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New - Kork, 3. Januar. Die republikanische Legislatur von Loui- rtan, hat erklärt. der Republikaner Pockard sei zum Gouverneur gewählt; die demokratische Legislatur hat dagegen den Demokraten Nichols als Gouverneur proclamirt.

Lokal-Notiz.

«Meßen, 5. Januar. Um auch entgegengesetzten Meinungen Geltung zu ver­schaffen, geben wir nachstehendem Referat über eine Versammlung im Cafe Ebel 6erne Am vergangenen Mittwoch fanden sich 26 hiesige Einwohner im Caf^ Ebel ein, um die Frage der Errichtung einer höheren Mädchenschule m unserer Stabt zu beiv recken %n längerer, recht belebter Debatte, wurden die betreffenden Verhältnisse eröttert und es fand sich, daß allen Theilnehmern der Versammlung eine so che Anstalt !l! unabweisbares Bedürfniß erschien, da dieselbe nicht bloß den berechtigten For- d runaen, w-lcke unsere Zeit für Mädchenbildung ausstellen muß, entsprechen, sondern anck iür den RuAUß von solchen Familien, die für ihre Kinder eine tüchtige Bildung ?rstrebm, von bedeutendem Einflüsse sein würde. Gerade der jetzige Zeitpunkt mußte aur Betreibung der Angelegenheit um so geeigneter erscheinen, als durch Errichtung von Parallelklassen an der vorhandenen Schule die Schaffung neuer Lehrstellen nothig ^ird ohne daß durch eine solche Einrichtung die vorhandenen Uebelstande beseitigt würden; auch wird die Entscheidung der Frage, ob die bestehende Schule als höhere Schule im Sinne des Gesetzes anzusehen sei, kaum länger hinauszuschieben sein; wie dieselbe entschieden werden wird, kann kaum Zweifelhaft sein.

Auch für eine wirkliche, nicht bloß sogenannte höhere Mädchenschule werden die städtischen Mittel kaum in höherem Maße in Anspruch genommen werden müssen, als dies zur Bdt der Fall ist, da erfahrungsgemäß die Erhöhung des Schulgeldes den Mehraufwand für Lehrergehalte deckt. Die Besorgntß endlich, daß durch Errich tung einer solchen Schule eine Trennung der einzelnen Bevo kcrungsklassen in wefter- gebender Weise stattfindcn werde, als dieselbe bereits hier wie überall, und Nicht bloß heutzutage, sondern zu allen Zeiten vorhanden war und ist, schien durchaus unbegrün­det zu sein. Kein Mensch vermag einzusehen, mit welchem Rechte das , was in^dem Unterrichte der männlichen Jugend vorhanden ist die Trennung n Volksschulen, Real­schulen 2ter Ordnung und Gymnasien mit verschieden abgestuftem Vchulgelde ver­schiedenen «ildungszielen und verschiedenem Bildungsgänge, auf bcm ©ebtete beS Mädchenunterrichts ein besonderes Unglück und eia besonderes Mißoerhaltniß sein oll. Wo wäre denn der Beweis zu liefern, daß aus diesen männlichen Btldungsanstalten irgend eine Beoölkerungsklasse ausgeschlossen wäre? Der Sohn des Ministers sitzt aus derselben Schulbank wie der Sohn des Arbeiters. Und dock hat sich auch hier thatsächlich das Verhältniß so gestaltet, daß eben jeder Vater dicientge schule wäalt, die seinen Bedürfnissen und Mitteln am meisten entspricht. Werden durch eine solche Einrichtung nun auch nicht Mißgriffe unmögl'ch gemacht, so werden sie doch erheblich seltener vorkommen, als zue Zeit. Wie jetzt die Verhältnisse an der höheren Mädchen­schule liegen, 10 sind in einer Anstalt, die mit bestimmten Mitteln und m bestimmter Qnt gewisse Hiele erreichen will, eine Menge von Mädchen, welche an diesen Mitteln sick nicht betheiligen und die zu einem gewissen Abschlüsse der Bildung nothige Zeit nicht aufwendek» wollen und können. Das Resultat ist eine mißliche Halbbildung, der schlimmste Feind aller Bildung. m . -

