Donnerstag, den 30. März
L87«.
den Rechnungs-Abschluß in Einnahmen und Ausgaben pro 1875 vor. Nach demselben verbleibt ein disponibler Ueberschuß von 15,793,121 Mark. Im Ganzen beträgt der Ausfall gegenüber dem Voranschläge 1,388,919 Mark, erheblich weniger als befürchtet worden. Aus der Kriegs-Conlribution sind nach, träglich an die Staaten des ehemaligen norddeutschen Bundes 24 Mill. Mark
wendig ist.
— General-Feldmarschall Graf Moltke hat jetzt zur Herstellung seiner angegriffenen Gesundheit einen sechsmonatlichen Urlaub erhalten; er begibt sich zuvörderst nach Ober-Italien, um dann längere Zeit auf seinem Gute Kreisau in Schlesien zu verbleiben. Während seiner Abwesenheit versteht Graf v. Wartensleben die Geschäfte des Chefs des Generalftabes.
Berlin, 27. März. Abgeordnetenhaus. Der Finanz-Minister legte
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Dringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
jfofnlanti
5 Knochen, Werg^W '."dm gekauft von
Rothenberge- Neuenweg 193.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
DcutstLlnnd.
Darmstadt, 27. Marz. Zu Ehren des von hier abberufenen königl- preuß. Gesandten, Herrn v. Wentzel, und seines beim hiesigen Hofe accreditir- ten Nachfolgers, Fürsten zu Lynar, hat heute im Großh. Residenzschloß Hoftafel stattgefunden, zu welcher das diplomatische Corps, die Spitzen der Civil- behörden, sowie die Obersthofchargen Einladungen erhalten hatten.
Darmstadt, 27. März. Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Alexander sind nach zweimonatlichem Besuche am kaiserl. russischen Hofe heute aus St. Petersburg hier eingetroffen.
Berlin, 26. März. Für die Gegenden, welche durch Hochwaffer gelitten, werden gesundheitspolizeiliche Anordnungen ergehen, namentlich sobald es sich um Wiederbeziehen der unter Wasser gestandenen Wohnungen, Reinigen der Brunnen handelt, damit zuvor nicht Menschen und Vieh das Wasser benutzen, Trockenlegung der Keller u. s. w. Vor Allem ist darauf zu achten, daß die zurückgebliebene Feuchtigkeit keine schädlichen Folgen habe; auch dar durchnäßte Viehfutter ist zu trocknen und zu lüften. Wünschenswerth wäre es, daß auch geeignete Vorkehrungen und Anweisungen für das Trocknen der Stu» benwände ergingen.
Berlin, 27. März. Wie verlautet, — schreibt die „Wes.-Ztg." —
l>te ab ist die
Ibahn
, «nfflngpr Piraten sind seit der französisch-britischen Expedition so übermüthig geworden,
' $r' '* ( daß ihre Ausrottung im Jntereffe des internationalen Handels dringend noth-
ist Aussicht vorhanden, daß außer Großbritannien und Rußland auch noch an- d imWLeib.i! dere Seestaaten sich der Action Deutschlands wegen Unterdrückung der See- irbt im grift* räittiereien an den chinesischen Küsten anschließen werden. Die chinesischen
Irr in Gjch e Leib.) ben 29. März lb‘ rstm Male: md Moll! oder:
IK9 btutttyn Dicht' ilbtin v. S. MM' ffriederici-Hemr
der Plätze: Wummtrirttr Spc
. Platz 75 Pig : Nummerirler Eva atz IM IL PlatzSik
: |)TX) 1875.
Greiz, 23. März. Die Oefen der „Albertinenhütte" (Actiengesellschaft :: für Glasfabrikation) in Charlottenburg wurden am Montag auf Befehl der Direction ausgelöscht, und sämmtliche Arbeiter entlassen, weil em großer Theil it'felben in Folge der Aufreizungen eines von Dresden abgeschickten Agitators (bet behufs social-demokratischer Agitation dort Arbeit genommen hattt) der M den Social-Demokraten gegründeten und in Dresden donnlicirten Gewerk- der Glaskünstler bcigetreten war. Die Dtrection hatte vom Dresdener
( schlag bezifferte. Der Zuschuß für die Telegraphen-Verwaltung überschritt den Anschlag um 386,000 Mk.; der Ueberschuß der Post.Verwaltung blieb hinter Item Ekats-Ansatze um 1,575,000 Mk. zurück. Im Ganzen blieben die Ergeb- »iffe des Reichshaushalts gegen den Voranscklag um 11,200,000 Mk. zurück. Dem gegenüber ergaben sich folgende Mehrerträge gegen den Voranschlag: Zölle und Verbrauchs - Steuern 17,595,000 Mk., Wechselstempel - Steuer 289,000 Mk., Reichs-Eisenbahnen 149,500 Mk. Außerdem wurden Ersparnisse erzielt: an Zinsen für die Reichs-Schuld 204,000 Mk., bei der Marine- Berwaltung 500,000 Mk., bei der Subvention für die Gotthard-Bahn , 376,000 Mk. Im Ganzen ergab sich ein Ueberschuß von über 16 Mill. Mk.
