Einzelbild herunterladen

letzt ein Doppel-Mandat, zum Abgeordnetenhause und Reichstage, inne haben, werden auf eines dieser Mandate für die nächste Session verzichten. Im Ab­geordnetenhause sitzt u. A. ein Abgeordneter, der dem Landtage, dem Reichstage, dem KreiS- und Provinzial-Landtage, der Provinzial- und General-Synode an* gehört, zugleich Amtsvorsteher, Standesbeamter, Vormund und zur Zeit sogar Geschworener ist. Mehr ist von einem Sterblichen wirklich nicht zu erwarten.

Um die finanziellen Ergebnisse des neuen Depeschen-Tarifs zu prüfen, wurden, wie derTribüne" mitgetheilt wird, an sechs Tagen, und zwar vom 1. bis zum 6. des lausenden Monats, an den einzelnen Stationen statistische Erhebungen über daS Erträgniß angestellt. Diese haben im Vergleich zu den unter dem Regime des alten Tarifs erzielten Einnahmen durchweg nicht nur kein Plus, sondern sogar ein erhebliches Minus ergeben. An der Station im Berliner Börsengebäude z. B. soll dieses MinuS mehr als 300 Mark täglich betragen haben.

Berlin, 26. März. Wie bestimmt verlautet, ist die Note des schwei­zerischen Bundesrathes wegen der Gotthard-Bahn jetzt eingetroffen. Dieselbe soll ein späteres Datum tragen, als das neulich in den Blättern angegebene, und die betheiligten Staaten zur Untersuchung der Lage der Gotthard-Bahn veranlassen. Dies könnte den Ausgangspunkt einer Conferenz bilden. Bezüg­liche Pläne und Zeichnungen sollen als Anlagen beigefügt sein.

München, 27. März. Vor Eintritt in die heutige Tagesordnung der Abgeordneten-Kammer beantwortete der Justizminister v. Fäustle die Inter­pellation deS Abg. Schüttinger. Der Minister erklärte, nach Lage deS Reichs- Rechts sei es zweifellos zulässig, die Beamten der einzelnen Bundesstaaten zu Commiffäreu bei Reichs-Bank-Stellen zu ernennen, auch nach Landesrecht stehe kein begründetes Hinderniß entgegen. Die Besorgniß, daß eine solche Doppel- Stellung zu Collisionen führen könne, sei vollständig unbegründet, denn die Bank-Eommiffäre hätten keinerlei Verwaltungs-, sondern nur beaufsichtigende Functionen.

Oesterreich.

Pesth. Die Deutschenhetze auf den ungarischen Eisenbahnen dauert ungestört fort. Am 17. Februar hat bereits die tausendste deutsche Familie Ungarn verlassen. Ihr Oberhaupt war Verkehrs-Assistent der Alfold-Fiumaner Bahn, hatte die Prüfungen gut bestanden, mußte aber nichtsdestoweniger seine Stelle verlaffen, weil ein Vollblut-Magyare um dieselbe competirte. Diese un­erhörten Vorgänge fordern zu Repressalien heraus und es wird auch bereits gemeldet, daß die ungarischen Bahnen aus dem Verein deutscher Eisenbahuver Weitungen ausgeschloffen werden sollen, sowie daß einige österreichische Bahnen den magyarischen Mitgliedern ihres Personals zu kündigen beabsichtigen.

Schweiz.

Bern, 26. März. Das Gerücht von der Einstellung der Arbeit am Gotthard-Tunnel beruht auf einem juristischen Gutachten, welches Favre ohne Garantie für seine späteren Ansprüche von der Fortsetzung und Vollendung der Arbeiten freispricht.

Neuenburg, 27. März. In der Volks-Abstimmung wurde gestern die Progrejstv-Steuer mit 7000 gegen 4000 Stimmen verworfen.

Arankrcich.

Paris, 25. März. Die Kammer wählte heute die Commission zur Prüfung des Amnestie-Antrages. Von den gewählten zehn Mitgliedern sind nur zwei der Amnestie günstig, die übrigen werden nur zu einer Amnestirung einzelner Individuen rathen.

Paris, 26. März. Mehrere Deputirte beabsichtigen, bei Gelegenheit des Amnestie-Antrags folgende Tagesordnung vorzuschlagen: Die Kammer geht im Vertrauen auf die Festigkeit der Regierung und ihre Gefühle für Ver­gebung zur Tagesordnung über.

Italien.

