Auswärtigen aufgeschoben.
-Ugland
von
Mildherzigkett.
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errichtet.
Wien, 25. Juli. Vom Kriegsschauplätze selbst liegen Nachrichten aus serbischer wie aus türkischer Quelle vor. Daß von beiden Seiten Sieg berichtet wird, ist selbstverständlich, nur zeichnet sich die türkische Meldung, die eine Niederlage der Montenegriner bei Brana verkündet, durch eine gewisse, wohl- thuende Knappheit von den serbischen Mittheilungen aus, die an stylistischer Verzwicktheit nichts zu wünschen übrig lassen. In den letzteren wird zunächst die Zurückweisung eines türkischen Angriffs auf die serbischen Verschanzungen bei Klein-Zwornick gemeldet, wobei die Türken 1100, die Serben nur 200 Mann verloren haben und zweitens ein glänzender Erfolg bei Rakitnitza am Timok constatirt.
Wien, 26. Juli. Der „Polit. Corresp." wird telegraphisch aus Türkisch-Brod gemeldet: Unter der muhamedanischen Bevölkerung der Muteffa- riflihs (Gouvernements) Banjaluka und Zwornik und besonders in den Kaira- kamaten Dervent und Teschany werden zahlreiche grüne Fahnen vertheilt. Die Hodphas bereiten die Rechtgläubigen auf die Entfaltung der Fahne des Propheten vor. Der Schrecken unter der katholischen, griechischen und jüdischen Bevölke. rung ist ungeheuer. Die österreichische Grenze ist von türkischen Wachtposten
geht eine Depesche der von Mukhtar Fürsten Nikita zwi-
aus Ragusa: In
abgesperrt, die Jedermann den Uebertritt auf das österreichische Gebiet wehren .Die Verwirrung ist unbeschreiblich.
Wien, 26. Juli. Der „Pesther Lloyd" meldet, England habe dem Fürsten Milan die Erwägung nahegelegt, ob er nicht bei noch schwankender Entscheidung der Pforte die Hand zur Versöhnung bieten wolle.
Lokal-Notiz.
Gießen, 27. Juli. Gestern Nachmittag wurde auf dem Seltersweg durch eim Hochzeitschaise ein Kind von 2Vt Jahren überfahren. Ob den Kutscher die Schul) trifft, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.
Berlin, 26. Juli. Der „Prov.-Corresp." zufolge hat General v. d. Tann dem Kaiser in Gastein ein Schreiben des Kölligs von Bayern überbracht, welches eine Einladung zur Theilnahme an den Bayreuther Festspielen enthält. Ferner meldet die „Prov.-Corresp.", Fürst Bismarck, dessen Kur in Kisfingen günstig verlaufen sei, werde sich nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin nach Varzin begeben.
Kisfingen, 25. Juli. Heute beschließt der Reichskanzler seine hiesige Kur, und morgen wird er abreisen; er war sonach gerade sechs Wochen, vom 14. Juni an, hier.
Kisfingen, 26. Juli. Fürst Bismarck nebst Familie ist heute Mittag 12 Uhr 35 Min., begleitet von den Hochrusen des Publikums, mit dem Meininger Zuge von hier abgereist.
München, 26. Juli. Gegenüber dem Votum der Kammer der Reichs- räthe beharrte die Abgeordneten-Kammer in der heutigen Sitzung bei ihren frühere» ablehnenden Beschlüssen betreffs der Postulats für Justizgebäude, den obersten Schulrath, die fünfte Latein-Clasie und für das Schullehrer-Seminar in Regensburg, sowie auch betreffs der Pragmatisirung der Theuerungs-Zulagen von 210 Mark für die Beamten.
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AranLreich.
Paris, 25. Juli. Der ehemalige Gouverneur von Salonichi ist, wie die „Agence Havas" erfährt, nunmehr zu einjähriger Gefängnißstrase verur- theilt worden.
London, 22. Juli. Nachrichten aus Mexico zufolge haben 400 Mm der Regierungs-Armee unter dem Befehl Alatorre's am 15. d. Mts. bei Orizaba eine Schaar von 1300 Insurgenten unter Hernandez besiegt; von letz- teren wurden 100 Mann getödtet und 600, worunter der Führer Hernandez selbst, gefangen genommen. Die Regierungs-Truppen erbeuteten auch die ganje : Artillerie der Insurgenten.
