Ausgabe 
1.5.1877
 
Einzelbild herunterladen

Dienstag, den 1. Mai

1S77.

arbeit!

lassen,

Pumpenimchel,

r,

Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Montags. Expedition: Schulftraße, Lit. B. Nr. 18.

Dänemark.

Kopenhagen, 28. April. Bei Empfang einer Deputation, die eine Ergebenheits-Adresse von Bewohnern Fünen's überbrachte, dankte der König ür die' dargelegte Anhänglichkeit und das Vertrauen und erklärte, sein sehn­lichster Wunsch gehe auf volle Uebereinstimmung der Vertreter des Volkes mit der Regierung; er könne und wolle nicht den Forderungen eines Theiles der- elben nachkommen, welche die Abänderung der Verfassung anstrebe, die aufrecht ,u erhalten er speciell berufen sei.

Ilrankreich.

Paris, 28. April. Der heute gehaltene Ministerrath hat dem Ver­nehmen nach einstimmig das Rundschreiben des Herzogs Decazes über die von Frankreich zu befolgende Neutralitäts-Politik genehmigt; dasselbe soll mit dem Gelbbuch, welches die diplomatischere Schriftstücke enthält, der Kammer vorger legt werden.

Paris, 27. April. Die neuliche Rede Moltke's ist das Ereigniß des Tages, aber besonders deshalb, weil die Depesche derAgence Havas" einen ungenauen Auszug desselben brachte, nach welchem man glauben konnte, der deutsche Feldmarschall habe erklärt, der allgemeine Krieg sei unvermeidlich. Dem Vernehmen nach wurde eine Untersuchung angeordnet, um zu erfahren, durch wen die angebliche Fälschung der Rede erfolgt sei. Die gestrigen Morgenblätter brachten die ganze Rede jetzt nach derKöln. Ztg.", und die erste Aufregung hat sich gelegt. Im Elysse hatte der Auszug der Rede durch dieAgenee Havas" nicht erschreckt, denn derSoleil" meldete bereits, Moltke's Worte enthielten nichts Beunruhigendes für Frankreich.

England

London, 27. April. Nach einer Meldung desReuter'schen Bureaus" aus Malta ist die ehemalige Kaiserin Eugenie nach Gibraltar abgereist.

DieTimes" bemüht sich, die Besorgnisse wegen eines Zuweitgehens Rußlands zu beschwichtigen; andere Staaten hätten mehr Interesse dS Eng­land, Rußland an der Annexion türkischen Gebiets zu verhindern. So lange Rußland von zwei Militär-Staaten überwacht werde, brauche das Schicksal Bulgariens keine Besorgnisse einzuflößen. Auf andere türkische Gebiete als die Donau-Linie blicke England eifersüchtig; aber vorläufig müsse man aus die Klug­heit Rußlands bauen.

London, 27. April, Abends. Im Oberhause stellte Lord Stratheden die Anfrage an die Regierung, inwieweit fie der Erklärung des russischen Rund-

lei

. I

lerne 6t(lcr Qualität, \ . Auf vorherige Be- i Zeichnung rc., Dach'- Juni yx tyÄw.

sen eniMN und wer geführt.

eygand

7ETZLAR.

Gießen, den 23. April 1877.

Betreffend: Das Verfahren bei Concurrenz der Anträge verschiedener Gläubiger auf Jnscription ihrer in den nämlichen Immobilien zu­sammentreffenden, nach Art. 24 des Gesetzes vom Pfandrecht zustehendeu Hypothektitel.

Das Großherzogliche Stadtgericht Gießen

an die Großherzoglichen Ortsgerichte des Stadtgerichtsbezirks Gießen.

In Betreff der Frage, wie von den Gerichten zu verfahren sei, wenn mehrere Gläubiger kurz nach einander die Zwangsversteigerung der nämlichen Immobilien und den Eintrag des ihnen nach Art. 24 des Gesetzes vom Pfandrechte durch deren Anordnung entstehenden Hypothektitels beantragt haben,* ins­besondere ob in diesem Falle derjenige Hypothektitel, der die Priorität der Antragstellung oder das höhere Alter für sich habe, auch wenn bezüglich des späieren die Voraussetzungen der Einschreibung früher beigebracht worden war, diesen emzuschreiben, die Einschreibung der letzteren also bis dahin auszusetzen, und was verneinenden Falls geschehen müsse, wenn ein Zuvorkommen des späteren Antrags möglichst zu verhüten?

eröffnen wir Ihnen in Folge Auftrags Großherzoglichen Ministeriums der Justiz das Nachstehende:

1 Sofern ein Gläubiger, der gegen einen Schuldner irgend eine Forderung ausgeklagt hat, und zum Zwecke deren Deckung die Aufstellung von Immobilien und die Einschreibung des ihm gemäß der Vorschrift des Art. 24 des Gesches vom Pfandrechte zustehenden Hypothektitels beantragen will, bei %nen die Anfertigung eines Grundbuchsauszugs und einer Taxation und Fragenbeantwortung bezüglich der Immobilien, deren Aufsteckung er beantragen will, beantragt, so haben Sie ohne vorher einen desfallsigen Auftrag des Gerichts abzuwarten, diesem Antrag alsbald stattzuzeben und Grundbuchsauszug mit Taxa­tion und Fragenbeantwortung dem Antragsteller zum weiter geeigneten Gebrauche zuzustellen. . _ n _

