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52-54, Kälber 1.

Wurden.

Cosel, 21. Juli. (Traurige Folge übertriebenen Amtseifers.) In den ersten Tagen der vorigen Woche trug sich in Slawentzütz ein sehr bedauerlicher Vorfall zu. über welchen Folgendes berichtet wird: Ein in einem dortigen Gasthaus etngekehrter Bäckergeselle bot einem zufällig ebenda eintretenden Amtsexecutor ein Glas Bier an.

Handel und Verkehr.

Gietzen, 31. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, ver Pfd. X 1.15-20, Hühnereier, per Stück 6 Enteneier, per Stück 67 Käse, per Stück 58 H. Käsematte, per St. 3 Erbsen, 1 Liter 18 H, Linsen, 1 Liter 22 H, Tauben, das Paar 60 H, Hübner, per Stück X 110, Hahnen, per Stück 60 H, Enten, per Stück X 140, Kartoffeln 100 Kilo 10 x

bis 50. Schweine das Pfd. 64

Frankfurt, 30. Juli. (Fruchtbericht.) Unser Markt war heute wenig belebt. Folgende Abschlüsse können wir constatiren: Hiesiger Landweizen Kleinigkeiten mit X 28 hez., neuer ungarischer prompt abzuladen, X 26 Bahnhof hier, per August-Ab­ladung X 25 bezahlt. Roggen, Prima-Waarc X 20.75. russischer X 1718 Gerste ohne Umsatz. Hafer wenig verlangt, fein Kölnischer X 17.75, untergeordneter abwärts bis X 13. Hülsenfrüchte nicht genannt. Raps wenig gethan. Am Mehlmarkt keine Aenderung, Brodmehle gefragt. Futterstoffe flau.

Mehl Nr. 1 X 42, Nr. 2 X 38, Nr 3 X 34, Nr. 4 x 30, Nr. 5 X 24, Roggen­mehl o/i (Berliner Marke) X 27, do. H. (Berliner Marke) X 22, Weizen, effectiv hies., ab Bahnhof hier X 28, ab unserer Umgegend X 2827.50, do. fremder je nach Qual. X 2227.50, Roggen je nach Qual. X 17-20.75, Gerste X 1920., Hafer X 1317.50, Kohlsamen X 3637, Erbsen X 2124, Wicken 17.50, Linsen X 21 bis 30, Rüböl, detail. X 80. Stimmung unsicher. Dringend offerirt russ. Hafer u. Roggen. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.

felhafte Symptome von Vergiftung an sich trugen. Sofort wurde von diesem Vor- i kommen Anzeige gemacht. Die Staatsanwaltschaft ordnete einen Untersuchungsrichter mit rwet dienten ab die nach der Sektion mehrerer, wie man glaubte, am Genüge des 1 ^arck^n Fleisches Verstorbener denn auch Vergiftung constatiren mutzten. Bis jetzt be- < stnden sich 80 erkrankte Personen in ärztlicher Behandlung, von denen bereits zweitem > fUn6er Mann von 25 Jahren, der ein rohes Beefsteak gegessen, und ein Kind von nicht ' gam 11//Jahren, das von rohem Beefsteakfle sch genascht hatte, gestorben sind. Die dortigen Aerzte befürchten noch weitere Todesfälle. Bedenkt man noch, daß viele leich- lere Erkrankungen gar nicht zu ärztlicher und polizeilicher Kenntniß gelangen, so kann man einen Schluß ziehen auf den hohen Grad der erregten Erbitterung, die alle Schichten der dortigen Bürgerschaft erfaßt hat. Der Käufer des Rindes ist auf staats- anwaltschaftliche Anordung sofort verhaftet worden, die zwei anderen Fleischer und der Verkäufer desselben befinden sich heute noch auf freiem Fuße. Die Untersuchung über dieses Vergehen dürfte einen großen Umfang annehmen und auch von Interesse für weitere Kreise sein, deßhalb behalte ich mir weitere Nachrichten über dieselbe vor, kann jedoch schon heute nicht unterlassen, darauf aufmerksam zu machen , wie notbwen- dig uns die Einführung einer gesetzlichen Fleischschau ist. l^emn. Zt.)

Offenbach, 27. Juli. Unsere Polizei hat am Samstag auch den Backern und Brodveikäufern. wie die Off. Ztg. meldet, einen Besuch abgestattet und dos Gebäck nachgewoaen. Es wurde angeblich 2 Kilogr. schweres trockenes Brod vorgefunden, welches 160 und 130, frisches, das 100, 85, 75, 70 und 35 Gramm -u leicht war. Das angeblich 1 Kilogr. schwere trockene Brod wog 50, 60, 70 unb 85 und das frische Gebäck 15, 20 und 35 Gramm weniger als angegeben war. Das Brod wurde confisctrt-