Die Versammlung einigte sich auf Grund der Debatte in dem Vorsatze, die Er­richtung einer höheren Mädchenschule nack Art der in Darmstadt und Offenbach bestehenden Anstalten, wie eine solche auch für die hiesige Stadt von dem Ministerium Dorgeschla^en ist, zu erstreben und zu diesem Zwecke die noch vielfach vorhandenen tbeils unklaren, theils irrthümlichen Ansichten durch Belehrung in Schrift und Wort zu klären. Die Einleitung der erforderlichen Maßregeln wurde einem engeren Aus­schüsse übertragen. Ausdrücklich und einstimmig wurde von den Anwesenden die treue Pflichterfüllung der zur Zeit an der höheren Mädchenschule wirkenden Lehrkräfte an­erkannt, der es hauptsächlich zu danken ist, daß die in Folge der Organisation und namentlich der Uebersüllung nothwendtg erwachsenden Rachthetle nicht größere Aus- dehnung gewannen. __ _____________

Vermischte-.

Zur Illustration der Dienstbotenfrage wurde kürzlich in Karlsruhe, wie die dortigenNachrichten" mittheilen, nachstehendes artige Stückchen geliefert: Eine nobel ausstaffirte Repräsentantin der höheren Wasserstein-Aristokratte tritt in'S Zimmer und unterzieht sich der Mühe, die Hausfrau folgendermaßen zu examintren:Haben Sic Wasserleitung? Wann wird das Haus geschlossen? Sind noch kleinere Kinder zu besorgen? Was geben Sie Lohn? Unter 22 fl. könnte ich nämlich nicht eintreten; Ge- sckenkc zu Weihnachten und Messe sind ja selbstverständlich, auch werden Sie ledenfallS die Wäsche hinausgeben und Jemand haben zum Kohlenberauftragen, Holzspalten und größeren Putzgeschäften?"Natürlich haben Sie für dieses nicht zu sorgen," erunederte der inzwischen hinzugekommene Ehemann.Meine Frau tragt bte Noblen und besorgt auch die Putzgesckäfte, das Kleinholz mache ich selber, bann putze ich Morgens bte Schuhe unb die Stiefel , so daß sie inzwischen bequem den Kaffee trinken können. Jetzt aber macken Sie schleunigst, daß Sie fortkommen oder ich schmftße £>te das Fraulein geruhte der freundlichen Andeutung umgehend Folge zu leisten.

Professor Dr. R e c l a m macht auf die Nachtheile einer zu starken Zimmer-^ Heizung aufmerksam- Wer die Zimmerwärme über 15 Grade erhöht, wird bald merken, daß fein Wärmebedürfniß sich stets steigert und bald 17, ja 20 Grad nicht mehr genügen. Der Grund ist folgender : Beim andauerd starken Heizen trocknen die Wände sowie die im Zimmer befindlichen Gegenstünde aus. Je mehr sic ihre Feuchtigkeit verlieren, um so mehr saugt b;e trockene Luft die Feuchtigkeit da auf, wo sie dieselbe fast allein noch findet: bei den Menschen. Die unmerkliche Ausdünstung der Haut und Lunge wird gesteigert. Da nun diese Verdunstung von Feuchtigkeit uns viel Wärme entzieht, so wird durch die gesteigerte Ofenwärme allmählich auch das Wärmebedürs- nitz gesteigert und der Ofen erscheint als bester Freund. Kein Freund ein Feind! denn in der erhöhten Zimmerwärme dünsten auch alle anderen Gegenstände mehr aus und die Luft rotrb verschlechtert. In ber warmen Luft athmen wir weniger Sauerstoff (unser nothwendtgstes Lebensbedürfniß!) und der Stoffwechsel wird langsamer und geringer der Appetit mindert sich, es tritt mürrische Stimmung ein, der Schlaf ist kurz und unruhig, alle Verrichtungen des Körpers lassen zu wünschen übrig. Da haben wir daS treue und betrübende Bild der Bureauarbeiter, der älteren Kaufleute, der viel im Zimmer lebenden Frauen und alten Mädchen, kurz der meisten Stubenmenschen im Winter! Nur Diejenigen, welche ihrem Ofen niemals gestatten, die Luft über 15. Grad zu erwärmen, sind diesem Leiden nickt unterworfen.

