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1876.
Sonntag, den 30. Juli
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Preis vierteljährlich 3 Mark 20 Pf. mit Brinaerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 1 Mar? W Pf.
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Badische Bank in Mannheim, Bayerische Notenbank in München, Bremer Bank in Bremen, Breslauer Bank in Breslau, Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz, Kölnische Privatbank in Köln.
Magdeburger Privatbank in Magdeburg, Posener Privatbank in Posen, Sächsische Bank in Dresden, Bank für Süddeutschland in Darmstadt,
Erscheint täglich mit Ausnahme del Montags» Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
9. Hannoversche Bank in Hannover, Leipziger Kassenverein in Leipzig, Lübecker Commerzbank in Lübeck,
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_Württemberger Notenbank in Stuttgart.
oder Corporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landes-
ichener Wtznger
ANM- uii) AmtßblM für den Kreis Gießen.
Die beschränkenden Bestimmungen des § 43 des Reichsbankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Reichs-Gesetzblatte erschienenen Bekannt- chunaen) bezüglich nachstehender Privat-Netenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher dre Noten dieser Banken ui ganz Deutsch- ib, auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Befugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zu Zahlungen gebraucht werden.
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Danziger Privatbank in Danzig, .
Frankfurter Bank in Frankfurt am Main.
Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken
für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft.
Um das Publikum vor Nachtheil zu bewahren, wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Gießen, am 8. .April 1876.
JpHtfftfifanh.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder.
lich erwartet.
München, 27. Juli. In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten wurden die Wahlen der Abgeordneten für Würzburg, wo Conradi und Holzwarth, und für Schweinfurt, wo Strossenreuther, alle drei liberal, als ungültig cassirt, dagegen wurden die beiden Wahlen in Günzburg (Hegele und Landmaun, beide liberal) als gültig anerkannt.
Aus dem Elsaß, 25. Juli. Ein bedeutungsvolles Ereigniß für Elsaß und seine -Hauptstadt ist zu verzeichnen. Mit dem heutigen Tage wird die Bahnstrecke Straßburg - Lauterburg dem Verkehre übergeben. Ein Weg ist abermals geöffnet, auf welchem unter Land Anschluß an das große deutsche Verkehrsnetz erlangt, auf welchem es seine Erzeugniffe nach den Ländern des rechten Rheinufers absetzen und seine Bedürfnisse von dort beziehen kann. Ein weitausgedehnter Theil der Rheinebene wird durch diese Schienenstraße mit, dem Weltverkehr in Verbindung gebracht, reich und fruchtbar, einer der schönsten Theile des Elsasies. Den Bewohnern dieser Landestheile ist nunmehr ein Absatzweg für die Ernten, für die Erzeugnisse ihres Fleißes geöffnet, eine neue Quelle für die Vermehrung ihres Wohlstandes. Die Bedeutung Straßburgs aber steigt erheblich durch die Schienenstraße, welche hier einmündet, und znr gleichen Zeit, wo man diese dem Verkehr übergibt, geschehen die ersten Spatenstiche für die Erweiterung unserer Stadt. Man legt somit heute die Grundlagen zu dem neuen Straßburg, das dereinst erstehen soll.
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Wien, 27. Juli. Laut authentischer Meldung ist Sultan Murad's Gesundheits-Zustand in rascher Abnahme begriffen und ein Thronwechsel nahe bevorstehend. — In finanziellen Kreisen verlautet, England habe der Pforte eine Million Pfund Sterling vorgeschossen. — In Süd-Rußland werden große Freiwilligen-Legionen zur Unterstützung Serbiens und Montenegros gebildet.
Wien, 27. Juli. Die „Polit. Corresp." meldet aus Ragusa: Die Montenegriner, welche sich in Folge ihrer Niederlage vom 23. Juli bis Kortto
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nuten.
Darmstadt, 26. Juli. Der Bericht des Finanz-Ausschusses der zweiten Kammer über die Gesetz-Entwürfe, die allgemeine Einkommensteuer und die Einführung einer Capitalsteuer betr., ist zum Theil im Druck erschienen, und zwar zunächst der Bericht der Majorität des Ausschusses, bestehend aus den Abgg. Kugler als Berichterstatter, Martin, Osann und Schröder. Der Majo- Ntäts-Antrag geht dahin, die Kammer wolle beschließen, die Vorlage über die kapitalsteuer abzulehnen. Drei Mitglieder des Ausschuffes beantragen weiter, bie Regierung zu ersuchen, noch diesem Landtag eine neue Vorlage nach folgenden leitenden Grundsätzen machen zu lassen: 1) Anstatt der seitherigen drei drecteu Steuern, der Grund-, Gewerbe- und Einkommensteuer, soll nur eine 3 Einkommensteuer erhoben werden, bei welcher jedoch ein Unterschied gemacht l werden soll zwischen: a. fundirten Einkommen: 1) aus Grundstücken, 2) aus j Mäuben und Hosraithen, 3) aus Capital Vermögen; b. teilweise fundirten Einkommen: 4) aus Gewerbe-Betrieb, 5) aus Gehalten und Pensions-Berech- . tiaung; c. nicht fundirten Einkommen: 6) aus geistigem oder körperlichem Arbeits-Verdienst; in der Weise, daß: a. diese verschiedenen Arten von Einkommen im Verhältniß ihrer besseren Fundiruug höher besteuert werden, als die weniger fundirten; b. die sämmtlichen Einkommen eines Jeden aus diesen ver- 1 schieden en Arten von Einnahmequellen zu einem steuerpflichtigen Gesammt-Ein- 1 kornmen nach vorstehenden Grundsätzen zusammengerechnet, und dieses nach einer | |iir höhere Einkommen progressiv im Procentsatz ansteigenden Steuer-Capital I gcnla besteuert wird; c. Gesammt-Einkommen unter 260 Mk. von direkter
s bleuer befreit bleiben.
