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land sofort Verhandlungen wegen eines Vertrags auf dem Fuße der mristbe- günstigten Nation einzuleiten, welcher für Oesterreich. Ungarn den Expo« der Roh-Producie, für Deutschland hingegen unter den bereit« accepnrten Control Maßregeln die Fortdauer des Appretur-Verfahrens sichere. Gleichzeitig wird aber, ohne das Resultat dieser Verhandlungen abzuwarten, jener Taris, welcher den bisherigen Verhandlungen mit Deutschland zu Grunde lag, beiden Parla menten als autonomer Taris vorgelcgt. Graf Andrassy soll insbesondere über die Intentionen Deutschland« vollständig beruhigende Aufklärungen gegeben haben, welche die Annahme gänzlich ausschließen, als ob Seitens Deutschlands ein feindseliges Motiv gegen Oesterreich-Ungarn obwalte. An einen Zoll-Krieg sei nicht zu denken, und würden beide Reiche ihre öconomischen Beziehungen jedensalls neben einander, keinenfalls aber gegen einander einrichten.

Schweiz.

Bern. ImBund" werden die Gründe, warum sich in der letzten in- terxationalen Konferenz für Vertheilung der aus die Schweiz noch fallenden 8 Millionen Gotthardbahn-Nachtrags'Subvention namentlich der (Santon Bern gegen eine Bundes-Subvention ausgesprochen habe, des Näheren auseinander­gesetzt. Da nämlich der (Santon Bern der größte (Santon ist und Vs des Gesammtgebiets der schweizerischen Eidgenossenschaft umsaßt, müßte er bei einer Bundes-Subvention selbstverständlich auch Vs der noch verlangten 8 Millionen tragen, während er bei einer Subvention der Cantone nur mit V«, wenn er noch eine Million, und nur mit Vio belastet wird, wenn er noch 800,000 Frcs zu zablen hat. Ebenso selbstverständlich würden die Eantone Uri, Schwyz und Zug bei einer Bundes-Subvention mit ihrem kleineren Gebiete einen unbeteu tenden Theil derselben zu tragen haben, während sie bei einer Cantons-Sub- vention, zumal da sie von der Gotthardbahn sehr erheblichen Vortheil genießen werden, mehr belastet werden würden. Warum soll der Bund die Last dieser Cantone auf sich nehmen? Das wäre gewiß höchst ungerecht und unbillig. Daher Nein I

ArauLreich.

Paris, 31. October. Der Vorstand des linken Centrums der aufge­lösten Deputirten-Kammer hat die neugewählten Deputirten dieser Richtung au den 5. November zu einer ersten Besprechung eingeladen. In unterrichteten Kreisen glaubt man, daß der Ministerrath gestern eine sehr versöhnliche Stim­mung bekundet habe. Nach anderweitigen Nachrichten wird es für möglich ge- halten. daß am 7. November ein gemäßigteres Cabinet berufen werde.

Der orientalische Krieg.

London, 31. October- DieTimes" meldet aus Poradim: An der Schlacht auf der Straße nach Sofia am 23. d. haben 12,000 biS 14,000 Russen, meistens den Garde-Regimentern angehörend, theilgenommen. Die Türken verloren dabei an Todten 4000 und an Gefangenen ebenfalls 4000 Mann. Die Russen zeigten eine außerordentliche Tapferkeit und erstürmten bei dem dritten verzweifelten Angriff die türkischen Positionen. Die Türken lockten zweim.il durch Entfaltung von Parlamentär-Flaggen die Rusten in mörderi­sches Feuer.

Konstantinopel, 31. October. Es verlautet, daß die hiesige Gar­nison nach dem Kriegsschauplätze entsendet und durch eine Vürgergarde ersetzt werden solle. Kein osficielles Kriegs Telegramm wurde veröffentlicht.

Konstantinopel, 31. October. Chesket Pascha errichtet in der Um­gegend von Orkhanie Befestigungen. Suleiman Pascha meldet unterni 29. Octbr., daß die Rusten in der Dobrudscha gegen Kuzghun marschiren.

Petersburg, 31. October. Officiell. Wisinkoi, 30. Octbr.: Gestern traf aus Köprikoi eine Meldung des Generals Heymann ein, wonach (eit dem 28. Octbr. seine Kavallerie, vereinigt mit der Kavallerie des Generals Tergu- kasoff, die hinter Köprikoi sich zurückziehenden Truppen Mukhtar Pascka'S ver­folge. Die Infanterie des Generals Tergukasoff's fei im Vorrücken begriffen, um sich mit der Colonne des Generals Heymann zu vereinigen.

