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ItaNev

Rom, 2. Juni. In der Sitzung des Senats erklärte auf Anfrage Brioschi's der Minister des Innern Nikotera, die Negierung gebe sich keiner Sorge bezüglich der republikanischen Partei hin, welche wenig zahlreich sei. Wenn eine wie immer geartete Vereinigung aus den gesetzlichen Grenzen her- außtrete, werde die Regierung ihre Schuldigkeit zu thun wisien. Der e>enat hat beschlossen, morgen zum Jahrestage des 30jährigen Bestandes der Verfasiung dem König eine Adresse zu überreichen. Der Papst hat aus Anlaß seines Bischofs-Jubiläums die Glückwünsche des Cardinal-Collegiums empfangen.

Rom, 3. Juni. Der König empfing heute aus Anlaß der Feier des 30jährigen Bestehens der Verfasiung die Großwürdenträger und erklärte gele­gentlich seiner Danksagung für die überreichte Adresse, daß er zur Vertheidigung der Freiheit und Größe Italiens stets bereit sein werde. Der Papst empfing behufs Entgegennahme der Glückwünsche zu seinem Bischofs-Jubiläum viele, zumeist italienische, Pilger und sodann in besonderer Audienz den außerordent­lichen Abgesandten des Kaisers von Oesterreich, Grafen Larisch.

Türkei.

Konstantinopel, 2. Juni. Der ehemalige Großvezir Mehemed Ruschdi Pascha hat, zum Sultan berufen, diesem die Wiedereinsetzung Midhat Pascha's als einziges Auskunftsmittel in der gegenwärtigen Lage anempfohlen.

Aegypten.

Kairo, 3. Juni. Nachdem der König von Abessinien die von Gordon Pascha ihm unterbreiteten Friedens-Vorschläge angenommen hat, ist der Ab­schluß des Friedens zwischen Abessinien und Aegypten erfolgt.

Amerika.

Washington, 2. Juni. Die Schwierigkeiten zwischen den Vereinigten Staaten und Mexico, herbeigeführt durch die dem amerikanischen Consul in Acapulco am 5. März zugefügte Unbill, wird auf eine befriedigende Weise erledigt. ______________________ _

Der orientalische Krieg.

Teheran (über Petersburg), 1. Juni. In Folge der Meldung aus Täbris, daß die dortige Bevölkerung gegen das russische General-Cousulat, welches eine Glocke auf seiner Kirche angebracht hat, durch die Geistlichkeit sanatisirt werde, und ein Christengemetzel um so mehr zu erwarten sei, als der Muschtachid von Täbris sich absichtlich nach Maraud entfernen wolle, telegra- phirte der Schah an Sacheb- Diwan und an den Muschtachid, daß beide im Falle geringster Unruhen die Köpfe verlieren würden. Diese Depesche bewirkte, daß die bezüglichen Plakate von den Moscheen herabgenommen wurden und die Ruhe in Täbris wieder hergestellt ist. Die angebliche Pestkrankheit in Rescht hat sich als Fieber erwiesen.

Wien, 2. Juni. Mit Bezug auf die Vernichtung des türkischen Mo­nitorsSeist" durch einen Torpedo schreibt man derNeuen Fr. Pr." aus Fiume:Jener Torpedo, welcher das türkische Donauschiff in die Luft- sprengte, stammt aus der hiesigen Anstalt von Robert Whitehead. Es scheint, daß die Russen auf die Wirkung solcher Zerstörungs-Instrumente im Falle eines Krieges sehr viel Gewicht legen, denn es befinden sich hier bereits seit anderthalb Jah­ren mehrere russische Marine-Officiere, welche die Anfertigung eines jeden ein­zelnen dieser satanischen Instrumente überwachen und die Absendung der Stücke als Eilgut nach Rußland besorgen. Gleich nach der Kriegserklärung reisten die Herren nach Rußland, kehrten aber vor einer Woche wieder nach Fiume zurück, wahrscheinlich, um ihre Arbeit fortzusetzen. Wie aus den Zeitungen zu entneh­men war, hat die ungarische Regierung ein Verbot gegen die Ausfuhr von Waffen über die Grenze ergehen lassen, folglich mußte das Verbot auch für die Torpedos Gültigkeit haben. Bisher scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein."

