Wlb Als: ac mtb
fo. ITck. Dienstag, den 30. Mai <816,
Aießener Anzeiger
AMP- nnb Amlslilatt für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Lusnahm« des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
___________________Expeditionr Schulstraße, Sit. 8. Nr. 18._____________________________________ Durch die Post bezöge« vierteljährlich 2 Mark 60 Pf.
politischer P h e i l.
5>euff(fif(inbe
____ Darmstadt, 27. Mai. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben , Marklstrasse allergnädigst geruht:
Wettergasse 25 Am 20. Mai den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Langen, Johannes Heinrich Berntheisel, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu ver- rj eßen und demselben den Charakter als „Rendant" zu verleihen; an demselben
Tage den Nemamtmann des Rentamts Schotten, Friedrich Schliephake, in gleicher Diensteigenschafl an das Rentamt Gießen zu versetzen, sowie den tem eine große $ümor^r w den Ruhestand versetzten Rentamtmann Georg Heim zu reactiviren und ssfen zu sehr «l^mselben das Rentamt Schotten zu übertragen.
(W Berlin, 25. Mai. Eine Generalverfügung des Cultus-Ministers erachtet "T~”---7 die Doctor-Promotion in absentia für herabwürdigend und die vollständige Be-
eu ?roen stitigung derselben für nothwendig, und constatirt das vollständige Aufhören ldrrselben in Preußen. Eine Convention mit den nichtpreußischen Universitäten
nie.
Berlin, 27. Mai. Das Abgeordnetenhaus - nahm heute in dritter Be-
i, sowie in al
eiscb,
I 8edK
isun
I Ferigl doDir^
Kesterrcilü.
Wien. Aus Pesth vom 24. Mai wird der „Neuen Fr. Presse" ge- M: Der türkische Botschafter ist hier eingetroffen. Graf Stolberg wird den nächsten Tagen erwartet. Die Anwesenheit sämmtltche Botschafter hat Wi besonderen Grund, sondern ist bedingt durch das Hierverweilen des
Ein officiöses Communiqne tu diesem Sinne soll demnächst veröffent- w werden, um alle Vermuthungen, die sich an diesen Umstand knüpfen
v*
«X
Neustadt. betreffs Beseitigung der Uebelstände sei aussichtslos, und der Minister empfiehlt -----------Iteebalb den Fakultäten die strengste Ausübung des ihnen zustehenden Rechts der
Nostrification der außerhalb Preußens promovirten Privatdocenten.
LindtnM. Berlin, 26. Mai. Neue Privatnachrichten aus Konstantinopel bestäti- 1 , M, daß die politische Bewegung, welche mit der erfolgreichen Kundgebung der men aller AEostas begann, fortdauert und daß das Ziel dieser Bewegung eine gründliche rner Toilktt^Leaderung des ganzen bisherigen Regierungssystems ist. Die Bewegung ist HaarnodtiE^ous nicht gegen die Christen gerichtet; ja, es haben sich sogar Christen paran betheiligt. Dagegen ist die Erbitterung der Türken gegen Rußland uub
*---—.^mentlich gegen Jgnatieff groß. Auch die Berliner Abmachung wird als ein srussisches, slaven-freundliches Werk angesehen, und da England ebenfalls findet, daß die Sache der Aufständischen durch die Denkschrift der Mächte begünstigt ;Derbe, so hat sie bei der Pforte schwerlich auf eine sehr bereitwillige Aufnahme in regnen.
inaattunaen. Atzung mit geringen Abänderungen gegenüber den Beschlüffen der zweiten - - kesnng den Competenz - Gesetzentwurf an. Eine längere Debatte wurde bet . j 177 durch den Antrag Lasker-Klotz herbeigeführt, wonach vom September iorgk!chä!l>>dieses Jahres an nur auf Lebenszeit ernannte Mitglieder am Oberverwaltungs- 8. 150» Gericht angestellt sein sollen. Schließlich wurde ein von Rickert gestellter An- trag angenommen, wonach schon fünf auf Lebenszeit angestellte Mitglieder des jjft berverwaltungs-Gerichts zur gültigen Beschlußfaffung genügen sollen. Heute KleidM tlbenb um 8 Uhr wird die Berathung der Städte-Ordnung fortgesetzt — Das -Irrenhaus erledigte Maffen-Petitiouen aus Westfalen betreffs des Religions- .^.Aerrichts in den Volksschulen durch Uebergang zur Tagesordnung, zahlreiche (/' Were Petitionen nach den Commissions-Anträgen.
