Ausgabe 
4.11.1877 Zweites Blatt
 
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Gebäude der alten Hessenstadt empfing. Möge der edle, so freundlich heitere und liebe­voll dreinschauende Fürst unser AlSsclo auch in Zukunft mit Seinem hohen Besuche beehren und erfreuen!

AlSfeld, 31. Oct. Seine Königliche Hobelt der Großherzog jagten heute im Revier Windhausen. ES nahmen Theil an der Jagd Seine Königliche Hoheit der Land- ßi as von Hessen, Ihre Grobherzoglichen Hoheiten Prinz Alexonder und Prinz Wilhelm, iowie Seine Erlaucht Gras Laubach und mehrere Herren, welche zur Jagd hterherge- kommen waren. Grotzh. Oberförster Jochem führte die Jagd. Erlegt wurden 5 Reh­böcke, 8 Rehe, 25 Hasen 6 Füchse.

Französische Blätter berichten folgenden Zug von seltener Pflichttreue eines Bahnwärters. In der Nacht vom 2. auf den 3. October d. I stand Jean Plantier auf seinem Posten am AuSgange von Rive de Gire. Auf einmal bemerkte er, daß eine Lokomotive gegen ihn hrravkomme. Er beeilte sich, bic Schranken auf einer Seite der Passage zu schließen und lief dann zur andern, um dort dasselbe zu thun. Da er aber feine Zett schlecht berechnet hatte, ereilte ihn die Locomotive und warf ihn um. Ais er wieder aufstand, lag sein linker Arm abgerissen am Boden. Trotz feiner furchtbaren Schmerzen erinnerte sich Plantier, daß die Stunde seiner Ablösung noch nicht ge­kommen sei. ES konnte fidi ein Unglück ereignen, wenn er seinen Posten verließ und so wickelte er einfach und ohne zu zögern den ihm gebliebenen Stumpf seines Armey in einen Fetzen und kehrte zu seinem Dienste zurück. Inzwischen halte sich das Gerücht von diesem Unfall verbreitet, der Chef des Bahnhofes eilte herzu und man fand den Unglücklichen in einem See von Blut, aber noch aufrecht stehend und seinen Dienst versehend. Auf die an ihn gestellten Fragen erwiderte er, daß er verwundet sei, daß er fürchterliche Schmerzen auSstehe, daß er aber auf seinem.Posten geblieben sei, damit der Die"st nicht leide. Der Brave ist für das Kreuz der Ehrenlegion vorgeschlagen.

** Grünberg, 30. Oct. Das war eine heiße Schlacht- Es galt die Wabl von 4 Gemeinderathsmitgliedern. Drei Partheien standen sich gegenüber. Die Bürger- meister-, Lanzenbrecher- und Frommen-Parthei. Der Sieg war: 3 Bürgermetstcr-Ge- metnderäthe und ein Lanzenbrecher-Gemeinderalh. Die Frommen unterlagen. Be- der nächsten Gemeinderathswahl siegen die Frommen; daS Grünberger Losungswort heißt: Vorwärts.

Nehiff*berietit. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.

Southampton, 30. Oct- Das Postdampfschiff Donau, Cavt. R Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. d. M. von Newyork abgegangen war, ist heute 12 Uhr Mittags wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landun. der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 2Uhr Nachm. die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Donau überbringt 161 Passagiere und volle Ladung.

Die Nnnoncen-Exped ition Th. Dietrich Sf Eo. in Gaffel über nimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d.Casseler Tagespost ")

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(Kulmer Zeitung.) Gliricin. Universal-Ratten-VertilgungSmittel. Es ist unserem Mitbürger, Herrn AvothekerHeincrsdorff gelungen, nach monatelangen Versuchen der eingehendsten Art, ein haltbares, unfehlbares, sicheres Mittel zum Tödten von Ratten und Mäusen herzustellen. Namentlich bei den Ratten ist die verheerende Wirkung geradezu überra­schend! Oft genügt schon 1 Büchse (von ca. 700 Gramm Inhalt) um große Stallungen, Kellereien oder Scheunen in einer Nacht von diesen unliebsamen Gasten zu befreien. Auf einem großen Dominium in der Nähe unserer Stadt sand man nach Verbrauch von 2 Büchsen ,.Gliricin" über 120 Stück tobte und dem Verenden nahe Ratten! Das sind solch' eklatante Erfolge, wie sie bisher mit keinem anderen Gifte auch nur annähernd erreicht worden sind. Ein Hauptvorzug aber des Gliricins ist der, daß dasselbe nur für Nagethiere tödt- lich wirkt. Dieser Umstand allein räumt dem ö lirici n vor allen anderen Giften die erste Stelle ein. Wie viel harte Verluste an verschiedenen Thieren, (Hunde, Katzen, Schweine, Hühner re.) ja wie manche Menschenleben sind schon durch Genuß von Phosphor, Strychnin oder Arse­nik, zu beklagen gewesen! Ferner kann das Gliricin, welches gierig von den Ratten aufgesucht und gefressen wird, immer wieder, so lange die aufgelegten Brocken verschwunden, frisch ausge­legt werden, ohne daß die Thiere, wie das bei der Phosphorlatwergc der Fall ist, scheu werden und die Brocken nicht weiter berühren. Schließlich machen wir noch ganz besonders auf das heutige Inserat aufmerksam, welchem einige Atteste aus einer sehr großen Anzahl gleich günstiger Anerkennungen beigefügt sind.

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