Ausgabe 
3.7.1877
 
Einzelbild herunterladen

men.

wurde nach Sistowa verlegt.

lösung im Falle starker Opposition beschloflen.

Petersburg, 30. Juni. Officiell. Telegramme an den Kriegs-Minister aus Simnitza vom heutigen Tage: Nachdem am 25. Juni General Lons Melikoff den Feind bei Zewin aus dessen Hintere Positionen zurückgeworfen hatte, gingen die Rusten, um nicht dem Feuer aus dem befestigten Lager des Feindes ausgesetzt zu werden, Nachts in ihre Positionen zurück. Die Truppen kämpften )eldenmüthig, erlitten jedoch wegen der Uebermacht des Feindes große Verluste: 6 Officiere tobt, 24 verwundet; 850 Soldaten tobt unb verwundet. Bezüglich Bajazibs, desten Garnison von einem zehnfach überlegenen Feinde eingeschlosten ist, verlautet, daß alle Maßregeln zum Entsätze getroffen sind.

Wien, 30. Juni. DasWiener Tageblatt" meldet aus Kladowa: Das neunte russische Corps ist von Turn-Magurelli aus in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ebenfalls über die Donau gesetzt, die Kosaken theilweffe schwimmend. Es geht das Gerücht, daß Sistowa in Flammen stehe. Zwischen Kalafat und Widdin fortdauernde lebhafte Kanonade. DiePresse" meldet, Kaiser Alexander ist mit allen Großfürsten und einer ganzen Suite am Donners­tag Nachmittag in Sistowa eingetroffen und wurde von der Bevölkerung und der Armee enthusiastisch empfangen. Der Kaiser beritt das Schlachtfeld und belobte die Armee, worauf er uach Simnitza zurückkehrte. Der Hauptüberganz

Serbien.

Velarad, 30. Juni. Der Fürst hat sich heute früh mit dem Dampfer Deligrad" eingeschifft, um sich über Semendria nach» Kragujevatz.zu begeben wo er morgen die Skupschtina mit einer Thronrede eröffnen wird. Dle Mmtster sind bereits gestern in Kragujevatz eingetroffen.

vorderen Positionen.

Officielles Telegramm vom 27. Juni aus Mazra: Das Bombarde­ment von Kars wird fortgesetzt. Unser Verlust am 25. und 26. Ium 1 Tod ter, 9 Verwundete. Von der Colonne des Generals Heimann sind kerne Nachrichten eingelaufen. Die Truppen unter General Oklodschio griffen am 23. 3uni Zichidsiri an. Die Türken vertheidigten sich hartnäckig in dem couprrten Ter­rain, das sie durch künstliche Hinderniffe verstärkt hatten; zugleich wurden sie von einem Monitor und von bewaffneter Bevölkerung unterstützt. Der Kamps dauerte den ganzen Tag. Die russischen Truppen kämpften tapfer und nahmen gegen Abend einen Theil der feindlichen Position em. Flügel-Adjutant Oberst- Lieutenant Teriew tobt, 10 Officiere verwundet, Soldaten bis gegen 400 robt unb verwundet. Am 24. Juni griffen die Türken den rechten Flügel und das Centrum der russischen Position bei Samebah an. Nach einem heftigen Kampfe, --------

der von Seiten der Türken durch ausgewählte, soeben angekommene arabista- Oom 14. August lautete: °i,che Bataillone und Schützen des 4. Corps geführt wurde, wurden dieselben «- im' mit großem Verlust durch Kartätschen und Bajonnet zuruckgewiesew Wegen der vorgerückten Zeit und der Näh- der türkischen Befestigungen dauerte dre Verfolgung nicht lange. Die Türken wurden von Derwisch Pa,cha befehl,gt. An, 25. Juni griffen zahlreiche in Sukhnm-Kale gelandete Türken die -pofi- tion des Generals Alschasoff bei Jlori, durch Ärtillerie und Monitors unter- stützt, an. Durch das vortreffliche Feuer der Schützen des Achalzich-Regiments unb der Kuban'schen Artillerie wurde der Angriff zurückgewiesen. Die Vnfol-

Der orientalische Krieg.