DieVerzierung der Damenhüte" mit Vogelbälgen.

Kaum ist der Sommer vorüber, so ändert sich auch schon wieder die launische Beherrscherin der Welt, die Mode. So lange sie sich auf einem unschädlichen Gebiete bewegt, so lange sie sich nur mit «enderungengebackener Blumen, Schleifen und dergl. abaibt, so lange die Mode nur Gefallen daran findet, sich selbst lächerlich zu machen, können die Dinge gehen wie sie wollen, oder wie es der Geldbeutel der Ein­zelnen erlaubt. Sobald sie jedoch ein Gebiet betritt, wo sie Schaden anrichtet, ist eS Pflicht, energisch dagegen zu kämpfen. Kaum glaubten wir, daß dieVerzierung" der Damenhüte mit Vogelbälgen aufgehört habe, so fängt diese schmähliche Geschmacklostgkelt wieder an, sich breit zu machen. In allen Putzmacherläden sieht man wieder Damen­hüte garnirt mit angemalten Bälgen nützlicher einheimischer Vögel, so daß ein solches Hutgebäude aussieht wie der Schmuck eines Indianerhäuptlings. Auch aus Hamburg geht uns die Nachricht zu, daß dort die Putzmacherinnen wieder Aufträge für solche Hüte haben und halten wir es deßhalb für eine heilige Pflicht eines jeden Thier- freundes, nach Kräften gegen das Wiederaufleben dieser grausamen Mode anzukämpfen. Jetzt ist es noch Zeit, jetzt läßt sich das Uebel noch an der Wurzel fassen. Allüberall vtivatim unb in der Presse weise man auf dies gemeinschädliche Beginnen hin; man yöre nicht auf, daran zu erinnern, daß eine Mode, wie die, wegen welcher so viele nützliche Sänger, was da fliegt, singt und schmettert in Wald und Feld, den Er­würgungstod sterben müssen, nicht barbarischer gedacht werden kann. Haben unsere Damen, die nicht müde werden, den geschmacklosesten Mummenschanz nachzuahmeu, wenn er nur neu ist, nicht mit Schuld an dieser Barbarei, befördern sie nicht dieselbe alle Tage? Verträgt sich dies mit der echten, wahren Weiblichkeit? Nehmen wir an, geschehe aus Gedankenlosigkeit unb Unüberlegtheit. Aber Zeit ist es, schon jetzt gegen biese Mobethorbeit, bie einen solchen enormen Schaden durch die Vertilgung von Millionen mseclenfressenber Vögel hervocbringt, vorzugchen, ehe größeres Unheilange- rlchtet wirb, unb machen wir es uns beßhald zum Wahlspruch:

Nieder mit der Mode, es leben die Vögel!

Es giebt wenig Bücher, welche für alle Glieder des HauseS, für Jung und Alt gleich brauchbar unb passend sind; zu ihnen gehört ber Daheimkalender.

Fri, chbäckkr z u Gießen.

Sonntag, den 7. Januar 1877 - H. Voat auf dem SelterSweg. C hr. Noll W w e. in ber Reustabt. D. Rühl am RathhauS.

Kirchliche Anzeigen

der evangelischen Gemeinde zu Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag den 7. Januar

Landes-Misstonsfe ft.

Morgens: Pfarrverwaltcr Schlosser.

Nachmittags Pfarrvicar Schöner.