Berlin, 27. Mai. Das Abgeordnetenhaus setzte in der Abendsitzung 'N zweite Berathung des Städte-Ordnungs Entwurfes fort. Es wurden die ISS 14 bis 23, zum Theil in modificirter Fassung, angenommen. Die Beratung wird Montag fortgesetzt.
München, 27. Mai. In der heutigen Sitzung der Abgeordneten- 8mmer waren die fünf wiedergewählten Abgeordneten für München bereits Mienen und wurden lebhaft begrüßt. Bei der Berathung des Justiz-Etats mtden die einzelnen Positionen nach den Ausschuß-Anträgen meist ohne größere ISebatte genehmigt. Eine längere Debatte entspann sich bei der Position, betr. i't Vorarbeiten für das neue Justiz-Gebäude in München. Schüttinger stellte h Antrag auf Streichung und führte als Grund für die Ablehnung bei Hosition auch die Ungewißheit an, ob Bayern sein oberster Gerichtshof erhalt in bleiben werde. Kurz erklärte sich ebenfalls gegen die Bewilligung, anderer- irä Schauß, Stenglein und Krämer für dieselbe. Der Justiz-Minister i tUustle sprach sich dahin aus, er wolle Schüttinger auf das Gebiet der ■ ^oben Politik nicht folgen; so viel wolle er jedoch bemerken, daß sich bei der W? 1 knathung der Reichs-Jnstij-Commission deren Mitglieder fast einstimmig für c;! Beibehaltung des obersten bayerischen Gerichtshofes ausgesprochen hätten. M $r(1de wegen des Neubaues des Justiz-Gebäudes sei so dringend, so nn- if ^eisbar, daß sie stets wiederkehren muffe, bis sie gelöst sei. Hierauf ward u Antrag der Commission mit sämmtlichen ultramontanen gegen die liberalen -limmen verworfen; demnach war das Resultat abgelehnt, während im Ans- H einige Ultramontane dafür gestimmt hatten.
München, 27. Mai- Die Dauer des Landtages ist bis zum 30. Juni tläugert worden.
könnten, abzuschneiden. — In ungarischen Regierungskreisen war man heute sehr beunruhigt über Nachrichten, welche aus dem Süden, zumal aus Serbien, eingetroffen sind. Die Besorgnisse vor ernsten Verwicklungen mehren sich. General Tschernajew hat heute, wie dem „Pesther Lloyd" aus Belgrad tele- graphirt wird, den Unterthaneu-Eid abgelegt und ist in serbische Dienste eingetreten.
Wien, 26. Mai. Der Kcksser hat 43 Kirchen des Visthums Spalato mit kirchlichen Gewändern und Geräthschasten beschenkt.
Wien, 27. Mai. Wie die „Presse" meldet, kündigt der Kriegs-Minister demnächst den mit dem derzeitigen Heeresauerüstungs - Consortium bestehenden Vertrag und sind bereits Verhandlungen mit einem großen Brünner Hause eingeleitet, das schon früher an der Heeresausrüstung betheiligt war. Die öffentliche Concurrcnz soll nicht ausgeschrieben werden.
Pesth, 26. Mai. In der heutigen Sitzung des Budget-Ausschusses der österreichischen Delegation erklärte der Sections-Cbef General Benedek im Namen der Regierung gegenüber den Anträgen Sturms: die Regierung halte auch ein Kompromiß, welches auf einer Compensation des Abstrichs mit der Maunschaftskoll hinauslaufe, für unzulässig. Die-Regierung könne nur versprechen , möglichst zu sparen und etwa einzelne Beurlaubungen oder spätere Einberufungen nach Zulässigkeit der Umstände in Betracht ziehen zu wollen. Bei der Abstimmung wurden die Anträge Sturm's auf einen Gesammt-Abstrich von 2,262,600 st. bei den Titeln 7, 22 und 28, sowie auf Zuschuß von 1,075,000 fl. zur Verbesserung der Mannschaftskost mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen.