Wien, 3. Juni. DasTageblatt" meldet aus Rustschuk: Gestern früh fand ein Plänkler-Gefecht zwischen den Türken unter Hafiz Pascha und den auf einer Donau-Insel postirten Ruffen statt. Letztere haben in Folge des Anwachsens des Flusses die auf der Insel errichteten Batterieen geräumt.

Bukarest, 3. Juni. Aus Tiflis wird gemeldet: Oberst Komaroff, der Commandant von Ardahan, hat am 30. Mai eine Recognoscirung über Penegerd und Olti hinaus unternommen. Die türkische Kavallerie unter Musia Pascha wurde von der russischen Reiterei bei Bechmachef geschlagen und zer­streut; hierbei wurden 2 Gebirgs-Geschütze, 4 Pulver-Wagen und 2 türkische Standarten erbeutet. Der Verlust der Rusien betrug: 1 Officier, 6 Mann todt, 130 Mann verwundet, 51 Pferde tobt. Die Türken ließen 83 Todte zurück.

Konstantinopel, 3. Juni. Durch die zuletzt eingelaufenen Depeschen wird die Wieder-Einnahme von Ardahan nicht bestätigt. Die frühere bezüg­liche Meldung scheint daher eine irrthümliche zu sein. Aus der Umgebung Erzerums wird von einem Gefecht berichtet. Aus Sukhum-Kale wird aemeldet: Die Türken haben nach vorheriger Beschießung durch ein Panzerschiff Diam- tschara besetzt.

In Folge einer Bewegung der Montenegriner, welche Zlaslop, Piva und Tourzra angegriffen haben, marschirt Suleiman Pascha aus Gacko.

Malta, 3. Juni. Die deutsche CorvetteVictoria" ist von Gibraltar, das schwedische ThurmschiffBlenda", von Karlskrona kommend, hier einge­troffen, beide Schiffe sind alsbald nach Syra weitergesegelt.

Petersburg, 3. Juni. Der Kaiser, der Großfürst-Thronfolger und Großfürst Sergei haben gestern Abend 11 Uhr von Zarskoe-Selo aus ihre Reise zur Donau-Armee angetreten.

Odessa, 2. Juni. Einer Meldung aus Tiflis zufolge wäre Kars seit gestern cernirt.

Lokal - dkotiz,

Gießen, 5. Juni Kommenden Sonntag, den 10. dss. feiert der hiesige Turn­verein sein 30 Stitfungsfest. Vormittags um 10 Uhr findet Preisturnen und Nach­mittags 1 Uhr Schauturnen auf dem Turnplatz statt. Abends 8 Uhr wird ein Fackel­zug nach Wenzel's Garten zum Bankett und Preisvertheilung arrangirt. Hoffen wir, daß der Himmel ein so freundliches Gesicht macht wie heute und der frischen fröhlichen Turnerschaft ihr Ehrenfest nicht verregnet. Freunde der Turner können, wie wir ver­nehmen, gegen mäßiges Entrve an dem Bankett theilnehmen und werden dieselben ge­wiß einen genußreichen Abend verleben.

--Die Stadt hat im vorigen Jahre lärgs des Schiffenberger Weges Ltn- denbäume pflanzen lassen, die eben im besten Wüchse sind. Etgenthümliche Natur­freunde Haden am verflossenen Sonntag viele der prächtigsten Zweige zur Erde be- ördert warum, ist unerklärlich.

Gießen, 5. Juni. Wir lassen nachstehend die Tage 4 ordnung für die Siadt- verordneten-Sitzung am Donnerstag den 7. Juni 1877, Nachmittags 4 Uhr, olgen:

1. Die Erbauung eines Schulhauses für die höhere Mädchenschule.

2. Die Anlegung und Einrichtung der Aborte.

3. Den Wtrthschaftsplan für die städtischen Waldungen pro 1878.

4. Die Mauer an der Eingerinnschleuße detr.

5. Gesuch der Kaufleute Heinzerltng u. Tribus wegen Anlegung einer Ueberfahrt-

6. Wasserableitung in der Schwarzlach.

7. Die Ueberfahrt an dem s. g großen Weidweg.

8. Gesuch des Christian Petri III. um Erlaubniß zur Errichtung eines Hintergebäudes.

9. Gesuch des Ernst Balser um Erlaubniß zur Vornahme von Bauoer­änderungen.

10. Desgl. des Jean Böck.

11. Desgl. des Architekten I. Stein.

12. Desgl. des Kaminfegers Zwesch.

Vermischtes.