Versailles, 25. Juli. Nach Verlesung eines Berichts Seitens des Senators Krantz, welcher ausführt, daß die für das Jahr 1878 beabsichtigte Welt-Ausstellung nicht weiter verzögert werden dürfe, wurde der Gesetz-Entwnrf bezüglich dieser Ausstellung vom Senat einstimmig angenommen. Die Interpellation Larochetle über die Erhebung der Gesandtschaft beim König von Italien zum Range einer Botschaft wurde bis zur Berathung über das Budget des Auswärtigen aufaeschoben.
Dieser Waddington'sche Gesetz-Entwurf bildete nun in der vergangenen < Woche das Streitobject zwischen den Parteien zu Versailles, oder genauer genommen, zwischen den politisch gebildeten Liberalen und den Ultramontanen. Denn die Regierung stand vielmehr außerhalb des Kampfes; aber immerhin war im gegebenen Falle Waddington, welcher mit seiner Vorlage den Jesuiten < ihr „absolutes Vorrecht des Unterrichts" streitig machen wollte, Minister und Vertreter eben derselben Negierung. Was aber die gesinnungstüchtigsten, aber politisch weniger gebildeten Liberalen anlangt, so ließen sie sich in einer nahezu fanatischen Schwärmerei durch die ausgehängten Fahnen der Ultramontanen bestechen und stimmten in den Ruf: „Freiheit, wie in Belgien!" „Freiheit des Unterrichts" kurzsichtig mit ein; zu dieser Sorte selbstmörderischer Schwärmer gehört auch der Senator Laboulaye, derselbe Eduard Laboulaye, welcher sich sonst durch seine vernichtenden Angriffe gegen Präfekten- und Polizeiwirthschaft in und außerhalb Frankreichs einen fast gefeierten Namen erworben.
Der Kampf also zwischen dem klarer urtheilenden Theil der Liberalen und den Jesuiten ist zu Gunsten der letzteren ausgegangen durch die 144 Senatoren , welche gegen die Vorlage wegen Verleihung der akademischen Grade stimmten. Es fragt sich nun, welche Folgen aus dieser Entscheidung resultiren dürften: Möglich ist es, daß Waddington, wenn dieser Minister weniger Ehrgeiz als Begeisterung sür die Reform des Unterrichts besitzt, sein Portefeuille niederlegt, das dann rasch genug und consequenter Weise in die Hände eines Jüngers Loyola's gelegt werden mag. Aber ob diese nächste Wirkung überall eintritt oder ausbleibt, ist schließlich Anderen gegenüber von minderer Wichtigkeit. Ein wirklicher Wechsel des gesammten Regierungssystems ist erst zu 1880 zu erwarten und die Republikaner hoffen dann die Früchte ihrer gegenwärtigen Mäßigung und Vorsicht zu erndten, deren Ausübung ihnen dem Uebermuthe der Ultramontanen gegenüber schwer genug ankommen mag. Immerhin handeln sie so politisch klug, weil sie damit dem gefährlichsten Kampfe, welcher nur eine Wahl zwischen dem Sturze Mac Mahon's und Broglie's oder der Dictatur laffen würde, aus dem Wege gehen. Die Verwerfung der Waddington'schen Vorlage wird den Republikanern aber vielleicht den endlichen Sieg in 1880 nicht unwesentlich erleichtern. Denn, wenn in der Bevölkerung ohnehin schon ein lebhafter und tiefgehender Widerspruch gegen die Auslieferung der Wissenschaft an die Hierarchie herrschte, so wird dieser jetzt durch den Senatsbeschluß nur verstärkt werden und dahin drängen, sich möglichst deutlich zu äußern. Für die Dauer ist, das lehrt Geschichte und Erfahrung, Frankreich doch keine passende Domäne für die Jesuiten. Für die Zwischenzeit der nächsten Jahre allerdings werden sie ihren unheilvollen Einfluß geltend machen können und mit all' der ihnen eigenen Energie geltend zu machen wiffen. Das ist sür Frankreichs Entwickelung keine geringe Schädigung, die noch empfindlicher dadurch wird, als seine Stellung nach Außen hin schwer unter dem Votum des Senates leiden muß. Daffelbe ist nicht geeignet, die Beziehungen zu Italien, Rußland und Deutschland in freundlichem Sinne zu gestalten oder zu befestigen.
