Oesterreich der Pforte den Rath ertheilt habe, Serbien und Montenegro aus- jufotbtni, Delegirte für die Friedens-Verhandlungen abzusenden, wird von unterrichteter Sette als unbegründet bezeichnet. Die Pforte ihrerseits fragte zwar in Wien bezüglich einer eventuellen Friedens-Vermittlung durch Oesterreich an, aber Oesterreich lehnte dieses Ansuchen höflich, aber entschieden ab. — Die „Presse" erfährt: Die Friedens-Verhandlungen zwischen der Pforte und Serbien stießen auf Schwierigkeiten, die Pforte stelle Zusatzfordrrungen betreffs des status quo ante, welche aber nicht präcise formulirt sind, Serbien wolle nicht auf Grund eines ihm nicht völlig bekannten Programms auf weitere Verhandlungen eingehen, und unterließ deshalb bisher, seinen diplomatischen Agenten Zukits für die Verhandlungen formell zu beglaubigen.
— Die „Polit. Corresp." meldet aus Athen: Sir Henry Elliot und Jgnatieff wurden vom Könige in Audienz empfangen und hatten längere Be- sprechunzen mit den Ministern Komunduros und Kontostavlos. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest den bevorstehenden Rücktritt der Minister der auswärtigen Angelegenheiten und des Innern, die Auflösung des ganzen Cabi- nets ist wahrscheinlich. Kogalniceanu oder Epureanu dürften sodann vorerst ein Uebergangs-Ministerium bilden, bevor die conservative Regierung sich constituirt.
— Der Kaiser von Oesterreich ordnete für den verstorbenen Herzog Wilhelm Eugen von Württemberg eine achttägige Hoftrauer, vom 1. Februar angefangen, an.
Wien, 31. Januar. Aus Athen, 29. Jan., wird der „Polit. Corresp." telegraphisch gemeldet, daß Lord Salisbury vom König Georg in Audienz empfangen worden sei und auch mit dem Minister-Präsidenten Komunduros eine Besprechung gehabt habe; Letzterer habe dabei die Ansprüche, welche Griechenland erhebe, näher gekennzeichnet und auf die Folgen hingewiesen, die unausbleiblich sein würden, wenn man jene Ansprüche unbeachtet lasten sollte, woraus dann Lord Salisbury die Forderungen der griechischen Regierung als billig anerkannt habe.
Wien, 1. Februar. Die „Presse" meldet, daß die Friedens Verhandlungen zwischen der Pforte und Serbien momentan in's Stocken gekommen seien, weil die erstere an die von ihr aufgestellte allgemeine Friedens-Basis, den Pariser Vertrag und den status quo ante bellum, außerdem noch die Forderung von Garantieen knüpfe, welche Serbien für die Einhaltung des Friedens zu leisten hätte. Diese Garantieen seien von der Pforte zwar nicht näher bestimmt, es habe aber den Anschein, als ob sie auf die bekannten, bereits im September vorgelegten, von der Consrrenz beseitigten sieben Punkte zurückkommen wolle. Es sei für den Fürsten von Serbien und sein Cabinet unmöglich, einen Bevollmächtigten für die Friedens-Verhandlungen in aller Form zu bestellen, bevor sich die Pforte über die Garantie-Frage klar geäußert habe.
— Die Pourparlers zwischen den österreichischen und ungarischen Ministern werden heute fortgesetzt.
Knglasd.
London, 31. Januar. Das von der amtlichen Zeitung veröffentlichte Vieh-Einfuhr-Verbot bezieht sich auch auf Schafe, Rindvieh und Ziegen, welche sich an Bord von Belgien oder Deutschland kommender Schiffe befinden oder befunden haben.
London, 1. Februar „Reuter's Office" meldet aus Washington: Die Commission zur Entscheidung der Präsidentenwahl-Frage ist organisirt und hat beschlosten, bis auf weitere Anordnung geheime Berathungen abzuhalten. — Das Kabel zwischen Bahia und Rio ist wieder hergestellt.
Italien.
Ro«, 1. Febuar. Der „Diritto" meldet: Ein Gerichtsdiener des Zuchtpolizeigerichtes übergab gestern dem Cardinal, Grafen Ledochowski, eine Anklage und einen Vorladungsact vor das Tribunal in Posen für den 7. und 8. Februar, um sich wegen der ihm zur Last gelegten Vergehen gegen die deutschen Kirchengesetze zu verantworten.
Nutzlaad.
Petersburg, 31. Januar. Der „Golos" sagt betreffs der Verhaud« lungen der Türket mit Serbien: Kein vernünftiger Mann in Rußland kann die Erneuerung des serbischen Krieges wünschen, da die Folgen deffelben die orientalische Frage nur verwickeln würden. Der Siegesmarsch der türkischen Armee nach Belgrad würbe die mit Mühe errungenen gegenseitigen Beziehungen der Mächte, die gegenwärtig allein als Grundlage einer nützlichen Einwir- kung auf die Türkei gelten könnten, verstimmen. Wenn eS aber Serbien gelingt, befriedigende Friedens-Bedingungen zu erzielen, so würde die Aufgabe der Mächte hinsichtlich der Beilegung der orientalischen Schwierigkeiten bedeutend erleichtert. Der „Golos" schließt mit dem Wunsch, die serbische Regierung möge durch einen ehrenhaften Frieden mit der Pforte ihren Einsatz aus dem Spiele ziehen.
Wei.