Rom, 27. März. In einem Artikel deSDiritto" wird die äußere Politik, welche daS neue Cabinet verfolgen werde, folgendermaßen gekennzeich- net: Das Programm des CabinetS kann Europa die Sicherheit bieten, daß die guten Beziehungen zu den Mächten fortbauern werden; dasselbe hat mehrere BerührungS-Punkte mit dem Programm des französischen Ministeriums. Deutsch­land wird sehen, daß die innere Politik Italiens ihm in energischer Verfolgung der Kirchen-Politik behülflich sein werde, das Cabinet wird eine kräftige Politik in den kirchlichen Fragen befolgen. Man könne sagen, alle Staaten werden mit Italien zufrieden sein. In der äußeren Politik wird das neue Cabinet keine Aendernng eintreten lassen, aber im Innern eine liberalere Politik befol­gen. Italien wird immer ein Element des Friedens und der Civilisation sein.

England.

London, 27. März. Lord Derby wird als Vertreter des auswärtigen Amtes während des Aufenthalts der Königin in Baden-Baden dort anwesend fein und ist zu diesem Zwecke heute über Brüffel abgereist.

Amerika.

New-Aork, 25. März. Berichte aus Mexico vom 15. März via Havanna!) melden Folgendes: Die Insurgenten haben Jalapa genommen und die Eisenbahn nach Vera-Cruz besetzt. In den Staaten Puebla, Tlaskala und Vera-Cruz ist der Belagerungs-Zustand proclamirt. Nachrichten aus Galveston zufolge traf der Commandant von Matamoros alle erforderlichen Maßregeln, um die Stadt gegen die unter Diaz stehenden Aufständischen zu vertheidigen. Meldungen aus St. Thomas bestätigen das Gerücht von der Besetzung Jac- mels (Haiti) durch Insurgenten unter Führung von Tanis. Der Präsident der Republik San Domingo hat über den südlichen Theil der Insel Haiti den BelagerungS'Zustand verhängt, den Hafen Jacmel für geschloffen erklärt und ist mit der Armee gegen die Insurgenten vorgerückt.

Washington, 25. März. In einer gestern stattgehabten CabinetS- L)itzung wurde die Jnsurrection in Mexico und das von den mexicanischen Behörden gestellte Gesuch, in den Vereinigten Staaten Waffen ankaufen zu dürfen, zur Sprache gebracht; der nordamerikanische Gesandte in Mexico er­hielt die Anweisung, zur Wiederherstellung des Friedens mitzuwirken.

Afrika.

Kairo, 24. März. Am 14. d. Mts. herrschte in Tunis großer Tumult,

verursacht durch einen glücklicher Weise nicht gelungenen Mordversuch an dem italienischen Consularrichter Herrn Pulega. Der Mörder wurde von h,m Drag°m-n des Konsuls erschossen und man brachte seinen Körper jum italieni­schen Konsulat. Hinterher aber wäljte sich der fanatisirte Pöbel und die Kr regung war so groß, daß die Truppen in« Gewehr treten mußten um d.^ Zugänge zu dem italienischen und amerikanischen Eonsulate zu beschützen SD Soldaten standen mehrere Stunden mit aufgepflanzem Baponnet da und hatten nicht wenig Muhe, die immer stürmischer andrängende Menge sich vom Leibe »u halten. In den Kreisen der Europäer fürchtet man sogar einen abermaliaen Ausbruch jenes religiösen Fanatismus, der im verflossene» Jahre so trauriae Sceuen herbeifuhrte.

Suez, 25. März. Der Prinz von Wales ist heute Nacht hier an- gekommen. v

L o k a l. N o t i z.

.. 29- Marz In Nachstehendem lassen wir die T a g e s o r d n u n ° für

4CUÄ 6C" *" März 1876, Nachmlt?^

1. Die Telegraphenleitunq in der Stadt betr.

2. Gesuch des Steueraufseher? Fink um käufliche Ueberlassung von Gelände. i einer Pfründe der Syndtcu? Pockisch en Stiftung.

Mädchenschu?e ° Mitpredigers vr. An ch h al d als Lehrer an der höheren

um

5. Den Waisenknaben Ludwig Körber betr.

BauerlaubMß *'* Otc0I'0men unb Schieiner? Wilhelm Schäfer von Hungen

7. Baugesuch bei Gr,herzoglichen Landgerichts-Assessor? Gebhard dahier.

8. Baugesuch der Bahnwärters Thomas dahier. 9

9. Die Holzoersteigerung vom 20. März 1876 betr.

10. Crediterweiterung für Capitalzinsen pro 1876 betr.

Vermischtes.

rr ? a»r? a V'/? März 187,6 Es gibt im Augenblicke zwei Fragen, die ein allgemeines Interesse haben, weil beide den Nationalwohlftand empfindlich schädigen. Die erste liK dem Schwerpunkt nach in der Ausgabe solcher Banknoten, welche nicht allgemeine Giltigkeit haben, und hat ver Darmstädter Handelsverein, um ba? Publikum vor Schaden zu wahren, ein Berzeichniß der Noten, die allgemeine Giltigkeit haben, und derjenigen, die pracludirt sind, veröffentlicht, in welchem die ersteren durch daS Zeichen A, die letzteren durch das Zeichen B kenntlich gemacht sind.