Petersburg, 28. Juni. Officielles Telegramm aus Mazra vom heutigen Tage. Am 25. Juni griff General Loris Melikoff zusammen nut der Colonne des Generals Heimann das befestigte Lager Ismail Paschas bei Zewtn an. Der Kampf dauert- von 2 Uhr Nachmittags bis zu einbrechender Dun­kelheit. Die Ruffen warfen den Feind, der 23 Bataillone stark war, aus den

England

London, 29. Juni. Unterhaus. Die Resolutionen Trevelyan's werden nach langer Debatte, in welcher Göichen im Namen der Regierung dagegen, Hartington lebhaft dafür sprach, mit 276 gegen 220 Stimmen abge ehnt.

London, 29. Juni. Oberhaus. Lord Derby erwidert auf eine An­frage Stanley's, Oberst Wellesley hab- zwar feine besondere Instruction, über von Ruffen verübte Grausamkeiten zu berichten, werde aber zweifellos ttwaige Ausschreitungen zur Kenntniß geben, weil es die Pflicht eines jeden Militär- Bevollmächtigten sei, interessante Thatsachen zu erwähnen.

Unterhaus. Unter-Staatssecretär Bourke antwortete auf eine Anfrage Power's: Die Pforte behaupte, daß die Ruffen im Kaukasus Grausamkeiten begangen hätten. Die Regierung habe aber keine Mittel, diese Behauptung zu verificiren, da sie keinen Militär-Attachä bei der russischen Armee im Kaukasus habe. Lord Trevelyan beantragte eine Resolution zu Gunsten des gleichförmi­gen Wahlrechts und einer anderweitigen Vertheilnng der politischen Gewalt Zwecks besserer Vertretung der Wähler.

Das Hauptquartier des Ober-Commandirenden, Großfürsten Nicolaus, auch gab es viele Todte und Verwundete. Die Festungswette littm schr wenig. wuruC Di-s-lbe Korrespondenz meldet aus Belgrads Bei Giurgewo wurde die russische D-mpfmuhle und das Frucht-Depot in

Wie verlautet, soll die Skupschtina nur kurze Zeit tagen und wäre deren Auf- Brand geschoffen. Telegramme an den Krieas-Minister

Nachts donauabwärts Widdin, ohne von den Türken bemerkt zn werden. Turn-Severin, 29. Juni. Morgen trifft der Prätendent Don Carlos, von Girla kommend, hier ein. Athen, 29. Juni. Die Kammer vottrte 3 Mill. Francs Kriegssteuer. Morgen gelangt die Vorlage über die Anleihe von 40 Millionen zur Berathung.

DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest von heute: General

^lorescu tritt in russische Dienste und erhielt dazu die Genehmigung des Für yet Köln IN aus oem jtanonuuuci «in» ,7-7-^-,.^ const alirt

beigelegt. Vorgestern machten 50 türkische Reiter auf Booten möge, dielen furchtbarste"F-lnd der Landwirthschaft aus Deutschlanb fern zu halle^.

Schutze eines Monitors einen Streiszug nack Kalarasch, wobei sie 550 Stuck __ Wassernoth herrscht wieder im Kanton Bern namentlich in Folg Rindvieh mit sortführten. - Dieselbe Correspondenz meldet aus Cattaro von Gletscherschmelze. Der Thuner-See soll so hoch' gestttgen sein wie s« $

heute i Türkische Truppen verbleiben in Folge Contre-Ordre in Guimrucana. H°u'erwurden weggeristem^ Sechs Perionenverlare^ das Leben^ lleber^^ z Der Proviant soll aber von Metkovic nach Albanien ubergesuhrt werden. m yern j-te^en jn den an der Aar gelegenen Quartieren seit mehreren Tagen o

Wien, 30. Juni. Ein Telegramm derPreffe" aus Rustschuk meldet: Wohnungen unter Wasser. - /malt.-idirector)

Die Rusten bombardirten am 27. d. Mts. Rustschuk, in welchem in Folge - (Die Ketten des heiligen Petrus in Gefahr.) Dem Quästor (Poliz rect dessen viele S«fern;^er6rn"mteli und das englische Consulat zerstört wurde; der ewigen Stadt. Comthur Bolls, ist es gelungen, dem Plane einiger Spitzbuben

Schweden.