Hanau, 1. Juni. Schützet die Vögel und ihre Nester! Mit größter Freude ist die Bemerkung gemacht worden, daß sich dieses Frühjahr die Singvögel in verstärkter Anzahl etngefunden haben, die Schwarzamseln, Schwarzköpfchen, Rothkehlchen u. dgl., wie man sich auf den Spaziergängen in den Anlagen und besonders vor dem Kanalthore und in der Nußallee Überzeugen kann. Selbst einige Nachtigallen sind da, die durch ihren Gesang die Vorübergehenden erfreuen und die schon viele Bewohner Hanau's in den Schloßgarten gezogen haben, weil diese dort ihrem Gesänge lauschen wollten. Mit Schmerz und Entrüstung muß aber zugestanden werden, daß sogleich nach dem Erscheinen dieser Vögel so viele Feinde und Nachsteller sich etnfinden. Bald sind es die Vogelfänger von Profession, die nach dem Besitze der Thiere trachten, um durch ihren Verkauf sich einen Nebenverdienst zu verschaffen In den meisten Fällen ist es jedoch rohe Zerstörungslust halbwüchsiger Buben oder wilder, ungezügelter Knaben, deren schändlichem Treiben nicht scharf genug entgegengetreten werden kann. Vor allem sollen daher Eltern und Lehrer durch Ermahnung wie durch Androhung von Strafen die Knaben von dem freventlichen Fangen der nützlichen Vögel oder von dem rohen Zerstören der Nester abzuhalten suchen. Es sollten aber auch die Knaben untereinander sich ermahnen, von dem Zerstören der Nester abzulassen oder durch An­zeige der ihnen bekannten Fälle von Nesteraushebungen dem schändlichen Unwesen steuern zu helfen. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer und wenn erst einmal eine scharfe Strafe, wie sie sich in diesen Fällen von rechtswegen gebührt, verhängt worden ist, dann ist der jugendliche Sünder auf eine lange Zeit gründlich geheilt- Der Ha­nauer Thierschutzoere'N, der sich der gefiederten Sänger besonders annimmt, bewilligt jedem Knaben, der eine Anzeige macht, die schönen und lehrreichen, mit vortrefflichen Thterbtldern versehenen Bücher von Gloger und Gebauer, die auf der Redactton des Hanauer Anzeiger" in Empfang zu nehmen sind- Außerdem werden für jede rechts­kräftig gewordene Anzeige Geldbeträge mit größter Bereitwilligkeit ausgezahlt, was jedenfalls für Viele ein Sporn sein dürfte, dem unsauberen Treiben solcher gewissen­losen Leute auf die Finger zu sehen und sie zur Anzeige zu bringen. Möge es durch einmüthiges Zusammenwirken aller Kräfte dahin gebracht werden, daß die für die Landwtrthschaft so nützlichen und durch ihren schönen Gesang so beliebten Vogel ge­schützt werden, auf daß sie wieder unsere Gärten, Felder und Wälder beleben und eine Heimat bei uns finden, wenn die Thierfreunde sich ihrer wieder entschieden annebmen.

Bad Nauheim, 4. Juni Nach dem Programm in der Kurliste von Gestern, wird dlesesmal der Geburtstag unseres Großherzoges gegen sonstige Jahre in hervor­ragender Weise gefeiert, indem am Freitag den 8. os. zur Vorfeier ein großes brillantes aus 18 Nummern bestehendes Feuerwerk vor dem neuen Kurhause abgebrannt wird und am 9. ds- dem Geburtstage selbst ist großer Ball, wozu viele Einladungen er­gangen sind und soll Aussicht für eine recht zahlreiche Gesellschaft sein. Unsere vor­zügliche Capelle wird bet diesen Feierlichkeiten zum Vergnügen und der angenehmen Unterhaltung viel beitragen. Auch Gestern bei der Musik auf der Terrasse des Kur- hauses von 3 bis 7 Uhr wurden viele Stücke mit großem Applaus belohnt.

Handel und Verkehr.

