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LandwirthfchaftlLches.

Die Schlempe-Hefe.

Von M. Delbrück.

Beginn der neuen Brenncampigne wird es wünschenswerth sein, die Bren- neretbesttzer daran zu eiinnern, daß durch Anwendung der Schlempe-Hefe und die da­durch Erzielte Malzersparntß eine nicht zu verachtende pecuniäre Erleichterung deS Brenneretbudgets erreicht ist.

an Mittheilung über die Verwendung der Schlempe in Kartoffel- und

cK AL I,*frA£n ^E"itunq der Kunsthefe wurde vom Verfasser gemacht in dem Jahresbericht über die Thatigkeit der Versuchsstation des Vereins der Sptritusfqbri- ranten am ^.Februar 1877 zu Berlin, nach dem stenographischen Bericht zu lesen in c-er.Neuen Zeitschrift für deutsche Spiritusfabrikanten", 1877, Heft 7 u. 8, p&g. 6971 uni» 7S-8°. Die dort gemachten Angaben und Vorschriften, welche auf Versuchen, durch Herrn Lubroig AoenariuS und Herrn Schuster in Prteborn auf Anregung des

Schlachtvieh erbeutend, wieder zurück. Der Verlust der Ruffen betrug 16 Mann.

Petersburg, 2. October. Amtlich wird vom 1. d. gemeldet: Ein Kavallerie-Detachement unter Führung deS General-Adjutanten Mansei wurde vom General Zimmermann auf Recognoscirung gegen Tatar-Basardschik ent- endet; nachdem daffelde am 26. Septbr. 500 Lscherkeffm bei Tschuboag .kujuffa geschlagen hatte, nähedte eS sich am 27. S-Ptbr. dem Ort Tarar-Ba- sardschik und warf wiederum 700 Tscherkeffen zurück, welchen große Verluste beigebracht wurden. Aus den Bergen vorrückende türkische Infanterie wurde durch Artillerie-Feuer zurückgehalten. Am 28. Septbr. trat Mansei den Rück­marsch an, auf welchem abermals 300 Tscherkeffen besiegt wurden, und rückte in seine frühere Stellung wieder ein, nachdem er in vier Tagen 200 Werst zurückgelegt batte. Der russische Verlust betrug am 26. Septbr.: 17 Mann lodt, 1 Officier verwundet; am 28. Septbr.: 12 Mann tobt. Der türkische Verlust war bei allen drei Gefechten sehr bedeutend. Tatar-Basardschik tst be­festigt und durch türkisch-ägyptische Truppen besetzt.

DieAgence Russe" meldet aus Bukarest: Die Türken haben that» sächlich bei Silistria Pontons gebaut und 200 Mann nach Kalarasch überge­setzt. Es sind ausreichende russische Truppen in Verschanzungen dagegen concentriTt worden. Der Handstreich gegen Kalarasch, obschon letzteres noch immer 300 Kilometer von der Bahnlinie entfernt liegt, wird mit dem in Sie­benbürgen entdeckten Complote und der in Kronstadt erfolgten Beschlagnahme von Waff n in Verbindung gebracht. Der Uebergang der Ruffen über den Sereth d. uert fort. Die Pecrocheni-Brücke ist für den Verkehr eröffnet. Außer der Linie Bender-Galatz-Ismail soll noch eine Bahnlinie zwischen Tralei und Simnitza bis Ende October für den Verkehr vollendet werden. Der Bau- Unternehmer Poliakoff hat den Auftrag erhalten, 300 Kilometer Schienenwege in Bulgarien, sowie den Bau von Baracken für 150,000 Mann und den Bau von Lamretheu für 15,000 Mann herzustellen. An mehreren Punkten der Donau soll eine Dampfschiff-Verbindung eingerichtet werden.

Wien, 3. October. DasTageblatt" meldet aus Serajewo^: Rach Bjeliira sind 2000 Baschi-Bozuks abmarschirt. Die Heerstraße von Serajewo nach Mostar wird stark befestigt. Ismet Pascha erhielt das Commando eines türkischen Drina-Corps. In seinem Stabe befinden sich zwei englische Officiere.