Stockholm, 29. Juni. Wegen des Vorkommens des Colorado-Käfers am Rhein hat die Regierung ein Verbot der Kartoffel-Einfuhr aus der Rhein­gegend und aus den deutschen Nordhäsen nach Schweden erlaffen.

Arankreich.

Paris, 29. Juni. DieAgence Havas" meldet aus Athen: Der Zwischenfall bezüglich der in Corfn in Beschlag genommenen türkischen Munition ift beigeleat, nachdem der türkische Gesandte Photiades Bey erklärt hatte, daß die Note keine Drohung enthalten sollte. Die Munition wird nach Triest transportirt.

Vermischtes.

Darmstadt, 28. Juni. Gestern hielt die Kommission wegen Untersuchung her Verfälschung von Lebensmitteln eine mehrstündige Sitzung. Die Derfälichung i Gewürze hat einen fabelhaften Umfang angenommen, ingleichen die vieler der gan^ barsten Lebensmittel. Es sollen einheitliche Grundsätze ausgestellt werden, welche den Gerichten als Richtschnur dienen, bisher hatten dieselben für Unterste düng der Sesuud. beitsschädltchen und unschädlichen Verfälschungsmittel keine feiten Anhaltspunkte. Unseres Erachtens sollten die Gerichte häufiger wegen Betrugs vorgehen, der Thatbestand' des selben wird in den meisten Fällen - wenigstens nach der-Neuerern.gerichtlichen Prax.S- gegeben sein. Sobald einige strenge Exempel ftatuirt sind, wird der ganze Spuk oer- fd)iDunbcnJel sgor ^er Strafkammer des Königlichen Kreisgerichtshofs wurde kürzlich ein Pceßprozeß verhandelt, der mit der neueroings so vielfach angeregten -üre.n- verfälschungsfrage im Zusammenhang stand. Als Angeschuldigte erschienen vor den Schranken des Gerichts in erster Linie ein Redacteur des Stuttgarter -Reuen Tagbl. wegen eines am 15. August 1876 erschienenen Artikels aus Goppingen den 14. August, und in zweiter Linie der Buchdruckereiinhaber, welcher den Artikel aus dem Tagbl.

Wochenblatt für Volksbildung' adgedruckt datte- Die Goppinger Korresponbear oom W. Auguu iumcic: .Unlängst erhielt ein Wein Händler der schon öfter ur'0 r- fälschte reine Weine anpries, durch die Eisenbahn einige Fässer, angeblich mit Bor­deaux. Auf der Fahrt oom Bahnhof in die Wohnung des Empfängers fiel Unglück licherweise eines derselben vom Wagen und der Inhalt flotz aus. DaS zah retche: blikum eilte mit allerhand Gefäßen zur Hülfe, um von der Sache-so viel. als möglich zu retten. Als aber einige dieser Retter den ^Wein auch versuchen wollten, sahen .te sich etwas getäuscht, denn die ungewöhnlich dicke rothe Grütze war weiter nichts als im Wasser aufgelöste Weinfarbe-. Der Weinhandler Karl Ehnmger in Gopptnzen fand sich durch diesen Artikel an seiner Ehre angegriffen und erhob Sttafklage womit er eine Entschädigungsklage auf 10,000 JL, bie er aber m Lauf b auf die Hälfte herabsetzte, verbani- Da auch ein Blatt in Aalen, das den Artikel ab

den vorher errichteten Logements hatten wir nur einen Jerwunbeten. Die barab mte ^(er verlesen wurde, folgendermaßen äußerte: desbalb

