrirte Jagdzeitung. Herausgegeben vom k. Oberförster H. Nttzsche. 5. Jahrgang. Nr. 3 enthält: Jagdbtlder aus Siebenbürgen von M. Wagner, mit Illu­stration, Dunkle Geschichten von H. von Clausewitz, Freuden und Leiden bet meinen Jagden auf Sumpf- und Wasservögel von Thienemann, Zum Hubertusfeste, Gedicht von Dr. Winchenbach u. s. w. Diese Zeitschrift erscheint im Verlage von Schmidt und Günther in Leipzig. Alle Buchhandlungen und Postanstalten nehmen Abonne­ments an.

Kein Gebildeter sollte sich einer so umfassenden Belehrung und Unterhaltung entziehen, ivi« sie die ,,Deutsche Revue über das gesummte nationale Leben der Gegen­wart", herausgegeben von Richard Fleischer, Verlag von Karl Habel (C. G. Lüderttz'sche Verlagsbuchh.) in Berlin, in jedem Hefte bietet. Das soeben erschienene Novemberheft be­

weist wieder, wie allgemein wichtig 'gerade diese Zeitschrift ist. Der ReichStagsabgeordneke v. Schulte eröffnet dasselbe mit einem Bericht über die Reichseinnahmen und schlägt die Mittel vor, um zu einem einheitlichen Steuersystem zu gelangen; Las p eyres schreibt über den Nothstand in der Eisenindustrie; Landgraf über die Mängel des deutschenGenossenschaftwesens. Der landwirthschaftliche Bericht schildert die Züchtungsgrundsgtze bis zum Anfang dieses Jahr­hunderts; der hervorragende Gießener Jurist S eüffert belehrt uns über Fortschritte im Civil- prozeß; Breslau veröffentlicht eine sehr zeitgemäße Abhandlung über die Bulgaren im Mittelalter. Der berühmte Geograph Kirchhoff schildert Camerons Weg von Sansibar nach Njangwe Lualaba, Carriere behandelt die Phantasie in ihrem Einfluß auf Denken und Wollen, auf Glauben uno Wissen des Menschen; Seitz berichtet über medicinische Zeitfragen;-der bekannte Botaniker Wiesner über die Fortschritte auf dem Gesammtgebiete der Botanik; Schasler schreibt -über die Concurrenz Skizzen.zur Ausschmückung des Kaisersaales in Goslar; Emil Naumann giebt eine Biographie von'Julius Rietz, dem in Dresden kürz­lich verstorbenen bedeutenden Musiker, und bespricht außerdem die Musik-Aufführung zur Verherr­lichung des germanischen Museums in Nürnberg und des Kaiser-Concertes in Köln; Strodtmann liefert eine treffliche Charakteristik von Fr. Hebbel, die das allgemeinste In­teresse aller Literatur-Freunde in Anspruch nehmen wird. Im Feuilleton sind von Wil­helm Jensen's Roman Um den Kaiserstuhl drei weitere Kapitel enthalten. Dieser Roman hat bereits den heftigsten Angriff ultramontaner Blätter erfahren. Der Verfasser wird in demselben mit Eugen Sue verglichen. Außerdem bringt daS Feuilleton Erinnerungen an das Rubenfest in Antwerpen von dem MüNchencr Kunsthistoriker F Reber, eine hochinteres­sante Abhandlung über die Bewegungen im Fixsternsystem von dem bedeutenden Astronomen Prof. Schönfeld, eine ergreifende Schilderung der Revolution in der Novelle: Prof. Hydra von Franzos, und eine Abhandlung von dem hervorragenden Prof. Pfleiderer: Ueber die Geschichtlichen Gründe der religiösen Krisis. Diese Abhandlung verdient die weiteste Beach­tung ; sie kämpft gegen den Orthodoxismus, welcher den Geistestod des deutschen Volkes herbei­führen würde, wenn es zur Macht gelangt.

Möge Niemand versäumen, diese deutsche Revue zu lesen und eifrig zu lesen. Jeder wird die besten geistigen Früchte von derselben ernten, und uns dankbar sein, daß wir ihn auf diese vortreffliche Zeitschrift aufmerksam gemacht haben. Wir bemerken noch, daß jede Buchhandlung und Postanstalt für den vierteljährigen billigen Abonnementspreis von 6 JL Bestellungen annimmt. Jede renommirte Buchhandlung liefert die Hefte auch zur Ansicht.