Gießen, 5. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. 90 H bis 1 Hühnereier, per Stück 5 Gänseeier, p- Stück Enten­

eier per Stück 6 H, Käse, per Stück 410^, Käsematte, per St- 3 Erbsen, 1 Liter 18 H, Linsen, 1 Liter 20 H, Tauben, das Paar 60^, Hühner, per Stück 1 Hahnen, per Stück, Kartoffeln, 100 Kilo 9 X 50

Frankfurt, 2. Juni. Der heutige Heu- u. Stroh-Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner X 46.10, Stroh per Centner X 4 bis 4.50. Butter im Großhandel das Pfund 1. Qualität X 1.20, 2. Qual. X 1.510, im Kleinhandel 1. Qual. X 1.40, 2. Qual. X 1.20-30. Eier, gewöhnliche, das Hun­dert X 4.50, italienische X 5 50. Kartoffeln 100 Kilogramm X 8. Spargel das Pfd. 50 H.

Diez, 1. Juni. (Fruchtmark!.) Die Preise stellten sich: Rother Weizen X 22.55. Weißer Wetzen X 22.50. Korn X 16.77. Gerste X 13. Hafer X 8.64. Kartoffeln per 50 Kilo im Handel.

Worms, 1. Juni. Wir haben diese Woche imProductengeschäft keine nennens- werthe Aenderung zu berichten; die Preise der verschiedenen Gattungen sind immer noch weichend. Zu notiren ist: Weizen X 2628, Roggen X 1820.50, Gerste 20 bis 21, Hafer X 1818.50, alles per 100 Kilo netto, je nach Qualtt. Mehl die lau­fende Partie X 3436, Wetzenvorschuß X 4042, Kornvorschuß 2729, alles per 100 Kilo, brutto incl. Sack. Reps X 3637 per 100 Kilo netto erste Kosten. Rüdöl X 36- 37 per 50 Kilo netto ohne Faß.

Mannheim, 1. Juni. (Productenbörse.s Weizen htes. X 28, russ X 2527, calif. X 28.50, Roggen neuer pfälzer X 20.50, franz. X 2121.50, amerikanischer X 19.50, russischer X 18.5019. Gerste hies. X 20, pfälzer X 20.50-21. Hafer neuer X 1819.50, russ. X 1717.50 per 100 Kilo. Kernen X 28. Bohnen X 21 bis 24. Kohlreps deutscher X 37, indischer X 34. Kleesamen, deutscher 1- Sorte X 70, do. 2. Sorte X 6065, Luzerne X 70-80, Esparsette pfälzer 18.5019, Wicken X 18.50-19.50. Weizenmehl per 100 Kilo mit Sack, Nr. 0 x 46, Nr. 1 24, Nr. 2 37, Nr. 3 34, Nr. 4 29. Roggenmehl Nr. 0 X 30. Nr. 1 X 26.50, Wetzen und Roggen niedriger. Gerste und Hafer ziemlich, unverändert. Oele und Petroleum unverändert.

Frankfurt, 4. Juni. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren: 520 Ochsen, 190 Kühe und Rinder, 300 Kälber, Geschäft flau, 250 Hümmel, gar kein Geschäft. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qualität X 6667, 2. Qual. X 5660, Kühe und Rinder 1. Qualität X 60, 2. Qualität X 5154, Kälber 1. Qual. JL 5254, 2. Qualität X 4850, Hämmel 1. Qual. X 50, 2. Qualität X 46 Schweine flau 60 H das Pfd.

Frankfurt, 4. Juni. (Fruchtbericht.) Unser heutiger Markt verlief sehr flau, unsere Müller konnten sich bequem mit hiesigem Land-Wetzen versorgen, fremder nichts gethan. Roggen nur aus zweiter Hand verkauft, französischer X 21, russischer^ 18.50 bis 19 50. Gerste umsatzlos. Hafer, geringe Qualität, stark weichend. Am Mehlmarkt ruhig. Preise zu Gunsten der Käufer. Futterstoffe flau.

Mehl Nr. 1 X 44, Nr. 2 x 40, Nr 3 x 36, Nr. 4 x 32, Nr. 5 X 26, Roggen­mehl o/i (Berliner Marke) X 28, do. IL (Berliner Marke) X23, Weizen, effectiv hies., ab Bahnhof hier X 27.50, ab unserer Umgegend X 26.7527., fremder je nach Qualität X 22-27, Roggen je nach Qual. X 18.50-21, Gerste X 19-22., Hafer X 1518., Kohlsamen fehlt, Erbsen X 21 bis 24, Wicken X 17.50, Linsen X 21 bis 30, Rüböl, detail, X 68. Stimmung flau. Dringend offerirt Weizen u. Roggen. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.)

Die Annoncen-Ex pedttion Th. Dietrich Sf Co. in Cassel über­nimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d.Casseler TageSpoft")