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Anzeige- M Amtsblatt fir he» Kreis Gießen.

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IS ^»EgS. 'PE vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

.____________" Schukstraß «, Ltt. L. Nr. &. ________________________________ Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mack 50 Pf.

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sn,**,.ec k lfl.e v ex c Gießen, den 1. Februar 1877.

Betreffend: Statistik der Bewegung der Bevölkerung pro 1876.

Das Großhcrzogliche Kmsamt Gicßcn

aT). , ki, an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises.

-tttr erinnern diejenigen Bürgermeistereien, welche damit noch im Rückstand finb, an die alsbaldige Einsendung der Verzeichnisse über die in 1876 vorgerommenen Zuzüge und Wegzüge.

v. R ö d e r. .

Betreffend: Das Ersatzgeschäst für 1877. ®Mcnm 2 8<6ruat 1877

Das Großherzogliche Kreisümt Gießen

an die Großherzoqlichen ^üraermeistereien des Kreises.

... . ®tr fordern Sie auf, nunmehr mit der Aufstellung der Stammrollen sofort zu beginnen und dieselben mit denjenigen für 1875 und 1876 unae-

fauwr an uns emzusenden. ö

eimkartev zu dem am i) Herrn ^löpper Lus- 'rzeigen der LeMmtions-

I. D. d. K. : Dr. Hoffmann, Regierungsrath.

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Aolitifcher H h e i l.

Aeutschtand.

Darmstadt, 30. Januar. Die Regierung hat der zweiten Kammer einen Gesetz-Entwurf zugehen lasten, wonach schon für die Zeit bis zur Ein- sührung der neuen Justiz-Gesetze die Zuständigkeit der Bezirksgerichte beschränkt, diese letzteren insbesondere von der Aburtheilung der unerheblichen Beleidiguugs- und ähnlicher Vergehen durch Verweisung dieser letzteren an die Untergerichte entbunden werden sollen. Es handelt sich hierbei um Erfüllung eines von bei­den Kammern gestellten Ersuchens. Abg. Kugler hat zwei bemerkenswerthe Interpellationen in der zweiten Kammer eingebracht, die erste betrifft die Stellung der Regierung zu der von Preußen in Aussicht genommenen Main- Canalifation, insbesondere die Frage, ob die Regierung Vorsorge treffen will, daß die Caualisation nicht blos von Mainz bis Frankfurt, sondern auch von Frankfurt bis Offenback ausgeführt werde; die andere Frage betrifft die end­liche Ausführung der directen Verbindung der Offenbach-Frankfurter Bahn mit der Main-Neckar-Bahn bei Sachsenhausen.

Berlin. Die Aenderung des Reichs-Wahl-Systems liegt den regierungs­freundlichen Blättern jetzt besonders am Herzen. Tag für Tag wird dieses Thema berührt, um es ja nicht einschlafen zu lasten. Gegenüber derKöln. Ztg.", welche die Einführung des Zwei-Kammer-Systems auch für den Reichs­tag in Aussicht genommen, betont dieNordd. Allg. Ztg.", daß eine noch weitere Ausdehnung der jetzt schon kaum zu bewältigenden parlamentarischen Thätigkeit wohl auf keiner Seite als möglich oder auck nur als wünschens- werth bezeichnet werden könne. Ueberdies versehe der Bundesrath die wesent­lichen Aufgabe« einer ersten Kammer. Sollten daher, was das officiöse Blatt nicht bestreiten will, in einigen Kreisen Erwägungen über eine Aenderung des neuen Wahl-Systems stattfinden, so müßte nach seiner Ansicht die anzustrebende Modification wohl in anderer Richtung gesucht werden. In welcher, wird nicht gesagt, läßt sich aber leicht errathen. Das Gute liegt ja diesmal so nahe, da die preußische Monarchie bereits über ein so bewährtes System verfügt. Cen- sus und Claflen'Eintheilung werden, wie einige Verlautbarungen in der officiösen Preffe schon angedeutet haben, die Formen sein, durch welche die Volksmeinung destillirt werden soll. Hoffentlich wird aber der Reichstag nie zu einem Acte der Selbstentmannung die Hand bieten, wie er in der geplanten Verkümmerung des Wahlrechts läge. Die alarmirende Nachricht derNordd. Allg. Ztg." von eineraußerordentlichen, den normalen Bedarf wett übersteigenden Getreide- Ausfuhr aus Ungarn nach Frankreich" wird -nun auch in österreichischen Blät­tern als unwahr bezeichnet. Die Ausweise der österreichischen Bahnen liefern sogar den Nachweis, daß der Getreide-Export aus Ungarn nach dem Westen seit drei Monaten weit hinter dem Exporte der früheren Jahre zurückge­blieben ist.

