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Interlaken angekommcn, berechnet man sie zu 600 Ctr. Das Eis ist ein schlimmer Patron, die heiße Thalfahrt Grindelwald-Jnterlaken erträgt es nur ungern und der Verlust an Material ist dabei ein sehr großer. Der Export ist ein sehr bedeutender und geht weithin, behauptet man doch, sogar bis auf den bulgarischen Kriegsschaupla^, wo allerdings Gletschereis häufig gute Dienste leisten könnte. Die Bestellungen sind so zahlreich, daß die Gesellschaft kaum alle effec- tuiren kann. Jedenfalls ist dies eine gesunde, lebensfähige Industrie, und zu befürchten ist einst­weilen nicht, daß der Grindelwaldgletscher verschwinde; trotz der lebhaften Ausbeutung ist noch für einen schönen Zeitraum Stoff vorhanden.

Lokal-dkvtiz.

Gießen, 3 Sept. Donnerstag den 30. August fand die gemeinschaftliche Con- serenz der Volksschullehrer des Kreises in dem Wenzel'schen Saale dahier statt. Nach­dem der Vorsitzende, Herr Prooinzialdirector Dr. Boekmann, eine kurze Ansprache ge­halten, worin er auch namentlich Sr. Köiriglichen Hoheit des verstorbenen Großherzogs und der von ihm bezeugten Theilnahme für das Schulwesen und die Aufbesserung der Lage des Lehrerftandes gedachte, wurde zur Tagesordnung übergegangen.

Nach dem Vortrag des Referenten Herrn Lehrers Felsing von hier, über die Einrichtung der Fortbildungsschulen und die auf diesem Gebiet gemachten Erfahrungen wurde die Diskussion über diesen Gegenstand eröffnet und war dieselbe eine äußerst belebte. Ganz besonders wurden die Schwierigkeiten betont, mit denen der städtische Lehrer in der Fortbildungsschule zu kämpfen hat, während namentlich in den Orten auf dem tieferen Land die Dtsciplin leicht zu handhaben, die Schüler im Allgemeinen willig seien. Einen Antrag auf Rückführung der obligatorischen Fort­bildungsschule in die facultative in den Städten konnte die Versammlung deshalb nicht beipflichten, weil dies gegen die gesetzlichen Anordnungen verstößt, und wurden darum nur die Mittel ins Auge gefaßt, welche geeignet sind, die Fortbildungsschule, wie sie eben gesetzlich besteht, zu einer segensreichen Entwicklung zu führen. Es wurde betont, daß in dieser Beziehung vor Allem die gesetzlich zulässigen Zuchtmittel streng gehandhabt werden möchten. Bei dem 2. Gegenstand über den Normalwörter-Lese- u. Schreibunterricht, Referent Schulverwalter Oppel in Grünberg war die Diskussion nicht so allgemein, da ein großer Theil der Lehrer mit dem Unterricht nach Normalwörlern nicht hinlänglich bekannt war: dagegen kämpften die Eingeweihten in diese neue Kunst, daS Kind mit Verständniß lesen und schreiben zu lehren, um so hartnäckiger gegen einander, ohne daß dieser Kampf zu einem befriedigenden Resultate führte, da von der einen Seite die gewöhnliche Lautirmethode, von der andren die der Normalwörter als

für die Schule tauglichste bezeichnet wurde. Man gab endlich nun zu, daß erst weitere Erfolge letzterer Methode abzuwarten seien, um ein entscheidendes Wort in dieser Sache sprechen zu können.

Der drille Gegenstand ein kurzes Referat über Leben und Wirksamkeit Pesta- lozzis, Referent Lehrer Sauer zu Lich gab zu keiner Diskussion Veranlassung. Allgemein wurde die Gediegenheit dieser Arbeit anerkannt und bedauert, daß sie wegen der vorgerückten Zelt nicht zu Ende gelesen werden konnte.

Die Theilnehmer verelnigten sich nach Schluß der Conferenz bei einem gemein­samen Mahl und wurde dabei der erste Trinkspruch von dein Herrn Vorsitzenden auf das Wohl Sr. König!. Hoheit den Großherzog ausgebracht und darin die Ueberzeugung und Hoffnung ausgesprochen, daß auch er auf das Wohl des Schulwesens und des Lehrerstandes bedacht sein werde. Weitere Trinksprüche wurden noch ausgebracht von Herrn Kreisschulinspektor Büchner, welcher, nachdem er vorher schon einige Worte der Erinnerung und Anerkennung dem Andenken des früheren Vorsitzenden Herrn Pro­vinzialdirectors von Röder gewidmet, den neuen Herrn Vorsitzenden im Namen der übrigen Mitglieder der Kreisschulkommisston und der gesammten Lehrer des Kreises begrüßte und die Hoffnung aussprach, daß seine Wirksamkeit in dem Schulwesen, wie ,n seinem früheren Kreis, auch für den hiesigen eine segensreiche werden möge; dann sind noch hervorzuheben die Trinksprüche des Herrn Dekan Struck auf den Lehrer- stand der bet seinem schwierigen Beruf die Liebe und Freudigkeit zu demselben nicht verlieren solle; und der Trinkspruch des Herrn Lehrer Hotz in Hausen auf die Kreis­schulkommission, der das Vertrauen des Lehrerftandes im Kreise zu dieser Behörde her- oorhob und ihr auch die fernere Sorge für das Wohl dieses Standes warm ans Herz legte.