Konstantinopel, 1. Februar. Dem Vernehmen nach beabsichtigt Huffuf vom Finanzminister-Posteu zurückzutreten.
Pera, 31. Januar. Oesterreich und England haben an die Pforte das V.rlangen gestellt, daß dieselbe mit Serbien Frieden schließe, ohne die (bisher noch nicht näher bestimmten) Garantieen zu fordern; vor Allem aber sollen die Verhandlungen möglichst schleunig zum Ziele geführt werden.
Arrmänien.
Bukarest, 1. Februar. Die Grafen Chaudoidy und Courti sind hier angekommen. Minister Forescu zog seine Demission zurück. Im Senate verlangte Stourdza den Verkauf der Staats-Güter zur Bezahlung der Staats- Schulden und eine Reducirung des Armee-Budgets um 60 pCt.
Amerika.
Washington, 1. Februar. Die Majorität der Commission des Repräsentantenhauses zur Untersuchung der Wahlen in Florida hat nunmehr ebenfalls ihren Bericht zur Vorlage gebracht; während der Bericht der betr. Senats- Commission, wie gemeldet, die Acte der Local-Comit^s in Florida für gesetz- uud verfassungsmäßig erklärt hatte, gelangt der ersterwähnte Bericht zu ganz entgegengesetzten Schlüffen.
SeMtfeberleht. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd (S. W. Dietz in Gießen.
Southampton, 30. Zanuar. DaS Poftdampfschiff Neckar, Eapt- W. Willt- gerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 20. Januar von Newport abgegangcn war, ist heute 6 Uhr Abends wohlbehalten Hurst Castle paffirt und hat um 8 Uhr Abends die Rerse nach Bremen fortgesetzt. Der Neckar überbringt 110 Passagiere und volle Ladung.
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Temperatur i n Gießen.
Januar 1877:
Niedrigste..................— 4,7 • R.
Mittlere...................4-2,82 _
Mittel frühe, er Jahre..............—0,75 „
Januar 1853 ................. 4-2,3 ,
Höchste..................4-13,0 ,
Niederschlag an 20 Tagen............3,12 Par. Zoll.
Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 16 Tagen . . . 1,76
Frilchbäckrr ; u Gießen.
Sonntag, den 4. Februar 1877. Daniel Rühl am Rathhaus. H. Kuhn am Kreuz. Karl Ockel in der Löwengasse.
en
Gottesdienst
Morgens: Pfarrverwalter Schlosser. Nachmittags: Pfarrvicar Schöner.
e Pfarrgeschäfte in der nächsten Woche besorgt Pfarroerwalter Schlosser.)
Gustav-Adolf-Verein.
Nächste Woche werden wir mit der Erhebung der diesjährigen Beiträge durch den Kirchendiener Knoll beginnen. Der Verein hat in unserer Stadt in den letzten Jahren theils»durch Wegzug, theils durch de« Tod viele seiner Mitglieder verloren. Wir bitten deshalb um die Erlaubniß, eine Liste zum Ginzeichnen beliebiger Beiträge auch denjenigen evangelischen Bewohnern unserer Stadt vorzulegen, welche unserem Vereine bisher noch nicht anaehört haben. Großes ist bishir durch treues Zusammen, wiiken unserer Glaubensgenossen geschehen. Der Guitav-Adolf-verein hat im letzten Jahre 1184 Gemeinden mit der S 'mmc von 694,028 JL unterstützt. Aber mehr als 1200 Gemeinden rufen noch seine Hütte an und bedürfen fortwährenden brüderlichen Beistandes, wen,-, sie nicht untergeben sollen. Möge daher unsere Bitte um Beitritt zu unserem Vereine bei Allen, welche ein Herz für unsere evangelische Kirche haben, freundliche Aufnahn'e finden!
Wir ersuchen hiermit auch die Localvorftände der unserm Zweigverei-e angehören- den Orte, mit der Einsammlung der Beiträge baldigst za beginnen und das Ergebuitz an Großh. Drkaaat einzuschicken.
Gießen, 2. Februar 1877.
Für den Vorstand:
Dr. Seel, Pfarrer.
Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Heilnahrung:
Revaleseiere
Teit 30 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen ^esundheitS- speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athens. Blaien- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma Husten, Unverdaul-chkeit. Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen se bst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von der Geburt a» selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug aus 80,000 Certi. ficatcn über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Cerlificate vom Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstcin, Dr Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. Dsd6, Dr. Ure, Gräfin Castles!uart, Marquise de Bröhan, und vielen anderen hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.
Abgekürzter Auszug auS 80,000 Eertificaten.
Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen fei Dank. Die Revaleseiere hat meine 18jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt.
I. Comparet, Pfarrer, Sainte Romaine des Iles.
Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ich die kästliche Revaleseiere und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93 Jahre stehend, erfreue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundbeit. Leroy, Pfarrer.
Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergestellt.
62845. Pfarrer Botlet von Ecrainoillc. Von Asthma mit häufige« Erstickungen völlig hergestellt-
80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom Drüsenleiden hergestellt.
Nr. 64210. Marquise von Brähan von 7jähriger Leberkraakheit, Schlaflosigkeit Zittern an ollen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie. i
Nr. 75877 Florian Köller, K. K. Militäroerwalter, Großwardein, von Lungen- und Luftröhren-Katarrh., Kopfschwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren HandelS- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von vrustübel und Neroenzerrüttung.
Nr. 65715. Fräulein de MontlouiS, von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.
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