Auszug aus -en Stan-esamtsregiflern der Stadl Gießen.
Vom 27. Mai Lis 2. Juni 1877.
Aufgebote.
Mai 28. Buchbinder Eberhard Käs von Allendorf a. d. Lda. mit Henriette Wilhelmine Phmppine, Wittwe des Heinrich Sonntag, geb. Ramspeck, von Gießen. — 29. Bäckermeister Friedrich Rheinländer zu Wiesbaden mit Juliane Margarethe Johanna Fuhr von Gießen.
Geborene.
Mai 23. Friedrich, Sohn von Kaufmann Jacob Bärmann. — 25. Wilhelm Georg Heinrich, Sohn von Stationswärter Johannes Klenk. — Edmund, Sohn von Schuhmacher Heinrich Bender. — 22. Wilhelm Joseph, ein außereheliches Kind von Auswärts. — 23. Hermann Christian, Sohn von Kaufmann Karl Lony. — 26. Karoline Louise, Tochter von Kaufmann Konrad Joseph Keller. — 27. Bertha, Tochter von Commissionär Isaac Steinberger.
Mai 25. Katharine Valentine, 3 M. 25 T. alt, Tochter von Weißbinder Karl Räuber. — 28. Taglöhnerin Friederike Opper, 38 I. alt, von Weickarrshain (im academischen Hospital gestorben). Adolf, 1 I. 1 M. 8 T. alt, Sohn von Feilenhauer Gustav Rogener. — 29. Eugen Karl August Ludwig Heinrich, 3 I. 1 M. 10 T. alt, Sohn von'Hauptkassirer Philipp Burger. — 30. Elisabeth Heil, geb. Linker, 34 I. 19 T. alt. — 31. Schreinermeister Christian .ffieber, 58 I. 4 M. 11 T. alt. — Juni 2. Ein in der Geburt verstorbenes Kind männlichen Geschlechts von Maschlnenputzer Heinrich Münker.
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Die Schlußscene des ersten TheilS ist dagegen wieder mit genialer Kraft aus' geführt. Elias ist vor den König getreten, und nun erbebt sich jener Wettstreit zwischen den Priestern Baals und dem Propheten des wahrhaftigen Gottes, in welchem dieser wieder seine Macht bezeugte. Hier sind Zustände und Stimmungen zu schildern, für deren Musikgestaltung Mendelssohn alle entsprechenden Mittel und Formen besaß. Die wachsende Wildheit, mit welcher die Baalsprtester zu ihrem Gott beten, gegenüber der glaubensstarken Freudigkeit, mit welcher Elias den Herrn anruft, sind streng geschieden, und gleich vortrefflich im Oratorium dargestellt. Wie aber dann EltaS in immer brünstigerem Gebet den R-'gen vom Himmel herab erfleht, das ist eine Scene, welche Mendelssohn mit seinem vollsten Herzen, der ganzen Fülle seines Innern erfaßte, so daß sie der würdigste Schluß dieses groß angelegten ersten Thetls werden mußte. Sparsam ist Mendelssohn in der Einführung des betrachtenden Chors gewesen. An seine Stelle treten in einem Doppelquartett: „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir" die Engel ein, und an einer andern Stelle vier Solostimmen: „Wirf dein Anliegen auf den Herrn". Erst im zweiten Theil wird er dtrect eingeführt, wie im ersten Chor: „Fürchte dich nicht! spricht unser Gott". Gleiche Bedeutung haben die Chöre: „Siehe der Hüter Israels", „Wer bis an das Ende beharrt" und der ganze Schluß von der Arie an: „Dann werden die Gerechten leuchten". Wir deuteten schon an, daß der zweite Tbeil allmälig an Interesse verliert. Die Scene mit der Königin, an welcher auch das Volk regen Ar-theil nimmt, ist noch vortrefflich angelegt und ausgeführt; aber von da ab verliert der Text jede Spur von thatsächlicher Entwickelung; uns iuteressirt es nur, wie Mendelssohn die überaus schwierigen Aufgaben, die er sich selbst hier stellte, gelöst hat. Die schwierigste war jedenfalls die Erscheinung deS Herrn selbst; der Meister hat ohnstreitig oen einzig richtigen Weg zu ihrer Lösung