Pesth, 26. Mai, Nachm. Das Subcomit6 der ungarischen Delegation für das Heerwesen hat heute das Kriegsbudget erledigt. Bei Berathung des Ordinariums wurde von Wahrmann bei fünf verschiedenen Titeln des Etats ein Pauschalabstrich von zusammen zwei Millionen beantragt, der durch frühere Entlassung der intelligenteren Mannschaften und durch spätere Einberufung der Rekruten erzielt werden soll. Der Antrag wurde mit 12 gegen 8 Stimmen abgelehnt, und die Negierungsforderung angenommen. Beim Extra-Ordinarium dagegen wurden Abstriche von insgesammt 1,743,925 fl. beschlossen.
Salzburg, 27. Mai. Das hiesige Domcapitel hat heute den Abt Eder zum Erzbischof von Salzburg gewählt.
Prag, 26. Mai. Franz Palacky ist heute Nachmittag gestorben.
Kchweiz.
Basel, 27. Mai. Den „Baseler Nachr." wird aus Bern gemeldet, die deutsche Regierung habe dem BundeSrathe mitgetheilt, sie verzichte auf Vertretung bei der nächsten Gotthardbahn-Conferenz und verlasse sich bezüglich Wahrung der allerseitigen Interessen mit voller Beruhigung auf den Schweizer Bundesrath.
AranLreich.
Paris, 25. Mai. In den officiellen Kreisen haben die Vorgänge in den zwei Studenten-Versammlungen, worin die Frage betreffs eines Studenten- Congresses behandelt wurde, sehr unangenehm berührt. Man fand es besonders unpassend, daß in dem jetzigen kritischen Augenblick Worte zu Gunsten Polens gesprochen wurden. Fast alle hiesigen Blätter übergeben die Sache mit Stillschweigen ober tadeln die Studenten; einige, wie der „Fran-ais", verlangen sogar, daß man gegen die Studenten, welche solche schändliche Reden gehalten, einschreite. Daß der officiellen Welt die Sache nicht recht ist, begreift sich, da sie nicht für unmöglich hält, daß die Lage im Orient ernst wird. Da sie nun, falls ein Conflict ansbrickl, zu Rußland halten will, so ist ihr eine jede Kundgebung zuwider, welche in Petersburg Anstoß erregen könnte. Diesem Umstande ist es auch zuzuschreiben, weshalb der Decazes'sche „Moniteur" sich so entrüstet zeigte, daß England nicht den Beschlüssen der Berliner Conferenz beitreten wollte.
AlaNen.
Rom. Seit einigen Tagen ist Rom in eine Art von venetianischer Bleikammer verwandelt. Der Himmel liegt schwer und dunstig über uns, die Lust ist von einer unsagbaren Schwüle und die dicke Atmosphäre drückt die Lebens, geister nieder, erschwert das Athmen und treibt das Blut in's Gehirn. Ein mißgeborener scrophulöser Frühling hat die Hoffnungen des Wein- und Getreide- wuchscs geknickt und der nunmehr zu erwartende Sommer schickt Regengüsse und winhende Windstöße voraus, als ob auch in den höheren Regionen eine Krisis ausgebrochen sei und eine neueriiannte Wetter-Commission nach dem Muster der unzähligen von unseren neuen Ministern ernannten noch zu keinem Ergebniß ihrer Verathungen gekommen sei, mittlerweile aber den Elementen freies Spiel lasse.
Rom. Am 24. Mai hat die Regierung, wohl durch Garibaldi'ö unge fügiges Verhalten veranlaßt, der Kammer einen Gesetz-Entwurf über die Tibei- Regulirung vorgelegt, wonach der Strom innerhalb der Stadt durch Hinweg-