2 . Sofern Ihnen von dem Gerichte nach Anordnung der Aufstellung von Immobilien die Weisung ertheilt wird, bezüglich der aufzusteckenden Im­mobilien Gruudbuchsauszug, Taxation und Fragenbcantwortung anzufertigen und einzusenden, so haben Sie diese Ihnen zukommenden Auflagen alsbald und soweit möglich in der Reihenfolge ihrer Ertheilung zu erledigen und für den Fall, daß sich solche Anstände ergeben, deren rasche Beseitigung von einem per­sönlichen Eingreifen des betreffenden Gläubigers erwartet werden kann, diesen in Kcnntniß zu setzen, auch wenn die Auflage nicht alsbald erledigt werden rann, dem Gerichte hiervon unter genauer Bezeichnung der entgegenstehenden Hindernisse Anzeige zu erstatten.

Bötticher.

Joyd.

flchl nach

1EB1M

LllMflidtlk WO **

t}, Neuenweg.

In der Nähe des Bch-

f

Kiehener AWiger

AnM- unb Amtsblatt fit dkl Kreis Gieße«.

snTfa?1^uii «EK SS.Ä-X

-------------- ju verpQchter.

jU J lt} SonftanteSBaHn- |u4e ä«l> F. Nr. 75(1 1 tie Slptbition j, (1835

l,e Anzetze». Setfaufn gdrggtua n, Hemden, WtißM a."6,r

nun Oelaemalden, Ami- Zinn, Roßhaar^

Ü8 Rothenberger, Neurmeg 193.

.Gasthaus zum Lvw.nt

| HO. VW

Deutschland.

Darmstadt, 27. April. Heute Nachmittag verstarb nach kurzem Krankenlager der Präsident des Ober-Consistoriums, Geheimerath Dr. Kritzler

Darmstadt, 28. April. Der Kronprinz des Deutschen Reiches ist hier eingetroffen und bet dem Prinzen Ludwig abgestiegen; er wird um 11 dlhr nach Karlsruhe weiter reisen.

Der Kaiser ist kurz nach 1 Uhr hier eingetroffen.

Darmstadt, 29. April. Die Nr. 20 des Großherzoglichen Regierungs­blatts hat folgenden Inhalt: ,n . . . '

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Mimstertiims des Innern, die Sta­tistik der Dampfkraft und Dampfmaschinen betreffend.

2. Ertheilung von Erfindungspatenten.

3. Versetzungen in den Ruhestand. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben alleranädtgß geruht: am 31. März den Landgerichtsdieuer bei dem Landgerichte Herbstein, Heinrich Blnm, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen, mit Eifer und Treue geleisteten Dienste in den Ruhestand m verfetten

4. Concurrenzeröffnung. Erledigt ist- die erste Lehr-rstelle an der Ge­meindeschule zu Ginsheim, im Kreis- Groß-Gerau, mit einem sährlichen Gehalt ton 857 Jt. 14

Berlin, 27. April. Der Kronprinz ist heute Abend 8 Uhr nach Darm- stadt abgereist; die Kronprinzessin wird sich am Dienstag dahin begeben. Der Postverkehr mit der Türkei über Rustschuk-Varna ist unterbrochen, le Brief- und Fahrpostsendungen werden über Triest befördert, von wo jeden Samstag das Eilschiff absegelt.

Köln, 28. April. DerKöln. Ztg." wird aus Rom gemeldet: Mit der gestern eingetroffenen ägyptischen Post hierher gelangte Informationen bezeichn en die Nachricht über den Abschluß des Friedens zwischen Oberst Garvon im Namen des Khedive und dem König von Abessinien als verfrüht. Bisher seien 5000 Mann Aegypter zur türkischen Armee abgegangen; der Kriegsmtmster rüste weitere 20,000 Mann für die Türkei aus. Aegypten habe die Türkei such mit Geldmitteln unterstützt. r

Wiesbaden, 27. April. Der Kaiser hat gestern zahlreiche Besuche gemacht und wohnte Abends der Theater-Vorstellung bei. Heute nahm der Kaiser Vorträge entgegen und reiste Vormittags über Darmstadt nach Karls­ruhe ab.

Bingenheim, am 27. April 1877.

Betreffend: Die Abhaltung der Zahltage bei Großh. Rentamt Nidda. r

Das Großherzogliche Rentamt Nwda

an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Rentamts-Bezirks.

Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden und im Interesse der Gemeindemitglieder durch die Schelle ortsüblich und hinreichend bekannt machen zu i, daß vom 1. Juni l. I. ab die Zahltage nicht wie seither Freitags und Samstags, sondern Mittwochs und Samstags abgehalten werden.

Rübe.