Einzelbild herunterladen

SIi !u ssaffei.

IVo. TVL Mittwoch, den 5. September 1872

AMigk- Kn) Kmtsdintt für heu Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Ex-editton t Schulstraße, Lit. v. Nr. 18. Durch die Post bezsgen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

w- djflft.

Statut neu «ffl'Ä

Ltt.A. Nr. ».Mm

äS-tsa ffimter von S "

" Witina arbtlkf ffr 8« wem? j,:

2iusschli!tk tunblper jun« Theilhaber in eine > M- bestehende Hanbluno Artikeln mit einigen Säufer Ml Nur schriftliche Osse pe\ b. Witz.________y

i Drrnstm^chen, welches f beit untnjieht, wirb flucht

Eonncnstraße Nr. 104

r höchste Preis für Wch fte und Hafer wirb bejatill:

V-SÜB, W

32 Markt wirb ein ©di diesigen Lebranstaltrn btfc ision aewünfchf.___________

n Gymnasiast ober Heal1?

er Beamtenfamilie Pensir ? sagt bie Exykb- b^Mi- ittöh und Heu zu t*

L- Süß, NeB n fiurfd)' bei ein Pseri # Carl P!»i

_______m Psav^ Dienstmädchen ju Läutz!'- iefUd,t Nbalf Lyncker

sraths:

der.

. Mokitisch

Deutschland.

Berlin. Das preußische Obertribunal hat vor Kurzem aus Anlaß einer Untersuchung gegen einen Schulvorsteher wegen Hausfriedensbruchs in einem Erkenntniß folgende bemerkenswerthen Sätze ausgesprochen:Das Ein­greifen der Schulvorsteher in das Innere des Schulwesens ist dem Berusskreise der Schulvorsteher gänzlich entzogen und dem Local-Schulinspector zugewiesen. Betritt ein Schulvorsteher die Schulstube während des Unterrichts, um sich ein Eingreifen in das Innere des Schulwesens anzumaßen, so macht er sich des Hausfriedensbruchs schuldig."

Berlin, 1. September. DerReichs-Anz." meldet, daß sich den Vor- stellungen in Konstantinopel wegen der inhumanen Behandlung von gefangenen und verwundeten Soldaten, auch die spanische Regierung angeschlossen habe.

Das kaiserliche Reichs-Gesundheits-Amt war in den letzten Wochen mit der Untersuchung des Brunnenwasters eines hiesigen Hauses, in welchem zahlreiche Typhuserkrankungen vorgekommen sind, betraut. Das Amt hat die Gesundheitsgefährlichkeit dieses Wassers fistgestellt unD das Untersuchungs- Ergebniß der Oeffentlichkeit mit der Bitte an die Aerzte und Sanitätsbehörden übergeben, beim Auftreten von Typhusepidemien gleiche Untersuchungen anstellen und die Resultate derselben an das Amt gelangen zu lassen, damit die Bedeu­tung schlechten Trinkwassers für das Zustandekommen von Infektionskrankheiten, speciell Typhus, welche physiologisch festzustellen bisher nicht gelungen ist, eine möglichst ausgedehnte empirische Begründung erfahre. Auf eine frühere Auf­forderung des Gesundheits-Amts, bezw. der Einsendung von Material für das auszuarbeitende Gesetz gegen Verfälschung der Lebensmittel sind dem Vernehmen nach schon viele Zuschriften eingegangen, welche darauf schließen lassen, daß dem Amte eine sehr umfangreiche Unterlage für seine betr. Arbeiten zu Gebote stehen wird.

Das deutsche Reich hat setzt folgende Festungen: Magdeburg, Cüstrin, Spandau, Torgau, Wittenberg, Erfurt, Minden, Ulm, Ingolstadt, Königsberg, Graudenz, Thorn, Posen, Glogau, Eosel, Reiße, Glatz, Königstein, Danzig, Colbcrg, Memel, Pillau, Stettin, Swinemünde, Stralsund, Friedrichsort, die Kieler Hasenbesestigung, Sonderburg, Düppel, Wilhelmshafen, die Befestigungen bei Cuxhafen und Geestemünde, Wesel, Köln mit Deutz, Coblenz mit Ehren­breitstein, Mainz, Germersheim, Rastatt, Straßburg, Reu-Breisach, Metz, Die- denhofen, Saarlouis und Bitsch. Fortificatorische Erweiterungs- und Unter- haltungsbauten werden vorgenommen in Köln, Coblenz, Spandau, Cüstrin, Posen, Thorn, Danzig, Königsberg, Glogau, Reiße, Memel, Pillau, Colberg, Swinemünde, Stralsund, Friedrichsort, Sonderburg, Düppel, Wilhelmshafen, au der unteren Weser und an der unteren Elbe. Die dazu erforderlichen Grundstücke, soweit nicht deren freihändiger Ankauf durch gütliches Ueberein- kommeu bewirkt werden kann, werden auf Anordnung des Kaisers vom 29. Mai 1876 im Wege der Expropriation für die Militärverwaltung erworben. Der Termin für den Endabschluß dieser Bauten ist auf 1884 angesetzt, jedoch wird Seitens der Militärverwaltung dahin gestrebt, diesen Abschluß früher zu erwirken.

