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Wo Donnerstag, den 1. November 187X

chichener Myeiger

AMize- uni Amtsblatt fit de« Kreis Gießen.

Erscheint tLglich mit Ausnahme deS Montags.

ExpOditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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Amtlicher Höeit.

Gießen am 27. Oktober 1877.

Betreffend: Die Ausführung des Reichsmünzgesetzes, hier die Einziehung der */6 Thalerstücke.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Gemeinde-Einnehmer, Kreiskasse-, Kirchen- und Stistungsrechner.

Nachdem das Reichskanzleramt im Interesse der weiteren Durchführung der Münzresorm angeordnet hat, daß von den öffentlichen Kaffen V« Thaler­stücke nicht weiter ausgegeben werden, weisen wir Sie in Folge Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern hiermit an, die bei Ihnen vor­handenen und demnächst weiter eingehenden >/s Thalerstücke nicht wieder zu verausgaben, sondern in möglichst abgerundeten Beträgen, kastenmäßig verpackt und bezeichnet, an die nächstgelegene Postkasse abzuliefern. Die Postkassen werden entweder baaren Ersatz leisten, oder über die Einlieferung Anerkenntnifle aus- stcllen, welche Seitens der Großherzoglichen Hauptstaatskasse eingelöst werden.

Dr. B o e ck m a n n.__________________________________________

' Gießen am 28. October 1877.

Betreffend: Die Taubstummen-Statistik im Großherzogthum Hessen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Schulvorstände des Kreises.

Wir erinnern Sie an die Einsendung der in rubricirtem Betreff zu erstattenden Berichte.

Dr. Boekmann.____________________________

Bekanntmachung.

Nachstehendes wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

Gießen am 30. Octbr. 1877.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

II. periodische Mittheilung bezüglich der Rinderpest zu Geisenheim und Eibingen, Kegierungs-Bezirks Wiesbaden.

In Verfolg unserer Mittheilung vom 18. October 1877 I. C. 4290 bemerkcn wir vielter, daß derAusbiuch der Rinderpest auch in Elbingen, 3 Kilometer von RüdeS- heim im Rheingau-Kreise am 20. d. Mts. durch die von dem Departements-Thterarzte in Verbindung mit dem Kreisthierarzte Fischbach aus Langenschwalbach in Gegen­wart unseres Kommiflars vorgenommene Sektion auf dem Verscharrungsplatze an einem Stück Rindvieh constattrt worden ist. Da in demselben Stalle noch ein Stück Rindvieh und in den beiden Gehöften rechts und links daneben noch je ein Stück Rind­vieh gestanden, so sind diese 4 Stück Rindvieh sofort nach erfolgter Abschätzung und Tödtung verscharrt worden, weil diese drei Gehöfte durch keine Scheidewand, soweit cs sich um den Hofraum handelt, von einander getrennt sind und die Düngerstätten ziemlich nahe und offen nebeneinander liegen. Diese 3 Gehöfte sind sofort gesperrt, ein Orts-Kommissar in der Person des Bürgermeisters ernannt sowie die gegen Weiter­verbreitung der Rinderpest erforderlichen Vorsichtsmaßregeln zur Ausführung gebracht.; auch ist zur besseren Absperrung der Feldmark das bereits vorhandene Militair-Kom- mando um 1 Officier, 3 Unterofficiere und 60 Mann verstärkt worden, welche in Rüdes- heim stattonirt sind. ,p

Wir haben durch Polizei-Verordnung die Sperre für die infizirten Gehöfte und die relative Sperre für die ganze Gemarkung Etbingen eingeführt. Den bet dem Aus­bruche der Rinderpest in Geisenheim festgesetzten Seuchebeztrk haben wir mit Rücksicht auf die geringe Entfernung zwischen Eibingen und Geisenheim nicht geändert.

Zur Verstärkung des thierärztlichen Personals ist inzwischen der Kreis-Tbierarzt Klein aus Berlin und ein Eleve der Thierarzneischule etngetroffen und in Thätigkeit

Mit Desinfizirung der 3 Gehöfte in Etbingen ist begonnen worden und wird solche ununterbrochen fortgesetzt. _______

Ebenso ist ein passender Platz zur Vergrabung der Erde, deS Düngers, der Stall - uteusilten rc. aus den verseuchten Gehöften daselbst disponibel.