*** -

Rebus.

8 4 4 4 12 4 4

Das Ganze machte einen Ungeheuern Effekt.

Obiger Rebus wurde uns zugesandt; vielleicht ist einer unserer Leser im Stande, denselben zu entziffern.

Besondere Bekanntmachung. Oberhessische Bahnen.

Der angekündigte Tarif für die Beförderung von Leichen und Fahrzeugen zwischen dies­seitigen und bayerischen Stationen vom 1. November d. I. kommt vorerst nicht zur Anwendung.

Gicßen, den 3. November 1877. Großherzogliche Direktion.

6177) Mohn.

Versteigerungen.

Donnerstag den 8. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, sollen im hiesigen alten Rathhaussaale be­hufs Herstellung des rechtsseitigen Banquetes der Frankfurterstraße versteigert werden:

Ji.

1) Maurerarbeit, veranschl. zu 105,90

2 Sieinhauerarbeit, 669,60

3) Schlofferarbeit, 49,50

4) Sandfuhrlohn, 138,00

5) Pflastererarbeit, 431,39

6) Erdauffüllng und Handar­

beit, veranschlagt zu . . 305,54 Gießen, den 3. November 1877.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 6212) A. Bramm.

Smmmholzversteigerung.

Donnerstag den 8. d. M-,

Vormittags von 9 Uhr an, sollen in den Waldungen der Stadt Grün­berg, District Teichskopf:

618 Nadel- und Fichtenstämme von 1446 Ctmtr Durchmesser,

186 Fichtcnstangen von 6 12 Ctmtr.

Durchmesser, versteigert werden.

Das Holz ist sehr schön und lagert ganz in der Nahe chaussirter Wege.

Zahlungstermin 1. October 1878.

Grünberg, den 5. November 1877. Großherzogl. Bürgermeisterei Grünberg 6176) Pracht.

Dienstag den 11. December, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigem Ortsgericht die Grund­stücke des Philipp Weller in Heuchel­heim, als: Flnr Mtr.

i2/79 9 31 Acker in der Koppelhuth, *5/153 919 Wiese am Wolfsfurth, 13/i3? 263 Wiese auf der Hardt, die vor- tersten Trischen,

10/278 1213 Acker auf der Hardt über den Graben, meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 18. October 1877.

Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5914) Müller.

Dienstag den 6. November, Nachmittags 2 Uhr, werden im Saale der Restauration göramm* in der Neustadt dahier eine Partie Tuch und Buckskin in halben Stücken gegen Baarzahluyg öffentltch ver­steigert.

Gießen, den 2. November 1877.

In Auftrag:

6150) M. Pilger.

Allgemeiner Anzeiger.

Dienstag den 11. Decembssx, Nachmittags 2 Uhr, sollen auf da hiesigem Ortsgericht die Grund­stücke des Wilhelm Steinmüller in Lang-Göns, als: Flur Mtr.

lo/3ooa 781 Äcker auf der Hardt über dem Garten,

12/404 669 Acker daselbst, auf den hintersten Trischen,

12/405 669 Acker daselbst,

14/487 519 Acker an der Landwehr, 14/z25 806 Acker in der Schwemme, "/i4i 363 Acker daselbst, unter der Land­wehr,

15/273 1 2 1 9 Acker auf der kleinen Weide, "/29i 825 Wiese daselbst, meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 18. October 1877.

Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5936) Müller.

Aeilgebotenes.

6222) Laubsägenholz, Ahorn, empfiehlt_________Wilhelm Seibert.

6225) Hiermit zur Nachricht, daß ich kommenden Mittwoch wieder mit einer bedeutenden Auswahl

Scliuhwaaren

zum Gießener Markte komme und dies­mal in Wintersachen (wie Winter­stiefel, Pantoffeln rc.) eine hübsche A us- w ay l mitbringe und letztere auch zu den ebenfalls bekannten billigen Preisen ver­kaufe. Hochachtungsvoll

__________Ph. Schmidt aus Bad Ems.

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Bafehliks und Caputzen, Moir^ und Lufterfchürzen empfiehlt billigst (6232

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