Petersburg, 1. November. Amtlich wird aus Bogot 31. Oct. be­richtet : In den Kämpfen vom 24. und 28. Oct. bei Gorni-Dubniak und Telisch sind an türkischen Truppen 13 Tabors Infanterie, 5 Escadrons Kavallerie nebst 7 Geschützen von den Rusten gefangen genommen, im Ganzen gegen 7000 Mann; unter diesen befinden sich 2 Paschas, gegen 200Osficiere, 3 Engländer und ein in Konstantinopel domicilirter Franzose. Von den Engländern ist der Eine Oberst im türkischen Dienste und die beiden Anderen Aerzte; letztere wurden bei den türkischen Verwundeten gelasten. Der Franzose fungirte als Volontair. Durch Mannschaften des Jsmailow'schen Regiments wurde eine türkische Fahne genommen. In Folge der Niederlage vom 24. und 28. Oct. entfloh Chesket Pascha, als er der russischen Grenadier-Eclaireurs ansichtig ward, mit 12 Tabors ans Radomirzi und wird nun von der russischen Ka­vallerie verfolgt. Die Brücke in Radomirzi befindet sich unbeschädigt in der Gewalt der Rusten. I I .......... I I« ir I <CT

L o k a l - n o t i r.

Gießen, 2. Nov (Gegen das Bettelwesen.) Da die Polizei mit den ihr zu Gebote stehenden Kräften nicht in der Lage ist, dem Unwesen der Bettelei zu steuern, so hat die Polizeiverwaltung in Glückstadt eine sehr nachahmenswerthe Bekanntmachung veröffentlicht. Hier heißt es:die Poltzeiverwaltung sieht sich veranlaßt, die Mit Wirkung der Einwohnerschaft in Anspruch zu nehmen, indem sie bittet, jeden Bettler ohne Aufnahme abzuweisen In dieser Maßregel liegt keine Inhumanität, weil jeder wirklich Nothleidende nur bei der Polizeibehörde sich zu melden braucht, um die er­forderliche Unterstützung zu erhalten. Dagegen wird durch daS unter schtedslose Geben von privater Hand ein Bettler Proletariat großgezogen und der fleißige Arbeiter in Versuchung geführt. Wie gewinnbringend daS Geschäft für einen Bettler in unserer Stadt ist, mag man daraus entnehmen, daß kürzlich ein um 8 Uhr aus der Correk tionS-Anstalt entlassener Taugenichts um 10/, Uhr bereits 8 X 80 zusammenge bettelt hatte. Die Poliztiorrwallung hält sich überzeugt, daß es nur dieses Hin rveiseS auf die Unzweckmäßigkeit und Gefährlichkeit des systemlosen Gebens bedarf, um für die Zukunft den Beistand der Einwohnerschaft bet Unterdrückung der Bettelei sich zu sichern Namentlich hoffen wir, daß auch die Frauen das Bedenkliche großer Bereitwilligkeit im Geben etnsehen und daS leicht gerührte Herz Vern verhängnißvollen Mitleid verschließen w«rd." Die Anschauung, von der diese Bekanntmachung einge- geben ist, ist vollkommen richtig. Wer dessenungeachtet sich doch noch gedrungen sühlt, für Nothleidende aus der Umgegend unserer Stadt etwas zu thun, wird dringend auf- gefordert, dem in der diesigen Stadt bestehenden Armen-Perein alS Mitglied beizutreten.

Eingesandt.

Gießen. Einen Skandal, wie er größer mcht gedacht werden kann, verursachen Morgens um 10 Ubr während der Pause die Knaben der städtischen Schule in der Schulftraße. Das Spiel derselben auf der Straße ist größtentheils ein Balgen und Herumzerren von Dutzenden der Knaben, ein wildes Durcheinander-Rennen, so daß Alle, welche um diese Zeit die Schulstraße passiren müssen, Gefahr laufen, bei jedem

Schritt von ein Paar Jungen über den Haufen gerannt zu werden. Einsender hat ge* setzen, daß eine ältere Dame von einigen blind daherrasenden Schlingeln umge« rannt worden ist. Die Lehrer hierfür oerantwo tltch machen zu wollen, wäre ein Un­sinn, Jugend will austoben; aber von Seiten der Stadt müßte dafür gesorgt werden, vaß den Jungen ein Tummelplatz geschaffen würde, damit dieselben von der Straße wegkommen. Dicht an der Schule befindet sich ein stets verschlossener Hofraum, warum räumt man diesen nicht als Spielplatz den Jungens ein und sollte derselbe nicht g genug sein, so ist ja nebenan der Keller'iche Garten, der wohl für die Stadt zu er» warben sein dürste, nöthtgenfalls durch Ankauf der ganzen Keller'schen Hsfraithe. Ruhig die Schulstraße daherkommende Passanten können im Interesse ihrer Knochen von der Stadt so viel Enlgegenkommen verlangen, daß sie mit heiler Haut durch­kommen können und geschützt sind, daß sie nicht ihren Angehörigen mit zerbrochenen Armen oder Beinen nach Hause gebracht weiden. A.

Handel und Verkehr.

Limburg, 31. Oct. (Fruchtbericht.) Rolber Weizen X 20, Korn X 13.20, Gerste X 12.15, Hafer X 7.20. (DurchschnittS-PreiS pro Malter ) Kartoffeln X 3 pro Gentner.