Petersburg, 3. October. Amtlich wird aus Plewna vom 30. Sept, gemeldet: Gestern und heute besichtigte Großfürst Nikolaus mit dem Fürsten von Rumänien und dem General Totleben sämmtliche russischen und rumäni­schen vorgeschobenen Stellungen und Batterien; alle Arbeiten, sowohl die der Nuffen wie die der Rumanier, sind weit vorgeschritten. Die Türken beantwor­ten das russische Geschütz-Feuer nicht.

Der orientalische Krieg.

9 s 2<k^Ct°?fC2Polit. Corresp." meldet aus Bukarest vom

X 3" d." Dobrudscha nahm am 27. Septbr. eine 6000 Mann starke aus Jnfanterle und Kavallerie bestehende Colonne vom Corps des Generals Zimmermann, unter General Manztn, eine Recog.wscirung von Kustendsche aus gegen Basardschik vor. Die Ruffen fanden Basardschik befestigt und von 6000 Durk-n unter R.za Pascha besetzt. Da die Ruffen keinen Befehl zum Angriffe hatten, zogen sie sich nach kurzem Gefechte, 4 Gefangene machend und vieles

Moskau, 3. October. Auf der Strecke Woronesch-Rostow (am Don) fan ein Eisenbahn Unfall statt, wobei 7 Waggons, in welchen sich zur ^nter* mrung bestimmte Abchasier befanden, zertrümmert wurden. Näheres über das Ereigniß ist noch nicht bekannt.

Vermischtes.

Offenbach, 27. Sept. Die hiesige Bürgermeisterei hatte zweimal in unseren verschiedenen Wtrthschaften von dem gerade in Zapf genommenen Bier durch die Po­lizei holen lassen, um dasselbe einer chemischen Untersuchung zu unterziehen Daß man in hiesiger Stadt auf das Resultat sehr gespannt war, läßt sich sehr leicht denken. Heute Abend wurde dasselbe durch den Bürgermeister in öffentlicher Sitzung der Stadt­verordneten bekannt gemacht. Die Offenbacher Physiker und Chemiker hatten es abge­lehnt, die Untersuchung des Bieres vorzunehmen, weil sie die Befürchtung hegten, daß solches nachtheilige Folgen für sie haben könnte. Deßwegen wurde die Analyse Hrn. 1 Dr. Petersen in Frankfurt übertragen, der noch, um ganz sicher zu sein, eine Anzabl UterWfuS fo-uWrtr WW U »Ä'Ä'Ä ftÄ* ; einige Sorten waren nicht genug vergohren, demnach zu frühe in Zapf genommen wor­den und werden die Betreffenden hiervon benachrichtigt, damit dasselbe für die Zukunft veimieden wird. Das gewonnene Resultat wird, wenn Großh. Kretsamt ferne Riv m woran wohl nicht zu zweifeln tst, demnächst zur Kenntniß deS

Publikums gebracht werden. Der Bürgermeisterei wurden die Mittel zur unausge- ietzten Untersuchung der Lebensmittel seitens der Stadtverordneten verwilligt, weil dieses der einfachste und sicherste Weg tst, das Publikum vor Schaden zu bewahren.

Mainz, 1. Oct. DemMzr. Anzgr." entnehmen wir folgenoe Nachrichten: Ein fremder Hund Halbnewfoundländer - lief gestern Nachmittag am Rheine zwischen k § 'Ti 1nb Bocksthore. Kindtzmädchen gaben der Anziehungskraft der Krieger nach u"b b** Jjtnber spielten sorglos an den Rheinböschungen. Einer der kleinen irdischen ^Engel kugelte die Böschung hinab in den Strom; aber mit Blitzesschnelle sauste der gewandte vierbeinige Schwimmer nach und legte das noch winselnde Kind am Ufer nieder, sich im raschen Trabe aller Dankesbezetchnungen entziehend.

Dasselbe Blatt schreibt ferner: Wir meldeten vor einiger Zeit, daß in der Ra» puztnergasse em nicht unbedeutender Diebstahl zum Nachtheil einer Wittwe ausgeübt wurde. Heute früh öffnete die Frau ihren Fensterladen und fand zu ihrem freudigen tbr früher gestohlenen Ladwtgsbahnprioritäten wieder. Ein Skt der Reue des Diebes?