Berlin, 31. Januar. Zahlreiche Gesuche von deutschen Osficieren wegen Eintritts in die russische Armee sind vom Kriegsminister abgeschlagen worden. Der deutsche Militär-Bevollmächtigte verbleibt im Kriegs-Fall in Petersburg.

DieProv.'Corresp." reproducirt unter der Ueberschrift:Franzö- stsche Verdächtigungen und Wühlereien gegen Deutschland", den wesentlichen Inhalt eines Artikels im letzten Hefte derRevue des deux Mondes", welcher bi« Flotten zweiten Ranges in der Ostsee und der Nordsee bespricht, Schweden und Dänemark vor den Eroberungs-Gelüsten Deutschlands warnt und dieselben

aufforde>, zur Abwehr der drohenden Gefahr zu rüsten und sich dabet auf verwandte Interessen zu stützen. DieProv.-Corresp." hält ein Wort der Er­widerung auf diese durch nichts begründete Verdächtigung für überstüssig und schließt ihren Artikel mit den Worten:Es wiederholt sich eben in der fran­zösischen Presse das vor zwei Jahren geübte frivole Spiel, Deutschland zu schmähen und herauszufordern, mit dem stillen Vorbehalte, bei der naturge­mäßen Zurückweisung von deutscher Sette hinterher über Bedrohung und Ver­gewaltigung zu klagen."

Berlin, 31. Januar. Die heilige Jndex-Congregation hat wieder ein­mal das Lesen unterschiedlicher Bücher verboten. Unter denselben befindet sich ein katholisches Ritual, herausgegeben nach den Beschlügen der beiden ersten Synoden des deutschen Reichs. Bonn, 1875. Katholischer Katechismus, her- ausgegcben im Auftrage der altkatholischen Synode. Bonn, 1875. Leitfaden für katholischen Religions - Unterricht an höheren Schulen, herausgegeben im Auftrage der altkatholtschen Synode.

Der Ausfall der Reichstagswahlen beschäftigt unzählige Köpfe und bringt viele Vorschläge zur Verbefferung des Reichswahlgesetzes ans Licht. Die Reichsverfastung setzt nur das allgemeine Wahlrecht fest und bedingt nicht zu­gleich, daß es, wie jetzt das provisorische Wahlgesetz vom 31. Mai 1869, ein ganz gleiches für den besitzenden und den armen, den gebildeten und den unge­bildeten Staatsbürger sein solle. Man spricht von Eensus, von Claffenwahlen, von zweijährigem Wohnsitz der Wähler, eine Festsetzung des Lebensalters auf 27 Jahre, von fünfjährigen Reichstagen u. s. w. Alle diese Einzelheiten muffen zunächst der Initiative der Regierung noch überlasten bleiben. Socialisten wer­den, wie es scheint, nur dreizehn in den Reichstag kommen.

Oesterreich.

Wien, 29. Januar. Die serbisch-türkischen Friedens-Verhandlungen haben bereits begonnen und zwar hier in Wien. Am Sonnabend wurde der serbische Vertreter, Herr Dr. Zukitsch, von Belgrad aus angewiesen, die Pour­parlers mit dem hiesigen türkischen Botschafter Aleko Pascha zu eröffnen und der Agent säumte nicht, diesem Befehle nachzukommen. Gestern, Sonntags, conferirte er längere Zeit mit dem Vertreter der Pforte. Wie man wiflen will, soll die Basis der Verhandlungen der status quo ante bellum (ein. Weniger friedlich lauten die Nachrichten aus Montenegro, wo in der vorigen Woche zwölf albanesische Häuptlinge eingetroffen sind, um sich mit dem Fürsten Nikita über die Fortsetzung des Krieges zu berathen. Einer weiteren Meldung aus Ccttinje zufolge soll eine Zusammenkunft zwischen dem Fürsten Nikolaus und dem Miriditen-Capitän Prenk bevorstehen. Aus Petersburg wird unterm Gestrigen telegraphirt, der Kriegsminister Miljutin habe dem Czar über den befriedigenden Zustand der Armee berichtet und gemeldet, daß die Concentri- rung beendet sei. Die hiesigen Officiösen nennen die von Londoner und Ber­liner Blättern gebrachte Analyse der erwarteten russischen Circular-Rote nicht genau."

Wien, 31. Januar. Die russische Regierung hat Vorräthe von Heu, Hafer im moldauischen Bessarabien angekauft; der Lieferungsort ist Reni JS- mail. In Chotim sind 14 Compagnieen Marine-Infanterie aus Kronstadt ange­kommen und der Avantgarde zugetheilt worden. Ein Bataillon Matrosen wird in Nikolajew erwartet.

Wien, 31. Januar. Die von Konstantinopel verbreitete Nachricht, daß