Ausgabe 
28.6.1876
 
Einzelbild herunterladen

U«. 147.

Mittwoch, den 28. Juni

1876

ta,t i" %

WWW Änzciger

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlöhn.

Durch die Post bezogerj vierteljährlich 8 Mark & Pf.

auf den

2>atf(<6f<tnb.

rein.

HVxW'

\ Z

< 1O<

in VI

\V

Die Kammer hat damit den Hauptooranschlag der Staatsausgaben für die ZMnzperiode 187678 erledigt und schritt zur Herathung des Hauptvoranschlags

l'aden mit Logii ll ^ ju oenniethkir Elias Mein.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

7, 4a A fi,

ju Fuß und zu Wagen an den Ort der Gefahr und leisteten, was menschliche Hülfe zu leisten vermag, gestern am Tage und während der ganzen Nacht, aber leider vergebens 1 Denn soeben früh 5 Uhr verkündigt abermaliges Sturm­geläute, das Wasser sei durchgebrochen und Gimbsheim sei bereits überflutet. Der Schaden ist unendlich groß; man rettet was zu retten ist, viel kann in- deß bei der Kürze der Zeit nicht mehr geborgen werden. Der Jammer und die Bestürzung ist groß, denn eine gute Ernte stand in naher Aussicht.

Dienheim, 23. Juni. Gestern Vormittag 9 Uhr brach der Rhein­damm auf der Gemarkungsgrenze zwischen Ludwigshöhe und Dienheim. Bis gegen 12 Uhr stand die ganze Ebene zwischen Rhein und Eisenbahn unter Wasser. Die Wasserfläche am Bahndamm hat durchschnittlich eine Höhe von 89 Fuß erreicht. Mit der größten Mühe ist es gelungen, die Durchlässe des Bahndamms mit Sandsäcken, Erde und Balkenwerk zu befestigen. Heute früh war nahe bei Oppenheim ein solcher Durchlaß von der Gewalt der Wellen großentheils glöffnet. Sturmläuten, Ausräumen. Glücklicherweise ist gleich nach 5 Uhr die Oeffnung gestopft. Die Weingärten zwischen Bahn und ^tadt sind weithin unter Wasser. Die Ernte für dieses Jahr ist, so weit das Wasser reicht, verloren. Im Frühjahre litten wir durch Grundwasser. L ie Winterfrucht war theilwese zu Grund gegangen. Dagegen standen Kar­toffeln und Sommersrüchte so schön, wie man sie selten sieht. Und nun alle Hoffnung aufgegeben 1 Die armen Leute jammern und dazu die Angst vor dem Durchbruch des Eisenbahndamms. Dann würden vier Fünftel des Dorfes unter Wasser kommen, wie dies im November 1824 geschehen.

Das Wasser ist während der Nacht um 6 Zoll gestiegen. Der Zug halb 6 Uhr von Worms aus ist mit größter Vorsicht noch über die schwan­kende Stelle bet Oppenheim gekommen. Der Dammtheil, worauf das neuere zweite Geleis liegt, zeigt Risse. Die Gefahr ist noch nicht vorüber. Nachdem Tag und Nacht, wo es Notb that, gearbeitet worden ist, werden sämmtliche Einwohner soeben (7 Uhr Morgens) auffs Nene aufgefordert, mit dem Auf­gebot aller Kraft den Durchbruch des Bahndamms zu verhindern zu suchen. Bereits dringt in der Nähe von Ludwigshöhe das Grundwasser unter dem­selben durch. So droht dem Ort Gefahr von drei Seiten. Was soll das werden?