Darmstadt, 27. Juli. Um der Auswanderung junger, durch hessische Staatsmittel ausgebildeter Lehrer vorzubeugen, schreibt die „Main-Ztg.", hat he obere Schulbehörde eine wirksame Maßregel ergriffen. Von jetzt an müsien he jungen Leute, die ein hessisches Seminar besuchen, sowie tue Eltern derselben , einen Revers ausstellen, worin sie sich verpflichten, daß die aus unseren Seminaren entlaßenen Schulcandidaten jede ihnen in Hessen angebotene Lehrer- slelle übernehmen, daß sie drei Jahre im inländischen Schuldienste verbleiben oder aber, wenn sie diese Verpflichtungen nicht halten, für jedes auf dem Semi- uar zugeb'rachte Jahr 100 Mk. Schulgeld nachzahlen, sowie alle etwa erhaltenen Unterstützungen zurückzahlen müssen. Die Auswanderung der jungen Lehrer ober die Verweigerung, die ihnen übertragenen Stellen zu übernehmen, wnd bamit nicht abgeschmtten und ein Zwang nicht ausgeübt, dagegen werden die- jmiflen, welche eine hiesige Staatsanstalt benutzen, um dann sofort in auswar Le Dienste zu treten, für die Leistung des Staates dann mindestens zu einer billigen Entschädigung angehalten. Jeder die Verhältniffe unbefangen Beiirthei- Imde wird die getroffene Einrichtung nur gerecht und billig finden und haben, tot wir vernehmen, auch alle dermaligen Seminaristen und ihre Eltern die verlangte Reserve unverwetgerlich unterschrieben.
Groß Umstadt, 24. Juli. Gegen den bekannten social-demokratischen »pitator Wolf aus Büdingen ist zur Zeit eine Untersuchung wegen Gottes- lisierung, deren sich Wolf bei einer unlängst dahier abgehsltenen SclFä- Ber Immlung schuldig gemacht haben soll, beim hiesigen Landgerillst anhängig
Berlin, 28. Juli. Am 1. Januar 1877 sind es 7<j Jahre, daß Kaiser Helm, obwohl damals noch nicht volle 10 Jahre alt «usnohms weste m preußische Heer eingetreten ist und es werden schon jetzt alle Vorkehrungen
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zu der festlichen Begehung dieser seltenen Jubeltage getroffen, die sich ihrer Natur nach der Oeffentlichkeit entziehen. Während der Regierung Friedrich des Großen fand für den Eintritt der Prinzen in das Heer keine Altersgrenze tatt, so daß der nachmalige König Friedrich Wilhelm HI. als Prinz Friedrich chon mit 7 Jahren das Fähnrichspatent (also 1777) erhielt und sein um 3 Jahre jüngerer Bruder Prinz Ludwig (f 1796) nicht viel später die Fähnrichs-Uniform erhielt. Eist unter Friedrich Wilhelm II. wurde es Brauch, daß die Prinzen des Hauses mit dem vollendeten zehnten Jahre in das Heer ein- traten und gleichzeitig den Schwarzen Adler-Orden erhielten. Dieser Brauch wird denn auch noch heute beibehalten, nur die damaligen traurigen Kriegszeiten machten bei unserm jetzigen Kaiser eine Ausnahme, nachdem dies damals auch ausdrücklich ausgesprochen war. — Die „Germania", welche diese Mittheilung gleichfalls reproductrt, kann es nicht unterlasseii, bei Friedrich II. das historische Prädicat des Großen mit " zu versehen. Es darf das allerdings nicht Wunder nehmen; Friedrich II., ein Erzfeind der Jesuiten und ihrer Jntriguen, kann eben kein Mann nach dem Sinne der „Zeitung für das Deutsche Volk" sein.
Berlin, 28. Juli. Sultan Murad's Thron-Entsetzung ist erfolgt, Abdul Hamidzum Regenten ernannt; seine Installi- rung wird erst nach Murad's Tode voraenommen werden. Murad ist an Pyämie erkrankt und sein Ableben wird stünd-
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