Wir hoffen, daß auch in der zweiten Frage, welche, wie wir wissen, dem Handels- oerein unterbreitet wurde, und welche mindestens von eben so großer Wichtigkeit ist, der Handelsverein interveniren möchte, so daß er den Mittelpunkt bildete zum Schutze der beschädigten Interessen.

ES dreht sich nämlich bei dem rapid gesunkenen SilbercourS um die kolossalen perlufte der Besitzer ostreichtscher Papiere, deren es in unserem Lande so viele gibt, so daß die angedeuteten Verluste sogar die Höhe der Einkommensteuer beeinflußt haben. t , Wenn auch feit Einführung der Markwährung Silberthaler nicht mehr existiren, io aiot dennoch weder den östreichischen Banken, Bahnen, noch den Emmissionshäusern solcher Papiere, tn deren Documenteninhalt, sowie in dem Eoupontert versprochen wird, Crt. fl. 3 Silber -u substituiren durch 2 Silberthaler, dies ein Recht, von der Ent- werthung des Silbers Gebrauch zu machen. Solange jedoch die deutsche Reichs- reglerung dem Unfug nicht steuert das kategorische Verlangen, daß an Stelle der nicht mehr vorhandenen Thlr. 2M. 6 neuer Währung" treten so lange wird die Schädigung fortdauern, gegen welche der Einzelne nicht klagend an seinem Domicil- gericht auftreten kann!

f Dagegen hat Frankreich den Beweis geliefert, daß die Consolidirung der An- spräche den Erfolg hat, daß, wenn dieselben zu einer Klage vereinigt werden, sich die Beklagten zur Schadloshaltung bequemen müssen.

Daraus folgt, daß eine Vereinigung der Rechtstitel zu einem Collectivschritt nicht ohne Consequenz bleiben wird. Da der Hanbelsverein schon mehrfach bethätigt hat, daß er von bem ihm zu Gebot stehenden Mitteln einen dem Nationalwohlftand förder­lichen Gebrauch macht, so ist wohl zu erwarten, daß er die beschädigten Interessen vertheidigen wird auch in diesem Falle.

Dem Hanbelsverein ist batz Ersuchen vorgelezt worben, diese zweite Frage tech­nisch begutachten und juristisch prüfen zu lassen. Die nothleibendcn Besitzer östretchtscher Papiere, welche dem Ersuchen zuftimmen, baß ber Hanbelsverein sich ber gefährdeten Effecten annimmt, wollen unter Anschluß der Borbereaux diese Zustimmung an ben Vorstand deS Hanbelsvereins gelangen lassen; auch haben, wie wir aus- brücklich erklären uns überzeugt zu haben, sich bereits Blätter tm Großherzogthuin bereit erklärt, bieses Vorgehen z« unterstützen, wofür wir der Presse Dank schuldig sind!

DasBraunschweiger Tagblatt" batte kürzlich von einem Hoffeste folgende Geschichte erzählt: Es tritt einer von den Gästen deS Kaisers an den Oberceremonien- meister mit der Frage heran:Excellenz, wo ist das Zimmer, in welchem sich die Kreuzzeitungs"-Leute aufzustellen habenDer Angerebele weiß nicht sogleich, was er antworten soll, unb er erhalt ben beinahe barschen Bescheib:Nun, wir sinb für ehrlose Leute erklärt worden, aber gleichwohl geladen, da möchten wir uns au» Rück­sicht auf Sr. Majestät anständige Gäste irgendwo isoliren!"Aber lieber Graf", war die Antwort,machen Sie doch keine Geschichten, ich bin ja selber Abonnent und bin, wie Sie sehen, überall, also bleiben Sie nur, und wenn Sie wollen, ganz in des Kaisers Nähe, denn ber ist auch Abonnent." Der k. Oberceremonienmeister Graf Stillfried erklärte darauf, an ihn sei eine solche Frage nicht gerichtet worden; auf einem Feste am k. Hofe könne Das nicht passirt sein. Daraufhin erklärte nun ber Berliner Coi- responbent besBraunsch. Tagebl.", baß seine Mittheilungen über dieKreuzzeitungs"- ßeute auf einem Hoffeste völlig correct feien. Nur habe sich bie Episobe nicht beim Kaiser zugetragen, sondernbeim Prinzen Karl, und zwar an einem Abend, als des Kaisers Bruder eine ausgezeichnet vornehme Gesellschaft mit lebenden Bildern unter­hielt. Der Kaiser war ebenfalls anwesend, allein deS Hofmarschalls Bescheid an ben ihn interpellirenben Grafen bezog sich nicht auf ben Kaiser, fonbern auf ben Prinzen Karl. Der ist der Abonnent berKreuzzeitung", unb Se. k Hoheit macht kein Hehl barauS."