eingeschlagen, indem er, wie Haendel im „Israel in Egypten" die Erzählung beibehielt, aber sie dem Chor übertrug. So nur wurde es möglich, die Nähe des Herrn anzu- veuten, ohne in eine, für den erhabenen Gegenstand zu kleinliche Maleret zu verfallen. Mendelssohn hat auch hier ein großes Talent, die äußere Situation echt künstlerisch zu gestalten, in ausgedehntester Weise offenbart; die Orchesterbeglettung folgt überall in treuester Ausführung den Andeutungen des Textes, aber indem dieser durch den Chor ernst und großsinnig gesungen wird, gewinnt jene Tonmalerei die des ganzen Vorganges würdige Bedeutung. Einen wahrhaft großartigen Abschluß dieser ganzen Scene gibt das Quartett mit Chor: „Heilig ist Gott der Herr", in welchem die Gegenwart Gottes ganz bestimmt angedeutet wird. Das Quartett ist von vier Frauen- strmmen gebildet, und wechselt mit dem Chor, oder verschmilzt mit ihm zu gemeinsamer Wirkung. Ganz besonders auch durch die Instrumentation hinterläßt gerade dies Ton- ftück einen wahrhaft erhabenen Eindruck, der durch das folgende Chor-Recttativ wieder etwas abgeschwächt wird. Auch der Chor, in welchem die Himmelfahrt des Propheten erzählt und dargestellt wird (No. 38 der Partitur) ist wieder ein Meisterstück instrumentaler Malerei, obschon mit etwas zu grellen Farben ausgeführt. Namentlich deßhalb auch erscheinen die Schlußnummern (39—42) etwas matt; die Hauptursache der geringem Wirkung trägt freilich, wie erwähnt, die ganze Anordnung des Textes. Zu riner solchen symbolischen Deutung gehörte ein tieferes Erfassen der Stoffe, als in Mendelssohn's Individualität begründet ist. Als Ganzes betrachtet, steht der „Elias" Nicht auf gleicher Höhe mit dem „Paulus", und zwar namentlich deßhalb, weil der Stoff und seine ganze Behandlungsweise ein gleiches organisches Wachsen von innen heraus nicht gestattete. Die einzelnen Tonstücke des jüngeren Oratoriums aber sind weist ebenso vollendet, einige sogar mit noch bewunderungswürdigerem Geschick au§ae; pibrt, als die entsprechenden des ,,Paulus".
HandelHd Verkehr.^
Gießen, 2. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfd. 95 H bis 1 10 H, Hühnereier, per Stück 4—5 Gänseeier, p. Stück — X Enten
eier per Stück 6 H, Käse, per Stück 4—9 Käsematte, per St. 3 X Erbsen, 1 Liter 18 H, Linsen, 1 Liter 18 4, Tauben, das Paar 70 X Hühner, per Stück 1 Hahnen, per Stück 1 10 H, Kartoffeln, 100 Kilo 9
Auszug sus den Kirchenbüchern der Stsdt Gießen.
Evangelische Gemeinde Getraute.
Den 31. Mai. Johann Karl Hatz, Mechaniker dahier, aus Schopfloch, Amtes Dinkelsbühl, und Anna Lesch, des Gepäckträgers Georg Lesch dahier eheliche Tochter.
& e t o U r t e.
Den 27. Mai. Dem Heilgehülfen Johannes Muhl ein Sohn, Karl Hermann Christian Ludwig, geboren den 27. März.
Denselben. Dem Bürger und Dachdeckermeister Peter Ruckstuhl ein Sohn, August Hermann Georg, geboren den 10. Mai.
Denselben. Dem Lehrer an der Stadtmädchenschule Lorenz Spitz eine Tochter, Emilie Antonie, geboren den 10. April.
Den 28. Mai. Dem Hofgerichts-Advocaten August Metz ein Sohn, Karl Hans August Wilhelm Albert Ignatz, geboren den 17. März.
Den 31. Mai. Dem Mechaniker Johann Karl Hatz ein Sohn, Friedrich Albert, geboren den 30. April.
Beerdigte.
Den 26. Mai. Karl Emil Wagner, Schlosser an der Köln-Mindener Bahn dahier, alt 47 I. 5 M. 8 T., gestorben den 24. Mai.
Den 27. Mai. Ernst Ludwig Kämmerer, Bürger und Bäckermeister, alt 66 I. 1 M.
