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Bekanntmachung.

Mit Bezugnahme aus unsere Bekanntmachung vom 7. December v. Js. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden:

Freitag den 16. März d. ^zs. und folgende Tage,

für diejenigen, welche in den Jahren 1857 und 1860 geboren sind.

Freitag den 23. März d. Js. und folgende Tage,

für diejenigen, welche in den Jahren 1858 und 1859 geboren sind.

Die Prüfung beginnt an jedem Tag Morgen- 8 Uhr dahier in der alten Kanzlei. Loinsenplatz 2

Zugleich machen wir auf die neue Prüfungs-Ordnung zum einjährig-freiwilligen Dienst, Anl. 2 zu § 91 der Ersatz-Ordnung vom 28. Septbr. 1875 wiederholt aufmerksam und insbesondere auf § 2, worin die hinsichtlich der einzelnen Prüfungsgegenstände gestellten Anforderungen enthalten sind.

Darmstadt, den 23. Februar 1877.

Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende.

von Marquard.

politischer H h e i l.

Deutschland.

Darmstadt, 28. Febr. Dle Nr. 10 des Großherzoglichen Regierungs­blatts hat folgenden Inhalt:

1. Verordnung, die Gebühren für Zeugen, Sachverständige, Parteien und Geschworene betreffend.

2. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Lauterbach, die Umlagen zur Bestreitung der Bedürfniffe der israelitischen Religions-Gemeinde zu Crain­feld. im Kreise Lauterbach, pro 1877 betreffend.

3. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Dieburg.

4. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1877 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürsniffen In den Gemeinden des Kreises Darmstadt.

5. Abwesenheitserklärung. Durch Urtheil Großh. Bezirksgerichts Mainz, 1. Section, vom 17. Februar 1877 wurden Johann Möhner, Ackersmanu, desien Ehefrau Susanna, geb. Reichert, deren Kinder Christian, Peter und Georg Möhner, sowie Johann Betz, Ackersmann, alle in Stadecken wohnhaft gewesen, abwesend erklärt.

6. Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 20. Jan. dem Gemeindeemnehmcr und Postexpeditor zu Neckar-Steinach, Johannes Groh, daö Ritterkreuz 2. Klasse des PhilippS- OrdenS, am 10. Febr. dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Ilbenstadt, Quirinus Zwier, daS allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für lang­jährige treue Dienste", am 17. Febr. dem Kammerherrn Ferdinand August Frhrn. v. Friedrich das Comthurkreuz 1. Klaffe des Philipps-Ordens zu verleihen.

7. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 12. Febr. dem Schullehrer Leonhard Maurer zu Wippen­bach die Gemeinde-Schulstelle zu Wettsaasen, dem Schullehrer Heinr. Oestreich zu Bernsburg die Gemeinde-Schulstelle zu Wippenbach zu übertragen.

8. Dienstentlaffungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnä- digst geruht: am 27. Jan. den evang. Pfarrer Karl Palmer zu Trais-Horloff auf sein Nachsuchen aus dem Dienste der evang. Landeskirche, am 31. Jan. die Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Darmstadt, Friederike Zaun, auf ihr Nachsuchen mit Wirkung vom 1 Februar l. Js. an aus dem Schuldienst, am 10. Febr. den Lehrer an dem Gymnasium und der Realschule zu Worms, Johannes Bott, auf fein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. April l. Js. an aus dem Dienste zu entlasten.

9. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 29. Jan. den Steueraufseher Johannes Kolb zu Mainz untei Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, am 10. Febr. den Schullehrer an den städtischen Schulen zu Offenbach, Oberlehrer Philipp Schulz, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjähri gen, trtucn Dienste in den Ruhestand zu versetzen.

10. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die mit einem akademisch gebil­deten Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der erweiterten Volksschule zu Hungen, im Kreise Gießen, mit einem jährlichen Gehalt von 3000 incl. Wohnung-vergütung; eine Lehrerstelle an der erweiterten Volksschule zii Hungen mit einem jährlichen Gehalt von 1550 c/ft. incl. Wohnungsvergütung.

