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Die Bacteridie ist ein luftathmendes Wesen, welches des Sauerstoffs bedarf, um zu leben. Sie entzieht daher den rothen Blutkörperchen ihren Sauerstaff, und dies ist wahrscheinlich eine der vornehmsten, wenn auch wohl nicht die einzige Ursache ihrer tödtlichen Wirkung Es scheint, daß sie Stoffe ausscheidet, welche sich in der Blutflüssigkeit lösen und welche verderblich auf den Organismus wirken. Sie wächst und vermehrt sich noch leichter in andern Nährflüssigkeiten als itn Blut. Zwar scheint, daß das Blut der Säugethiere nur eben noch die Bedingungen erfüllt, unter denen sie existircn kann, denn schon im Blut der Vögel, welches nur wenig wärmer und sauerstoffreicher als das der Säugcchiere ist, kann sie nicht mehr leben; den Vögeln kann man Den Milzbrand nicht emimpfen Sie verträgt die Concurrenz anderer ähnlicher Organismen nur schlecht. Säet man in eine Nährflüssigkeit neben der Bacteridie Keime von anderen sauerstoffath- menben Organismen, z. B. einen der gemeinen Bactcrien, so stirbt die erstere; sie wird von Den anderen im Kampf ums Dasein unterdrückt. Im lebenden Blut hat sie mit den Blutkörper­chen selbst zu eoncurriren, die auch ihrerseits den Sauerstoff festhalten. Beim Säugethier ist die Bacteridie stärker, beim Vogel das Blutkörperchen, aber selbst im lebenden Säugethier entwickelt sie sich viel langsamer und schwerer, als im Blut desselben Säugethiers, wenn es tobt an der Lust steht. Vielleicht liegt darin ein Fingerzeig für die künftige Heilung deS Milzbrandes; je­denfalls ist es ein enormer Fortschritt in der Lehre von den ansteckenden Krankheiten, daß wir fefrt im Stande sind, die Natur von einer derselben mit Klarheit zu bezeichnen und zu verfolgen.

(Köln. Ztg )

Handel und Verkehr.

Gießen, 4. Sept. Auf dem heutigen Wachenmarkt kostete: Butter, per Pfd. X 1.4050, Hühnereier, per Stück 6 $, Käse, per Stück 59 $, Kasematte, per St. 3 X Erbsen, 1 Liter 18 Linsen, 1 Liter 20 Tauben, das Paar 65 Hühner, per Stück 75$, Hahnen, per Stück 70 H, Enten, per Stück X 1.50, Kartoffeln 100 Kilo 6 X

Frankfurt, 3. September. Der heutige Viebmarkt war gut befahren. An- gttrieben waren: 460 Ochsen, 130 Kühe und Rinder, 220 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewicht: Ochsen 1. Qual. X 7073, 2. Önal. X 6568, Kühe und Rinder 1. Qualität X 60, 2. Qualität X 5053, Kälber 1. Qual. X 7075, 2. Qual. X 5860, Hämmel 1. Qualität X 5254, 2. Qualität X 48-50.

Fra nkfurt, 3. Sept. (Fruchtbericht) Am heutigen Markte machte sich rege Frage für ungar. Weizen geltend und wurden dafür bis X 25.50 bez. hiesiger Weizen ungern genommen. Roggen kaum genannt, feinste Qualität X 18, hiesiger X 17. Gerste, weiße und grobkörnige Waare sehr rar, soll zu X 23 gehandelt worden sein, fiifer ruhig, nur Prima coulant zu lassen, geringer malt. Am Mehlmarkt keine Aenderung. Futterstoffe ruhig. Wir notiren heute:

Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 x 38, Nr. 3 X 34, Nr. 4 x 30, Nr. 5 x 24, Roggen­mehl °/i (Berliner Marke) X 26, do. II. (Berl. Marke) X 21, Weizen, effect- hies., ab Bahnhof hier X 23, ab unserer Umgegend X 22.2522.50, do. fremder je nach Qual- X 2325.50, Roggen je nach Qualität X 1718, Gerste X 1723., Hafer X 1217.75, Kohlsamen X 3738, Erbsen X 2124, Wicken X 17.50, Linsen 'M. 2130, Rüböl, detail, X 81. Stimmung fest. Dringend offerirt Roggen und hie- fia-er Weizen. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo ) Regenwetter.

Gültige Privat Banknoten.

