Ausgabe 
3.7.1877
 
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Dienstag, den 3. Juli

1879.

Kießener MnMger

Ameizc- wi Amisdlstt für üta Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. «7-rpcvition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

...........................

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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Amtlicher T 6 ei t.

B e k a n n t m a ch u n g.

Großberzogliches Ministerium des Innern hat der Mobiliar-Feuer^Versicherungs-Gesellschaft Concordia zu Hannover die Erlaubniß zum Geschäfts­betrieb im Großherzogthum Hessen auf Widerruf ertheilt.

Gießen, den 29. Juni 1877.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder-

' Gießen, den 29. Juni 1877.

Das Großherzogliche Rentamt Gießen

an sämmtliche Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Bezirks.

Sie wollen in Ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise veröffentlichen lasten, daß die Berichtigung der am 30. Juni I. I. fälligen Holzgelder bis zum 23. Juli I. I. bei Meldung der Mahnung anher zu geschehen habe.

S ch l i e p h a ck e. __

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Zur allgemeinen politischen Lage.

Die Rusten haben endlich die Donau überschritten und damit die mili­tärischen Operationen auf demjenigen Kriegsschauplatz, aus welchem die Ent­scheidung über das Schicksal der Türkei fallen wird, von Neuem in Fluß gebracht. Der an der unteren Donau vollzogene Uebergaug bittet freilich nur das Vorspiel zu der an dem oberen Ufer zu erwartenden Haupt-Action. Aber da der Erfolg der letzteren ebensowenig einem Zweifel unterliegt, wie der ihres Vorspiels, so sieht man wohl nicht mir Unrecht schon jetzt den Anfang des Endes für bie Türkei gekommen, mag diese auch in jüngster Zeit Montenegro gtzenüber und in Klein-Asien, wie es scheint, einige Vortheile errungen haben.

Für die allgemeine politische Lage sind die gegenwärtigen Vorgänge an der Donau insofern von ganz besonderer Bedeutung, als die Stellung Oester­reichs zu Rußland dadurch einer definitiven Klärung näher geführt wird. Oester­reich wird nämlich durch den Einmarsch der Rusten in Bulgarien, zumal wenn derselbe, wie leicht möglich, von einem Durchmarsch durch Serbien begleitet werden sollte, mit Gewalt gezwungen, aus seiner bisherigen Unthätigkeit her- auszutreten und zu den wichtigen Dingen, die an seinen Grenzen vorgehen, auf dem Wege der Action Stellung zu nehmen. Daß die genannte Macht ihre Truppen in Croatien und Dalmatien wirklich augenblicklich zum Einmarsch in Bosnien bereit macht, ist kein Geheimniß mehr. Daß die bestehende Action aber nicht gegen Rußland gerichtet sein kann, ergibt sich einfach aus der That- sa.he, daß Oesterreich gleichzeitig alle militärischen Maßregeln im Osten unter­läßt. In der That läßt sich denn auch das Ziel, dem man in Wien zustrebt, jent schon fast mit Händen greisen. Officiös wird dort das ganze Gebiet zwischen den siebenbürgischen Alpen und dem Balkan als Machtgebiet der habs­burgischen Monarchie bezeichnet; wenn daher der Minister-Präsident Tisza im ungarischen Unterhause jüngsthin erklärt hat, daß die Negierung entschlosten sei, keine Besitznahme eines Nachbargebietes durch eine sremde Macht zu dulden, so kann dies allen sonstigen Versicherungen, daß man bisher weder eine Occu- pation noch eine Mobilisirung beschlossen habe, zum Trotz nur dahin verstanden werden, daß Oesterreich die Absicht hat, das bezeichnete Gebiet bei dem sicher bevorstehenden Zerfall der Türkei für sich selbst zu gewinnen. Gewiß ist es auch nicht ohne Bedeutung, daß gerade im gegenwärtigen Augenblick von Ber­lin aus osficiös die ganze europäische Türkei, sogar mit Einschluß Konstantino­pels, nur mit Ausnahme der von griechischer Bevölkerug bewohnten Provinzen, wUche Griechenland zugedacht sind, Oesterreich augeboten wird. Wie könnte dieser Staat denn noch zaudern zuzugreisen und auzuuehmen, was ihm so zu sagen von selbst in den Schooß fällt?