Berlin, 24. Juni. Vom 1. Juli an treten British-Indien und die französischen Colonieen dem allgemeinen Postvereine bei. Das in Deutschland dann für Briefpostsachen nach oter aus jenen Gegenden zu erhebende Porto beträgt: frankirt 40 Pfg., unfrankirt 60 Pfg. für je 15 Gramm: für jede Postkarte 20 Pfg., für Drucksachen, Waarenproben, Geschäftspapiere 10 Pfg. für je 50 Gramm. Der General-Postmeister hat im Interesse der Verkehrs- erleichterung, unter Vorbehalt des Widerrufs, den Verkehrskassen die Annahme folgender Privatbauknoten gestattet: der Kölnischen Privatbank in den fünf chemischen Bezirken, der Danz'ger in den preußischen, der Posener Provinzial- Actienbank m Posen, der Lübecker Commerzbank, der Bremer und Frankfurter in den bezüglichen drei Bezirken, der badischen in den Postbezirken Karlsruhe

Betreffend: Jahresfeier des Gustav-Adolf-Vereins.

Das Großhkrzogliche cvmigcl. Dekanat Gießc»

, OM sämmtliche Pfarrämter -es Dekanats.

6«Ccn%ef|^ 2 3ult- 2 Uhr in her Kirche »u Hausen gefeiert werden.

Grotz-Buseck, den 26. Juni 1876.

- S t r a d , Dekan.

nfkiMsl begeht sei^' ]L $tr @oW>|

s Derselbe erscheint in den Vormittagsstunden täglich, mit Ausnahme Montags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gteßen vlertchährüch 2 Mark 20 Pfg., frei ins Haus geliefert.

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch M in Quartal 1876 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.

Die Abonnenten, welche den Anzeiger abholen, erhalten denselben zu 2 Mark.

^üLatte ""Whalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 2 Mark 50 Pfg. excl. Bestellgeld Dieselben können nur Bet der Post oder den Landpostboten abonniren.

... Damt wir nun in den Stand gesetzt find, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den tzueßener Anzeiger abonmren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst Nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare zu liefern. Die Redaction

.. ...... . ........ ... einiklu jnI^ bn Staatseinnahmen und zwar des ersten Theils, Ordentliche Einnahme, Hauptab- .xi^rilung I-, Domänen. Der Ausschußantrag: .Hohe Kammer wolle Großh-Regierung

' < ..'lAclt, * Lto ipmpiltn, aeeianete NurWne mm StnFrf her nnthiA#»

nmöblirle Zimmer ficbi bei der Erp, s j

endliches möbliileS Zc m. Kreuz Lit- B- 3M

eines Familienlogis mit: m ju vermiethen.

1 grncl am Niegchji!»!

: Mühlgasse Lit.r.8l-'- ig zu vlrmiethen.

geräumiges 3hmr.fi ni up.'o allem Zubehör rsweg L't C- Nr. l I

Darmstadt, 26. Juni. Die zweite Kammer der Landstände erledigte in heutiger Hitzung den in der letzten Sitzung auf heute vertagten AbschnittAußerordentliche 7u$@aben : I Im Ressort des Gr- Ministeriums des Innern: 1) Unioersitätsgebäude zu Gießen." Verlangt waren von der Regierung 520,000 Mark, von welchen auf dem ... --- - !-0. Landtag bewilligt waren 301,715 Mark. Es sind also noch erforderlich 218,285 M.

,cn Mnjtlckig. Lu Ausschuß hatte beantragt: Die Kammer wolle vorläufig: 1) Die Übertragung jr-imdlickst einM hl von dem 20. Landtag zu dem Zwecke die Erbauung eines neuen Universitätsgebäudes TlU A Gießen bewilligten, aber nicht zur Verwendung gekommenen 301,715 Mark in die

Rufende Finanzperiode nicht genehmigen; 2) die weiter zu diesem Zwecke in das Budget 7»»| Wrebtzro 1876/1878 eingestellte Forderung von 218,285 M. oder, wie sich nach dem vorge- ---Bfflten detailltrten Ueberschlage Großh. KreisbauamtS Gteßen ergeben hat, von 90,571 - Mark nicht bewilligen.

t'r . t. Der Abg. Hirschhorn hatte den Antrag gestellt auf Uebernahme der von dem