Rußland.
Petersburg, 21. Juli. Heute um halb 2 Uhr Nachmittags traf du Kronprinz Hnmbert von Italien mit seiner Gemahlin, Prinzessin Margaretha, wohlbehalten in Peterhos ein. Prinz Humbert trug Cavallerie-Gala-Uniform und hatte das große Ban^> des russischen Andreas-Ordens angelegt. Die Pck> zessin trug ein schwarzes Seidenkleid mit einem breiten weißen Spitzenkragen und einen weißen Atlashut, der in der Form an den russischen Kokoschnik erinnert, mit einer kleinen weißen Feder und einer goldenen Agraffe in der Form eines Ankers ausgeziert. Die hohen Gäste werden 6 Tage am kaiserlichen Host verweilen und am 27. Juli nach Moskau abreijen, um auch diese alte ehrwür> dige erste Residenz der russischen Herrscher in Augenschein zu nehmen. — General Jgnatieff wird dieser Tage Konstantinopel verlassen und nach Petersburg kommen. Er hat einen Urlaub von 28 Tagen erhalten.
Türkei.
Konstantinopel, 24. Juli. Die vom Kriegsschauplatz vorliegende!! Nachrichten laffen eine entscheidende Action als unmittelbar bevorstehend erwai- ten. — Der russische Botschafter General Jgnatieff ist heute nach Petersburg abgereist, der englische Botschafter Sir H. Elliot hat sich zu einem Besuch bii englischen Flotte nach der Besika-Bay begeben.
Zara, 24. Juli. Aus Mostar wird ein Sieg Mukhtar Paschas übrr die Montenegriner unter dem Commando des Fürsten zwischen Blagaj uü Nevesinje avisirt.
Wien, 24. Juli. Dem „Telegr.-Corresp.-Bureau" aus Zara mit Meldungen aus Mostar zu, durch welche Pascha über die Montenegriner unter dem Commando des schen Blagaj und Nevesinje errungene Sieg bestätigt wird.
Wien, 25. Juli. Die „Polit. Corresp." meldet
Folge der ernstlichen Schlappe, welche die Montenegriner am 23. Juli bei Bichina, in der Nähe von Nevesinje, gegen Mukhtar Pascha erlitten haben, zog sich der Fürst von Montenegro nach Gaczko zurück; auf dem Rückzüge wurden türkischen Einwohnern gehörige Häuser in Gaczko, aus welchen aus die Montenegriner geschoffen worden, niedergebrannt. In der Umgegend von Podgorttza nehmen die Türken seit einigen Tagen zahlreiche Verhaftungen von Christen vor. Bei Podgoritza werden von den Türken neue Verschanzungen
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heiten nahmen in 93 Fällen einen tödtlichen Ausgang, während im t nur 64 betrug. Die Ursache der Steigerung lag vornehmlich an den durch ------ . ^1IWUW.