Weitere Fälle sind aus Etbingen bis jetzt nicht angemeldet worden, lieber die Entstehung der Rinderpest in Eibingen ist ermittelt worden, daß die pestkranke Kuh am 8. d. Mts. aus dem Stalle des Viehhändlers Nathan Strauß aus Geisenheim angekauft und an demselben Tage in Eibingen eingestellt worden ist. Es ist dies der­selbe Strauß, welcher die Haut von dem von S abus in Geisenheim getodteten Stück Rindvieh, dem ersten verdächtigen Thiere in Geisenheim erhalten und mehrere Tage auf seinem Gehöfte liegen gehabt hat, wodurch die Rinderpest aus Oesterreich einge­schleppt worden ist.

In Geisenheim hat sich die Pest seit dem 18. d. Mts. auf mehreren Gehöften weiter verbreitet, jedoch nicht über die Häuser-Viertel hinaus, in welchen das sämmt- liche Rindvieh als infizirt zu tobten beschlossen und dies inzwischen auch ausgeführt worden ist, so daß bis jetzt daselbst außer einer Anzahl Ziegen 125 Stück Rindvieh als pestkrank und pestkrank verdächtig getödtet und verscharrt worden sind. Mit Des- infizlrung der Gehöfte in Geisenheim wird fortgesahren und solche unausgesetzt ge­fördert. , ,

Gestern und heute ist gleichfalls kein neuer Pestfall von Geisenheim gemeldet worden.

Schließlich bemerken wir, daß zur Reinigung und ferneren Benutzung der Vieh- Höfe zu Frankfurt a. M. und Wiesbaden besondere Vorsichtsmaßregeln angeordnet und durchgeführt worden sind.

Wiesbaden, den 25. Octöber 1877.

Königlich Preußische Regierung, Abtheilung des Innern.

v. Meusel.

Lehrer-Co nferenz

des Conserenzbezirkes Lich-Hungen

Montag den S. November, Anfang 10 Uhr in Hungen.

Lehrer-Conferenz

des Conferenz-Bezirkes Grünberg

Donnerstag den 8. November, Anfang 10 Uhr in Grünberg.

NB. Auf diese Konferenzen sind die Diätenverzeichniffe pro 1877 mitzubringen.

Gießen, den 31. Oktober 1877.

Büchner, Kreisschulinspector.

Hkokilisch

Darmstadt, 28. October. Gestern Nachmittag 4!/2 Uhr wurden im Neuen Palais das Central - Comit6 des Alice - Frauenvereins, das Cornit6 für Waisenpflege, sowie Vertreter der Zweigvereine Mainz, Gießen, Bensheim, Rüsselsheim und Eberstadt nach einer im Palais stattgehabten Sitzung von Ihrer König!. Hoheit der Frau Großherzogin empfangen und geruhten Hoch- dieselbe, der im Namen des Vereins durch dessen Geschäftsführer, Herrn Hof- gerichts-Advocat Krug, ausgesprochenen Bitte:Ihre König!. Hoheit möchten die durch Gründung und zehnjährige Leitung des Vereins Allergnädigst bewie­sene wohlwollende Theilnahme dem Verein bewahren und auch ferner das statutenmäßige Präsidium Allerhöchst weiter führen", huldreichst zu willfahren und dabei der Bemühungen des Vereins in anerkennenden Worten zu gedenken.

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Ihrer König!. Hoheit wurden sodann durch die Vicc-Prästdenttn, Frau Strecker, die Vertreter der Zweigvereine, sowie die ebenfalls erschienenen Pflegvereine einzeln vorgestellt und beehrte Ihre König!. Hoheit die Versammlung noch über eine Stunde mit Allerhöchstihrer Gegenwart, wobei auch die Großherzoglichen Kinder anwesend waren. Außer dem Central-Comit^ und dem Comit6 für die Waisenpflege waren als Vertreter auswärtiger Zweigvereine erschienen: Aus Mainz: Frau Brazy, Frau Feist, Fräulein Piccard, Frau Hel. Schmitts, Herr Bezirksgerichtsrath Jung, Dr. Knpferberg, Dr. Krug, Medtcmalrath Hochge­sandt. Aus Offenbach: Frau Anna Böhm, Frau Ottilie Weber, Frau Rosalie Mainz, Fräulein Elise Merz, Frau Lili Pirazzi, Herr Hoftath Dr. Walther, Hofgerichts-Advocat Strecker, Herr Emil Pirazzi. Aus Gießen: Herr und Frau Professor Milbrand. Aus Bensheim: Frau KreiSrath Ufinger. Aus Rüsselsheim: Herr Engelhard. Aus Eberstadt: Frau Josef und Frau Heus.