Das Mahl verlief in heiterer Stimmung und war überhaupt der Ton, der bet diesem wie der Verhandlungen herrschte, ein angemessener und wohlthuender und wird wohl jeder der Theilnehmer mit Freude an diesen Tag gemeinsamer Arbeit und Er- holung zurückoenken.

Aecht kölnisches Wasser

von Jean Maria Farina.

Meine Niederlage davon in der Expedition des Gießener Anzeigers empfehle ju M. 13,70 per Dutzend, M. 6,85 per halbes Dutzend, sowie in ganzen und halben Fläschchen zu M. 1,28 und 68 Pfg. gehorsamst.

Jfohau« Mari« Farin« in ttöN.

Kttgemeiner Anzeiaer.

Bekanntmachung.

4917) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes wai 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Se. Durchlaucht Fürst Ludwig zu Solms-Hohensolms-Lich ilt Lich unterm heutigen Lage mit dem ElsenerzbergwerkeRienzi" ui der Gemarkung Lich, Kreises Gießen, mit einem Felde von 19412 Quadrat­metern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Ver­leihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Berqwerks-Eigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet.

Darmstadt, den 31. Juli 1877.

Groß herzogliche Gber-Iorst- u. Domiinen-Direction, Verg-Alitheilung. Bose.

vdt. Tecklenburg.

Ob er hessische Eisenbahnen.

Die Anlieferung von 600 Cubikmeter Lahmkies auf den bei dem Bahnwärterhaus 8?r. 1 der Linie Gießen-Gelnhausen befind- lirfien Lagerplatz soll vergeben werden.

Wegen näherer Auskunft über den Lager­platz wolle man sich an unseren Sections- ingcnieur Herrn Stegmayer dahier wenden. Angebote, in welchen auch der Termin anzugeben ist, bis zu welchem die Lie- ftrung auszuführen beabsichtigt wird, be­liebe man bis zum 10. September d. I. schriftlich und fraufirt bei der unterzeich­neten Stelle einzureichen.

Gießen, den 28. August 1877.

Grobherzogliche Direktion.

Wl) Mohn.

Versteigerungen.

Grummetgras- Versteigerung bir cameral-siskalischen Wiesen in den Ge» varkungen Alt-Buseck, Wieseck und Gießen. Die Versteigerung findet statt:

l. In der Gemarkung Alt-Buseck von 29 Morgen,

Donnerstag den 6. September, des Nachmittags um 2 Uhr, «tri Wirth Krämer III. daselbst, II. in der Gemarkung Wieseck von 163 Morgen.

Freitag den 7. September, des Morgens 9 Uhr, 6n Wirth Lenz zu Wirseck und BL in der Gemarkung Gießen von 142 Morgen, an denselben Tage, des Nachmittags 2 Uhr, bii Wirth Leib am Philosophenwald. tzDer Großherzog! W esenwärter Müller ötn Alt-Buseck ist bereit, die Wiesenloose auf Verlangen vor der Versteigerung vor Pt'igen oder nähere Auskunft darüber zu fitben.

Meßen, den 31 August 1877.

Hroßherzogliche Odeifölsterei Gießen. MZ> Lana._____________

Neslles Khidermelil in l-Pfd.'Büchsen ä 1,25

tHfuhlt (4566) Gg. Wilh. Weidig.

Gnnnmrtgrag-Vkrstrigkrung.

Das diesjährige Grummetgras der Frei- herrlich von Raubenau'schen Wiesen und Gärten soll

Donnerstag den 6. September l. Z., in Abtheilungen an Ort und Stelle ver­steigert werden:

a. Morgens um 10 Ubr von 15 Morgen in der Gemarkung Alt-Buseck und

b. Mittags um 12 Uhr von 2</r Morgen in der Gemarkung Trohe.

Rabenau, am 30. August 1877.

Der Rentmeister:

4868) Schmidt.

Aeilgevotenes.

4920) Eine Drehbank mit Bohrbe- schneid-Eisen, ein Schleifstein, 2Ambose, GieSofen, Löthmafchineund verschiedenes Handwerkzeug wird billig verkauft bet

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Gebrauch hinreichend.

Köln, Paul Leveson.

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Montag den 17. September d. I.,

Vormittags 11 Uhr, öffentlich zur Versteigerung. Dasielbe besteht aus zwei Wohnhäusern, mehreren Oeconomiegebäuden mit großen Kellerräumen, einer Brauereieinrichtung, einem schön angelegten, unmittelbar an der Nidder gelegenen großen Garten, und eignet sich vorzugsweise zum Betriebe eines Spirituosen-Geschäfts, einer Brauerei, wie zur Anlage einer Fabrik.

Dienstag den 18. September und an dem folgenden Tage, von Vormittags 9 Uhr ab,

findet der Verkauf einer größeren Anzahl Lager- und Transportfäffer, ver­schiedener Braugeräthschasten (z. B. Bütten), einer Quantität Faß- uud Bohlen­holz, einer Kelter und Aepfelmühle, sowie verschiedener Wagen, Pflüge und Eggen, gegen Baarzahlung statt.

Die Verkaufsbedingungen sind auf dem hiesigen Ortsgerichts-Bureau zur Einsicht offen gelegt.

Ort en berg, im August 1877.

Großherzogliches Ortsgericht Ortenberg.

Roth.