und Brechdurchfall veranlaßten Todesfällen, woran im Mai 35, im Juni aber 661^1 dämlich sonen verstarben. Hiervon entfallen auf Mainz 19, Worms 12, Darmstadt 8, Besaß HMeim
vien 6, Gießen 6, Offenbach 4, Kastel 3, Bingen und Heppenheim je 2, Alzey, SM LonM.-,
heim, Pfungstadt und Friedberg je 1 Person. An Scharlach verstarben 6 (Mai 3)M I terger, zwar in Mainz 3, in Darmstadt, Offenbach und Bessungen je 1, an Bräune w Diphtheritis 5(7) Darmstadt 4, Mainz 1, an Keuchhusten 4 (1), Gießen 3, Mainz 1, 15 Unterleibstyphus 4 (10), Mainz, Gießen, Bingen und Friedberg je 1, an EiterM 4 (1), Gießen 2, Mainz und Bingen je 1, an Wochendettkrankheiten 3 (3), MrG Darmstadt und Gießen je 1, an Rheuma 1 (1), in Darmstadt. An Blattern, Maeil Ruhr und Rose kamen keine Sterbfälle vor. Nichtepidemische Krankheiten, Dei^ glückung rc. nahmen in 293 Fällen einen tödtlichen Verlauf. Hiervon treffen Schwindsucht (Physis) 64, (Mai 96), Entzündung der Lungen, der Luftr.tn und des Brustfells 37 (69), Krämpfe 20 (30), Gehirnkrankheiten 19 (37), Alt»-' schwäche 15(23), organische Herzkrankheiten 13(16), Krebskrankhetten 12 (15), plöfrlot Todesfälle, Schlagfluß 11 (19), Lebensschwäche und angeborene Mißbildung 6 U andere Krankheiten 54 (68). (D- 3)
— Heber die furchtbare Feuersbrunst, welche am Mittwoch das im bflbv^1 L-chwarzwald gelegene Dorf Todtnau in Asche legte, entnehmen wir den „Basler W richten" folgende Schilderung eines Augenzeugen: Das Dorf liegt an zwei €>tr<W zwischen welchen von dem benachbarten Feldberg herabkommend die Wiese durchfl'^ das Ganze ist von Bergen umgeben. An der Straße nach Zell und an dem liegt Eingangs des Thales die Papierfabrik Ziegler-Thoma. Hier brach 121/* U| Mittags, während die Leute des Hauses beim Mittagsessenwaren, das Feuer aus uj theilte sich dem Dorfe, durch den Wind begünstigt, in so rascher und umfangr«^ Weise mit, daß bis Nachmittags 3 Uhr 88 Häuser in Asche lagen. Zwischen dtem Fabrik und den anderen Fabrikgebäuden im Dorfe liegt eine große Wiese, diese fernung bewirkte, daß die letzteren Fabriken unversehrt erhalten wurden. Der aus rechten Ufer des Wassers gelegene Dorftheil ist abgebrannt, der auf dem linken Uff gelegene verschont geblieben. Die an der Querstraße zwischen der Zeller- und burgerstraße gelegenen drei Gasthäuser, sind abgebrannt, drei Bierbrauereien, Pinten und Krämerläden, alle Bäckereien, von den Metzgereien ist noch eine oorhamc > endlich das Post- und Telegraphengebäude, das Rathhaus, das Pfarrhaus und w Kirche. Es stehen auf dem rechten Wiesenufer nur noch die Baumwollspinnerei n” Färberei von Meinrad Thoma's Söhne, die Bürstenfabrik von Eduard Faller, ° Baumwollwebcrei von Willmann und die Weberei von Wolf. 248 Familteni 1 obdachlos. Verluste an Menschenleben sind keine zu beklagen. Ware das Feuer tu j Nachtzeit ausgebrochen, so hätte ein entsetzliches Unglück die Folge sein müssen. ^ ' i auch in diesem Umfange ist das Unglück groß und wendet sich an die aUgemcm
Dkv Reigen eri r wjff iiuj den Zahre j J nist seinen übiii I ft. Vizetel ■ y - Mou, den „ ■ *■rait allmächtiger Roitfll stanzösgch "3' Dieser nhitlt natürlich
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Darmstadt, 22. Juli. Die Sterblichkeit in den volkreichsten Gemeinden bei Sewih ftamr
Großherzogthums war im Monat Juni l. I. eine geringe und der Gesundheitszusta-'s ntfi4ng, in diesen Gemeinden, soweit sich auf denselben aus den vorgekommenen TodesM v 1 schließen läßt, ein sehr befriedigender. Wie gewöhnlich im Juni der Fall, traten die Kia k> Qeijenheimer heiten der Resptrationsorgane mehr zurück und machten sich, als Folge der heffaa ' lülch, s^cr Bai Witterung, Diarrhöen und Darmkatharrhe in erhöhetem Grade und damit eine gr’N ü- G.., ^rbQti) Kindersterblichkeit bemerklich. Mit Ausschluß der Todtgeborenen verstarben im N f |i| W« 386 Personen, gegen 462 im Mai, was für ersteren Monat 23.05, für letzteren 19« Dir Wein/ Todesfälle auf 10,000 Einwohner ergibt. Epidemische, zymotische und ähnliche Kla'l- ■ ...... ' • Mai dies-Z°
durch Durtz-> .