Regensburg, 2. September. Der Kronprinz des deutschen Reiches ist heute früh um 5 Uhr 15 Min. von hier abgereist. Derselbe wurde vom deutschen Kriegerbunde mit Fahne und Musik begrüßt.

Kesterreich.

Pesth, 1. September. In der heutigen Sitzung des Zoll-Ausschusies beantragte der Minister-Präsident Tisza, die weiteren Berathuugen bis zur Vorlage des Vertrages mit Deutschland zu suspendiren. Der Minister Tre- sort bemerkte, die Chancen eines günstigen Resultates der Verhandlungen hätten sich in den letzten Tagen sehr vermehrt. Der Antrag Tisza's wird angenommen.

Arankreich.

Pari-, 2. September. DieAgence Havas" meldet aus Karajal vom 1. Septbr.: Der Großfürst Michael wird den unmittelbaren Befehl über das Corps des Generals Loris-Melikoff übernehmen. , ,

DieAgence Havas" meldet: Der Tag der Wahlen für die Kam­mer ist definitiv aus den 14. October festgesetzt. Das betr. Decret wird am 20. d. erscheinen.

Der orientalische Krieg.

Konstantinopel, 31. August, Nachts. Ein Telegramm Mehemed Ali Paschals vom Donnerstag bestätigt, daß bei Karakusneler, zwischen Ras­arad und Tjuma, ein heftiger Kampf stattgesunden habe und die Rusten zurück- geworfen wurden. Die Türken hatten 300 Todte. Ein Telegramm Osman Pascha's aus Plewna vom Donnerstag berichtet von einem Gefechte, das eine gegen Bekiffed entsendete türkische Recognoscirungs-Abtheilung zu bestehen hatte. Die Rusten wurden geschlagen und verloren 30 Mann.

Wien, 1. September. DasTageblatt" meldet aus Serajewo: In der Herzegowina und in den Sandschaks Bihatsch, Banjaluka und Travnik

er H ö ei l'.

wurde der Belagerungs-Zustand proclamirt. Aus Kadiluk, Totscha, Tscha- nitsch und Prcwage werden Scharmützel mit den Insurgenten gemeldet. Zwei Anführer derselben sind gefallen.

London, 1. September. Der Korrespondent derTimes" im Haupt­quartier Mehemed Ali Pascha's berichtet via Therapin, 31. August: Heute früh rückte Redjib Pascha von Adakollmit aus mit 3 Brigaden, 2 Batterien, 2 Schwadronen Kavallerie und einer Brigade Infanterie-Reserve gegen die russischen Positionen vor. Die Rusten eröffneten Morgens um 9 Uhr ihr Feuer aus den Batterien hinter dem Dorfe Sadina. Redjib Pascha stürmte das brennende Dorf, worauf--die Rusten nach Karaschastankoi retirirten und da­selbst energischen Widerstand leisteten. Salih Pascha machte eine Diversion durch einen Angriff auf Haydekeni. Das Gefecht wurde nun ein allgemeines und dehnte sich über eine Fläche von 15 Meilen aus. Um 4 Uhr stand Kara- hastanköli in Flammen. Die Russen ließen allmählig nach und zogen sich gegen Sonnen-Untergang zurück.