!lm acis 8 llbr, ,r zum Sterl
Kichmcr 'Anzeiger
Ailzeize- «nii Amtsblatt flr den Kreis Gießen.
ißrs
z
(LiSäultJeil
Mo. 86
Vorstande der Gewerkschaft einen Drohbrief mit dem deutlichen Hinweis auf die für einen Strike angesammelten Gelder (die Mitglieder mußten einen wöchentlichen Beitrag von 60 Pfennigen nach Dresden entrichten) erhalten, und forderte deshalb die Arbeiter auf, ans dem Strike-Verein auszutreten. Auf die Weigerung des Austritts erfolgte der Befehl, die Oefen zu löschen.
K-Kerrtich.
Wien, 27. März. Die „Polit. Corresp." meldet als hochofficiös: Auf Grund sehr energischer Einwirkungen Oesterreich-Ungarns und Rußlands aus die serbische Regierung hat der serbische Minister des Aeußern dem diplomatischen Agenten Oesterreich-Ungarns, Fürsten Wrede, folgende Erklärung in officieller Weise abgegeben: Tie serbische Negierung hat keinerlei Absicht, die Türkei anzugreifen, noch auch in irgend Etwas das Pacificationswerk der Großmächte zu behindern und sich dadurch einen Collectiv-Schritt derselben zuzuziehen. Die bis jetzt getroffenen militärischen Vorbereitungen sind nur eine Ergänzung der militärischen Organisation Serbiens, welche während der letzten Jahre vernachlässigt worden ist. SSM
Pesth, 25. März. Das Ministerium hak die Munieipien angewiesen, alle Waffen- und Munitions-Transporte, die ohne Bewilligung des Ministeriums erfolgen, anzuhallen und zu confisciren. — Aus Neusatz wird gemeldet, daß die Comitatsdämme durchbrochen wurden. Im Bacser Comitat sind 4 Millionen "Joch Land überflutet. — Dem Pefther „Llovd" wird aus Ragusa gemeldet: „Die Verhandlungen zwischen den Jnsurgeuten-Chefs und Mukhtar Pascha haben zu einem Waffenstillstände geführt; während dieser Waffenruhe werden die ersteren mit den Commissären der Pforte über die weiteren Schritte zur Pacification verhandeln."
AranKreich.
Paris. Der „Culturkampf", d. h. der Conflict zwischen der römischer: Hierarchie, welche die staatlichen Gesetze nicht als verbindlich für sich anerkennen will, und dem modernen Staate, welcher darauf besteht, daß innerhalb seiner Rechtssphäre keine andere Autorität gelte als die seine, wird bald nicht mehr aus Deutschland beschränkt bleiben. Der Antrag des neuen französischen Unterrichts-Ministers Waddington, die Ertheilung der akademischen Grade dem Staate vorzubehalten, d. h. die Universitäten der Jesuiten der staatlichen Con- trole zu unterweisen, hat einen Wuthausbruch der klerikalen Organe zur Folge. „Der Krieg ist erklärt!" ruft das „Univers" aus. „Die Revolution hat seit Annahme des Gesetzes über den höheren Unterricht gegen dasselbe die Zähne gefletsckt; das Ministerium wollte seinen Autheil an dem furiosen Feldzuge haben; noch mehr, es beanspruchte die Leitung desselben, und dies ist nun der erste Streich, der, wie gesagt, eine Kriegserklärung ist." Schließlich droht das „Univers" mit dem äußersten Widerstande des „katholischen Gewissens." Das provocirende Auftreten des Leiters der katholischen Gesellenvereine Frankreichs in der Kammer gelegentlich der Untersuchung seiner Wahl läßt seinen dieffeiti- gen Collegen nichts zu wünschen übng. Wir sind begierig, ob diejenigen Leute, welche sich Tag sür Tag bemühen, ihren Lesern einzureden, daß an dem Streit zwischen Kirche und Staat bei uns nur die leitenden Staatsmänner Preußens und des Reichs Schuld trügen, auch Gambetta und der republikanischen Partei Frankreichs sür den Ausbruch desselben Conflictes in Frankreich verantwortlich machen und auch für ihre französischen Freunde einen „Culturkalender" anlegen werden?