Offenbach. 28. Juli. Währ-nd durch alle Zeitungen Deutschlands die traurige Nachricht geht, daß drei Metzger in Wurzen eine kranke Kuh geschlachtet, das Fleisch verkauft und dadurch die Erkrankung eines großen Theils der Einwohner de« Städt­chens sogar den Tod von 78 Personen herbeigefühlt haben und die Uebelthater bet ihrer Verbringung ins Gefängniß nur durch die größte Energie der Gendarmerie von der Volksjustiz geschützt werden konnten, finden wir man sollte es kaum für möy- lich halten auch in unserer Stadt Leute, die, wenn auch nicht gleiche, doch ähnliche unverantwortliche Handlungen sich zu Schulden kommen lassen. Ein hiesiger Einwohner ließ neulich d urck einen Metzger eine seit mehreren Wochen kranke Kuh abschlachten und regelrecht zertheilen und hatte das Fletsch noch in den vier Vierteln in seinem Hause als unsere Polizei, deren Thätigkeit auf diesem Geriet nicht genug lobend erwähnt werden kann und den Dank aller hiesigen Einwohner verdient, dahinter kam, das Fleisch untersuchen ließ und da es für ungenießbar erklärt wurde, auf den Wasen ver­bringen und verscharren ltcß. Der Eigenthümer der Kuh ist zwar ein Privatmann, der das Fletsch nicht im Kleinverkauf veräußern kann, jedenfalls hat er jedoch das Stück Vieh durch einen Metzger abschlachten lassen, um es entweder für sich und seine Haus­angehörigen zu benützen oder in größeren Stücken zu verkaufen. Beide Falle konnten da die Kuh an der Auszehrung gelitten haben soll ähnlich wie in Wurzen die ichrecklicbsten Folgen haben, b e nur durch die Wachsamkeit unserer Polizet verhütet worben sind. Hoffentlich wird der Eigenthümer des Viehs, lowohl wie der Metzger, der sich dazu herbeigelassen hat, gegen die hier bestehende Vorschrift, ein Stück Vieh außerhalb des Schlachthauses zu schlachten und dadurch der gesetzlichen Fleischbeschau zu entziehen, der wohlverdienten Strafe nicht entgehen.

München, 24. Juli. Heute früh stürzte hier abermals mitten in der Stadt in der Sendlingerftraße ein Haus ein, wobei vier Menschen todt blieben, sechs verwundet

Frankfurt, 30. Juli. Der heutige Viehmarkt war in Ochsen sebr gut be­fahren. Die Preise für Hornvieh und Kälber waren etwas billiger. Anaetrieben waren: 560 Ocksen, 150 Kühe und Rinder, 140 Kälber u. 280 Hämmel. Die Preise stellten sich per 100 Pfd. Fleischgewtcht: Ochsen 1. Qualität X 72, 2 Qual. X 66 bis 68, Kühe und Rinder 1. Qualität X 60, 2. Qualität X 52-54, Kälber 1. Qual. X 63, 2. Qual. X 5052, Hämmel 1. Qual. X 5658, 2. Qualität X 48

Darüber gerieth der Beamte, welcher dieses Anerbieten verdächtig fand und in dem freigebigen Spender wahrscheinlich einen Verbrecher witterte, in Entrüstung. Er fragte den Fremden sofort nach seinem Stande, worauf ihm von Jenem geantwortet wurde, er sei Commis. Aufgefordert, die Legitimationspapiere vorzuzeigen, verweigerte der Unbekannte die Herausgabe derselben. Sie gelangten aber dennoch in die Hände des Executors und nun erwies sich aus denselben, daß die Angaben des Fremden insofern falsch seien, als er in diesen Papieren als Bäckergeselle bezeichnet war. Der Amts­executor schritt nunmehr zur Verhaftung des Bäckers, der auf dem Wege zu dem Amts­vorsteher so argen Mißhandlungen ausgesetzt war, daß er sich zur Wehr setzen mußte. Nun suchte der Executor nach Hülfe, und er fand dieselbe auch bei einigen Personen. Mit diesen verfolgte er den im Parke ruhigen Schrittes wandelnden Bäcker unb holte ihn auch ein. Er würbe gebunden, mit Schlägen unb Stößen gemißhandelt unb in das Amtsgefängniß gebracht, wo dem Unglücklichen noch eine weitere üble Behandlung zu Theil geworden sein soll. Infolge des Jammerns desselben sammelte sich eine große Menge Menschen daselbst und es sollte auch ein Arzt Hülfe leisten, dieser wurde jedoch nickt zugelassen. Erst am andern Tage gelangt der königliche Kreisphysikus, Sanitäts- rath Dr. Reche von hier, von der Ortsbehörde aufgefordert, zu dem Fremden; er fand ihn aber bereits im Verscheiden. Der Staatsanwaltschaft wurde sofort von dem Vor­fälle Anzeige gemacht und jetzt wurde von dieser die Section der Leiche anaeordnet, welche am Freitag stattfand. Das Resultat derselben war, daß der Tod des Verhafte­ten durck die vielen Schläge und Stöße in den Unterleib herbeigeführt worden ist. Der Amtsexecutor wurde verhaftet und gestern in das hiesige Gerichtsgefängniß einge­liefert. Die Erbitterung gegen den Mann ist groß.

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