Loudon, 1. Oct. Eine kurze Freude ist dem Aquarium in Westminster durch einen Wallfisch^ bereitet worden. Vor wenigen Tagen war derselbe, ein geborener Ca- nadier, durch ^Europens übertünchte Höflichkeit", etgenthümlich verpackt und unaushör- ltch mit Seewasser besprengt, leidlich gesund nach London befördert worden und ob­wohl erst 11 Fuß lang in einen auf Wachsthum berechneten Behälter gesetzt. Alle« Ichten gut zu gehen und man sah nut Spannung dieser neuen Bereicherung deS Inftt- tutes entgegen. Plötzlich wird gemeldet, der Wallfisch sei eines jähen Todes verblichen. So hat er denn nur vier Tage Londoner Luft geathmet. Mehrere Naturforscher haben den Fremdling nach seinem Tode untersucht und ihren Wahrspruch dahin abgegeben, dre Todesursache sei Lungenentzündung, hervorgerufen durch eine auf der Reise ent- standene Erkältung. So bedauerlich der Verlust dieses Seethleres ist, die Verwaltung des Aqartums steht doch im Begriff, mehrere andere hierher befördern zu lassen.

Daß man unter Umständen mit einem Drachen gut fahren kann, lehrt nach­stehend^, eben die Runde durch die amerikanischen Zeitungen machende Notiz: .Ein ycrr George W. Simmons aus Boston machte kürzlich mit seiner Familie einen Aus­lug per Boot von Little Naband nach Reoere Beach, eine Entfernung von 4 Mei­len, w-lche er in 30 Minuten zurücklegte. Dabei benutzte er weder Ruder, noch Segel, sondern, und das ist das Merkwürdige an der Geschichte, einen mächtigen Drachen alS bewegende Kraft!" Welche Aussichten eröffnen sich da allen nach einem neuen Motor Verlangenden sowie allen geplagten Ehemännern, - welche vollends solchen die Beides rn einer Person sind!

Volkes und die Pflege falscher Religiosität in den ultramontanen Vereinen, die frevelhafte Papstvergötterung der Ultramontanen. Die Regierungen selbst haben mitgeholfen, den Ultramontanismus großzuziehen, indem sie eine bloße Partei als die katholische Kirche ansahen und meinten, mit ihr sich verständigen zn ! müffen. Auch jetzt höre man vielfach von einem Modus vivendi sprechen, was doch nichts anderes heiße, als ein bequemer Weg nach Canossa. Die Reihe der Vorträge schloß Bischof Reinkens. Nachdem er in zwei Worten zum Ein­gang Alles, was in den letzten Tagen über seine Beziehungen zum deutschen Kaiser in der ultramontanen Preffe stand, als Lüge erklärt hatte, entwickelte er die Wahrheit eines Wortes Pius' IX., das auch er für unfehlbar gewiß halte: den Syllabussatz nämlich, daß der Papst sich nicht mit der modernen Cwili- sation versöhllen könne. In lichtvoller Weise wies er nach, daß unsere moderne Civckisation, d. h. unsere politische, gesellige und wiffenschaflliche Bildung in unlösbarem Gegensatz steht zu vielen Sätzen, welche die Päpste und zuletzt noch Pius IX. in ihren unfehlbaren Stuhlsprüchen ausgestellt haben. Zugleich aber that er dar, daß eben diese moderne Bildung ihre Grundlage im Evan­gelium Christi selbst hat. Wenn also der Papst sagt: Non possumus, so heißt das: Wir sind unfähig, unsere Lehre nach den Vorschriften der heiligen Schrift und des Gewiffens zu gestalten.

Mit dem Wunsche, daß die goldnen Worte der Redner in den Herzen der Zuhörer Wurzeln schlagen und ihren Muth zu offenem Bekenntniß machen möchten, schloß Präsident Schwarzmann die äußerst zahlreich besuchte Versamm­lung und zugleich den VI. Altkatholiken-Congreß.

Berlin, 3. October. Die Reichs-Regierung hat eine erneuerte Mah­nung an die Pforte wegen der Verletzungen der Genfer Convention erlassen, worin für einen gegebenen Fall sogar Zwangs-Maßregeln angedroht werden. Die Pforte bereitet als Antwort ein Rundschreiben an die Mächte vor.