5 T., gestorben den 25. Mai.
Den 1. Juni. Elisabeth Heil, geborene Linker, Ehesrau des Dienstmanns Wilhelm Heil, alt 34 I. 19 T., gestorben den 30. Mat.
Die Annoncen-Expedition Th. Dietrich & Co. in Cassel übernimmt die prompte Besorgung von Anzeigen in sämmtliche Zeitungen Deutschlands und des Auslandes zu Originalpreisen. (Alleinige Jnseraten-Annahme f. d. „Casseler Tagespost")
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
3079) Zwei Hebregister über nachträgliche direkte Steuern pro 1877 liegen 8 Tage lang zur Einsicht dahier offen.
Zugleich werden die diesjährigen Reklamanten aufgefordert, ihre erlassenen Steuern unter Vorlage der betr. Steuerzettel in der nächsten Zeit (am sichersten an den Zahltagen Dienstag und Samstag) bei Großh. Districts- Einnehmerei Gießen I persönlich in Empfang zu nehmen.
Gießen, den 31. Mai 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
A. Bramm.
Bekanntmachung.
In unserem Firmen-Negister sind folgende Einträge vollzogen worden:
Am 30. l. M:
1) Franz Schirmer zu Gießen hat seine unter der Firma: „F. Schirmer" daselbst betriebene Handlung mit Wein und Bier aufgegeben und wurde solche in Folge davon gelöscht.
'2) Friedrich Carl Henzerling zu Gießen betreibt daselbst seit 1. August v. I. unter der Firma F. C. Henzerling ein kaufmännisches Geschäft.
Am Heutigen:
3) Johan nKasparSpies von Gießen, Inhaber der Firma Mineralwasser- Anstalt zu Gießen
I. K. Spies
hat die dem Heinrich Giehl dahier ertheilte Procura zurückgenommen und ist letztere gelöscht worden.
Gießen, den 31. Mai 1877.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
_____________Bötticher.________(3107
Cintrag in das Firmenregister Großh. Landgerichts Lich.
Abraham Bing zu Lich betreibt daselbst seit dem 14. Februar L I. Pferdehandel, Rindoiehhandel im Kleinen und Brandwetnhandel im Kleinen, unter der Firma A. Bing.
Lich, den 26. Mai 1877. Großherzogliches Landgericht Lich.
Weyer. (3090
Versteigerungen.
Montag den 4. Juni, Nachmittags 4 Uhr, soll im »Gasthaus zum Schwanen" dahier eine Kuh meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 2. Mai 1877.
Großherzogltches Ortsgertcht Gießen.
Müller. (3105
Holzverfteigeruug.
In dem Wiesecker Gemeindewald, Distrikt Badenburgerwäldchen, kommen zu Versteigerung
Donnerstag den 7. Juni, von Morgens 8 Uhr an, 19 Rmtr. Buchen-Scheitholz, 16 „ Eichen- „
123 „ Nadel-
6 „ Buchen-Prügelholz,
29 „ Eichen- „
378 „ Nadel-
10 „ Buchen-Stockholz,
47 „ Eichen- „
214 „ Nadel-
490 Stück Buchen-Wellen,
550 „ Eichen- „
6180 „ Nadel- „
520 „ Ginstern- „
Freitag den 8. Juni, von Morgens 8 Uhr an:
99 Eichen-Stämme — 66,49 Cbm- bis zu 85 Centimtr. Durchmesser,
1 Buchen-Stamm = 0,74 Cbmtr.,
4 Birken-Stämme = 1,35 „
266 Nadel- „ = 73,29 „
179 „ Stangen == 20,4 „
Wieseck, den 31. Mai 1877.
Großherzogltche Bürgermeisterei Wieseck. ____________Lang._________(3102
Montag den 4. Juni, Nachmittags 2 Uhr, werden im Hause der Frau Fritz Fürst Wittwe in der Neustadt dahier ein im besten Zustand befindliches Billard mit allem Zugehör, angefertigt von Dorfelder in Mainz, und ein Pissoir öffentlich gegen Baarzahlung versteigert.
Gießen, den 30. Mai 1877.
Großherzogliches Ortsgertcht Gießen.
Müller.(3027
3108) Ein Stück GraSerndte zu verkaufen. Näheres bei I. Blitz.