11. Sterbefälle. Gestorben sind: am 14. Jan. der Schullehrer Heinrich Keller zu Asbach; am 1. Febr. der Schullehrer Peter Ramb zu Seibelsdorf; an dems. Tage der kath. Schullehrer i. P. Franz Knab zu Ober-Ingelheim; am 2 Febr. der evang. Pfarrer Jacob Schaub zu Ulrichstein; am 14. Febr. der evang. Pfarrer Ludwig Hein zu Ober-Ramstadt.

Darmstadt, 28. Februar. Wie verlautet, ist die Regierung ent« schloffen, sobald das Gesetz über die neue Competenz der Bezirksstrafgerichte Überweisung der geringeren Beleidigungen an die Stadt-, resp. Land­gerichte in praktische Wirksamkeit getreten ist, die Bezirkestrafgerichte zu Michel­stadt und Alsfeld aufzuheben.

Berlin. Frau Marie Simon, als unermüdliche Pstegerin der Leiden­den weithin bekannt, ist am 20. Februar in Loschwitz in der dort von ihr be gründeten deutschen Heilstätte nach längerem Leiden verschieden. Ihre Verdienste um die Pflege verwundeter und kranker Krieger während und nach den Feld­zügen des letzten Jahrzehnts haben ihrem Namen eine seltene Popularität verschafft.

Berlin, 27. Februar. Beim Reichstage ist bereits eine große Anzahl Vorlagen, darunter der Patent-Gesetz-Entwurf, eingegangen. In der heutige« Sitzung wurde der Antrag Demmler's auf Einstellung des Strafverfahrens g gen den Abg. Liebknecht während der Dauer der Session genehmigt. So­dann wurde der in erster Lesung behandelte Gesetz Entwurf betreffs Unter­suchung von See-Unfällen auf den Antrag Kapp's an eine Commission von 14 Mitgliedern verwiesen. Nächste Sitzung Freitag.

Berlin, 28. Februar. Von russischer Seite soll an mehreren Orten vertraulich bemerkt worden sein, die gegenwärtige Lage sei ähnlich derjenigen vom Juni vorigen Jahres nach dem Berliner Memorandum, wo Englands Ableh­nung gemeinsame Schritte den Krieg zwischen der Türkei und Serbien zur

Folge hatte. Jetzt drohe ein größerer, welchen die Mächte, und in erster Linie England, verhindern könnten.

Berlin, 28. Februar. Edhem Pascha beabsichtigt, nach dem Friedens- schluß mit Serbien von den Großmächten wegen Rußlands Rüstungen Aufklä­rung zu verlangen. Rußland soll seine Garantie-Forderungen aufrecht erhallen. Der Zusammentritt einer Cvnferenz ist nicht unmöglich.

Kassel, 27. Februar. Die Civil-Abtheilunz deS hiesigen königl. Kreis- gerichts hat nunmehr in der vielbesprochenen Klage des hessischen Agnaten gegen teil preußischen Staat wegen verweigerter Herausgabe des großen Fidei- commiß Vermögens das Urtheil dahin gefällt, daß unter Zurückweisung der An­sprüche auf einzelne minder wichtige Objecte die Rechte der hessischen Fürsten- samilie an bas fibeicommisiarische Vermögen, anerkannt werden, auch der Regierung die Vornah ne irgendwelcher diese Rechte beeinträchtigender Hand- lungen, bezüglich dieses Vermögens untersagt wird. Sämmtliche Proceßkosten hat der Fiscuv zu tragen. Die Gründe deö sehr umfaffenden Erkenntniffcs sind der Hauptsache nach die, daß eine Occupation des Fideicommiffes während des Krieges in welchem Falle allein Oie völkerrechtliche Frage in Betracht komme nicht geschehen, eine solche auch im EinverleibungS-Pateiite nicht ausgesprochen sei, sowie daß der Behauptung, der Besitz des Vermögens sei an die Person des jeweiligen regierendeii Landesherrn geknüpft gewesen mit Rück­sicht auf den Ursprung des Fideicommiffes nicht beigepflichtet werden könne.