So S.L«20egg und 1 Osficicr verwundet. o., tannt ift, bafe bte franjoftWen SBtlne ntd|t etft btt un8 non unfern SBtinbanMern

Die qanze Stadt hat wegen des Dvnau-Uebergangs geflaggt, jn der fonbcrn fd)on Frankreich arsälschi rocrbcn, b. t>. dou bvrthtr Mon unb i» M ffalbebrale fand ein Gottesdienst statt. Wie Privat-Depeschcn meiden, wurde j?unfta>tin als ang-blich-r Naiurweln verkauft wirb. Diesem «»«en uev« «t» -er terflebramit^, yuni- Meldungen desTageblatts" : Bukarest, 29. Juni. U^r"^^was Änhmibel genannt ^roirb, Klage erbebt- Ellwangen, Der Ueberganq der Rnffen bei Simnitza wird fortgesetzt. Die Türken zogen Ober-Staatsanwalt Schmaller - aufgefatzi unb

sich ohne Kampf zurück und räumten Sistowa. -.Ein russisches Schiff Passirte Von ben Zeugtn 7r fteTd«.» ,4

L - ------ ->->- bemerkt >n werden. - '^otn etnenSchapv-n Mvft gethan, abe? nun habe er ben Mast nicht mehr trinke

können, er fei verbarben gewesen. Der Staatsanwalt Nestle fanb inbetz ben Beweis der Wahrheit ber Behauptung be6 Artikels, baß b'r Borbeaux mchts werter al« in Wasser aufgelöste Weinfarbe gewesen, nicht für vollständig trbraßt, fom>er b

Klage aufrecht, ließ aber mildernde Umstände zu und beantragte eine Geldstrafe von 80 bezw 25 1 Der Gerichtshof erkannte jedoch in dem Artikel keine Ehrenbe- leidiguna und sprach beide Angeschuldiate frei.

Bet Köln ist auf bem Kartoffelacker eines Metzgers -elcher,°m-rU-n>schm

über die Donau bei Simnitza dauert ununterbrochen fort.

Lokal-dtotiz.

Gießen, 2. Juli. Die ungarische Knaben-Kapelle, welche auf einer größeren Concert-Tour durch Oesterreich, Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen u. Eng­land begriffen ist, wird kommenden Freitag auch in unserer Stadt in Wenzel s (Karten concertiren.^ au§ 40 Mitgliedern unter Leitung eines der erfahrensten In­struktoren, des Kapellmeisters Lambert Steiner.

Als Militair-Zöglinge in Uy Szent Anna in Ungarn stationirt, rekrutiren die österreichischen Militatr-Musiken unter den Mitgliedern dieser Kapelle ihre besten Solo- Kräfte. Es bietet einen wirklich imposanten Anblick dar, diese schmucke Knabenschaar, in der zu ihren gebräunten Gesichtern vorzüglich passenden geschmackvollen Honoed-UlU- form au im attch i ^^enhest' in Ems spielte die Kapelle auch vor Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm, welcher über die Leistungen derselben seine große Zufriedenheit äußerte.

Unter den Zuhörern während des Concertes im Eurgarten befand sich auch Richard Wagner und nahm derselbe Veranlassung dem Capellmeister Lambert Steiner seine Befriedigung in den lobenswerthesten Ausdrücken auszusprechen.

München hatte die Kapelle die Ehre vor Sr. Kais. Hoheit dem Kronprinzen

Rudolf von Oesterreich, sowie dessen Schwester der Prinzessin Gisela nebst deren 'Ge­mahl, dem Prinzen Ludwig von Baiern im Palais der Letzteren zu concertiren und wurde auch hier den vorzüglichen Leistungen reichlicher Beifall gezollt. , .

In Frankfurt a. M. spielte dieselbe vor einem aus ca. 10,000 Personen bestehen­den Publikum im zoologischen Garten und erntete nach jeder vorgetragenen Piece stur- mis^ NHoffentlich wird auch unsere Stadt diesen jugendlichen Künstlern freundlich ent- gegen kommen. __