Hesterreich.

Wien, 2. October. Aus Belgrad wird gemeldet: Die Action der Serben ist unwiderruflich beschloffen. Der Beginn derselben ist jedoch von den russischen Instructionen abhängig. Aus Buda-Pesth wird gemeldet: Der Ellenör" behauptet trotz dem erfolgten Dementi, Klapka's Thetlnahme an dem Putsch-Versuch sei erwiesen. In Siebenbürgen seien zahlreiche Verhaftungen vorgenommen worden. Bisher seien 6000 Gewehre confiscirt. Der Honved- Minister Szende befinde sich in Siebenbürgen. Aus Bukarest wirb gemeldet: Großfürst Nikolaus ist unwohl. Totleben ist anstatt Zotoff's zum General- stabs-Chef der West-Armee ernannt. Unter den bulgarischen Flüchtlingen ist der Hunger-Typhus ausgebrochen. Täglich gibt es 50 Todte.

Wien, 3. October. In Kezdi-Vasarhely in Siebenbürgen ist anläßlich von Verhaftungen wegen des Putsch-Versuches ein blutiger Conflict zwischen Militär und Bevölkerung ausgebrochen. Drei Bataillone Infanterie wurden zur Verstärkung abgesendet. Es verlautet, ein Theil der confiscirten Waffen fei für Warschau zu revolutionäreu Zwecken bestimmt gewesen.

Aravkreich.

Paris, 2. October. Gambetta hat Berufung ergriffen. Man glaubt, daß die Angelegenheit Montag oder Dienstag zur Verhandlung kommen werde.

Paris, 2. October. Dem Vernehmen nach war der Cardinal de Bon- nechose, Erzbischof von Rouen, als eifriger Bonapartist bekannt, im Auftrag seine Förderung angedeihen zu lasten. Der Papst soll sich indesten vorläufig dafür erklärt haben, daß der Marschall, in welchem die Kirche einen wirklichen Protector haben werde, an der Spitze Frankreichs erhalten bleibe.

Belgien.

Brüssel, 1. October. Prinz Louis Napoleon hat gestern das Schloß Dave in Belgien oerlaffex. Die Arbeits-Einstellung im Berg-District Mons ist beendigt; alle Arbeiten sind wieder ausgenommen.

Brüssel, 2. October. Die(Stolle" erfährt, der Prinz Louis Napo­leon sei von Jave im striktesten Jncognito nach Paris gereist, wo zugleich mit ihm der ehemalige Botschafter Benedetti mit seinen Söhnen eintreffen soll.

Außland.

Petersburg, 2. October. Aus dem Kaukasus wird osficiell gemeldet: Anfangs September begannen im mittleren Daghestan Unruhen, wobei die Auf­ständischen die an der Georgsbrücke und an verschiedenen kleineren Punkten des Gunibdistrictes postirten Cornmandos überfielen. Die Unruhen wurden zuerst in Alasasuanien (?) und Kachelien bemerkt, wo lesgische Räuberbanden erschie­nen. Dieselben verbreiteten sich seit dem 21. Septbr. auf die Districte Kasi- Kumyeh, Kaitacho, Talabarau und Kuerin des mittlere« und südlichen Daghestan. Durch das Vorrucken der Truppen und der Miliz von verschiedenen Seiten und des Eingreifens der Detachements des Fürsten Nakanhidze wurde die Ruhe zuerst im Äunibdistrict, später auch im mittleren und südlichen Daghestan her- gestellt. In Folge der Operationen der Detachements des Fürsten Nakanhidze und Terraffaturofs erlitten die Aufständischen mehrere Niederlagen. Am 23. Septbr. zerstreuten die genannten Detachements bei Aul Lavaschi, und am 24. Septbr. bei Aul Kulischi eine 6000 Mann starke Bande Aufständischer durch e.folgreiche Operationen. Der Aufstand in Daghrstan ist fast alleuthal-

"Erdrückt. Unser Gesammt-Verlust in der ganzen Zeit war: Oberst Lfchkmder tobt, zwei Officiere verwundet, der Commandeur von vier Sotnie'u verwund^r tobt' 130 Soldaten und Mtliz-Truppen tobt und ;

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