Karlsruhe, 28. Februar. Zu der sehr löblichen Absicht, die national» liberale Partei in ganz Deutschland durch Gründung national-liberaler Vereine zu reorganisiren, wird auch unsere Residenz den gebührenden Beitrag liefern, indem alle Einleitungen zur Gründung eines liberalen Bürgervereins getroffen sind und die vorläufigen Einzeichnungen einen erfreulichen Fortgang nehmen.

Oesterreich.

Wien, 27. Februar. In Russisch-Polen ist eine starke Beschleunigung der Nachschübe an Truppen und Kriegs -Vorräthen für die Süd-Armee anbe­fohlen worden.

Wie«, 27. Februar. DiePolit. Corresp." erachtet nach ihr zuge­gangenen Petersburger Meldungen die Nachricht von einer unmittelbar bevor­stehenden militärischen Action ebenfalls als verfrüht. Die Entscheidung hänge von dem Eintreffen der Antworten der Großmächte auf die Circular Depesche des Fürsten Gortschakoff ab; das Eintreffen der Erwiderung des britischen Cabinets sei für Ende dieser Woche angezeigt.

Pesth, 27. Februar. DasAmtsblatt" veröffentlicht ein Handschrei­ben des Kaisers, wonach den bisherigen Mitgliedern des Cabinets Tisza von Neuem ihre Aemter übertragen werden.

Pesth, 27. Februar. Sowohl im Unter- wie im Oberhause stellte sich heute das wieder ernannte Ministerium TiSza vor. Der Minister-Präsident Tisza gab Aufklärungen Über den Verlauf der Minister-Krisis und erklärte schließlich, die Verantwortung für die Vereinbarungen mit Oesterreich zu über­nehmen. Im Unterhause machte Sennyey, und im Oberhaufe desgleichen M-jlalh Eröffnuiigen über die Beweggründe, aus denen sie ungeachtet ihrer Berufung Seitens des Kaisers die Bildung eines Cabinets abgelehnt hätten. Die Ausgleichs-Vorlagen werden demnächst eingebracht.

OngliM*.

London, 27. Febr. DemReuter'schen Bureau" wird aus Washington telegraphisch gemeldet: DaS Repräsentantenhaus bat einen Gesetz-Vorschlag angenommen, wonach, falls das Ergebniß der Präsidenten - Wahl bis zum 4. März nicht bekannt gemacht sein sollte, die Präsidenten-Würde provisorisch dem Präsidenten des Senats zu übertragen wäre, und für den Fall, daß dieser nicht die verfaffungsmäßigen Eigenschaften dazu besäße, dem Präsidenten des Repräsentantenhauses, und, in Voraussetzung der Unfähigkeit des Letzteren, dem Staats-Secretär. Die Fünfzehner-Commisston hat entschieden, daß die Wahl- Stimmen von Süd-Carolina für Hayes zu zählen seien.

London, 27. Februar. DerMorning Post" zufolge betraute der Sultan den früheren Oberst Baker mit der Bildung eines GenSd'armerie-Corps von 60 000 (?) Mann und gab ihm vollständig freie Hand in Bezug auf die Verwendung fremder Osficiere.

Aus Dundee wird der Untergang des DampfersSpitzberge" mit der ganzen Mannschaft gemeldet.

Petersburg, 27. Februar. Die ZeitungGolos" schreibt: Der Friedensschluß zwischen der Türkei und Serbien würde die schwebende Frage wieder in dieselbe Lage bringen, wie zur Zeit der Berliner Verständigung; damit trete der Augenblick ein, wo die Aufgabe der Verbefferung der Lage der Christen gestellt »erben müsse.

HÜrLet.

Ko«stanti«opel, 26. Februar. Die serbischen Friedens-Abgesandten haben heute nochmals mit Savfet Pascha bebufs Ordnung einiger Details be- rathschlagt. Auch morgen wird wiederum Cvnferenz gehalten, und wird dann voraussichtlich an diesem Tage oder am Mittwoch das Protokoll hinsichtlich