(Eine Höllenfahrt in pleno.) Ein Gutsbesitzer in ber Nähe von Wurzen be­ging vor einiger Zeit ba5 Wiegenfest seiner Tochter. Der Lehrer war mit seiner Schuljugenb ausgestellt mit der Weisung, baß er, sowie er bie Gläser klingen hörte, mit seiner Jugend ausrufen sollte:Unb unfern gnädigen Herrn auch! und unfern Herrn Gerichtsverwalter auch!" Die Tafel war zu Ende, und der Bediente kam mit den Champagnergläsern, stolperte, die Gläser fielen zu Boden, unb der Herr donnerte ihn an: »Hol' Ihn ber Teufel! Der Schulmeister, welcher die Gläser klingen hörte, rief mit seiner Schuljugenb au5 voller Kehle:Unb unfern gnädigen Herrn auch! und unsere gnäbige Frau auch unb unfern Herrn Oerichtsoerwalter auch!"

Der König von Birma hat die Schließung aller Gerichtshöfe und öffent­lichen Aemter auf 40 Tage anbefohlen. Während dieser GerichtSferien wird an den Prinzessinnen die Ceremonie des Durchbohrens der Ohren vollzogen werben.__

Literarisches.

Im Verlage von Carl Binbcrnagel in Friebberg ist ein ebenso zeitgemäßes wie nützliches Merkchen erschienen: Der Stanbesdeamte im Großherz ogthum Hessen nach dem ReichSgesctz vom 6. Februar 1875. Dargestellt von Otto Pistor, Gr. Landrichter in Friedberg. Die Schrift enthält im Wesentlichen den ganzen Inhalt der bie Standesbuchführung betreffenben Vorschriften wie solche tm Reichsgesetz vom 6. Februar 1875 über bie Beurkundung des Personenstandes unb bie Eheschließung, Ausführungs-Verordnung bes BundeSrathS vorn 22. Juni 1875, Kaiserliche Verodnung, betr. Beurkundung von Sterbefällen solcher Militärpersonen, welche sich an Bord von in dier.ftgestellten Schiffen rc. befinden, vom 4. November 1875, Großherzogl. hessischen Ausführungsgesetz vom 3. December 1875, Großherzogl. hessischen Ausführungsver­ordnung vom 3 November 1875 nebst Instruction für die Standesbeamten enthalten ind, ist auf daS Uebersichtlichste und Zuoerlässißste zusammengestellt, gut gebunden, kostet nur 1 M. 20 Pf. und dürfte bie Anschaffung desselben jedem Standesbeamten zu empfehlen fein.

Kttßcij

Holzver

ttt

ML

Freitag t>er Vormittag,?

,'M-nd dl-rich 'inilllÄ mtiftW;

glang« VI. tftict g-

Jimenfion, 2M Stöcke unb NM Ciftrict S9 Schikl

W Wnchhol Kcosdorf, den

Lrr W

v.L

HoW Montag von Mo sollen im Bellnh< Schlag Käberg u 180 Stück Eich Stämme v und 20 bi messer, rin Ort und St [werben.

Mnhausen, bt Der Vorstan C

lltrü fton Verf Dienstag den < b. April, von Hi Unterzeichiik "ich Stamm Waber gegen

Mr.

e- B W » *

&

VN

li397 1 Hcrrenrock. m*4 1 ^rauenfuchi W i mm Jg 1 N WW 1 ßeinb unb 1 S!

S h-i-«

«'»Sw

7, 1 901bllt «df

Mnnn, fc

Ist A«?

Ei i L"«- «m Ws- 1 'r '»«

K 2 ®»i,

I | Sein»

I i leib.

Kl brWen Wd 1 JJ» Hosen. Mt k^ ^eel 3l*Nea ^«rcnrocfc < üSJNc.