Petersburg, 1. Septbr. Officiell. Gorni-Studen, 31. Aug. Gestern griffen die Türken die Avantgarde der Rustschuker Colonne an, welche sich hierauf von Sadina, Karaschastankoi und Chaidarkioi auf die Haupt-Position zurückzog. Weitere Nachrichten fehlen. Heute Morgen um 9 Uhr griffen die Türken von Plewna aus unsere Positionen bei Belisted und Zgalitza, in­dem sie bedeutende Kräfte entfalteten, an. Morgens um 10 Uhr entwickelte sich eine heftige Kanonade und starkes Gewehrfeuer. Am Schipka Paß herrscht vollständige Ruhe, allem Anschein nach etne Folge der von der Armee Suleiman Pascha's gemachten erfolglosen mehrtägigen Angriffe. Alle Balkan- Pässe sind, wie früher, von den Rusten besetzt. General Leonoff telegraphirt Nachmittags 3 Uhr: Mehrere Angriffe der Türken wurden heldenmüthig zu­rückgeschlagen. Nach einer zweiten Depesche war der gestrige Kamps der Avant­garde bei Karaschastankoi sehr hartnäckig. Genecal Leonoff behauptete sich gegen 12,000 Türken mit geringer Macht 12 Stunden lang. Das Dorf wurde sechsmal genommen und wieder verloren. General Leonoff wich, zuletzt gezwun­gen, Schritt für Schritt zurück und traf Abends um 8 Uhr, alle Verwundete, 400 an der Zahl, mit sich nehmend, bei der Haupt-Position ein. Heute, be­reits seit Vormittags, ziehen die Türken bei Gabrowa und Popskoi bedeutende Kräfte zusammen. Gleichzeitig concentrirten sich acht türkische Bataillone mit Kavallerie auf der Chaustee zwischen Rustschuk und Rasgrad und begannen den Vormarsch auf Kadikoi. Weitere Details fehlen.

Zara, 1. September. Die türkischen Truppen überschritten gestern bei Kadina-Buka die österreichische Grenze bis zwei Kilometer landeinwärts, trieben österreichischen Unterthanen gehöriges Rindvieh weg und zündeten Heuschober, worin sich 2000 Kilogramm befanden, an. Hieraus ließen sie die herbeigeeilte Gensd'armerie und eine Jäger-Patroille, welche weiße Tücher schwenkten, bis etwa 1000 Schritte herankommen und empfingen dieselben alsdann mit Gewehr- schüsten. Glücklicherweise wurde Niemand beschädigt. Der Statthalter, Freiherr v. Rodic, ist gestern nach Süd-Dalmatien abgereist.

Wien, 1. September. DasTageblatt" meldet aus Schumla vom 31. August: Das ägyptische Corps nahm zur Unterstützung Nedschib Pascha's an der gestrigen Schlacht Theil und schlug die Rusten in einem siebenstündi­gen Gefecht.

Konstantinopel, 1. September. Osman Pascha meldet: Gestern fand ein neues Gefecht bei Dorf Pishaz östlich von Plewna statt. Die zur Necognoscirung ausgesandten Truppen bemächtigten sich der russischen Verschan­zungen. Die Rusten wurden deroutirt und ließen eine Kanone zurück.

Abends. Ein Telegramm Osman Pascha's meldet: Nach mehrstün­digem Kampfe am Freitag erstürmten die Türken bei Pishaz, südöstlich von Plewna, drei russische Verschanzungen. Die Rusten wurden gänzlich geschlagen und deroutirt trotz der erhaltenen Verstärkungen von 30,000 Mann. Ein Telegramm Suleiman Pascha's vom Donnerstag signalisirt keinerlei neue Gege­benheiten. Der Geschützkamps und das Gewehrseuer dauern am Schipka-Paß fort. Die Türken behaupten ihre Stellungen.

Petersburg, 2. September. Officiell. Gorni-Studen, 1. S?ptr. Auf der rechten Flanke der Rustschuker Colonne, aus der Straße nach Osman-Bazar, sowie in den Balkan-Pässen und gegen Lowtscha war Alles ruhig. Am 31. Aug., Morgens, verd 'ngten acht türkische Bataillone, welche aus Rusts kamen, unsere Vorhut aus der Stadt Kadikoi, narben aber von dort d^rch die angekommenen Verstärkungen hiebet vertrieben. - Der am 31. bei Plewna stattgefundene Kamps hatte solgenden Verlust: Um 6 Uhr Mogens verdrängte die türkische Kavallerie unsere Vorposten. Gegen 0 Uh? r* ltete der Feind Infanterie und Artillerie, wor^f eine Kanonade begann. Später erfolgten mehrere Angriffe auf Sgalevitza und Omrag, zwisch j Sgal." -hib Pilischat. Der letzte Punkt war mehrere Male in unserem mchre. 1 J in türkischem Besitz. Nachdem alle Angriffe zurückgeschlagen ro tten, e g.ist.? -fr die Offensive und wiesen die Türken, deren Zahl gegen 25,000 Ma.n », ' t, endgültig zurück. Am Nachmittag um 4 Uhr war der Kampf bändigt. U^srr Verlust belief sich auf ungefähr 600 Mann.

Konstantinopel, 2. September. In dem am Freitag bei ^i.'ischct stattgefundenen Kampfe betrug der Verlust der Rusten 1500 Mann. Bei der