HüUsk/ Landtag bereits bewilligten Summe von 301,715 Mark in das Budget für die Sksmalioe Finanzperiode. Nach sehr lebhafter Diskussion, an der Theil nahmen Mi ^erpräsident Frhr. von Starck, Exc., die Abg. Hirschhorn, Frhr. von Nordeck zur IpF. ScMÜI^Sübenau, Dumont, Dr. Osann, Wolfskehl, Dr. Schlöoer, Dr. Franck, Jöckel, Kugler --TTLa* umb Maurer, wurde die Pos. 1 des Ausschußantrags mit 27 gegen 20 Summen abge Pnthrlivfiö* 1 Pof- 2 mit 24 gegen 23 Stimmen angenommen, sodann die Forderung der

Werung gegen 5 Stimmen abgelehnt und der Antrag des Abg. Hirschhorn indeOP1" l , mit 27 gegen 20 Stimmen angenommen.

i.A tfliODW1 <T>to ß'ntntiier h/tt hntnji he» ~ i.- »kd » - -r. tu.. <

8 ""Ätz: n. oär^

. "8en, osfntzii -len"Präp«, '' sktks ein

und 1 n Nadical-Erfolq u rbeten. Zu . m (311

' -'UÜlgungsMlklH rfantni

ii in Danzist. ön mödlirtes Zimmn nungbel Herrn E.Pjß" Louise Gkihi!

den Brsvlh. (MI

.w jeweilige geeignete Vorlage zum Zweck der nöthtgen Abänderungen des im Archiv , '2.'lhondenen Inventars der Staatsdomänen und des Familieneigenthmns Großherzogl. 'HiufeS für jede Finanzperiode ersuchen", wurde ohne Debatte einstimmig angenommen.

Die von der Regierung vorgesehenen Einnahmen in A. Erträge aus dem Fa Äeneigenthum des Großherzoglichen Hauses 1) Kameraldomänen. a. Unter Ver­jüng der Rentämter, b. Salinen und Bergwerke, Ueberschuß 1) Braunkohlenberg- Ludwigshoffnung", 2) Saline Bad-Nauheim, 3) Saline Throdorshalle wurden der Kammer ohne Debatte entsprechend den Anträgen des Ausschusses genehmigt

BeiBad-Nauheim" hatte der Ausschuß beantragt: Unter Abstrich der Ausgabe ®n 2000 Mark jährlich für Herstellung einer Küche zum alten Kurhaus, die Summe :n 6000 Mark jährlich als Einnahme Ueberschuß vorzusehen. An der Debatte be "iligten sich Großh. Ministerialrath Fink, die Abg. Weith, Dr. Schröder, v Rabenau, ,:<iK «; (t ^ckel, Scriba und Kugler. Der Antrag des Ausschusses wurde schließlich gegen 3

' M f ^Minrnen angenommen. Die Pos. 5Bad Salzhausen" wurde nach kurzer Debatte, ir 5bet sich betheiligten die Abgg. Heinzerling, Theobald, Edinger, Frhr. von Nordeck <h t Rabenau, Dr. Schröder und Ministerialprästdent Schleiermacher, einstimmig ge- , «i Aigt.

ir Nächste Sitzung morgen, Dienstag den 27. Juni, Vormittags 9 Uhr.

Jugenheim, 26. Juni. Erzherzog Albrecht von Oesterreich ist heute ^miittag von Jugenheim über Frankfurt nach Coblenz abgereist.

Eich, 23. Juni. Gestern Nachmittag um 1 Uhr kam ganz unerwartet Nachricht hierher, der Damm bei dem ehemaligen Dorfe Rudelsheim, Ge Wung Dienheim, sei gebrochen. Sturmgeläute ertönte sofort und wurden !8 jedem Hause zwei Mann aufgeboten, um die bedrohten Gemarkungen j^D^sheim, Eich und Hamm zu schützen vor Ueberflutung durch die Erhöbung R Dammes in der Guntersblumer Gemarkung. Die Mannschaften eilten