An der Existenz bestimmter Abmachungen zwischen den drei Kaisermachten über die Lösung der orientalischen Frage läßt sich unseres Erachtens nachgerade gar nicht mehr zweifeln; würden doch auch die deutschen Interessen^ durch eine etwaige Vergrößerung des von einem Hohenzoller beherrschten Rumänien durch ein Stück Bulgariens ebenso gewahrt, wie die russischen durch eine Ausdehnung Rußlands in Klein-Asien und durch eine Ocffnung des Bosporus und der Dar­danellen für alle Schiffe. Die Fortdauer des Drei-Kaiser-Bündniffes bietet aber zugleich die Gewißheit, daß der Krieg wie bisher so auch sernerhin loca- l-firt bleiben und zumal England sich von einer activen Einmischung in denselben fern halten wird. Der von der russischen Regierung veröffentlichte jüngste D'peschenwechsel zwischen Lord Derby und dem Fürsten Gortschakoff bestätigt die Ansicht, daß Rußland den britischen Jntereffen nirgends zu nahe zu treten beabsichtigt. Das offene Sendschreiben, welches der frühere sächsische Gesandte in London, Gras Seebach, soeben an Lord Beaconsfield wahrscheinlich, auf Bestellung gerichtet hat, läßt ferner vermuthen, daß letzterer gegenwärtig noch immer ebenso bereit ist, wie zur Zeit des Krimkrieges, sich direct mit Ruß­land zu verständigen. Und wenn es noch eines weiteren Beweises bedürfte, daß die englische Regierung Nichts sehnlicher wünscht, als solch eine friedliche Verständigung, so würde er durch die Rede des Schatzkanzlers Northcote gelie-

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fert, in welcher derselbe jüngsthin der Hoffnung Ausdruck gab, daß es England gestattet sein werde, an der Regelung der orientalischen Frage in einer seiner würdigen Weise Theil zu nehmen, ohne daß es nöthig wäre, den Weltfrieden zu stören. Demgemäß wird denn auch schon russischerseits versichert, daß man Nichts dagegen einzuwenden habe, wenn England sich den Weg nach Indien durch Erwerbung der Oberhoheit über Aegypten sicherte.

Die allgemeine politische Lage würde mithin trotz des russisch-türkischen Krieges freundlichere Aussichten in die Zukunft eröffnen, wenn nicht der Hori­zont im Westen noch immerfort von gewitterschwangeren Wolken verhüllt wäre. Die Thatsache, daß die Linke der französischen Deputirten-Kammer in der Ueber- zeugung von den klerikalen und friedensstörerischen Tendenzen des neuen Cabi- nets nut der deutschen Reichsregierung übereinstimmt, dem neuen Ministerium aber trotz alles Hasses gegen dasselbe einstimmig die zu militärischen Zwecken geforderten 209 Millionen bewilligt hat, beweist deutlich genug, daß wir unserem Nachbar im Westen gegenüber fortwährend auf der Hut sein müssen. Hoffen wir indeß, daß der Ernst der Situation, über den sich die französische Regierung keiner Täuschung hingeben kann, dieselbe abhalten wird, leichten Her­zens ä la Ollivier eine Störung des europäischen Friedens zu veranlaffen.

Deutschland.

Darmstadt, 28. Juni. Se. Großh. Hoheit der Prinz Heinrich, be­gleitet von Lieutenant Freiherrn v. Jungenfeld, werden heute Abend abreisen und Sich zu Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland begeben zur officiellen Kundgebung des Ablebens Sr. König!. Hoheit des höchstseliaen Großherzogs Ludwig III. und der Thronbesteigung Sr. König!. Hoheit des Großherzogs Ludwig IV.

Darmstadt, 29. Juni. Oberst und Flügeladjutant v. Küchler wurde auf sein Nachsuchen der Abschied mit Pension und Erlaubniß zum Tragen der bisherigen Uniform ertheilt.

Oberst Westerweller v. Anthoni zum ersten Flügeladjutanten Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs ernannt.

Rittmeister Wernher vom 2. Großh. Hess. Dragoner-Regiment Nr. 24 von seinem Commando als Adjutant der 16. Division entbunden und zur Dienstleistung bei Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog commandirt.

Berlin, 29. Juni. TieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Alle Gerüchte über eine Abkürzung des Aufenthalts des Fürsten Bismarck in Kissingen aus Gründen der Politik sind irrthümlich. Ebensowenig steht eine Reise des Für­sten nach Ems, ehe er sich nach Varzin begibt, in Aussicht. Auch ein längerer Aufenthalt in Berlin ist nicht beabsichtigt. Finanz-Minister Camphausen tritt seinen Urlaub am 2. Juli an und wird durch den Minister Grafen Eulenburg vertreten.

Berlin, 30. Juni. DerReichs-Anz." meldet: Die durch den land- wirthjchaftlichin Minister angeordnete Untersuchung in Mülheim am Rhein beobachtete das Insekt und hat dasselbe mit Sicherheit als Kolorado-Käfer be­stimmt. Unter der Leitung einer Commission soll die umfassendste Vertilgung desselben ausgesührt werden. Tie Art der Einschleppung ist bis jetzt noch nicht sicher ermittelt.

Kissingen, 30. Juni. Fürst Bismarck mit Familie ist heute Mittag mit dem Meininger Zuge von hier abgereist. Das am Bahnhof versammelte Publikum begrüßte den Fürsten mit lebhaften Hochrufen.

Hesterreich.

P-sth, 30. Juni. Im Unterhause wurde die Debatte über die Orienk- Angelegenheiten heute geschlossen und die Petition des Somogyer Comitates (zu Gunsten der Integrität der Türkei) an die Regierung überwiesen.

DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest: Kaiser Alexander hat im Wirthschastshofe, genannt Dracia, bei Turnu-Magurelli Quartier genom-