Frankfurt, 31. October. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war gut be­fahren. Heu kostete je nach Qual, per Ctr. X 2.503.40, Stroh per Etr. JL 22 40. Butter im Großen kostete das Pfund 1. Qual. 90 H, 2. Qualität 80 im Detail 1. Qual. v4L 1.20, 2. Qual X 1. Eier, das Hundert X 5.507.60. Kartoffeln 100 Kilo­gramm X 67.50 Fleischpreife: Ochsenfleisch per Pfd. 75^, Kuh- und Rindfleisch 5565 Hammelfleisch 5063 H, Kalbfleisch 5075 Schweinefleisch 7580 Erbsen, geschälte, (per 100 Kilogramm) 28 -30 x, ganze Erbsen 2024 x, Bohnen 2528 X, Linsen 30-36 X

Tem peratur i n (8 i e ß e n. Octoder 1877:

Niederste...................

Mittlere...................

Mittel früherer Jahre..............

Höchste ..................

Niederschlag an 18 Tagen.............

Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . .

Irischbäcker in Gießen.

Sonntag, den 4. November. Louis Keil in den Neuen-Bäuen. Emil Sauer auf dem Seltersweg. Wilb- Lang in der Neustadt.

Kirchliche Anzeigen

der edangelischen Gemeinde zu Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag, den 4. November.

Reformationsfest.

Morgens: Gymnasiallehrer Stamm- Nachmittags: Pfarrer Schlosser. (Vor- u. NachmittagS-Collekte für die Gustav-AdolfS-Stiftung.) Nächstkünftigen Sonntag den 11. Nov. wird das heilige Abendmahl gefeiert werden.

Der Confirmandenunterricht der Mädchen beginnt Montag den 5. November, Vormittags 11 Uhr in dem Lokal der I. Classe der Stadtmädchenschule am Neustädter Thor.

Die Pfarrgeschäfte in der Woche vom 4. bis 10. Nov. besorgt

Pfarrer Dr. Seel.

Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Heilnahrung:

Revalescierel.

Seit 80 Jahren hat feine Krankheit dieser angenehmen Gesundheits. speise widerstaÄen und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne --t'edicin und ohne Kosten bet allen Magen , Nerven . Brust-, Ku mem, Leber-, Drüsen-, chleimbaut-, Äthern-, Blasen- und Nierenleiden, Tuber kulose, Schwindsucht, Asthma, 9ustm, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhoen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämor- hoiden, Wass'rsucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrousen, Uebetkeit und brechen se bst während der Schwange-schart, Diabete«, UMandjolie, Abmagcrunr, sth.umatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von er Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. Ein Auszug au 80,000 Certi- Beaten Über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Eertificate vom Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelftein, Dr Shoreland, Dr. Campbell. Professor Dr. T6b6, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Br^han, und vielen anderen hochgeiiellten Personen, wird franco auf Verlana n « ngewndt.

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Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Die Revaleeoifcre hat meine 18jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt.

I. Cowparet, Pfarrer, Sainte Romaine dec Iles.

Nr. 89211. Orvaux, 15. Apnl 1875 Seit vier Jahren genieße ch die k-ftliche Revalesciere und leide seitdem nicht mehr r.n den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, er­freue ick mich jetzt der vollkommensten Gcsunddeit. Leroy, Pfarrer

Nr. 45270. I. Robert. Von se nem ^5 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taudbe»t gänzlich bergestellt.

62845. Pfarrer Botlet von Ecratnoille. Von Asthma mit häufige» Erstickungen völlig hergeftellt.

80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden hergestellt.

Nr. 64210. Marquise von Bröhan von 7jähriger Leberkrankheit, Schlaflofigkeit Zittern an ollen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.

Nr. 75877. Florian Köll.r, K. u. Militärvermalter, Grvßwardein, »on Bungen» und Luittöuren-Katorrh., Koplschwindel und Brustbeklemmung.

Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höbeVen Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Nervenrn-rüttung.

Nr. 65715. Fräulein de MontlouiS, von Unverdaulichteit, Schkrstosigkeit und Abmagerung.

Nr. 75928. Baron Stgmo von 10 jähriger Lähmung an Händen und Füßen rc.

Die RevaiMcibre ist viermal so nahrhaft bis Fleisch und erspart bei Erwachsenen und Kindern 50 Mal ihren Prei- in anderen Mitteln und Speisen.

drei e der Rev&lea^re </, Pfd. IX 80 1 Pfd. 50^, 2 Pfd. 5 X 70

13 Pfd 28 JL 50 X

Revaledciire CnocoUt4e 12 Taffen 1 X 80 24 Taffen 5 X 50 48 Taffem

5 X 70 u s w.

Revalceeikre Bisouitei 1 Pfd. 3 X 50 2 Pfd. 5 X 70

Zu bezieben durch Du Barry u. <$o. in Berlin W., 2829 Paffage (Äatfers »allerie^ und bei > ielen auter^ Apofb-kei Droguen-, Specerei- und Delicateffenhön8',s^ im ganzen Lande, in Gießen bei Philipp Schwager. (632

4,2 1L

4-5.85 w

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