Arbeits-Versteigerung.
Donnerstag den 7. Juni l. I.
sollen auf unterzeichneter Bürgermeisterei folgende Arbeiten an die Wenigstnehmenden öffentlich versteigert werden: JL H
1) Anfertigung einer neuen Feuerleiter und Reparatur zweier alten, Voranschlag 32 —
2) a. An dem alten Weiher die Mauer abzubrechen und die Steine aufzusetzen, Voranschl. 10 — b. Den Weiher mit Sammelsteinen vollständig auszufüllen und gut auszukeilen, Voranschlag 32 48
c. einen Raffelkanal aus dem
Weiher herzustellen, Voranschlag noch nicht bekannt--
3) a. Plafterarbeit an verschiedenen Stellen im Ort, theils neu, theils umzupflastern, Voranschlag 462 30
b. Chaussirarbeit das., Voranschl. 13 50
4) Allgem. Unterhaltungsarbeiten.
a. Klopfen von 50 Cbm. Steine zu schlagen und einzudecken, Voranschlag 170 —
b. 50 Cbm. zu messen, Voranschl. 10 — c. Dieselben anzufahren, Vor
anschlag 55 —
d. Aufräumen von Gräben,
ä Klftr. 3 H, --
5) Die zur Erbauung eines neuen Leiternhauses erfordert. Maurer-, Zimmer- und Dachdecker
arbeiten, Voranschlag circa 500 —
6) Herstellung des Vicinalwegs
nach Hattenrod.
a- Planirarbeit, Voranschlag 70 50
b. Chaussirarbeit, „ 611 —
c. 270 Mtr. Steine auf die Bau
stelle zu liefern, Voranschlag 675 —
d. Maurerarbeit eines Durch
lasses, Voranschlag 54 —
7) Herstellung eines neuen Friedhofs.
a. Planirarbeit, Voranschlag 745 —
b. Maurerarbeit, „ 1089 —
c. Schlosserarbett, „ 240 —
d. Weißbinderarbeit, „ 112 50
Anfang der Versteigerung Morgens 8 Uhr. Albach, am 30. Mat 1877.
Großherzogliche Bürgermeisterei Albach.
3050) Schäfer._______________
Toilette-, Bade-, Jenller- und Pferdeschwämme
in größter Auswahl empfiehlt
2950) Emil Fischbach.
Holz-Versteigerung
im Gießener Stadtwalde.
Montag den 4. Juni 1877, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde, in dem Districte Hangelftein, nachoerzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Brennholz:
Scheith. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter Wellen Buchen 30 14 21 430
Eichen 10 12 24 140
Nadel — — — 190
B. Bau-, Werk- und Nutzholz:
36 Eichen-Stämme, mit 17,73 Festmeter. 19 Nadel- „ „ 3,33
37 „ Derbstangen, mit 2,72 Fstmtr.,
70 „ Reisslängen, „ 0,53 „
Die Zusammenkunft ist an dem Steinbruch. Gießen, am 29. Mat 1877. (3024
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______ A. Bramm._________ Persteigermlgs - Anzeige.
Dienstag den 3. Juni l. I.,
Vormiltags 10 Uhr anfangend, laste ich in meiner Hofraithe zu Allendorf a. d. Lda. zur öffentlichen Versteigerung bringen:
Haus-und Oeconomiegeräthe aller Art, als: 2 Oeconomiewagen, 2 Schaufel- pstüge, 1 Hinterpflug, 1 Egge, 1 Kartoffelpflug, 1 Fruchtfegmühle, 1 Dickwurzmühle, 1 Pfuhlfaß, 1 Flachsraffe, 1 Waschbütte, 1 Kelter, 2 Spinnräder, Sicheln, Sensen, Mistgabeln, Hemm-, Spann- u. Bindeketten, sowie 1 großer Glasschrank, 1 Kleiderschrank, 18 St. Stühle, 1 Bett, 1 Bettlade, 2 Matratzen, 3 Züber und sonstigen Hausrath. (3065
Allendorf a. d. Lda., am 30. Mai 1877. __Heinrich_Rothenberge£ Wtw, Neue Matjes-Häringe
empfiehlt (2949) Emil Fischbach.
3109) Ein Flaschenbierwagen, sowie ein Pferd zu verkaufen bei
F. Schmidt.