Watte, 26. März. Bischof Dupanloup stößt einen Roth- und Larm- schrei aus : Die Verfolgung der Kirche beginnt! Man will ihr ihre geheiligten Rechte rauben, und wenn man ihren Universitäten das Recht nimmt, Grade zu verleihen, ist die Axt an die Wurzel der Unterrichts-Freiheit gelegt! >Liefe Aufnahme der Waddington'schen Versprechungen in den klerikalen Kreisen war zu erwarten und sie wird an der Sachlage nichts ändern: Waddington s Gesetzesvorschlag wird eingebracht werden. Schlimmer aber als durch Alles, was der Unterrichts-Minister verspricht, ist das ultramontane Unterrichtswesen, bedroht durch den Entwurf des Physiologen und Abg. Paul Bert, der aus dem obersten Unterrichtsrath die geistlichen Elemente aller Consessionen entfernen will und vor Allem verlangt, daß in Zukunft die geistlichen Lehrer in mittleren und niederen Unterrichtsfächern ebenso gut wie die nicht geistlichen ihre Befähigung zum Unterrichten nachweisen sollen, indem sie sich einer Prüfung vor staatlichen Commissionen unterwerfen. Diese Forderung ist offenbar principiell richtig, sie findet Anhänger und sie ist dem entsprechend wohl geeignet, die ultramontane Partei mit Sorge zu erfüllen, denn ihre Erfüllung könnte dem Treiben der fr^res ignorants und ähnlichen Genossenschaften sehr unbequem werden.
Paris, 26. März. Gestern gab der hiesige deutsche Turnverein ein großes Fest, dem der deutsche Botschafter und viele hervorragende Mitglieder der deutschen Kolonie beiwohnten. ,
— Urtier 20,000 Carlisten, die sich in Frankreich tiefinden und nach Spanien zurückkehren wollen, haben von der Madrider Regierung das dazu
aber gesetzliche Bestimmungen nicht getroffen werden, so würde diese Summe durch das Gesetz über die Anleihe der 120 Mill, zur Förderung des Eisen- dahnbaues verwendet werden. Die bisher nicht verwendeten Restbestände erge» ben mit den neu bewilligten Beträgen die Summe von 113,641,822 Mark im ■ff TI Extraordinarium. Der Minister wünsche baldige kräftigste Verwendung der M h allbewilligten Mittel und hofft Verwendung zum Wohle des Landes. (Lebhafter • Beifall.) Im Fortgänge der Sitzung berieth das Abgeordnetenhaus in erster nad) ^eW'Or|e Lesung die Vorlage über die Einverleibung Laucnburgs ; nach Ablehnung der 12. von Virchow beantragten Commisstons-Berathung wurde beschloffen, die zweite Cajült^o. ' Lesung Gesetz-Entwurfs im Plenum vorzunehmen. Die Berathung des 3®* J ÜHtragö Kapp wegen Kündigung des Accessions - Vertrags mit Waldeck wurde ^vertagt, sodann eine Anzahl Petitionen nach den Anträgen der Commission er» ^>zkdigt. Schließlich fand der Antrag Schmidt wegen Aufhebung der fiskalischen Drücken-Zölle Annahme.
M Berlin, 27. März. Der „Reichs-Anz." enthält eine Metiersicht der
’V,ben Ergebnisse des Reichshaushalts-Etats von 1875 nach Abschluß der Bücher der
--rfn / »ei(^‘£auptfaffe für gedachtes Jahr. Die Ergebnisse sind befriedigend und
rür :■ entsprechen den Erwartungen der Reichs-Finanz Verwaltung. Das Reichsheer nebst dem bayerischen Heer beanspruchte 8 Mill. Mk. mehr, als der Voran-
eit liegt.
££^-—' ' vertheilt worden, und hat davon Preußen 19,400,000 Mark erhalten. Sollten
joyd- ' ~