(Collecte für die Mission.)

(Die Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt

Pfarrverwalter Schlosser.)

Besondere Bekanntmachung.

Bekanntmachung.

Die Reftauration auf dem Dabnhofe G untersh ausen soll vom 1. April 1877 ob auf unbestimmte Zeit im Wege ber Submission anderweit verpachtet werden. Die desfallsigen Pachtbedingungen können in unserem Secretariat eingesehen, and) auf portofreies Ersuchen gegen Einsendung der Copial- Gebühren von 40 Pfennigen von uns bezogen werden. Rcflectanten wollen ihre Offerten mit der Auffckrift: ^Ver­pachtung der BahnhofS-Restauration zu Gunter-Hausen" versiegelt bis zum 21. Februar 1877 hierher einsenden, an welchem Tage Vormittags 10 Uhr dieselben im Beisein der etwa erschienenen Submit­tenten eröffnet werden.

Cassel, den 21. December 1876.

König!. Direktion

der Main-Weser-Bahn. (93

Permieryungen.

79) Die von Herrn Lieutenant Gold- mann noch bewohnten 2 Zimmer sind vom ersten März b. I. ab anderweit zu vermiethen.

__A. Petri.

~~ 41) Ein möblirtes Zimmer mit Cabmet zu vermiethen. I o h. Fischer, ________________Alicenstraße

97j Ein Logis zu vermiethen bei

I. Benner, Neustadt.

Nadel

5992)

Hochachtungsvoll

Fr« Fehlet*

Gebrannten Java-Äaffee

I. Qualität a 1,80 Mark per Pfund,

empfiehlt

Frankfurter Hof.

Meine Restauration s sowie reingehaltene Weine, Frankfurter Bier, Aepfelwein und Mittagstisch um l/2i Uhr bringe ich hiermit in empfehlende Erinnerung.

Ferner erlaube mir auf meine 3 Billards von Vorfelder und täglich geheizte Kegelbahn höflichst aufmerksam zu machen.

Einige Zimmer zum Logiken, L JL 1, sind stets vacant.

Versteigerung.

Holzversteigerung

im Gießener Stadtwalde.

Montag den 8. Januar 1877, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in den Di­strikten Sandberg unb Philosopbenwald, nachverzeickneteS Holz versteigert werden: Sckeith. Prügelh. Stockh. ReiSh.

Raummeter Wellen

2,8 58 25 780

Dieser aus den besten Sorten nach einer eigenthumlichen durch lange Erfahrung erprobten Methode gebrannte Kaffee zeichnet sich ebenso durch Fein­heit wie durch Kraft des Aroma aus, so daß sein Gebrauch allen anderen Sorten gegenüber nicht nur einen bessern, sondern auch einen billigeren Trank bietet. Dem entsprechend hat sich mein Kaffee in wenig Jahren nickt nur im Rheinlande, sondern auch durch ganz Deutschland zahlreiche Freunde er­worben. (W

Alleinige Niederlage bei

J, JT. Schulhof^

Marktstraße.

66) Eine kleine Wohnung zu vermiethen bei Job- Anzer, Lohmühle.

59) Ein freundliches Zimmer zu ver­miethen unb alsbald zu beziehen. Zu er­fragen bei der Exped. b. Bltts.'

49) Der zweite Stock meines Hauses in ber Gartenstraße, 6 Zimmer rc. enthaltend, ist zu vermiethen und am 1. Mai beziehbar. Aus Wunsch kann Stallung abgegeben werden. Schmitt,

Univ. - Ger.-Actuar.

501 Nadel-Stämme, mit 147,52 Festmeter,

823 Stangen, 64,56

Die Zusammenkunft ist auf der Grün.

berger Chaussee am Bahnwärterhäuschen.

Gießen, am 2. Januar 1877. (47

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

_______A. B r a m m.___________

Aeilgeöotenes.

Unlkrkieidchrn für Kinder

empfiehlt (91 Carl Hoffmann.