Die beschränkenden Bestimmungen des $ 43 des Reichs-Bankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Retchsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) bezüglich nachstehender Prioat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutschland, auch außerhalb des­jenigen Staates, welcher denselben die Befugntß zur Notenausgabe erthetlt hat, zur Zahlung gebraucht werden: 1. Badische Bank in Mannheim. 2. Bayerische Noten­bank in München. 3. Bremerbank in Bremen. 4. Breslauer Bank in Breslau. 5. Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. 6. Cölntsche Privatbank in Cöln. 7. Danziger Privatbank in Danzig. 8. Frankfurter Bank in Frankfurt am Main 9. Hannoversche Bank in Hannover. 10. Leipziger Cassenveretn in Leipzig. 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck. 12. Magdeburger Privatbank in Magdeburg. 13. Posener Privatbank in Posen. 14. Sächsische Bank in Dresden. 15. Bank für Süddeutschland in Darmstadt. 16. Württemberger Notenbank in Stuttgart. Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Korporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landesgebietes, für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.

SS1 Seitens der Nationalbank für das Großherzogthum Luxemburg sind neuerdings auf Reichswährung lautende Banknoten in Abschnitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegeben worden. Die Verwendung dieser Banknoten zu Zahlungen innerhalb des Reichsgebiets ist nach $ 11 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 ver­boten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 500 Mk., im Falle gewerbsmäßiger Ver- wendung daneben mit Gefänzniß bis zu einem Jahre bestraft.

M i t t ung

Französische Mühlsteine werden hiermit den Herren Mühlbesitzern aus der Fabrik aus Nordhausen zu entnehmen empfohlen, wo ihnen die drei- bis fünffache Dauer derselben gegen die Accord-, oder gar der feilen französischen Herstellung garantirt wird. Das beste Existirende bietet denn auch wirklich das größte aller Lager, das größer ist, als die einzelnen Lagervorräthe der Bruchbesitzer in Frankreich und dem alle Brüche steuern, namentlich die von Süd-Frankreich, die das feurige, starke Gestein liefern. Wir empfehlen so aus Ueberzeugung und aus Dankbarkeit für unsere in einer ungekannten Mahltüchtigkeit uns erfreuenden und die größt­mögliche Dauer versprechenden Steine, nachdem wir Alle der meist aus Frankreich bezogenen Mühlsteine nach nur kurzer Benutzung verlustig gingen. Wendekind's Fabrik bietet uns in Nordhausen bequem die Prüfung unserer Mühlsteine ohne Decke und im Rohbau. Und dazu rathen wir. Man weiß seine guten Steine dann auch von der inneren Sorgfalt und Güte, also der wohlthätigen Beständigkeit.

Die Namen der Einsender und Referenzen sind in der Exp. d. Ztg. zu erfahren.

Temperatur in Gießen.

August 1877:

Niederste.................' . . 4-3,7 e r.

Mittlere................... 4-13 99

Mittel früherer Jahre..............4-13,52

Höchste..................4-23,2

Niederschlag an 14 Tagen............. 2,42 Par. Zoll.

Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . . 2,31

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Beir. Das Aufreißen von in dem Gießener Stadt­wald gesteigertem Holz.

4934) Auf Antrag Großherzoglicher Oberförsterei Gießen bringen wir zur öffentlichen Kenntniß, daß das Aufreißen von Holz, welches in den Wal­dungen der Stadt Gießen versteigert wird, ohne Erlaubniß der Großherzozlichen Oberförsterei strafbar ist.

Gießen, den 3. September 1877.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V. d. B.: Keller, Beigeordneter.

Versteigerungen.

Dienstag den 11. und Mittwoch den 12. d Mts., Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß des verstorbenen Landgerichtsactuars Borngesser gehöri­gen Mobilien, bestehend in Bett- u. Weiß­zeug, Möbeln, Kleidungsstücken, Büchern und verschiedenen Himsgeräthen in dessen Wohnung öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 1. September 1877.

Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 4930)__________Lüdeking._______________

Grummetgras-Versteigerung.

in der Oberförsterei Treis a. d. Lda.

Freitag den 7. d. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, (off bei Wirt^ Walter zu Daubringen östs Grummetgras von der cameral-fiskali- Iben Sorauwiese ganz in der Nähe des Orts in 21 Loosen von je iy4 Morgen terftefgert werden.

Treis a. d. L., den 3. September 1877. Großh. Oberförsterei Treis a. d. L.

1927) Amendt.

Aeilgeöotenes.

4932) Eine Partie Treppenstäbe billig zu verkaufen in der Thiir-Drücker-Fabrik __von Chr Daudt.

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Mittwoch den 12. September d. I.: jH-lssionsfesl zu Klein-Linden bei Gießen. Anfang Vormittag« 10 Uhr.

Festredner: die Herren Pfarrer Schmidt zu Rodheim und Missionär Schrenk zu Frankfurt a. M- , (4862

Alle Freunde der Mission sind eingeladen. Der Kirchenvorstand.